Business-Tipps von SMALLable Gründerin Cécile Roederer

Smallable Cecile Roederer Interview

So unterschiedlich Mütter sind, eine Empfindung ist fast allen gemein: Unsere Kinder werden viel schneller groß als uns lieb ist. Umso erstaunlicher, wenn ein Geschäftsmodell, das während den ersten Lebensmonaten des Nachwuchses selbst in den Kinderschuhen steckte, noch schneller die Welt erobert als das dazugehörige Kind. So geschehen bei Cécile Roederer. An einem dieser besonderen Tage, an denen sich Antworten auf die vielen Fragenzeichen – Stichwort Vereinbarkeit – finden, die ständig in unseren Köpfen herumschwirren, trafen wir die Gründerin des größten Online-Shops für kleine Herzsstücke, smallable.com, und anbetungswürdige Französin, auf ein petit déjeuner.

Liebe Cécile, du hast einen wundervollen Sohn, Charles (6). Als du SMALLable 2008 gegründet hast, warst du nicht ansatzweise schwanger. Erklär uns nochmal, wie kommt man ohne Kind auf so eine verrückte Idee?
Nun, ich habe vier große Schwestern und viele Freunde mit Kindern, da braucht man ständig schöne Geschenke. Hinzu kommt, dass mir meine Familie und die Freunde berichteten, wie aufwendig sich Einkäufe mit Kids im Alltag gestalten. Also hab ich mich umgeschaut. Aber nicht in Läden, sondern im Netz, um all die schönen Dinge auf einer Plattform zusammenzutragen. Das ist bequemer für die Familien und entsprach meiner Überzeugung, dass online shoppen die Zukunft ist. 

Kurz nach der Gründung von SMALLable wurdest du tatsächlich schwanger. Wie hast du das gewuppt: baby boy und baby business?
Ganz am Anfang war in mit zwei Trainees alleine, aber es hat funktioniert. Ich hab schlichtweg bis zur letzten Minute gearbeitet. 

Wie viele Mummys und Daddys sind heute bei SMALLable angestellt?
Oh gar nicht so viele. Die meisten Mitarbeiter sind Mitte zwanzig. Es sind nur sechs bis sieben Mummys aus einem Team von ca. 25 Angestellten.

 

Und wie lange nehmen sich frisch gebackene Eltern aus dem Team Auszeiten?
Die Mütter nehmen die in Frankreich üblichen drei Monate und kommen dann in Vollzeit wieder. Die Väter nehmen zwei bis drei Wochen Auszeit. Das gibt es aber auch erst seit kurzem. Als ich Charles bekam, hatten die Väter gar keine Pause.. Nun denkt die Regierung über ein Gesetz nach, dass Mütter und Vätern eine gleichwertige Aufteilung der „Elternzeit“ ermöglicht. 

Wie alt war dein Sohn, als du eine Nanny nahmst.
Charles war 3 Monate alt, als ich wieder voll arbeitete. Und die Nanny ist heute noch bei uns…

Hat das Muttersein deine Einstellung zur Arbeit beeinflusst?
Oh ja. Ich habe einen ganz anderen Blick auf Materialien und Verarbeitung. Wo sitzen die Knöpfe, wie praktisch ist es, sie zu öffnen, usw. Nachhaltigkeit spielt bei meinen Entscheidungen einen immer größerer Rolle.

Beschreibe mal einen typischen Cécile Tag.
Ich steh so um 7Uhr auf und bringe Charles um 8:30 in die Schule, dann düse ich direkt zur Arbeit. Die Nanny holt ihn von der Schule ab. Manchmal kommt sie mit Charles ins Office. Er liebt es und hat mit neulich gefragt, ob ich mit all meinen Freunden zusammenarbeite.
Nach den ganzen Marketing-Meetings und den Sitzungen zum Launch unserer Eigenmarke – ich arbeite die meiste Zeit von unserem Office, selten von zu Hause– versuche ich um 7:30 zu Hause zu sein, dann habe ich noch eine Stunde mit Charles. Das ist Quality Time für mich. Ganz ohne Handy – fällt schwer, muss aber sein. Ich arbeite erst dann weiter, wenn Charles schläft.

Was ist das für eine eigene Linie, die ihr lanciert?
2016 bringen wir eine SMALLable Interior Linie mit Bettwäsche, Kissen usw. raus.

Und was würdest du anderen raten, die sich mit einer Geschäftsidee schwanger tragen oder gerade ihr eigenes Business starten? 
1. Sei fasziniert und voller Leidenschaft für das, was du tust.
2. Go straight. Setze deine Vision in die Realität um.
3. Sprich über dein Projekt, deine Pläne mit Freunden. Dadurch kann man viel lernen und auch manche Misserfolge vermeiden.
4. Sei strukturiert. Hab das große Ganze im Auge und definiere Ziele für die Zukunft. 
5. Sei geduldig. Erfolg kommt nicht über Nacht.

Merci, liebe Cécile, das werden wir uns zu Herzen nehmen.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.