10 Dinge die einem keiner sagt, wenn man schwanger ist…

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Bild von Adriana Lindquist 

Wenn man schwanger ist, bereiten einen viele Eltern auf den Schlafentzug und das nächtliche Aufstehen vor. Jeder erzählt einem, wie hart diese Zeit wird und man möglichst die Zweisamkeit und den Schlaf in der Schwangerschaft noch ausnutzen soll. Ok, das weiß aber im Grunde auch jeder. Es gibt aber einige Dinge, von denen niemand spricht und die auf einen zukommen können – wir brechen nun das Schweigen…

 Wie wir darauf kamen? Immer wieder sprechen wir mit Müttern und immer wieder hören wir den Satz „Das hat mir nie jemand gesagt!“. Und ja, es gibt unglaublich viele Dinge, die eine Schwangerschaft und eine Geburt mit sich bringen können. Und vielleicht fühlt man sich besser, wenn man weiß, dass es wirklich sehr sehr vielen Frauen ebenso geht. Vorab kann ich aber sagen, wenn man sie mit Humor nimmt, dann ist alles nur halb so schlimm!

1) In die Hosen machen!
Ganz ehrlich, das passiert fast jeder Schwangeren nicht nur einmal. Wenn der Druck auf die Blase größer wird und Mummy-to-be ausgerechnet dann niesen muss, geht schon mal was daneben. Und entgegen der Annahme, dass dies erst im letzten Trimester mit großer Kugel passiert, dem sei gesagt, dass das Baby schon viel früher ungünstig liegen kann. Im Grunde aber harmlos – nur doof wenn man gerade unterwegs ist oder (oh Gott) eine graue Jogginghose trägt, die den Unfall direkt und für jedermann sichtbar dokumentiert… Übrigens, die wasserfeste Unterlage für’s Babybett kann auch „Mummy“ in den Wochen vor der Geburt ganz gut gebrauchen…

2) Wassereinlagerungen wie ein Babypool…
Ganz ehrlich, mit meinen Wassereinlagerungen hätte man zumindest eine Babywanne füllen können. Meine Füße sind auf drei Nummern größer angeschwollen, meine Hände sahen am Ende aus wie Bärenpranken. Und das Versprechen, das Wasser würde nach der Geburt direkt verschwinden ist auch ein Ammenmärchen. Bei mir hat es einige Monate gedauert, bis ich nicht mehr aussah, als hätte ich mir die Lippen aufspritzen lassen und mein zweites Doppelkinn endlich wieder verschwunden war… In meine alten Schuhe passe ich übrigens bis heute nicht mehr alle rein – eine halbe Nummer größer habe ich beibehalten!

3) Achtung, mein Kind flutscht gleich raus!
Die letzten Tage unmittelbar vor der Geburt hat man beim Laufen das Gefühl, das Kind fällt gleich auf die Straße wenn man nicht alles (und ich meine alles) ordentlich und unter Hochleistung zusammenkneift… Ist aber gar nicht so schlimm wenn man bedenkt, dass man sich eh kaum noch laufend fortbewegen kann – eine Schildkröte würde jeden Wettlauf gegen eine Hochschwangere gewinnen!
 
4) Ich will noch nicht raus!
Meine Frauenärztin meinte vier Wochen vor dem Termin, dass Helene eventuell ein paar Tage früher kommen könnte. Sie lag schon so tief und alles sah gut aus. Also war ich eine Woche vor Termin schon bereit mein Supergirl kennenzulernen. Aber sie war es noch nicht. Also schleppte ich noch weitere drei Wochen (!!!) mit riesiger Kugel und ziemlicher schlechter Laune durch das 40 Grad heiße Berlin, bis Madame es endlich geschafft hat. Also, lieber drauf einstellen, dass es auch ein wenig länger dauern könnte – zumindest wird man am Ende nicht ungeduldig…
 

5) Von wegen perfekte Geburt!
Egal ob man einen Geburtsvorbereitungskurs macht, lange Gespräche mit der Hebamme führt oder schon viele Geburtsgeschichten weiß – man sollte sich rechtzeitig von dem Gedanken der perfekten Geburt verabschieden. Im Grunde ist sie eh nur ein sich haltender Mythos, denn was ist denn schon eine perfekte Geburt? Und am Ende ist doch eigentlich nur wichtig, dass das kleine Wesen gesund auf die Welt kommt. Alles andere ist einfach nur der Weg. Der ist zwar kein Kinderspiel, aber das hat ja noch nie jemand behauptet.

