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7 Tipps zum Reisen mit Baby

Baby_An_Board_Bahnhof

Ich erinnere mich noch genau wie überwältigend riesig mir unsere Weihnachtstanne jahrelang erschien. Ihr sterngekrönter Wipfel ragte bis an die Wohnzimmerdecke. Heute weiß ich, der Baum war nie höher als 1,90m – wie Fotos beweisen. Aus Kinderaugen lebt die Welt eben in anderen Perspektiven.

Was für ein Abenteuer also für unseren Kleinen als wir an einem Sonntagmorgen im September, 9 Wochen nach seiner Geburt, die Abflughalle in Tegel betraten. Wir standen Schlange, um den Sommer in Nordspanien zu verlängern. Von Berlin nach Barcelona – mit Lufthansa. Zurück von Girona nach Baden Baden – mit Ryanair. Dann von Karlsruhe nach Berlin – mit der Bahn, so der Plan. Hier ein Vergleich der Verkehrsmittel und 7 Dinge, die es bei Reisen mit Kleinkindern zu beachten gibt:

Reisetipp 1: Kinderreisepass besorgen
Die Bürokratie macht auch vor Babys nicht Halt! Wer Deutschland verlässt, muss das Kleinkind ausweisen – mit einem eigenen Pass. Die gute Nachricht: Den Kinderreisepass gibt’s innerhalb von 10 Minuten to go – auf dem Bürgeramt. Am besten reserviert man online einen Termin, denn das Schätzelchen muss persönlich vorstellig werden. Ebenso seine Geburtsurkunde, ein Baby-Passfoto – biometrisch (bei Kindern bis zum vollendeten 10. Lebensjahr sind bei einigen Fotokriterien Abweichungen zulässig) –  und bei nicht verheirateten Eltern die Einverständniserklärung sowie der Ausweis des Partners.

Kostenpunkt: 13 Euro

Reisetipp 2: Online buchen
Es kann ein Freudentanz auf der Tastatur sein wie bei Lufthansa oder eine Wissenschaft für sich. Bei Ryanair sollte man eine viertel Stunde Buchungsaufwand einplanen, um jedes listige Häkchen zu umgehen. Außerdem setzen die Iren auf Papier und Selbstorganisation. Wer bis 4 Stunden vor Abflug nicht online eingecheckt hat und sein Ticket nicht selbst ausgedruckt mit zum Gate bringt, der bleibt zu Hause. An Board herrscht freie Platzwahl, eine Reservierung ist nur gegen Aufpreis möglich. Die Bahn bietet mit einer Ticket-App eine digitale Lösung für Kurzentschlossene an, es empfiehlt sich jedoch, ein Kleinkindabteil zu sichern, da hier Platz für Kinderwägen eingeplant ist. Weiteres Plus: Das Bordbistro sowie ein WC mit Wickelablage sind in unmittelbarer Nähe.

Kostenpunkt Lufthansa:
Babys bis 2 Jahre reisen kostenlos auf innerdeutschen Strecken bzw. für 10 Prozent des regulären Tarifs auf allen restlichen Flugstrecken.

Kostenpunkt Ryanair:
Pauschal 30 Euro pro Baby bis zu 24 Monaten. Somit zahlt unser Sohn fast genau so viel wie wir.

Kostenpunkt Deutsche Bahn:
In Begleitung der Eltern fahren Kinder bis 15 Jahren kostenlos.

Reisetipp 3: Gepäckrichtlinien beachten
Bei Lufthansa hat jeder Passagier ein 23 Kilo Gepäckstück, also hat auch unser Kleiner, großzügige 23 Kilo Gepäck frei. Darüber hinaus können Kinderwägen und Buggies kostenfrei aufgegeben werden.

