Vom Suchen und Finden
10 Tipps für den Kitaplatz

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Die Kitasuche ist wie Krautsalat – beides kann ganz schön Bauchschmerzen bereiten. Ein Bewerbungsmarathon. Recherchieren, anschreiben, vorstellig werden, dran bleiben. Auch wenn Kuchen für die Erzieher backen totaler Käse ist, so manches sollte man bei der Suche nach einer Kita doch beachten. Camilla hat hier schonmal von ihren Erfahrungen und Gesprächen mit Eltern sowie Kitaleitern berichtet. Weil es in diesem Artikel aber nicht um uns, sondern um Euch geht, haben wir ein paar Tipps für eure Kitasuche zusammengetragen:

1. Wann beantragt man einen Kitagutschein? 
Der Kitagutschein ist das Amtsformular zur Kinderbetreuung. Ihr beantragt ihn etwa 6 Monate vor Betreuungsbeginn. 

2. Wo beantragt man einen Kitagutschein?
Das Antragsformular für einen Kitagutschein bekommt ihr in allen Jungendämtern, bei vielen Kitas und für Berlin auch hier als Download.

3. Welches Datum trägt man in den Kitagutschein ein?
Das frühstmögliche Datum, zu dem man sich eine Betreuung vorstellen kann bzw. braucht. Letztendlich beginnt die bürokratische Maschinerie erst mit dem Datum, auf den der Kitavertrag datiert ist. 

4. Welche Formulare braucht man?

  • Kopie Arbeitsvertrag
  • Kopie Perso 
  • Nachweis Wohnsitz Bescheinigung vom Bezirksamt und Nachweis, dass man das Kind nicht selbst betreuen kann (wenn es jünger als 1 Jahr ist) 
  • Bestätigung Einkommensnachweis
  • Bei Festangestellten: Schriftliche Arbeitgeberbestätigung über zukünftige Arbeitszeit und Elternzeit Ende (Formular dafür hat i.d.R. der Arbeitgeber parat)

5. Auswahl Kriterien für die Kita – zu recherchieren
Diese Infos sind öffentlich einsehbar. Es spart Zeit im Gespräch mit den Erziehern, wenn man diese Punkte nicht abfragen muss und es zeigt wirkliches Interesse, wenn man informiert ist.

  • Wer ist der Kitaträger (staatlich, kirchlich, privat)?
  • Welches pädadogische Konzept wird verfolgt?
  • Ab welchem Alter nehmen sie Kinder und bis zu welchem Alter können die Kinder bleiben?

6. Auswahl Kriterien für die Kita – vor Ort zu erfragen

  • Gruppengröße
  • Wie ist der Erzieherschlüssel?
  • Öffnungs- und Schließzeiten
  • Welche Art von Catering wird angeboten (werft vor Ort einen Blick auf den Speiseplan der aktuellen Woche)? Kann auf Unverträglichkeiten Rücksicht genommen werden? 
  • Gibt es eine spielzeugfreie Zeit? Einen Förderverein?
  • Welche Ausgaben kommen außer den monatlichen Kitabeiträgen noch auf einen zu? Bspw. für Essen, für Hygiene-Artikel, Bastelmaterial oder für Ausflüge?
  • Bitte fragt die Kita explizit: In welchen Abständen wünscht ihr euch, dass wir uns wieder melden, um unser Interesse zu bekunden?

7. Persönliche Überlegungen/Recherchen

  • Sollte die Kita näher am Arbeitsplatz oder besser näher an zu Hause sein?
  • Welche Eltern kennt man schon in der Kita (Empfehlungen werden bevorzugt und wir können euch aus eigener Erfahrung sagen: befreundete Eltern in der Kita zu haben ist in Notsituationen Gold wert)
  • Betreuungsumfang: Wie lange kann/muss/oder möchte ich mein Kind (abhängig vom Alter) in der Kita lassen – nach dem Betreuungsumfang und eurem Einkommen richtet sich auch der monatlich zu entrichtende Kittbeitrag. 

8. Was ist eine gute Vorgehensweise bei der Bewerbung?

  • Anrufen und nach den Kita Bewerbungssprechzeiten fragen
  • Eine E-Mail mit Namen, Geburtsdatum (des Kindes), Wohnort, Telefonnummer für Rückruf, gewünschten Anfangstermin, Hinweis auf einen vorhandenen Kitagutschein, Begründung warum genau diese Kita (Bewerbung – sagen wir’s doch!) und kein MUSS aber schön: einem Foto von euch 
  • Nach Möglichkeit Einzeltermine vereinbaren
  • Ansonsten vorbeigehen zu günstigen Uhrzeiten, im Idealfall zu den Sprechzeiten (Früh morgens, halbe Stunde vor Schließung) 
  • Kuchen ist übrigens in vielen Kitas gar nicht gerne gesehen, weil Kinder Allergien haben können oder nicht gewünscht ist, dass vor Ort Kuchen verzehrt wird

     

9. Wie oft darf man anrufen, um sein Interesse zu bekunden?
Regelmäßig, aber in dem Maße wie sie sich die Kita das wünscht.

