Umzug mit Baby
So schaukelt man Kind und Kisten

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Nach 5 Jahren Richard-Sorge-Strasse sind wir aus unserer 2-Zimmer Hinterhof-Wohnung herausgewachsen. Jetzt geht es einen Kiez weiter. Umzüge haben mein Freund und ich schon viele gemacht, doch der erste mit Baby ist anders…

Sonntag Morgen 6:30 Uhr.
Es ist der kälteste Tag dieses Winters: -15 Grad. Unser Wecker klingelt seit langem mal wieder – in den Wochen und Monaten zuvor hat uns unser Sohn morgens zuverlässig aus dem Schlaf gerufen. Wir schlängeln uns schlaftrunken durch die Türme an Kisten in unserem Wohnzimmer und im Flur. In der Küche steht noch Geschirr, im Bad noch Philos Wickeltisch und unsere Umzugsoutfits. Das war’s. Der Rest unseres Lebens steckt in 50 Pappkartons.

Um 8 Uhr stehen drei Möbelpacker vor der Tür. Die verladen unser Leben schneller in einen weißen LKW als ich Philos Windel wechseln kann. Danach werden die Möbelstücke auseinander genommen: Bücherregal, Kleiderschrank & Co. Der Akkuschrauber fasziniert Philo, den ich im Manduca herumtrage, während sein Daddy mit anpackt. Doch das Getümmel und die Unruhe in der Wohnung verunsichern den Kleinen zusehends. Mein Blick schweift zu dem Fleck an der Wand, an dem bis vor kurzem die Uhr hing. Wo bleibt bloß die Oma?

10 Uhr, die Oma trifft ein, um den Kleinen zum Spaziergang abzuholen. Mit einem halben Jahr schläft Philo noch drei Mal regelmäßig, etwa zwischen 10 und 11 Uhr, 13 und 14Uhr und zwischen 16 und 17 Uhr. Aber nur, wenn um ihm herum nicht gebohrt, gehämmert und geschraubt wird.

10:30 Uhr. Jetzt heißt es für mich: Küche ausräumen und Philos Brei zubereiten – ich entschließe mich kurzerhand, die Reihenfolge zu ändern. Zuerst den Brei, macht Sinn. Topf, Pürierstab, Lätzchen und Brei, alles liegt bereit, nur sein blauer Plastik-Löffel ist unauffindbar – wahrscheinlich in einer der Kisten, die die Möbelpacker längst in den LKW geladen haben. Also gibt’s heute Pastinake vom Edelstahlbesteck. So ein Umzug macht erfinderisch. Vor allem, wenn man vor lauter Schlafmangel nicht entsinnen kann, was man in welche Kiste gepackt hat. 

13 Uhr. Während der Transporter rappelvoll richtung neuer Wohnung aufbricht, nutzen wir die Zeit für einen weiteren Spaziergang bei -15 Grad; kein Vergnügen!

In der neuen Wohnung angekommen, heißt es nun, zeigen, was wohin kommen soll. Das geht gut mit Baby auf dem Arm. Um 16:20 Uhr ist die letzte Kiste ausgeladen, das letzte Regal wieder zusammen geschraubt, die Möbelpacker verabschiedet. Oma, Daddy und ich lassen uns erschöpft auf die Couch plumpsen und mampfen Würstchen, die Oma mitgebracht hat, von Papptellern. Philo schlummert und bekommt davon nichts mit. Wenn ich zu diesem Zeitpunkt schon wüsste, wie dankbar ich über jede weitere Minute Schlaf bin. Die ersten Nächte in der neuen Wohnung sollten zum Albtraum werden… aber das ist eine andere Geschichte.

Fazit: Schon ein normaler Umzug kostet Zeit und Nerven. Wer mit Baby eine neue Wohnung bezieht, der hat zwei Hände weniger zum Anpacken, dafür einiges mehr zu tragen. Ohne Hilfe hätten wir das nicht geschafft! Danke Oma Karin.

 

 

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