Die Kindergartensuche…

MM_Kindergaerten

Die Suche nach de richtigen Kindergarten ist wohl eines der Top-Themen aller Eltern und werdenden Eltern. Denn bereits in der Schwangerschaft hört man von vielen Seiten, man solle sich bereits jetzt schon auf die Suche nach einem Krippenplatz machen. „Ihr müsst Euch rechtzeitig bewerben, immer wieder anrufen, Kuchen vorbeibringen und am besten eine persönliche Bewerbungsmappe abgeben!“ hieß es. WTF???? Ich will einen Krippenplatz für mein Kind und keine Heiratsvermittlung!

 

Der Grund dafür ist allseits bekannt: zu viele Kinder, zu wenig Plätze und die Politik hat hier zu spät reagiert… Doch wenn man sich so durch die Nachrichten liest, dann heißt es, es gibt ausreichend Plätze – Elter müssen nur flexibel sein. Doch ganz im Ernst: ich will mein Kind doch auch nicht irgendwo hinschicken! Schließlich ist das mein Baby und wenn ich sie schon abgebe, dann will ich wenigstens ein gutes Gefühl dabei haben!

Für mich war ehrlich gesagt von Anfang an klar, dass das Supergirl mit einem Jahr in die Krippe kommt und ich nur ein Jahr Elternzeit nehmen werde. Ich finde es faszinierend und verwunderlich zugleich, dass es so viele Frauen gibt, die ihr Kind die ersten drei Jahre Zuhause behalten. Und dabei nicht mal ein Kindermädchen oder eine Tagesmutter in Anspruch nehmen. In meiner kleinen Welt ein nicht mal ansatzweise nachvollziehbarer Gedanke: drei lange Jahre zuhause bleiben und nicht arbeiten. Kommt gar nicht in Frage! Zu meinem Glück denkt mein Freund da genauso. Doch trotzdem stellte sich uns die Frage: wann starten wir mit der Suche und was wollen wir eigentlich? Kindergarten, Kinderladen oder doch lieber eine Tagesmutter?

Zu erst einmal habe wir uns entschieden, dass wir erst mit der Suche beginnen, wenn das Supergirl auf der Welt ist. Ich kann doch nicht schon anfangen zu suchen, wenn das Kind noch nicht mal gesund auf die Welt gekommen ist, ich nicht weiß was für einen Charakter es hat und vor allem: ich noch nicht weiß wie ich als Mutter sein werde. Also habe ich mich von all den Stimmen und guten Ratschlägen um mich herum nicht beirren lassen und wir haben erst einmal abgewartet. Hinzu kam, dass wir noch in der Schwangerschaft von Mitte nach Moabit gezogen waren und ich dachte, dass dort die Kitasuche eh nicht so schwer werden würde. Aus Mitte und Prenzlauerberg hatte ich nämlich verrückte Geschichten gehört was die Kindergartensuche angeht und ehrlich gesagt, hatte ich da wirklich keine Lust drauf. Trotzdem haben wir erst angefangen und wirklich mit dem Thema auseinanderzusetzen, als das Supergirl bereits fünf Monate alt war.

Mein Freund und ich sind beide erst mit über zwei Jahren in eine Kinderbetreuung gekommen und waren beide Kinderladenkinder – meine Eltern hatten den Kinderladen sogar selbst mitbegründet und alles selbst ausgebaut. Demnach war unser erster Gedanke schon, dass unser Kind auch ein Kinderladen besuchen wird – mit Elterninitiative. Dann haben wir aber mit Freunden gesprochen, deren Kinder bei einer ganz tollen Tagesmutter gewesen sind, bei wir auch direkt (dank der persönlichen Empfehlung unserer Freunde) einen Platz bekommen hätten. Und wir hätten diesen Platz wirklich genommen, wenn mich am Ende die Fahrtstrecke nicht so abgeschreckt hätte. Tatsache macht es für mich keinen Sinn, wenn ich jeden Tag, um Helene abzuholen, mit dem Auto nach Mitte fahren muss. Da ich ja erst einmal nur den halben Tag arbeiten werde, kann ich es mir nicht leisten die Minuten zu verschenken. Also wieder: Kinderladen oder Kindergarten?

