The day that… Paul was born!

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Während ihrer Schwangerschaft hat Gast-Mummy Carla laut eigener Aussage alle Geburtsberichte bei uns regelrecht verschlungen. Sie wollte “auf alles vorbereitet sein”, obwohl doch immer zu Beginn steht, dass jede Geburt anders ist. Und was uns Carla geschickt hat? Eine Geschichte, wie wir sie auch noch nie hatten!

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Mittwoch, 16.09 23:30 Uhr – ich glaube wir fahren in die Klinik 
Der Geburtstermin war bereits überschritten, wie bei so vielen Erstgebärenden. Alles nicht weiter schlimm, wenn nicht mein eigener Geburtstag vor der Tür gestanden hätte. Ich wollte gerne, dass mein Kind sein eigenes Datum bekommt und den Tag nicht immer mit mir teilen muss. “Also, entweder es bleibt jetzt noch drin oder du kommst jetzt bald raus!” Da ich schon seit einigen Tagen etwas Flüssigkeit verlor – ich wusste aber nicht genau ob es Schwangerschafts-Inkontinenz war oder etwas anderes – dachte mir dabei aber auch nix böses. Mir und dem Baby ging es gut. Ich ging also in die Apotheke, um mir am Nachmittag einen pH-Test zu kaufen, denn ich hatte gelesen, damit lässt sich Fruchtwasser nachweisen. Zum Abend machte ich dann den Test; Ergebnis: pH-Wert über 7, das deutet auf Fruchtwasser hin… Nach kurzer Rücksprache mit meiner Hebamme, die natürlich im Urlaub war, sagte sie mir, das sei der Beginn der Geburt. Whaaaaattt?!? Ich dachte man spürt etwas. Ich spürte gar nix. Mein Mann und ich guckten uns etwas erschrocken an und fuhren zur Kontrolle in die Klinik. Die Tasche konnte ich noch in Ruhe zusammen packen (man weiß ja nie) und dann ab in die Klinik. Dort angekommen bestätigte man mir den Befund: Es ist Fruchtwasser! Da ich es bereits seit ca. 3-4 Tagen verlor sagte man mir: “Sie gehen nur noch mit Kind nach Hause.” Ach ja?! Gut zu wissen…! Wir bezogen ein Vorwehenzimmer und sollten uns noch etwas ausruhen. Ha ha!!! Nebenan werden bereits Kinder geboren (es war nicht zu überhören) und ich war ganz froh, Musik dabei zu haben. Also wenn sich bis zum Morgen nix tut, würde eingeleitet werden. Der Rest der Nacht war weder erholsam noch aufregend. Sie war einfach nur nervig. 
 
Donnerstag, 17.09 – hier tut sich gar nix
Zur Frühschicht wurde dann mit Tabletten eingeleitet (Cytotec). Um 6:00 Uhr die erste, nix, um 10:00 Uhr die zweite, nix. Wir drehten eine Runde ums Krankenhausgelände nach der anderen. Ich kannte die Wege bald auswendig. Weiterhin keine Wehen. Um 14:00 Uhr die dritte Tablette mit dem Hinweis: das sei die letzte, wenn danach nix passiert, geht es erst am nächsten Tag weiter. “Oh nein, noch so einen angespannten Tag halte ich nicht aus!!” Dann plötzlich, beim Spaziergang über’s Klinikgelände die ersten Wehen. Aha, so fühlt sich das also an… Sofort musste ich sie wegatmen. Nachteil am Einleiten: sehr schnell und sehr heftig. Mein Mann war die ganze Zeit an meiner Seite. Er hielt meine Hand, versorgte mich mit Keksen und Getränken, massierte Rücken und Bauch, war meine Stürze und motivierte mich! Die Wehen waren sehr unangenehm. Stundenlang der gleiche Schmerz im gleichen Rhythmus. Nur Wegatmen ging nach kurzer Zeit nicht mehr. Ich musste den Schmerz auch verbal rauslassen. Ich hatte keinen Vorbereitungskurs besucht, denn alle sagten mir, man handelt eh instinktiv, und so war es auch!
Nach drei Schichtwechseln war sie wieder da. Die Hebamme vom Vorabend. Mit ihr fing alles an, mit ihr brachte ich es zuende. Gegen 19:00 Uhr bin ich in die Wanne, die Wehen waren zu schnell, alle 90 Sekunde! Ich brauchte Entspannung. Das Bad war wirklich entspannend für etwa 30 Minuten, dann wurde es wieder unangenehmer. Ich forderte Schmerzmittel. Das hatte ich mir immer gesagt: Wenn es anfängt traumatisch zu werden wird eingeschritten! Erst ein Schmerzmittel-Tropf, das half aber gar nicht. Gegen 21:00 Uhr dann die PDA. MuMu zwar zwar erst zwei cm aber weich. Super Sache, es hat wirklich nicht wehgetan und hat mir unglaubliche Erleichterung verschafft. Ich konnte sogar 30 Minuten schlafen. Die Anästhesisten und ihre Assistentin waren sehr nett und einfühlsam. Die Assistentin kniete vor mir, während die Ärztin die PDA setzte. Die Wehen waren nun spürbar aber sanfter. Der MuMu nun bei ca. 7 cm. Der nächste freie Kreißsaal sollte meiner sein.
 
