The day that… Mila was born!

Gast-Mummy Mellie, Geburtsbericht, Schwangerschaft

Der Weg zum Wunschkind war für Gast-Mummy Mellie nicht unbedingt einfach, denn sie konnte nur mit medizinischer Unterstützung schwanger werden. Dass am Ende aber alles so unvorstellbar schön und schnell war, hatte sie nie gedacht. Die kleine Dame hat zwar auf sich warten lassen, es aber der werdenden Mama erstaunlich leicht gemacht. Eine wunderschöne Geburt eben…

Mila ist ein absolutes Wunschkind, auf das wir lange warten mussten. Da ich nur mit ein wenig medizinischer Unterstützung schwanger werden konnte und im vorherigen Zyklus einen sehr frühen Abgang hatte, war ich natürlich die ganze Schwangerschaft über sehr vorsichtig und extrem ängstlich. Auch wenn ich wirklich eine Traumschwangerschaft ohne Übelkeit oder sonstigen Komplikationen hatte, war ich trotzdem immer in Sorge, dass uns dieses große Glück doch noch genommen werden könnte. Immer wenn ich an die bevorstehende Geburt dachte, hatte ich nur diesen einen magischen Moment vor Augen, von dem mir schon so viele Mütter zuvor berichteten. Das erste Mal sein eigenes Kind auf dem Arm zu halten und nichts als unendliche, bedingungslose Liebe zu spüren. Vor den Schmerzen fürchtete ich mich eher weniger. Zumal mir meine Mutter so oft während meiner Schwangerschaft erzählte, dass bei ihr sowohl bei meiner, als auch der Geburt meiner Schwester immer plötzlich die Fruchtblase platzte und eine Stunde nach Eintreffen im Krankenhaus das Kind schon auf der Welt war. Sie redete mir regelrecht ein, dass es bei mir bestimmt genauso sein wird.

Und so kam es auch, dass ich mich drei Wochen vor dem errechneten Entbindungstermin kaum noch alleine vor die Tür traute, da ich dachte, wenn ich gerade beim Einkaufen bin, platzt mir bestimmt genau dann die Fruchtblase. Natürlich passierte das nicht. War ja auch irgendwie klar. 

Als sich bis zum errechneten Termin immer noch nichts tat wurde ich langsam ungeduldig. Die Tage zogen sich wie Kaugummi und mit 22kg mehr auf den Hüften und 30 Grad im Schatten, war auch nicht mehr unbedingt an lange Spaziergänge zu denken, welche die Geburt evtl. hätten antreiben können. 

Endlose fünf Tage später, die sich eher wie fünf Wochen angefühlt hatten, bekam ich vormittags endlich die ersten zaghaften Wehen, welche sich bis zum Abend steigerten, so dass wir uns voller Vorfreude auf ins Krankenhaus machten. 

Dort angekommen stellte die Hebamme einen Muttermundbefund von 2cm fest und das CTG zeigte alle fünf bis zehn Minuten deutliche Wehen an. Da ich noch topfit war und die Wehen erträglich erschienen, durften wir noch eine Stunde spazieren gehen. Gut gelaunt drehten wir unsere Runden durch den Klinikpark. Wir glaubten fest daran nur noch wenige Stunden von der Ankunft unserer Tochter entfernt zu sein.  

Einige Stunden und drei Spaziergänge später erklärte mir die Hebammenschülerin, dass der Muttermund immer noch bei 2cm ist und die Wehen nicht stark genug seien. Wir könnten, wenn wir möchten, wieder nach Hause fahren. Ich dachte sie macht einen schlechten Scherz mit uns. Wir hatten uns doch schon so darauf eingestellt unser Baby bald in den Armen zu halten. Da ich immer noch sehr ängstlich war, dass etwas mit der Kleinen passieren könnte, bot sie mir an, über Nacht im Krankenhaus zu bleiben und am nächsten Tag weiterzusehen. Anfangs hielt ich dies noch für die beste Idee und stimmte zu. Doch schon als ich mich von meinem Mann verabschiedete und in das aufgeheizte, miefige Zimmer gebracht wurde, wusste ich, dass es ein Fehler war. Eine schlaflose Nacht später wurde ich von einer etwas ruppigen, älteren Schwester zum Blutdruck messen und CTG schreiben aufgescheucht. Wehen hatte ich mittlerweile kaum noch. Mir war langsam nur noch zum heulen zumute. Hart kämpfte ich mit mir, während der morgendlichen Visite die Tränen zu unterdrücken. 

Die stationsleitende Assistenzärztin beschloss im Anschluss noch einmal einen Ultraschall zu machen und dann das weitere Vorgehen zu besprechen. Zum Glück war inzwischen auch mein Mann wieder da, sonst wäre ich spätestens nach dieser Untersuchung verzweifelt aus der Klinik geflüchtet. Die Ärztin drückte geschlagene 30 Minuten mit dem Ultraschallgerät auf meinem Bauch herum und versuchte krampfhaft mein Baby zu vermessen. Nach ihren Messungen wäre ich erst in der 22. SSW gewesen?! 

