Karlotta geht schwanger –
mit tausend Gedanken

Karlotta Wilde schwanger auf Ibiza

Karlotta Wilde ist Modedesignerin aus Hamburg. Sie hat in München studiert, in Paris gearbeitet, jetzt wohnt sie in Berlin. Wie ein Urlaub auf Barbados ihr Leben veränderte, davon erzählt die 30-Jährige regelmäßig hier. Beispielsweise wie es jeden Tag aufs Neue irre ist, was gerade in und mit ihrem Körper passiert.  

Am Anfang die Übelkeit, die veränderte Geruchswahrnehmung, veränderter Geschmack und Gelüste. Dann war da plötzlich der Bauch, total ungewohnt, aber das worauf man natürlich wartet, das eindeutige Zeichen eben. 

Die ersten Bewegungen, die irgendwann in richtige Boxkämpfe ausgeartet sind. Schluckauf des Kleinen, so genannte Übungswehen, pralle Brüste… Die Beweise dafür, dass da jemand in mir wohnt sind manchmal etwas seltsam, aber vor allem wunderschön und nicht zu beschreiben.

Ich habe mir vorher nie wirklich Gedanken über die Veränderungen meines Körpers in einer Schwangerschaft gemacht. Man hört immer vom „Pregnancy Glow“, tollen Haaren, toller Haut. Manche Frauen fühlen sich so wohl und so weiblich wie nie. Andere wiederum haben mit den körperlichen Veränderung, Dehnungsstreifen und vor allem der Gewichtszunahme richtig zu kämpfen. 

Aber was dann tatsächlich auf einen persönlich zukommt weiß man erst wenn es so weit ist. Vom Glow hab ich nicht so viel. Haut und Haare sind unverändert (medium gut). So richtig entschieden wie ich mich fühle habe ich auch noch nicht. Auch wenn ich (bis jetzt) keine Wassereinlagerungen und auch noch nicht so wahnsinnig viel zugenommen habe, tut sich verdammt viel. Alles wird weicher, runder, größer, anders. Und so schnell sich der eigene Körper transformiert, so langsam ist das Hirn. Zumindest bei mir.

Ich komme mit der Veränderung mental nicht hinterher. Einmal geblinkt und schon sagt mir die App „Endspurt“ und zum Arzt muss ich nun alle 14 Tage. Mein Körper ist weiter als mein Kopf. 

Was für mich am Anfang wie eine sehr lange Zeit aussah ist wie im Fluge vergangen und plötzlich bin ich so richtig schwanger. Für jedermann sichtbar, es wird beschwerlich, einem werden Sitzplätze angeboten, ich werde immer langsamer und ob man den Stift nun aufheben soll, der einem (gefühlt viel häufiger als sonst!!!!) runter gefallen ist, überlegt man sich sehr genau. Fängt man ab dem 5. Monat an sich über die bisschen Rückenschmerzen und die zwickenden Hosen zu beschweren, wachsen diese kleinen Wehwehchen zu Wirklichen heran. Und Hand in Hand kommen bei mir auch Ängste. Vor dem was noch auf mich zukommt bis zum Ende der Schwangerschaft, vor der Geburt, aber besonders vor dem was danach kommt.

Alles geht plötzlich so schnell und ich bekomme das Gefühl noch nicht richtig vorbereitet, noch nicht bereit zu sein. Es sind nur noch knapp 10 Wochen, die im „normalen“ Leben vielleicht lang, im „schwangeren“ Leben aber verdammt kurz sind!  Noch sind wir im Urlaub auf Ibiza – haben nichts besorgt oder organisiert. So richtig vorstellen kann ich mir das Leben mit Kind auch noch nicht. Kommt der Punkt überhaupt? Um mich zu beruhigen, habe ich gefühlte 100 to do Listen geschrieben, die nun in der Wohnung herumflattern. Nun fange ich an, diese panisch abzuarbeiten. Das Schlimmste daran: Dinge zu kaufen, das ist für mich gerade mit einer Besteigung des Mount Everests vergleichbar. Entscheidungen treffen kann ich noch schlechter als im nichtschwangeren Zustand.  

Was man nicht alles braucht! Von der Hälfte habe ich bis dato noch nie gehört. Was zum Henker ist ein Pucktuch? Habe ich letzte Woche Gott sei Dank gelernt. Ich werde auf jeden Fall eine Einkaufsliste erstellen und die, wenn perfekt ausgereift, mit Euch teilen. Vielleicht kann ich damit den einen oder anderen Nervenzusammenbruch verhindern, es reicht ja wenn ich den bekomme…

Karlotta Wilde schwanger Babybauch  

 

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