Freitag 18.09. – ich kann nicht mehr
Gegen Mitternacht ging es in den Kreißsaal. MuMu bei 9 cm. Juhu, gleich ist es geschafft!!! Ich habe jede Position ausprobiert! Jede! Und ja, aus atmen wird lautes Stöhnen und dann Schreien und es war mir kein einziges Mal unangenehm. Das gehört dazu! Aber es war so anstrengend. Die ganze Zeit diese Schnerzen, die Kraft dieses Baby aus mir heraus zu bekomme, der fehlende Schlaf. Meine Kräfte schwanden langsam. Da kam die Cola, die mein Mann besorgt hatte, genau richtig!! Nochmal alle Kraft zusammen nehmen. Nach weiteren 3,5 Stunden pressen und Positionswechseln hatte ich keine Kraft mehr und bat um Hilfe. Ich konnte einfach nicht mehr. Auf einmal füllte sich der Saal, Ärzte, Assistentinnen und ein Kinderarzt. Ich ahnte böses. Ich fragte meine Hebamme, sie erklärte mir: zwei Wehen und das Kind ist da oder weitere zwei Stunden. Ich entschied mich für die zwei schmerzhaftesten Wehen. Die Saugglocke wurde angesetzt – aua – und dann wird gezogen – auaaaa!!! – dann noch der Körper – mega aua!!! Die Damen, die mir dabei auf den Bauch gesprungen ist verfluche ich bis heute! Dann, nach den, für mich, schlimmsten Schmerzen, wurde es ganz warm und nass und dann lag er auf mir drauf. Die Freudentränen liefen bei Mama und Papa und Erleichterung wich der Anstrengung. Nach 30 Stunden in der Klinik und 50 Stunden wach sein war es geschafft. Paul wurde um 3:47 Uhr geboren. Ich musste noch eine Stunde operiert werden, DR IV. Grades, aber auch das heilt wieder. Ohne meinen Mann hätte ich das nicht geschafft. Ich sage immer “wir haben dieses Kind gemeinsam bekommen” denn er hat Bilder gesehen, die man sicher nicht vergisst und auch traumatisch sind. Ich liebe ihn seit dem noch mehr und es hat uns noch weiter zusammen gefügt. Mein Herz schlägt nun für 2 Männer, bedingungslos!
 
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Vielen Dank liebe Carla, für Deine Geschichte. Und besonders schön finden wir die Aussage, dass Dein Mann Dir eine so große Stütze war und ihr diese besondere Erlebnis miteinander teilen konntet! 
 

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Für unsere Serie “The Day that…” freuen wir uns über jede Mummy unter Euch, die einen Gastbeitrag schreiben und ihre Erlebnisse mit uns teilen möchte – Bei Interesse schreibt uns eine Nachricht an: info@mummy-mag.de

3 Gedanken zu „The day that… Paul was born!

  1. Liebe Carla – was für eine krasse Geburt. Wenn ich sowas lese bin ich immer wieder sprachlos darüber, was wir Frauen alles aushalten können und was wir schaffen. Du hast das super gemacht und ich freu mich dass es euch allen gut geht und ihr euren kleinen Schatz bei euch habt! Gruß Dani

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