Wir haben uns einige Kinderläden und Kindergärten angeschaut – gemeinsam mit vielen schwangeren (!!!) Frauen. Überall wurde uns gesagt, dass wir im Grunde viel zu spät sind und die Plätze für 2014 bereits alle vergeben seien. Also war ich schon völlig mutlos und sah mich schon meinen Vater als Tagesmutter für das Supergirl einsetzen. Aber um das ganze mal abzukürzen: letzten Endes konnten wir aus fünf von sechs angeschauten Kitas/Kilas selbst entscheiden in welche wir das Supergirl schicken werden. Warum? Ganz einfach: am Ende entscheiden doch die Leiter, welches Kind aufgenommen wird und ich bin mir tatsächlich sehr sicher, dass hier Sympathie eine wirklich große Rolle spielt. Ich habe keine Kuchen gebacken, keine Liebesbriefe geschrieben und auch nicht wöchentlich angerufen. Ich habe mich noch ein zweites Mal gemeldet und unser Interesse bekundet und mich wirklich lange und nett mit den jeweiligen Leitern unterhalten. Vielleicht habe ich sie auch nur in Grund und Boden gequatscht und bin ihnen deshalb im Kopf geblieben. Oder sie konnten einfach meinem Kind nicht widerstehen – was ich auch voll und ganz nachvollziehen kann!!! 

Trotzdem kann ich nur sagen: bloß keine Panik, ihr findet auch noch einen Platz, wenn ihr euch mit Kind auf die Suche macht. Und dabei geht es nicht um irgendeinen Platz, sondern eine Betreuung, mit der ihr euch wohl fühlt. Wir alle von Mummy Mag haben mit der Kitaplatz-Suche erst spät begonnen und all unsere Kids sind untergekommen. Und das auch in Bezirken wie Prenzl’berg, Kreuzberg, Mitte und Friedrichshain. 
Übrigens habe ich mit vielen Leitern gesprochen und sie haben mir gesagt, dass es ihnen extrem unlieb ist, wenn sich Eltern zu früh bei ihnen melden und bei vielen sind Schwangere auch wirklich nicht gerne gesehen – und wie gesagt, das sind die Menschen, die am Ende über die Plätze entscheiden… Aber vielleicht hat die ein oder andere von euch ja doch den ultimativen Tipp wenn es wirklich brenzlig wird?

 

3 Gedanken zu „Die Kindergartensuche…

  1. Schon ein älterer Beitrag, bei dem ich mich aber trotzdem gerade etwas gefragt habe…
    Ich bin zur Zeit schwanger und plane auch „nur“ ein Jahr Elternzeit zu nehmen. Dennoch planen mein Mann und ich NICHT, dass das Kleine danach in die KiTa kommt – weil selbstverständlich auch mein Mann ein Jahr Elternzeit nimmt!
    Ich finde es immer wieder bemerkenswert, dass so viele junge Frauen ganz selbstverständlich ein Jahr nehmen, es aber keineswegs selbstverständlich zu sein scheint, dass der Papa das auch so handhabt.
    Ich frage mich immer öfter warum. Es gibt einen gesetzlichen Anspruch, die Möglichkeit der Elternzeit ist bei Frauen auch nicht anders und alle Freundinnen sagen, dass sie es gut finden, wenn auch der Vater da ist.
    Hab ich irgendwas nicht verstanden?

    1. Hallo liebe Sira, ich kann dich da wirklich nur beglückwünschen! Das ist toll, dass dein Mann auch ein Jahr Elternzeit nehmen kann – und das auch möchte! Ich glaube in vielen Fällen ist es einfach so, dass es finanziell nicht immer so leicht zu stemmen ist, ein Jahr mit nur einem Auskommen zu überbrücken (man bekommt ja insgesamt max. 14 Monate Elterngeld wenn beide in Elternzeit gehen) und dann sind noch nicht alle Männer so „modern“. In unserem Fall ist es so, dass mein Freund Selbstständig ist und sich einfach keine Elternzeit erlauben kann. Wäre das möglich gewesen hätten wir das Jahr Elternzeit sicherlich auch geteilt.

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