A wie Armageddon

A wie Armageddon bei Mummy Mag - ABC Kolumne Es ist Sonntag. Es regnet. Keine Chance die Familie vor die Tür zu bewegen, obwohl ich neulich noch 2 ultracoole Regenjacken von Reima bei Tkmaxx geschossen habe (die werden laut Kassiererin sonst direkt unter dem Personal aufgeteilt). Ich lasse meinen Blick durchs Zimmer schweifen und wünschte in der nächsten Sekunde, ich hätte es gelassen. Ein unausgepackter Handgepäckskoffer meines Mannes ist noch das geringste Übel. Daneben stapeln sich getragene Wäschestücke, gehen über in den Ebay- oder Flohmarkt-Kleiderstapel, dann kommen die zusammengelegten gewaschenen Kleidungsstücke und dann ein Stuhl oder das was sich davon noch erkennen lässt, behangen mit einer Mischung aus Allem was unsere Schränke so hergeben. Es sieht so aus, als wäre Armageddon hier gedreht worden – und das war erst ein Zimmer. Würde ich fortfahren, bräche ich vermutlich in Tränen aus.

„Du warst immer so ordentlich als Kind“
Ach ja, danke Mama, gut zu wissen. Ich verstehe eigentlich auch nicht warum das in letzter Zeit (oder seit Jahren) so umgeschlagen ist. Ist es ein Generation Y Problem? Bin ich eine faule Socke? Oder hat es damit zu tun, dass ich meine „Freizeit“ lieber in das spielen mit Izzy und ihren Freunden investiere, als in Hausarbeiten? Ein „ich gehe arbeiten, da kann ich nicht noch den Haushalt machen“ Problem? Immerhin, fast alle meine Freundinnen – ob mit oder ohne Kind – leisten sich mittlerweile den Luxus einer Haushaltshilfe. Emanzipation 2.0

Und ja, ich gehe arbeiten und will nicht noch den Haushalt machen, nur von alleine macht er sich eben auch nicht. Seit einer Weile schon üben Izzy und ich das Aufräumen nach dem Spielen. Üben deswegen, weil es viel zu viel Spielzeug gibt und in jedem Zimmer etwas davon in hübschen Bastkörben von Bolia oder Rice zusammengerafft steht, ohne echter Logik oder ohne festen Platz. Das viele Haben lässt uns kaum mehr Raum, zu entscheiden wo etwas hingehört, denn uns fehlt schlichtweg auch Kapazität Dingen einen fixen Platz zu geben. 

Camillas DIY würde wesentlich dabei helfen mehr Ordnung in all dieses Chaos, in dem ich wohne, zu bringen, aber so komme ich immer öfter auf den Trip, einfach weniger zu konsumieren und noch viel mehr zu spenden.
Wir Deutschen bzw. westlichen Europäer besitzen „so viel“ dass eine Anpassung unseres Konsumverhaltens durch bewussteres einkaufen, immer noch ein großes Gap zu Menschen in den meisten Ländern unserer Erde bedeutet. Neulich las ich in einer Studie, dass deutsche Kinder durchschnittlich 150 Spielzeuge besitzen. Dabei wurden nicht die einzelnen Bausteine gezählt, aber bei Büchern, Puzzeln, Puppen und Kuschelfreunden, Autos, Schleich-Tieren, Kaufmannsladen-Utensilien und Mini-Küchen-Ausstattungen läppert sich einiges zusammen. Da denke ich spontan an Meine Spielzeugkiste als Alternative…
Ansonsten hilft nur loswerden, was nicht mehr ernsthaft gebraucht wird. Sharing is caring.

WO  //  WARUM  
Tictail / in Blitzgeschwindigkeit zum eigenen Online-Shop und dort selber verkaufen
Flohmarkt-App Shpock / einfaches verkaufen mit der kostenfreien App für Gebrauchtes
Ebay und Ebay-Kleinanzeigen / die „Klassiker“ unter den super_schnell_und_simple_verkaufen Apps
Amazon / hier können auch Privatpersonen Händler werden
Flohmarkt / Sonntag Morgen 5:00 Uhr aufstehen, die perfekte Zeit für einen Tag Händlertreiben
Kita-Flohmarkt / muss nicht immer die eigene Kita sein, kann man auch in anderen Kitas machen
Kinderflohmarkt / größere Kinder können schon alleine im Hauseingang oder Park verkaufen 
Weihnachten im Schuhkarton / Sachspenden an bedürftige Kinder packen und versenden
SOS-Kinderdorf / hier können auch Sachspenden gespendet werden
Rebelle / Erbstücke oder Luxus-Geschenke von Ex-Freunden wird man hier ideal los 

„Na hier ist wohl nicht aufgeräumt worden“ höre ich meine Mutter aus dem Schlafzimmer rufen… Und ehe ich mir eine schlagfertige Antwort überlegen kann, frage ich mich, was sie da drin eigentlich macht. Wo ist denn Bruce Willis wenn man ihn mal braucht??
Ich überhöre einfach den mahnenden Unterton, stecke mein Kind in die neue Regenjacke und locke die Familie mit Eiscreme vor die Tür. Icecream is always a good idea.

PS: Ich bin ja auch noch mit CDs groß geworden und habe bei einem weihnachtlichen Schrottwichteln Ende der 90er Jahre, mal eine Johanna von Koczian „Das bisschen Haushalt… sagt mein Mann“-CD gewonnen. Im Rahmen meiner Entledigungs-Stimmung verschenke ich die gerne an den oder die erste Interessentin – sofern ich die CD finde 😉

PPS: Sprüche die ich in diesem Zusammenhang auf gar keinen Fall mehr hören möchte: Ordnung ist das halbe Leben; Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf Morgen oder auch Hausarbeit sieht man nur, wenn sie nicht gemacht ist. 

 


Madeleines ABC Kolumne bei Mummy Mag Madeleine schreibt in unregelmäßiger Regelmäßigkeit ihre ABC-Kolumne. Darin geht es um kleine und große Dinge die uns Eltern im Alltag mit Kindern begegnen. Von A bis Z geht es um Geburtstagskuchen, das Immunsystem oder Wellness (ohne Kind wohlgemerkt). Noch mehr Beiträge findet ihr HIER. Wenn ihr Ideen zu Themen habt die aufgeschrieben gehören, schreibt Madeleine doch einfach eine Email an madeleine@mummy-mag.de. Merci.

4 Gedanken zu „A wie Armageddon

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