10. Unterzeichnung des Kitavertrages
Wenn man ihn nicht zugeschickt bekommt, wird er beim ersten Termin in der Kita zur Unterzeichnung ausgehändigt. Das kann beim ersten Elternabend oder zum Start-Termin zur Eingewöhnung sein. Dann wird i.d.R. auch erst der Kitagutschein wirksam. 
Achtung!! Startet die Eingewöhnung erst Mitte oder sogar Ende des Monats, kann man durchaus verhandeln, dass man den Monat nur halb zahlt. 

Es gibt für jedes Bundesland ein eigenes Kita Gesetz, mal Kinderhilfe, mal Kinder(tages)betreuung, Kinderbildung oder Kinder(tages)förderung genannt. Eine Übersicht über die 16 verschiedenen Regelungen (wo gibt es Beitragsfreiheit, wo ist ein Wechsel zwischen Krippe und Kindergarten vorgesehen) hat Smart-Mama.de zusammengestellt.

Übrigens: Ob die Berliner Formulierung des Formulars „Anmeldung zur Förderung von Kindern“ statt „zur Betreuung“ eine Diskussion wert ist, das könnt ihr entscheiden… es ist und bleibt ein leidiges Blatt Papier, das ihr bald ad acta legen könnt.

Kitasuche
Madeleines ABC Kolumne bei Mummy Mag

Janine ist Mitbegründerin und Chefredakteurin des MUMMY MAG Paper, außerdem Autorin des Mama Styleguide – was sich beides (im Gegensatz zu so mancher Modeerscheinung) ganz vorzüglich mit dem Mama-Sein vereinen lässt. Und weil ihr neben der Mode noch viele andere Themen über den Weg sausen, die sie humoristisch garnieren kann, tut sie das auch hier!

6 Gedanken zu „Vom Suchen und Finden
10 Tipps für den Kitaplatz

  1. Und für die Mummys, die trotz engagierter Suche kurz vorm Aufgeben sind hab ich unseren super Tipp: In endloser Verzweiflung (Nach endlosen, Mails, Anrufen, Klinkenputzen) saß ich neben meinem Mann auf dem Sofa und durfte mir den Ratschlag anhören es doch mal über ebay Kleinanzeigen für den Kitaplatz zu versuchen. Am liebsten hätte ich ihn verhauen und im Bewerbungsformular eingerollt in einem Umschlag verschickt. Aber Mutti hats gemacht. Und ungelogen 10 (ZEHN) Minuten später meldeten sich Kita Leiterinnen mit freien Plätzen. Unsere Kita ist nun keine 5 Gehminuten entfernt. Vielleicht nicht DIE Wunscheinrichtung aber mein Kleiner geht gerne hin und Mutti hat auch schon Anschluss gefunden. 😉

    1. Was ist das denn bitte für eine coole Idee!!! Nicht wir suchen eine Kita, nein, die Kita sucht uns 😀 Grandios! Und aus eigener Erfahrung (fast 8 Monate Kita) kann ich das nur bestätigen: Denn die Kitas brauchen unsere Kinder. Egal, wie viele Interessenten und wie überlaufen und so, am Ende zählt doch dann immer noch, wer genommen wird und wer auch wirklich hingeht. Ich denke, irgendwie werden schon alle unterkommen.
      Danke euch für die tollen Tipps! Ich finde, vor allem dieses ewige Gewarte auf den Schein echt anstrengend … 🙁

      Liebe Grüße,
      Nora

  2. Habe gerade 42725 Mail verschickt 🙁 hätte ich euren Beitrag mal vorher gelesen :(( habe mich nur mit Daten „beworben“, kein Foto, keine Schleimerein. Es ist ein schreckliches System in Berlin!!! Ich hätte es gerne lieber wie München…

    1. Ja, ich finde es hier in Berlin auch schlimm. Habe schon 38 Anfragen per Mail/Fon hinter mir und hätte auch liebendgern irgendeine Zentralstelle, die sich um die Vergabe der Kitaplätze kümmert. Solche Sachen wie Fotos verschicken machen wir nicht, das ist mir zu absurd. Und mit zwei Kitaleitern habe ich auch schon darüber gesprochen, die amüsieren sich eher darüber. Aber das kommt vielleicht auch auf die Einrichtung an.

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