The day that… Mads was born!

Gast-Mummy Berit bei The Day That… auf Mummy Mag Wer die Geschichte von Berit gelesen hat, sollte anschließend einen Blick in den Spiegel riskieren: wir vermuten nämlich ein Lächeln in eurem Gesicht. Berits Geschichte liest sich von Anfang bis zum Ende wie die perfekte Geburt und wartet dann mit einem Hollywood-reifen Finale auf.  In den Hauptrollen: Berit und Söhnchen Mads, Titel “Diamonds are forever, but good friends too” … 

The Day that…
Auch 7 Monate nach der Geburt kann ich von diesem 01.02.2015 behaupten, dass er der schönste und speziellste Tag in meinem Leben war. Kurz danach hätte ich vielleicht nur behauptet, dass es eine perfekte Geburt war. Aber mittlerweile hat sich dieses wohlige Gefühl festgesetzt, dass ich etwas ganz Besonderes und Einmaliges erlebt habe.

Aber zurück auf Anfang. Vor der Geburt von Mads hätte ich mir diese wundervollen Artikel auf Mummy Mag über eure Geburten NIE durchgelesen. Ich habe zwar so viele Infos wie notwendig zu dem Thema gesammelt, aber auch so wenig wie möglich…und schon gar keine ausgeschmückten und emotionalen Erfahrungsberichte gelesen. Danach habe ich sie natürlich alle inhaliert und mit jeder Mama mitgefiebert – aber so ändert sich einfach alles nach der Geburt.

Meine Schwangerschaft verlief körperlich vollkommen problemlos. Leider hatte ich eher an meiner mentalen Verfassung zu arbeiten, aber mit Akupunktur und Yoga fand ich schnell einen Weg, Kraft und Ruhe zurückzugewinnen. Das Besondere an diesen 10 Monaten war vor allem die Tatsache, dass ich die perfekte Begleitung, Seelentrösterin, Motivatorin und Verbündete an meiner Seite hatte. Man hätte es nicht besser planen können, denn meine Freundin war mit ihrem Sohn zur exakt gleichen Zeit schwanger – Geburtstermin nur einen Tag früher.
Während sie in den letzten zwei Monaten jedoch schon oft ein Ziepen und Zwacken spürte, muckste sich bei mir bis zum Schluss nichts. Deshalb gingen wir immer schon davon aus, dass ihr Sohn mit Sicherheit sehr viel früher kommen müsste und unser Vögelchen bestimmt erst mit großer Verspätung schlüpfen würde.

Der Geburtstermin rückte näher
Ich legte das Thema vorerst auf Eis. Wenn ich mir keine Gedanken mache, wird es schon nicht so schlimm werden, war meine Devise. Aber es ist schon ein seltsames Gefühl, wenn man weiß, dass die Geburt eine Variable ist, über die man einfach nicht bestimmen kann. Alles ist möglich und man kann einfach nichts daran ändern.

Das Wochenende vor dem Geburtstermin verplante ich mir panisch komplett zu. Museumsbesuch, 4-Gang-Menü zu zweit, Kinobesuch, neues Café testen. Als würde mein Leben in der nächsten Woche enden. Wir hatten einen wundervollen Samstagabend, ich stopfte mir den Bauch mit Coq au Vin so voll, dass ich danach ernsthaft fast gerollt werden musste. Ich lag so satt im Bett, dass mir fast schlecht war und ich nicht schlafen konnte. Überall im Bauch zwickte es und ich fühlte mich ziemlich unwohl. Nach einer unangenehmen Nacht wurde das Ziehen im Bauch gegen Morgen nicht besser, eher schlimmer, aber ich schob schön alles weiter auf meinen Magen. Weil Sonntag war, blieb ich einfach im Bett liegen. Ich wollte gerade meiner Freundin schreiben und ihr meinen Zustand beschreiben, weil ich wusste, dass sie in den letzten Wochen konstant dieses Ziehen gespürt hatte. Als ich mein Handy anschaltete, kam direkt ein Foto aus dem Kreissaal reingeflattert – Raphael war in der Nacht geboren worden. Mir kamen sofort die Tränen. Der Erste hatte es also schon geschafft, plötzlich war er da, kerngesund.

