Mummys, Kopf hoch!

Mummys, Kopf Hoch! sagt Mummy Mag

Im Zuge der vielen, vielen Berichte und Kommentare rund um das Thema “Mütter sollen immer alles können – schaffen das aber nicht – Frust vorprogrammiert”, hat Isabel von Little Years in der letzten Woche einen tollen Artikel geschrieben. Zumindest konnte ich mich damit vollkommen identifizieren und fühlte mir aus dem Herzen gesprochen. In “Die ewige Vereinbarkeits-Debatte. Und die Lösung.” beleuchtete sie unterschiedliche Aspekte, die es Müttern wesentlich leichter machen würden, ihren Alltag mit Job und Kind glücklicher zu bewältigen. Eine Frage blieb am Ende aber für mich offen…

Diese eine Sache ging mir nach dem Lesen tatsächlich nicht mehr aus dem Kopf:
Liegt es in der Natur der Frau sich manchmal kleiner zu machen als sie ist? 

Ist das hier überhaupt ein Problem von Müttern oder ist es ein Problem, das wir Frauen im ganz Allgemeinen haben? Dass wir nicht geradewegs heraus sagen können, was wir eigentlich alles können und machen und schaffen und überhaupt… das ist doch typisch Frau. Und solange ist die Werbung gar nicht her, in der ein Mann mit “Mein Auto – Mein Haus – Mein Boot” protzte – sowas habe ich von Frauen selten gehört. Damals haben wir sicher darüber gelacht, aber letztlich ist es z.B. in meinem Job-Umfeld Gang und Gäbe, dass männliche Kollegen lieber “klotzen statt kleckern” und damit hausieren gehen, wie sie die Welt besser machen und meine weiblichen Kolleginnen ihre Erfolge eher im Stillen feiern (I hope so!), dafür offener über Herausforderungen und Fehler reden. Dies Wiederum öffnet Tür und Tor für Kritik – und die kann ganz schön am Ego kratzen.

Dies führte mich nun unweigerlich zu dem Schluss, denn Mütter sind ja auch Frauen (Ach ja, Guten Morgen!), dass Mütter zu wenig laut darüber sprechen was sie eigentlich alles jeden einzelnen Tag, rund-um-die-Uhr schaffen. Stattdessen kreisen ihre Gedanken um das, was sie nicht schaffen (das ist mit Kind immer Einiges).
Die Folge: Am Ende glauben sie, dass dieses Leben als “berufstätige Karrierefrau” oder “mehrfach Mutter” oder gar beides faktisch nicht vereinbar ist… hmmm. Nicht gut.

Ich möchte nicht sagen, dass man sich unbedacht ins Getümmel stürzen sollte und nicht darüber nachdenken sollte, wie man sich seine Lebensplanung hinsichtlich Familie, Job und gegebenenfalls Weiterbildung noch vorstellt. Aber man sollte auch nicht kapitulieren, wenn man bereits Mutter ist und sich auch mal dafür bewundern, wie man das alles schafft und es weitergehen kann.

Ein Motivations-Coach ist auf Dauer definitiv zu teuer, um sich Mantra-mäßig jeden Morgen mit “tschakka”-Sprüchen begrüßen zu lassen. Aber man könnte sich täglich oder wöchentlich To-Do-Listen erstellen, mit all dem was für den Tag oder die Woche geplant ist und am Ende hakt man ab, was davon geschafft wurde. Super Simple Systematik.

Beim Abhaken setzt automatisch der körpereigene Belohnungsmechanismus ein. Dieser Mechanismus schüttet im Gehirn ganz bestimmte Hormone wie Dopamin, Noradrenalin und Endorphin aus, die ein extremes Wohlgefühl, ja, einen Kick, bewirken. Dieses Gefühl kennen Sportler, nach einem Wettkampf; dies kennt jeder, der als Kleinkind ein Gedicht vor großem Publikum aufgesagt hat und dann rauschenden Applaus bekam, oder jeder, der die entscheidende Mathearbeit geschafft hat. 

