GASTBEITRAG
„Kinder verändern Dein Leben!“

Kinder verändern dein Leben!

Kinder verändern dein Leben!

Heute starten wir mit der unregelmäßig regelmäßigen Reihe an Gastbeiträgen um die Themen bei uns noch etwas bunter zu gestalten. Den Anfang machen wir mit meiner lieben Freundin und Lieblingsfotografin Lisa, denn was sie zu sagen hat sollten wir Mami’s uns unbedingt durchlesen!

Lisa ist selbst noch keine Mama, aber sie liebt Kinder, ist eine wunderbare Tante, Babysitterin, Kinderkrankenschwester und fotografiert für ihr Leben gerne Familien, Schwangere und Babys. Sie hat für alles Verständnis und immer ein offenes Ohr – doch auch ihr Leben hat sich komplett verändert, als um sie herum die Freundinnen Kinder bekommen haben. Und im Gegenzug zu uns hat sie sich das so nicht ausgesucht…

Bei mir ist es noch gar nicht so lange her, dass meine Freundinnen Kinder bekommen haben und ich plötzlich irgendwie alleine dastand. Nicht dass man sich nicht freut Freundin mit Kind im Schlepptau zu treffen, aber irgendwie bleibt die Mädels-Freundschaft dabei gern mal auf der Strecke. Plötzlich drehen sich alle Gespräche nur noch um Schlafmangel, Babygeschrei und den Inhalt der Windel. Ein wenig überzogen? Ja, aber halt auch wahr. Als ich mit Lisa darüber gesprochen habe, bat ich sie einmal die Sicht der Freundin ohne Kinder aufzuschreiben, weil ich denke, dass es gar nicht so schlecht ist mal einen anderen Blickwinkel zu bekommen. Und wie gesagt, es ist noch gar nicht lange her, da war ich selbst noch kein Mitglied im Mutti-Club und habe es ganz ähnlich empfunden…

Doch genug von mir, jetzt ist Lisa an der Reihe!

Kinder verändern Dein Leben. Das ist nichts Neues. Es wird viel darüber gesprochen und geschrieben wie das Elternsein das bisherige Leben auf den Kopf stellt. Wenig Schlaf, ein ganz anderer Alltag, ein neuer Rhythmus, ein komplett neues Lebensgefühl – kurzum, a new focus on life. Ich könnte jetzt gemein sein und sagen, Eltern suchen sich das selbst aus. Mit dem Wunsch, ein Kind zu haben und eine Familie zu gründen, muss man wissen, dass sich alles ändert. Selbst wenn man es nicht will. Mit Kindern kann man nicht so weiter machen wie bisher. Und das ist völlig wertfrei. Kinder sind toll. Und Veränderung nicht immer schlecht. Was aber ist mit uns? Den Freundinnen und Freunden der Eltern? Unser Leben verändert sich auch. Nachhaltig. Mit der Geburt, ratzfatz. Ohne, dass wir uns das so ausgesucht hätten.

Ich bin Single und Nicht-Mama. Ich liebe Kinder. Und ich möchte sie nicht missen. Ich finde es nur unfair, wie sehr die Kinder meiner Freundinnen mein Leben beeinflussen. Die meisten meiner Freundinnen sind verheiratet und haben Kinder  – oder haben Kinder ohne verheiratet zu sein. Mit jeder schwangeren Freundin fiebere ich mit, freue mich, nehme Anteil und bin oft auch diejenige, die das Glück in Form eines Babybauches fotografisch dokumentieren darf. Ich freue mich ehrlich und von Herzen, mit der Verkündung der Schwangerschaft weiß ich aber auch ganz genau, was das für mich – spätestens mit der Geburt – bedeutet: Freundschaftsneudefinition. Die durchtanzten Nächte werden ausgetauscht und durch Spaziergänge im Park ersetzt, Treffen in Bars oder Restaurants weichen Spielabenden und Einladungen zum Kochen in den eigenen vier Wänden, die Zeit zu zweit wird zu Zeit mit Kind. Und Mann. Familienglück pur. Versteht mich nicht falsch, das ist schön. Die Spaziergänge beruhigen mein Gewissen – frische Luft und Bewegung, you know. Mein Alkoholkonsum sinkt mit jedem Kind merklich und ich esse gesünder. Aber es ist auch nur dann schön, wenn es eine Alternative gibt und es kein dauerhaftes Muss ist.

Die veränderten Tages- und Nachtaktivitäten sind das Eine. Die Gespräche das Andere. Sobald man Mutter wird, hat man Nicht-Mamas etwas voraus. Und das ist spürbar. Manchmal nerven sie, manchmal machen sie traurig, ab und zu grenzen sie aus – die Gespräche über Schwangerschaft, das Mamasein und das Kind – hier, da, dort. Ich kann nicht mitreden. Klar, ich habe eine Meinung, aber keine Erfahrung. Das grenzt mich an einem Tisch mit zwei Mamas aus. Und weh tun kann es auch, schließlich gibt es auch bei Singlefrauen durchaus den Wunsch nach einem Kind. Ich möchte nicht, dass diese Gespräche verschwinden, nein. Dazu sind sie zu sehr Teil von euch. Aber ein Treffen unter uns kann sich nicht zwei Stunden nur um den gestrigen Windelinhalt und die heutige Trinkmenge drehen. Da steige ich aus. Selbst die Krankenschwester in mir.