Das komplette Gegenteil ist Ryanair: Hier müssen Gepäckstücke (Koffer à 15 oder 20 Kilo) im voraus für bis zu 35 Euro online hinzugebucht werden. Wer den Koffer erst am Flughafen eincheckt oder gar Übergepäck anmeldet, dem vergeht das Lachen beim irischen Billigflieger entgültig. Für jeden weiteren Koffer werden bis zu 130 Euro und für jedes Kilo mehr bis zu 50 Euro fällig. Wer also keinen extra Koffer anmeldet, hat bei Ryainair gerade mal ein Handgepäck mit 10 Kilo frei – und Achtung: Kleinkinder, die auf dem Schoß der Eltern mitreisen, haben keinen Anspruch auf Handgepäck. Die Wickeltasche wird erbarmungslos mitgezählt. Da wundert es schon fast, dass ein komplett zusammenfaltbarere Kinderwagen kostenlos mitfliegt.

Bei der Bahn dagegen kann mit, was die Hände tragen können. In unserem Fall sind das zwei Koffer, Kinderwagen, Wickeltasche, und je ein Handgepäck.

Reisetipp 4: Umschlagplätze meiden
Die Kinderärztin hatte uns vor Menschenansammlungen gewarnt, denn unser Sohn ist noch nicht geimpft. Es gilt also für Flughafen wie Bahnhof: So lange wie möglich an der frischen Luft warten, hustende und schnupfende Mitmenschen meiden – Stichwort: Kleinkindabteil – und Desinfektionsmittel fürs Handgepäck dabei haben…

Reisetipp 5: Pre-Boarden
In 5 Minuten durchs Baggage Drop-off und dann mit Baby sogar bevorzugt Boarden – in Tegel mit seinen unschlagbar kurzen Distanzen und bei der Lufthansa gar kein Problem. Man hat sogar die Möglichkeit, die Autositzschale mit ins Flugzeug nehmen. Und falls tatsächlich noch ein Plätzchen frei ist, drücken die Flugbegleiter auch mal ein Auge zu. Denn eigentlich ist für die Sitzschalen ein eigener Sitzplatz nötig – und dieser kostet. Auf Langstreckenflügen gibt es für Kinder bis 14 Kilogramm Babykörbchen, die in der ersten Sitzreihe an der Wand befestigt werden. Bei Ryanair fangen die Zusatzkosten schon beim Preboarding an. Darüber hinaus bekommen Kinder unter zwei Jahren in der Regel keinen eigenen Sitzplatz, sondern fliegen mit speziellen Schlaufengurten auf dem Schoß – eingeschlafene Arme sind dafür inklusive.

Wagen orten, Einstiegshelfer ansprechen, Gepäck verstauen und losfahren, so gestaltet sich das „Boarding“ bei der Bahn. Die Gänge rund ums Kleinkindabteil sind Kinderwagen freundlich breit und mit unserem Kinderwagen rolle ich sogar bis ins Bistro.

Reisetipp 6: An Board
Bei Start und Landung trinken. Das soll Babys beim Druckausgleich helfen. Und wirklich, unser Kleiner scheint ganz entspannt, während ich mir die Nase zuhalte, um meine Ohren frei zu bekommen. Die Flugbegleiter kümmern sich rührend. Bei den meisten Fluggesellschaften gibt es die Möglichkeit, Fläschchen zu erwärmen. Lufthansa hat sogar eigene Babynahrung an Bord. Der Billigflieger dagegen bietet weder Komfort noch Kinderanimation – es gibt nicht mal ein Multimediasystem. Vorteil ICE: Hier kann ich mir dank des T-HotSpots sogar ein kleines Board-Office einrichten.

Reisetipp 7: Extra Zeit einplanen
Egal, ob man sich für Lufthansa, Ryanair oder die Schienen entscheidet: Drängelnde, ignorante oder verständnislose Mitreisende vorlassen und selbst zuletzt aussteigen. Denn entspanntes Reisen mit Baby ist auch immer eine Frage der Perspektive.

Weitere Informationen zum Reisen mit Babys gibt’s auf den Homepages der Airlines bzw. der Bahn.
http://www.ryanair.com/at/fragen/kinder-und-kleinkinder
http://www.lufthansa.com/de/de/Kinder-an-Bord
http://www.bahn.de/p/view/service/familie/kinder.shtml

 

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