Nun meint ihr vielleicht …
[  ] die X-te Packung Windeln und Feuchttücher kaufen,
[  ] dem Baby die Fingernägel unter Gebrüll schneiden,
[  ] die alte Bettwäsche ab, die neue aufziehen,
[  ] Kleidungsstücke für die Kleidersammlung zur Kleidertonne an der Ecke schleppen,
[  ] Sommerreifen in der Werkstatt aufziehen lassen,
[  ] Übergangsjacken mit dem Kleinkind in der überhitzten Shopping-Mall anprobieren,
[  ] die Steuererklärung für letztes Jahr machen,
[  ] die Wäsche nur bis zur Hälfte bügeln, weil man keinen Bock mehr hat,
[  ] Korrekturen vom Chef in die Präsi von morgen nach den “heute-Journal” einarbeiten,
[  ] das Spargel-Risotto als Fertig-Mischung zubereiten,
[  ] das Geburtstagsgeschenk für den Kita-Freund mit Pinterest-Vorlage einpacken,
[  ] die Milchflecken von der Ledercouch schrubben,
[  ] die Beine epilieren, ööhm, nee besser erstmal wieder rasieren,
[  ] mit Mini-Me ein Workout machen – oder es zumindest versuchen,
[  ] die schönsten Fotos von Ostern für Oma in 5 Sek. am Fotoautomaten drucken lassen,
[  ] vom Fotoautomaten 15 Min. zur nächsten Post rennen, um Briefmarken zu besorgen,
[  ] Süßigkeiten für die Unterzuckerungsmomente im Büro kaufen,
[  ] der …
[  ] die …
[  ] das …

die Punkte hätten mit körperlichen oder geistigen Höchstleistungen wie denen von Sportlern oder Strebern wenig gemein – Irrtum. Schreibt doch einfach mal auf und seht mit eigenen Augen, was ihr da jeden Tag alles rockt!

Falls euch die Liste nicht wirklich motiviert, fragt doch einfach mal euren Mann / euren Chef / eure beste Freundin / eure Mutter / euer Kind, was die von euch halten. Glaubt ihr wirklich, die kritisieren euch? Wehe dem…!

Nicht jede hat so einen tollen Chef wie Isabel oder ich, die unsere Arbeit permanent loben und zu schätzen wissen. Nicht jede hat ein wildes Trio wie Saskia daheim, dass sie ständig zu Boden knutscht. Oder nicht jede kann als Selbständige wie Janine oder Camilla von dem leben, was sie neben ihren Kindern am liebsten tun. Nicht jede hat einen Partner, der einen auch mal in den Arm nimmt und Chaos, Chaos sein lässt.
Aber jede Mummy hat mindestens ein Kind, das seine Mutter für die Größte hält und um nichts in der Welt eintauschen möchte. Ist das nicht Motivation genug?

Nein? Dann hier noch was:
Nichts macht erfolgreicher als Erfolg. Und den Erfolg definiert IHR! Also Kopf hoch, Brust raus, Schultern nicht  länger hängen lassen (okay, okay, der Manduca ist schwer), aber ganz im ernst – startet damit, euch zu zelebrieren. Denkt weniger in “kann ich nicht”, sondern vielmehr in “ich werde eine Lösung dafür finden”. Tschakkalakkaboom! 

 

Isabel von Little Years hat Mummy Mag inspiriert

 Ein Dankeschön an Isabel, für den genialen Input!

4 Gedanken zu „Mummys, Kopf hoch!

  1. Super! Ich finde diesen Punkt total wichtig und richtig.Es sind so viele Kleinigkeiten, die erledigt werden müssen, damit das Familien- und Kinderleben läuft. Aber das geht im Alltag häufig als Selbstverständlichkeit unter. Vielleicht auch weil viele Mütter es so machen und Stillschweigen darüber bewahren. Und sie im Kontrast zu bezahlten Berufsarbeit so nichtig erscheinen. Aber das stimmt ja nicht. Wir sollten vielmehr darüber reden, was wir als Mütter machen (müssen), worum wir uns alles kümmern, damit die Kinder Essen, Kleidung und Spaß haben und das Familienleben funktioniert.

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