FASHION WEEK BERLIN
Overview & Trendreport

Fashion Week Berlin Januar 2015

Isabell de Hillerin, Hien Le, Kilian Kerner, Marina Hoermanseder, Perret Schaad, Bobby Kolade, Perret Schaad, Minx by Eva Lutz, Paper London, Capara

Vom 19. – 22. Januar fand in Berlin die Fashion Week statt auf der die Designer ihre Kollektionen für Herbst / Winter 2015/16 präsentieren konnten. Berlin hat sich mit einigen Neuerungen gezeigt und vor allem vielen wunderschönen Entwürfen deutscher und auch internationaler Designer. Die haben wir mal unter die Lupe genommen…

Vorweg: den einen Trend gibt es natürlich nicht. Oder wir konnten ihn noch nicht finden. Aber eine Strömung die vielleicht schon länger zu beobachten ist kann man sich so zusammmenbasteln: Fast alles geht und nichts muss. Es kommt halt immer auf das wie an.

Ich glaube, das liegt daran, dass alles schon mal da gewesen ist und immer wiederkommt. Und dass genau das, aber nie eins zu eins vonstattengeht. Wenn derzeit also die 70er, aber eben auch die 60er modisch mega en vogue sind, dann doch irgendwie mit einem modernen Twist und nicht zu hundert Prozent kopiert. Und auch wenn da z.B. die Skinny so gar nicht reinpassen mag, bin ich mir sehr sicher, dass auch diese Hosenform ultra modern umsetzbar ist.
Oder aber: Auch einfach nicht so wichtig. Weil es nicht dogmatisch ist und es doch einfach auch an manchen Tagen besonders praktikabel, bequem und umsetzbar sein muss und auf dem Fahrrad mit einer Kinderschar im Schlepptau einfach nichts anderes funktioniert. Und vielleicht auch weil man eben doch nicht nur als Mutter nachhaltiger wird, sondern auch als Mensch der Allgemeinheit und dadurch auf qualitativere Mode setzt, die man eben auch einfach viel länger trägt und deswegen nicht nach einer Saison in den Schrank hängt (oder gar entsorgt). 
Denn das war die Berliner Modewoche sicherlich: nachhaltig. Dazu gab es nicht nur eine der gut zehn Messen – den Greenshowroom nämlich – sondern es wurde auch bei vielen anderen Designern ausdrücklich darauf Wert gelegt. Fake Fur ist da das mindeste und ich glaube, dass auch Leder bald genauso gerne unecht gekauft wird. Und zwar nicht aus Kostengründen, sondern weil es wirklich sehr gut aussieht (ich glaube ganz stark an die technische Entwicklung von Kunstleder). Und wenn es doch mal ein echtes Tierprodukt sein darf, dann ist es ein Abfallprodukt der Nahrungsmittelindustrie. Bei Veja werden zum Beispiel Fischhäute für bestimmte Schuhe verwendet, die einerseits auf der Messe Seek zu sehen waren und andererseits bei Anne Gorke über den Laufsteg liefen. Und genau das Prinzip ist glaube ich, das der Zukunft: Wenn es um Tierprodukte in der Mode geht, dann als recycelter Abfall.

Dann doch ein paar Runway Trends..

Fashionweek Berlin Januar Trends

Isabell de Hillerin, Hien Le, Kilian Kerner, Marina Hoermanseder, Perret Schaad, Bobby Kolade, Perret Schaad, Minx by Eva Lutz, Paper London, Capara

Wir sahen viele würzige Farben. Das passt ja auch irgendwie besonders zum 70er Thema. Ich hatte ständig Curry im Kopf mit so einer Senfnote und dabei meine ich nichts Essbares. Und wunderschönes rotes Chilli als Farbspot. Dazwischen ein bißchen knalliges Royalblau bei Hien Le (oder z.B. Bobby Kolade), und Mauve (Isabell de Hillerin, Hien Le) und auch wie immer hier und da Schwarz  (letzteres u.a. bei Guido Maria Kretschmer, Sopopular, Irene Luft oder Vektor). Die Silhouetten sind und bleiben in Berlin lässig-oversize (u.a. Isabell de Hillerin und Perret Schaad) und eins fällt besonders auf: die allgegenwärtigen weiten Hosen, vornehmlich in knöchelfreien Varianten, Culottes genannt, und auch gerne noch etwas kürzer (Paper London, Dimitri usw). Und um auch mal einen Satz zu den Männerentwürfen zu sagen: Da sah es irgendwie genauso aus. Es wurden deutlich knalligeren Farben und auch eher kürzere Hosenbeine gezeigt.
 

Das war neu an der Fashion Week Berlin..

Die Bread&Butter hat Insolvenz angemeldet und fand diesmal nicht statt. Dafür gab es erstmals das “German Fashion Design Council” (kurz GFDC) gegründet von Vogue Chefin Christiane Arp, was einer Lobby-Organisation für Mode gleichkommt, denn so Arp: “Das kreative Potential in Deutschland und dessen Relevanz als Wirtschafts- und Kulturgut wird nach wie vor unterschätzt…”.
Ich sehe das genauso und würde mich freuen, wenn sich das einmal ändern würde. Das GFDC lenkt dazu den Fokus auf Modedesign aus Deutschland als Kultur- und Wirtschaftsgut, fördert Designunternehmen und Designer in ihren Möglichkeiten und stärkt die mediale Wahrnehmung von deutschem Modedesign im In- und Ausland.
Auch neu – und in Zukunft regelmäßig – war der Berliner Mode Salon im Kronprinzenpalais. Dort hatten Designer die Möglichkeit, ihre Kollektionen in einem besonderen Rahmen zu präsentieren, die Kollektionen durften sogar haptisch erfahren werden und die Designer standen Rede und Antwort.

Wer uns auf Instagram folgt hat vielleicht schon gesehen, dass wir bei der ersten #Fashiontech Berlin zumindest als Gäste dabei waren. Dort geht es in Diskussionen und Vorträgen um die neuesten digitalen Entwicklungen und die Zukunft der Modebranche allgemein. Auch neu, aber ohne uns: die “Potsdam Now” bei der zum Auftakt Designer aus Israel ihre neuen Kollektionen zeigten.

 Promis

Kaviar Gauche Arrivals - Mercedes-Benz Fashion Week Berlin Autumn/Winter 2015/16

Ich saß bei Kaviar Gauche aus reinem Zufall natürlich neben Nadine Wasmuth und Shermine Sharivar (letztere im Bild hinter dem Kleid), Eva Padberg und Co. Aber das waren natürlich nicht die einzigen, die sich diese traumhafte Show nicht entgehen ließen. Die finanziellen Mittel eines Labels spielen immer eine Rolle für die Gästelisten. So waren Katie Holmes und Liz Hurley bei Marc Cain sicherlich ein Highlight und sehr interessant anzusehen, aber für mich muss das einfach nicht sein. Wir haben genug wunderschöne deutsche Schauspielerinnnen hierzulande, gerade die von den Theaterbühnen liegen mir da sehr am Herzen und versetzen mich in wahre Schockstarren (also die, die ich wirklich verehre, wie ne Bibiana Beglau z.B.).

Kaviar Gauche Arrivals - Mercedes-Benz Fashion Week Berlin Autumn/Winter 2015/16

Neben den Berliner Topmodels Franziska Knuppe und Franziska Müller waren diesmal besonders viele Ex-”Germany’s Next Topmodel“-Teilnehmerinnen dabei, darunter Rebecca Mir, Lena Gercke und Luisa Hartema.

 

[Bilder via Style.com, Vogue.de, Prag-pr.org]

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