Nerven wie Drahtseile

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Ihr wisst sicher schon worum es geht, oder? It’s about daily business with my three little boys. Genau. Aber fangen wir mal vorne an!

OMG, ich liebe meine Kinder! So wie Ihr wahrscheinlich alle. Mutterliebe ist ja wohl das Größte was es gibt im Leben! Und man würde und tut auch wirklich alles für seine Kinder. Denn Mutterliebe ist selbstlos und macht einen stark. Und bestenfalls auch noch geduldig. Denn Geduld kann man wirklich gut gebrauchen in dem Zusammenhang. Ausreichend! Finde ich zumindest.

In unserem Fall ist es nämlich so, dass der liebe Herr Gott mich nicht mit allzu viel Geduld ausgestattet hat. Leider. Kann sie einem doch in so einigen Lebensbereichen nützlich sein. Und ich würde sie fast Tugend nennen. Aber man wächst ja mit seinen Aufgaben, wie man so schön sagt. Und auch wenn ich da bisher entweder wohl nicht lernfähig, die Aufgaben aus Ungeduld einfach bei Seite geschoben oder Situationen einfach geändert habe, so kommt man beim eigenen Kind an den Punkt, wo man sich seiner Ungeduld stellen muss. Schließlich ist Hedonismus schon ab dem ersten Sprößling nicht mehr so wirklich angesagt und das geht mit steigender Kinderzahl weiter rapide abwärts. Aber das ist ja auch gerade schön, ständig an seine Grenzen zu kommen und immer ein Stück weit darüber hinausgehen zu müssen. Denn nur so kann man so hartnäckige Laster wie die Ungeduld bearbeiten.

Grad hatte ich also mal wieder so einen Fall, wo ich mich etwas, sagen wir, „schulen“ musste. Der Tag war lang und die Kinder trotz diverser Übergriffe auf die inzwischen fast geleerten Adventskalender nicht durchgehend in bester Stimmung. Da traf es sich doch hervorragend, dass für meinen Liebsten Fußballabend war und ich das ins Bett bringen aller Kinder allein übernahm. Und da ist es dann schon mal so, wenn man sich zu Zweien in ein Zimmer legt, dass der Dritte dazukommt, weil er auch nicht allein draußen spielen will. So liegen wir dann also zu viert auf einem Haufen (inzwischen). Und dieser Haufen bewegt sich ständig, weil das ja dann eigentlich auch alle ganz lustig und kuschelig und gemütlich finden. Und sie fangen an immer mehr Quatsch zu machen und man selber will endlich, endlich Feierabend haben, zumindest bis zum ersten Aufwachen eines der Kids. Aber dann genießt man diese Schmuseorgie doch auch sehr bis sie an den Punkt kommt, wo dann der eine ausversehen den Fuß von dem anderen im Gesicht hat und weint und wiederum ein anderer will einen der begehrten Plätze neben Mama ergattern, das geht aber nicht, da diese mit aller Macht verteidigt werden. Naja, und so nähern wir uns nicht wirklich dem Einschlafen und die Mama macht das immer unglücklicher, weil sie Ihren Feierabend in immer unerreichbarere Ferne rücken sieht. So kommt die durch Genuss unterdrückte Ungeduld in ihr wieder hochgeschlichen und sie sagt, wenn nicht alle lieb und ruhig sind, geht sie jetzt raus‘. Davon ist aber nur ein Drittel und der auch nur wirklich kurz beeindruckt. Also geht es so weiter bis alle irgendwann doch müde werden.

Wohl dank dieser kleinen Übungen ist es bei mir nun zumindest so, dass ich von Außenstehenden inzwischen schon für meine Geduld bewundert werde – naja, oder zumindest Anerkennung erfahre. Da merke ich dann zwar selber nichts von, denn innerlich brodelt sie weiter – wenn auch auf kleiner Flamme – aber genau das ist doch der Trick dabei, schön ruhig bleiben. Hach, war ich froh als dann alle sogar fast gleichzeitig eingeschlafen sind! Ich inklusive! Na das nenn‘ ich dann mal Ungeduld besiegt. Oder wer kann bitte ungeduldig einschlafen?

 

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