Anschließend schlug sie vor, dass wir am Abend noch einleiten könnten. Wir sollten uns bis zum Nachmittag entscheiden. So langsam wusste ich gar nicht mehr was ich denken sollte. Einerseits wollte ich endlich mein Kind im Arm halten, andererseits war ich körperlich und psychisch erschöpft und sehnte mich nur noch nach meinem eigenen Bett.  Da ich aber immer noch sehr ängstlich war, traute ich mich nicht wirklich das Krankenhaus nochmal für eine Nacht zu verlassen. Schließlich reichte es meinem Mann mit dem ständigen hin und her. Weil uns diese Assistenzärztin nicht wirklich kompetent erschien, marschierte er kurzerhand mit mir zum Oberarzt und fragte ob wir irgendwelche Bedenken haben müssten wenn wir nochmal für eine Nacht nach Hause fahren würden. Dieser versicherte uns, dass wir uns absolut keine Sorgen machen bräuchten und lieber am nächsten Tag ausgeruht zur Einleitung kommen sollten. 

Zurück in unserer Wohnung liefen mir sofort die Tränen übers Gesicht. Ich konnte nicht mehr. Diese ganze Warterei und der Schlafmangel setzten mir doch mehr zu als ich dachte.  Nach einer Runde Heulerei konnte ich dann auch endlich schlafen. Es tat so gut noch einmal durchzuschlafen und voller neuer Energie sich am nächsten Tag wieder auf ins Krankenhaus zu machen. Dort angekommen begrüßte uns schon wieder diese „unfähige“ Assistenzärztin vom Vortag. Sie klärte uns über die Möglichkeiten zur Einleitung auf und lies sich danach drei Stunden lang nicht mehr blicken. Wir wussten weder wann es losgeht, noch was jetzt wirklich passieren sollte. Als uns nach langer Warterei endlich eine Hebamme abholte, bat ich sie mir den Tampon mit dem Medikament zu legen, da ich mit dieser Assistenzärztin einfach nicht warm wurde. Anschließend durften wir wieder mal spazieren gehen und Treppen steigen. Bereits zwei Stunden später schleppte ich mich mit starken Wehen zum Kreissaal. Durch das Medikament hatte ich durchgehend starke Wehen ohne Pausen. Da der Muttermund erst bei knapp 4cm war, wurde ich zur Entspannung in die Badewanne gesetzt. Doch auch das half nichts. Das CTG konnte manche Wehen gar nicht mehr richtig aufzeichnen, weil sie zu stark waren. Die Hebamme beschloss mir sofort das Tampon wieder zu ziehen und mir eine PDA legen zu lassen, wenn ich das wollte. Ich stimmte zu und lag schon zwanzig Minuten später schmerzfrei im Kreissaal auf der Liege und machte Scherze. Eigentlich wollte ich vorher ja nie eine PDA, aber gerade in dem Moment war es ein Segen. 

Wir saßen nun zwei Stunden da, plauderten, machten Scherze über die Schreie der Frauen aus den angrenzenden Kreissälen und warteten darauf, dass es endlich losgeht. Als die Hebamme reinkam und meinte ich solle nochmal versuchen auf die Toilette zu gehen, machte es beim Aufstehen plötzlich platsch und wir standen zu dritt in einer riesigen Lache Fruchtwasser. Nach kurzer Untersuchung stellte sie erstaunt fest, dass der Muttermund schon bei 10cm ist und es jetzt losgehen kann. Ich war total überrumpelt und folgte kopflos ihren Anweisungen, da ich immer noch keine Wehen durch die zuvor gelegte PDA spürte. 

„In die Hocke gehen! Pressen! Nein, doch lieber nach links drehen! Pressen! Oh, der Kopf ist schon da!“ WAS???? Dadurch, dass ich nicht wirklich etwas spürte, konnte ich gar nicht glauben was sie da gerade sagte. Zwei Presswehen später nahm ich meinen weinenden und zitternden Mann neben mir wahr und realisierte, dass es wohl schon geschafft war. 

Und dann kam er, der Moment auf den ich die letzten 41 Wochen so sehnlichst gewartet hatte. Dieses noch nie zuvor erlebte Gefühl von grenzenloser, bedingungsloser Liebe, bei dem dir fast das Herz aus der Brust springt. Da lag sie nun, meine Tochter, meine kleine Mila. Sie schaute mich mit ihren großen Augen an und fing sofort an nach meiner Brust zu suchen. Das Stillen klappte auf Anhieb und ich war überglücklich. 

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Die Hebamme sagte danach zu mir, dass dies die schnellste und leiseste Geburt seit langem für sie war und sie selbst nicht gedacht hätte, dass es so schnell geht.

Nach drei Tagen Krankenhausaufenthalt konnten wir endlich nach Hause und unser neues Leben zu dritt beginnen. 

Noch heute kann ich es manchmal einfach nicht fassen, dass dieses kleine Mädchen mit den großen blauen Augen wirklich uns gehört.

Gast-Mummy Melli und Mila

Vielen Dank liebe Melli, dass Du Deine Geschichte mit uns teilst und wir freuen uns, dass die tollen Geburten anscheinend wirklich in der Familie liegen!

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Für unsere Serie “The Day that…” freuen wir uns über jede Mummy unter Euch, die einen Gastbeitrag schreiben und ihre Erlebnisse mit uns teilen möchte – Bei Interesse schreibt uns eine Nachricht an: info@mummy-mag.de

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