As I said before, Veränderungen sind nicht nur schlecht. Und ich weiß die Positiven durchaus zu schätzen. Mich erfüllt es mit Stolz, wenn meine Freundinnen zu Müttern werden. Schließlich weiß ich – wenn auch nur in geringem Maße – wie sehr sich das Leben auf neue Dinge konzentriert. Das muss man erstmal bewältigen, selbst, wenn es gewollt ist. Und die kleinen Mini-Freundinnen zu sehen ist atemberaubend. Ein Stück eines Menschen, der mir viel Wert ist, dem ein Teil meines Herzens gehört. Meine Freundinnen, ihre Kinder und die Familie wachsen zu sehen ist ein Geschenk.

Und da nehme ich auch gerne in Kauf, dass ich bei Übernachtungsbesuchen am Sonntagmorgen vor 8.00Uhr geweckt werde. Durch barfüßige Kinderschritte auf dem Flur, eine quietschende Tür, unsanftes Hüpfen in mein Bett und ein Buch, das sich unter mein Kinn schiebt: „Lisa, liest Du mir was vor?“ „Habe ich eine Wahl?“, frage ich. „Nö, ich bin ja schon da!“, sagt er, und schiebt mir die kalten Füße an den Bauch. “Sag mal, kannst Du schon Kaffee kochen?“ „Nö.“ „Schade“, sage ich und fange an zu lesen… „Aber ich kann Dir meine Kakaoflasche bringen, willst Du?“ „Nichts lieber als das.“ Kaffee oder Kakao, ganz egal. Hauptsache ans Bett gebracht.

Das Elternsein verändert. Und das muss man nicht nur als Mama oder Papa selbst begreifen, sondern auch als Freundin. Und umgekehrt. Man muss einen gemeinsamen Weg finden, um das, was man vorher hatte, weiterleben zu lassen. Und dabei kann und darf es nicht nur um die eine Hälfte der Freundschaft gehen. Ich wünsche mir von den Mamas und Papas manchmal ein wenig mehr Verständnis dafür, was da auch mit unserem – meinem Leben – passiert. Ich passe mich an, weil ich keine andere Wahl habe und auch, weil ich es will. Ich möchte am Leben der Familien um mich herum teilhaben. Aber mein Leben darf dabei nicht zu kurz kommen. Ich bin dankbar für jeden meiner Papa-Freunde, die Mama mal ausgehen lassen und den Nachwuchs zu Hause mit abgepumpter Muttermilch bei Laune halten. Und dabei ist „ausgehen“ sehr weit gefasst. Es darf – ja, ganz ehrlich – der Spaziergang im Park sein und auch der Nachmittagskaffee, wenn ich dafür eine  Weile meine Freundschaften zu zweit pflegen darf. Ohne Kind. Vielleicht auch mal beim Tanzen. Beim nächsten Mal dann gerne wieder mit Kind & Kegel. Ich freue mich drauf. 

Vielen Dank Lisa für diese offenen Worte!
Der nächste Frauenabend (ohne das Supergirl) ist gebongt und ich freue mich riesig drauf! Und das kleine Supergirl genießt einen tollen Abend mit dem Papa – übrigens auch die Nacht und den Morgen, denn Mama will ausschlafen…

3 Gedanken zu „GASTBEITRAG
„Kinder verändern Dein Leben!“

  1. Bisschen Pipi in den Augen, weil kurz an die ein oder andere Freundin gedacht, die ich seit Püppi Lottes Geburt nicht mehr gesehen habe:/ Die trifft man dann und wann auf der Straße, tauscht fix Neuigkeiten aus – in meinem Fall Lottes FortSchritte – und verabschiedet sich mit „Man müsste mal“. Wochen später sieht man sich wieder zufällig beim Spaziergehen.
    Und dennoch: Recht hast du Lisa! Und schön, dass du ausgehen nicht auf wilde Partynächte reduzierst. Die sind nämlich tatsächlich für frische Mutter – selbst wenn der Mann bereitwillig das Kind hütet – mit schmerzender Milchbrust nach wenigen Stunden eine ganz schöne Nuss.

    1. Liebe Julia-Maria, es ist wohl doch ein bisschen Arbeit, die Freundschaft zwischen Mama und Nicht-Mama zu erhalten. Aber weil man weiß, was es wert ist und wofür man es tut, sollten beide Seiten „einfach“ ab und zu einen Kompromiss eingehen. Und: sich selbst ein klein wenig in den Hintern treten. Ich glaube, dass es dann gar nicht so schwer ist aus dem „wir müssten mal wieder“ ein „schön, haben wir mal wieder“ zu machen. Ich drücke uns dafür die Daumen!

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