6) Das schönste Baby der Welt!
Genau das hatte ich erwartet. Doch es gab genau zwei Dinge, die dem gegenüberstanden: zum einen war mein kleines Supergirl zu Beginn wirklich keine Augenweide. Nicht dass Ihr das falsch versteht, sie war perfekt, nur einfach nicht hübsch. Ok, genau genommen sah sie so gruselig aus, dass wir im OP keine Worte fanden. Doch seid beruhigt, das ändert sich noch – schließlich ist Helene heute das hübscheste Mädchen auf der ganzen weiten Welt! 

7) Die ganz großen Gefühle…
Viele Mütter denken vor der Geburt, dass es der größte und schönste Moment ist, wenn sie ihr Baby zum ersten Mal in den Armen halten und sind dann enttäuscht, dass es so nicht ist. Viele Frauen sind einfach nur so erschöpft, dass sie in dem Moment gar nicht mehr zu den ganz großen Glücksgefühlen in der Lage sind. Aber keine Angst, spätestens nach einer kleinen Erholungszeit stellen sich diese Gefühle dann ein!

8) Hämorrhoiden
Ja, jetzt zu einem ganz unangenehmen Thema. Aber das ist nun mal weit verbreitet. Viele Frauen bekommen sie schon während der Schwangerschaft, oder aber nach der Geburt durch den großen Druck. Nachdem man also neun lange Monate zig Veränderungen durchgemacht und unter maximaler Anstrengung eine Melone rausgepresst hat, bekommt man zum Dank auch noch Hämorrhoiden. Selbst viele Frauen die einen Kaiserschnitt hatten haben darunter zu leiden. Glücklicherweise ist das easy zu behandeln, wenn es auch etwas unangenehm ist.

9) Fressattacken
Während meiner Schwangerschaft habe ich vergeblich auf die angekündigten Fressattacken gewartet. Madeleine musste beispielsweise alle zwei Stunden etwas essen, sonst wurde sie richtig zittrig. Bei mir setzen diese Attacken erst nach der Geburt und mit dem Stillen ein. Sobald das Kind angedockt war musste mich mein Freund parallel füttern und mir Wasser einflößen, weil mir sonst schwarz vor Augen wurde. Jede Nacht musste eine komplette Portion Studentenfutter her – gut, kein Wunder, dass ich nicht von den Babypfunden weg kam…

10) Inkontinenz
Eine Geburt verändert sehr viel – auch den eigenen Körper. Und oftmals haben Frauen nach einer Geburt noch lange ein Problem mit dem Pipi halten. Kein Wunder, schließlich ist die Beckenbodenmuskulatur so gut wie nicht mehr vorhanden. Da hilft nur noch fleißig zum Rückbildungsyoga oder zum Pilates zu gehen und fleißig zu trainieren. Das gilt übrigens für alle Frauen, denn wenn der Beckenboden nicht ordentlich trainiert wird steigt die Wahrscheinlichkeit spätestens in den Wechseljahren ein Problem mit der Inkontinenz zu bekommen… 
Apropos: Dass die Binden im Wochenbett größer sind als das iPhone 6, hat euch sicher schon mal jemand erzählt, oder?

So Ladies, jetzt haben wir all die peinlichen und unangenehmen Dinge angesprochen, über die so selten jemand reden mag. Und natürlich kann es sein, dass keines dieser Dinge bei euch eintritt. Oder aber ihr habt nen 6er im Lotto und müsst Euch mit all dem herumschlagen. Unser Tipp: unbedingt mit einer großen Schippe Humor nehmen – dann ist alles nur noch halb so schlimm. Und immer dran denken, Ihr seid damit definitiv nicht allein, nur darüber reden wollen halt nicht viele… Good luck! 

5 Gedanken zu „10 Dinge die einem keiner sagt, wenn man schwanger ist…

  1. Ja, herrlich. Bei einem Großteil der Punkte muss ich sagen: Ist so. Und was einem auch niemand sagt: Wenn sich der Beckenboden kurz vor der Geburt schon völlig ausgeleiert anfühlt: In den Wochen danach tut er es auch. Auf einem Bein stehend eine Hose anziehen? No way…

  2. 11. Was einem niemand sagt, weil stört das Bild der perfekten Geburt: Wenn man das Gefühl hat man müsse tierisch dringend Nummer 2, hat man’s bald geschafft. Also: Wenn’s hinten drückt – keine Panik, dass ihr euch vor versammelter Hebammenmannschaft und Partner der vergangenen drei Mahlzeiten entleert. Das Baby kommt!
    12. Apropos Versammlung. Es kann durchaus einmal vorkommen, dass nicht alles geschmiert läuft und die ein oder andere Expertise eingeholt werden muss. Dann kann es passieren, dass nach Hebamme eins bis drei, der Oberärztin und der Kinderärztin auch noch einmal der Chefarzt „kurz reinschauen“ muss. Ist weniger traumatisch für euch, als für euren Partner.

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