Soll das ein Witz sein?
Jetzt konnte ich nur warten. Das wäre ja der größte Witz, wenn meine Schmerzen auch Wehen wären und beide Jungs am gleichen Tag geboren würden. Genau das war die Kernfrage des kompletten Vormittags. Ab wann spricht man ernsthaft von Wehen? Ich musste wirklich auf meinem Spickzettel aus dem Geburtsvorbereitungskurs nachschauen. Ganz einfach: Wenn man keinen Spaß mehr versteht.

Ich konnte zumindest noch telefonieren. Während des Gesprächs musste ich nur ab und an mal die Zähne zusammenbeißen, aber ich konnte noch lachen. Irgendwann ging jedoch alles plötzlich ganz schnell. Ab 14h fing mein Freund an, die Intervalle der Wehen zu notieren, denn mittlerweile war unmissverständlich klar – diese Schmerzen sind abartig. Schnell verringerten sich die Abstände von 10 Minuten auf 7, direkt auf 5 und plötzlich waren sie auch schon alle 3 Minuten. Ab ins Taxi und keine Zeit verlieren. Noch schnell meiner Freundin eine SMS schreiben, dass ich auf dem Weg zu ihr bin.

Im Krankenhaus lief weiterhin alles wie am Schnürchen. Kurz ins Wehenzimmer und mal schnell vor Schmerz übergeben. Dann in die Wanne, weil ich dachte, ich müsste unbedingt baden, was für mich aber gar keinen Sinn machte. Schließlich ist eine Geburt das Gegenteil davon, gemütlich im warmen Wasser zu liegen und zu plantschen. Dann schon weiter in den Kreissaal und es einfach nicht glauben können, wie atemraubend Schmerzen sein können. Für Tabletten war es jetzt zu spät und vor einer Spritze oder PDA hatte ich zu viel Respekt. Da die Hebamme aber prophezeite, dass es nicht mehr allzu lange dauern könnte, beschloss ich, ihr zu glauben und weiter durchzuhalten. Ich hatte sowieso großes Glück mit meiner Hebamme. Sie war genau der Typ Mensch, den ich brauchte. Zurückhaltend, aber immer da und vor allem sehr mitleidend. Ihr wissendes Seufzen und „ja ja das tut weh“, war genau das, was ich brauchte. Nicht zu viel und nicht zu wenig.
Und wer hätte gedacht, dass ein Mensch so laut schreien kann. Ich habe den kleinen Mads förmlich raus geschrien und nach ein paar unendlich scheinenden Presswehen war er plötzlich da.

Die Geburtskarte von Mads bei The Day That...

Leider hat man einfach zu wenig Kraft, um die Dimension des Ganzen zu erfassen, aber man erlebt wirklich den unglaublichsten Moment in seinem Leben. Die nächsten Stunden allein im Kreissaal, nur wir drei, waren wunderschön. Ohne den tatkräftigen körperlichen und mentalen Einsatz meines Freundes, hätte ich diese Geburt, auch wenn es eine ohne Aufregung und Probleme war, nie geschafft.

Am gleichen Tag, im gleichen Krankenhaus und sogar im gleichen Kreissaal – diese Geschichte werden wir unseren Jungs wahrscheinlich noch oft erzählen. Der nächste Morgen auf der Wochenbett-Station war fast ein bisschen wie im ersten gemeinsamen Familienurlaub. Zwei frischgebackene Mamas und Papas zusammen mit ihren Kindern im Frühstücksraum, danach Treffen im Familienzimmer, um mit Schokolade und Sekt auf den riesigen Zufall der Doppelgeburt anzustoßen. Mads und Raphael werden durch diese Geschichte immer ein ganz besonderes Band zwischen sich haben und ich freue mich jeden Tag aufs Neue, sie gemeinsam aufwachsen zu sehen.

Mads is born bei The Day That… auf Mummy Mag  

Liebste Berit, deine Geschichte klingt nach allem anderen als einen “Witz”. Wir freuen uns mit euch für Mads und Raphael, dass sie auf diese wundersame, witzige Weise zur Welt gekommen sind. Camilla und Madeleine hatten ähnliches Glück, die Schwangerschaften beinahe zeitgleich miteinander teilen zu können. Und Glück vervielfacht sich wirklich wenn man es teilt. ;-)  

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Für unsere Serie “The Day that…” freuen wir uns über jede Mummy unter Euch, die einen Gastbeitrag schreiben und ihre Erlebnisse mit uns teilen möchte – Bei Interesse schreibt uns eine Nachricht an: info@mummy-mag.de

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Die Credits an dem Bild mit Babybauch besitzt Patricia Teslenko

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