Im Gespräch mit JOOLZ-Gründer Emile Kuenen

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Einen Kinderwagen zu entwickeln wenn man selbst noch kein Kind hat? Häh? Wir waren bei der Kind & Jugend Messe in Köln und haben die Chance genutzt, dem Gründer von JOOLZ, Emile Kuenen ein paar Fragen zu stellen…

Emile, wie kommt man auf die Idee einen Kinderwagen zu kreieren, wenn man selbst noch keine Kinder hat?
Die Idee kam mir, als viele meiner Freunde Eltern wurden. In Gesprächen mit den werdenden Eltern fiel mir auf, dass offenbar Bedarf an ansprechend designten Kinderwagen besteht, die Eltern mit unterschiedlicher Körpergröße bestmöglich unterstützen. Da ich selbst auch fast 2m groß bin war also schnell die Idee geboren einen Kinderwagen zu entwickeln, der eben diese Ansprüche erfüllt. 

Was war die Idee hinter dem JOOLZ?
Das Ziel was es, ein ästhethisch ansprechend designtes Produkt zu schaffen, dass für Eltern jeder Körpergröße geeignet ist. Darüber hinaus sollte der Kinderwagen das richtige Maß an Komfort und ergonomischer Unterstützung für Eltern und Kind schaffen.

Wie viele Mitarbeiter habt Ihr mittlerweile?
Wir sind stolz darauf, mittlerweile ein Unternehmen mit 62 Mitarbeitern zu sein. 

Liegt Euer Fokus eher auf dem Design oder auf der Funktionalität?
Natürlich auf beidem! Wir wollen einen Kinderwagen, der sich durch clevere Ideen und vor allem auch durchdachte Ergonomie auszeichnet, aber natürlich auch gut aussieht, damit man sich gerne mit ihm zeigt. Grundsätzlich gilt für uns aber: Form follows Function! 

Was inspiriert Euch für Eure Designs?
Die Entwicklung unserer Designs basiert immer auf dem ergonomischen Gedanken die Produkte um den Körper der Eltern und den des Kindes herum zu entwickeln. Anschließend führen wir Verbraucherumfragen durch, um deren Bedürfnisse und Wünsche kennenzulernen. Während des gesamt Entwicklungsprozesses bleiben wir mit den Verbrauchern in engem Kontakt, um sicher zu stellen, dass unser Produkt alle Bedürfnisse erfüllt. Wir haben außerdem regelmäßige Treffen mit Händlern, die unsere Produkte verkaufen, um von deren Expertise zu profitieren. All diese Einblicke werden dann in unseren Produkten vereint, immer mit Blick auf die Wünsche unserer Nutzer. 

Inwiefern bindet ihr den Endverbraucher mit ein? 
Wir führen regelmäßig Befragungen unserer Kunden durch, um alles über deren Bedürfnisse zu erfahren. Grundsätzlich stehen wir über unsere Social Media Kanäle, wie Facebook und Instagram tagtäglich in direktem Kontakt zu unseren Nutzern. So erfahren wir sofort, welche Produkte oder Accessoires sich unsere Kunden wünschen oder ob Verbesserungsvorschläge da sind.  

Ihr seid ja eine Art Vorreiter in Sache Green Thinking und Recycling – warum ist Euch das so wichtig?
Wir bei Joolz denken, dass die Welt sich mehr in Richtung eines gesunden und nachhaltigen Lebensstils orientieren sollte und das Unternehmen die Möglichkeit und Verantwortung haben diesen Weg voran. Innerhalb unserer Positive Design Philosophie suchen wir innovative Lösungen, die zu dieser Veränderung beitragen. Mit unseren Produkten möchten wir junge Familien dazu inspirieren ein gesundes und glückliches Leben zu leben. Ein Beispiel, dass diesen Gedanken umsetzt ist unser Geburtenwald. Für jedes Joolz-Baby pflanzen wir in unserem Joolz Geburtenwald in Kolumbien einen Baum, um der Abforstung und dem Klimawandel entgegenzuwirken. Ein anderes Beispiel für mehr Nachhaltigkeit sind unsere wiederverwendbaren Verpackungen, die wir 2012 eingeführt haben. Jeder Karton, vom Kinderwagen selbst, aber auch von den Accessoires kann in praktische und schöne Spielsachen oder Deko-Objekte für das Kinderzimmer verwandelt werden. Vom Lampenschirm über ein Vogelhäuschen oder einen Kinderstuhl. An diese Ideen wollen wir auch zukünftig anknüpfen und innovative, kreative Wege zu mehr Nachhaltigkeit, ganz im Sinne unserer Positive Design Philosophie, suchen.  

Wollt Ihr ein Vorbild sein?
Ja! Wir möchten junge Familien weltweit dazu inspirieren ein positives Leben zu führen. Darüber hinaus möchten wir aber auch als Unternehmen, insbesondere in Hinblick auf mehr Nachhaltigkeit innerhalb der Produktionsketten Vorbildfunktion haben und unsere Marke als Kraft für etwas Gutes nutzen.   

Wie siehst Du JOOLZ in der Zukunft. In den vergangenen 11 Jahren habt Ihr ja schon einiges erreicht…
Wir werden weiterhin ergonomisch designte Produkte entwickeln, die clever und schön sind und dabei unserer Positive Design Philosophie entsprechen. Wir haben für die kommenden Jahre wirklich spannende Neuheiten geplant, die unser derzeitiges Produkt-Portfolio ergänzen werden. Unser Ziel ist es, die Lieferkette nachhaltiger zu machen. 

Außerdem haben wir dieses Jahr in Holland den Positive Design Award ins Leben gerufen. Wir glauben an die Kraft des gemeinschaftlichen Gehirns und möchten unsere Produktentwicklungsmöglichkeiten weiter beschleunigen, innerhalb und außerhalb des Kinderwagenbereichs. Darum haben wir den Joolz Positive Design Award ins Leben gerufen, ein Wettbewerb für Studenten und Jungdesigner, die die besten neuen Produkte entwickeln. Auch darum werden wir nächstes Jahr in unserem neuen Büro die Joolz academy und den Joolz “incubator” beginnen. Ein Ort für junge Talente, die gemeinsam mit uns an unserem Ziel arbeiten werden, alle jungen Familien weltweit zu einem positiven Leben zu inspirieren. 

Würdest Du JOOLZ mit einer Automarke vergleichen, welche wäre das?
Dann würde ich Joolz mit Tesla vergleichen, weil dieses nicht nur eine Automarke ist, sondern auch ein Technologie- und Design-Unternehmen mit Fokus auf erneuerbare Energien.

 

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