Solo-Mama im Cluburlaub: Flirten, Sonne, Action – geht das auch mit Kind?

Cluburlaub_Titel

Es soll ja Menschen geben, die haben noch nie einen Cluburlaub gemacht. Die wissen wirklich nicht, was sie verpassen … Als unsere Reiseexpertin Verena Schulemann Teenie war, war Cluburlaub wirklich DER Renner. Kündigte sich ein Urlaub in diesen feinen Anlagen an, bedeutete das für sie damals: Spaßgarantie und immer ein MEGA Urlaub. Warum? Das erzählt sie euch hier…

Sommerferien. Cluburlaub. Es war klar, was mich erwartete: Tolle, junge Leute, viel Sport (ich konnte endlich den Surfschein machen!), Bewegung, coole Animateure (alle voll nett – ist ja ihr Job), endlich mal Disco (aufregend!) und viele Flirts (ganz harmlos … ; )) und dann natürlich einen Aufritt in der Abendshow (großer Stolz!). Ich fand’s immer genial! 

Aber kommt das Feeling auch auf, wenn man erwachsen ist? Bruno und mir stand ein Aufenthalt im Club Med bevor, ich war ein wenig skeptisch … 

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Flirten, Sonne, Action – das Clubgeheimnis

Angebote gibt es inzwischen eine ganze Reihe. Das Original ist und bleibt aber Club Med: Der Belgier Gérard Blitz hatte 1950 mit 200 Armeezelten bei Alcúdia auf Mallorca angefangen – nannte das ganze Club Méditerranée („Mittelmeer-Club“) und traf damit ins Schwarze!

2500 Gäste kamen bereits im ersten Jahr, ein geniales Urlaubskonzept war geboren. Blitz schaffte es mit seinem Konzept, die Leute zu öffnen, sie fühlten, sie genossen wieder. Das war sein Ansatz …

Heute gibt es 66 Clubanlagen weltweit,  für den Sommer und den Winter, der Konzern macht einen Milliarden-Umsatz, beschäftigt 15 000 Mitarbeiter – und ist dennoch immer noch verdammt individuell. Jedes Resort sieht anders aus, setzt andere Schwerpunkte, passt sich sehr an die Umgebung an – nur die Kombi von Sport, Naturerlebnis und der Laissez-faire-Gedanke (alle duzen sich, Animateure sollen den Austausch der Gäste fördern, sie näher bringen, gegessen wird immer an großen Gemeinschaftstischen), bleibt überall das Grundkonzept.

Cluburlaub war für mich also schon immer Flirten, Sonne, Action. Ein unschlagbares Urlaubs-Dreigespann. Aber geht das denn auch mit Kind? Geht das mit der Kinderbetreuung, wenn mein Sohn kein Französisch spricht? Probieren geht über Studieren – also los! 

Ein kilometerlanger, privater Strand nur für die Club-Gäste

Mein Ziel war Club Med Gregolimano auf der wunderbaren Insel Evia in der griechischen Ägäis. Den ersten Eindruck habe ich über die Homepage bekommen: direkt am Meer, Schwerpunkt Wassersport, viel Strand. 

 

Vor Ort war’s dann noch schöner: Das Herzstück des für sanften Tourismus ausgezeichneten Resorts ist ein hunderte Meter langer, weißer Sandstrand, der sich über mehrere Buchten exklusiv für die Clubgäste entlang des klaren Meeres erstreckt.

Vorgelagert waren kleine Pantons bzw. ein langer Steg, von denen die Motorboote ablegten, jeden Tag, mehrere Stunden täglich können die Gäste hier Wasserski, Mono-Ski und Wakeboard fahren – die Touren sind im Preis inklusive. Auch Kinder können mitmachen, es gibt Kurse für alle Schwierigkeitsgrade.

Noch keinen Ahnung vom Cluburlaub? So funktioniert’s:

Übernachtung: Ihr könnt meist wählen zwischen Hotelzimmer (auf Greolimano gab es die mit traumhaftem Meerblick und Sonnenbalkon) oder Bungalows (waren in Grego direkt am Strand).

Essen:  Selbstversorgung ist nicht, im Club ist alles all-inclusive, ihr braucht nicht kochen, ihr sollt genießen und das auch mal mit anderen, neuen Leuten …  Meistens gibt es vier Essenszeiten: Frühstück, Mittag, Nachmittag, Abendbrot. Abends ist es am geilsten – mega Buffets, viele verschiedene Variationen, Salat, Gemüse, Fleisch, Fisch, Pasteten, zahlreiche Desserts. Auch Drinks sind meist im Preis inklusive (außer Champagner oder die Top-Alkoholmarken), ihr könnt Euch also jeden Tag ordentlich die Kante geben … 

Sport: Es gibt zahlreiche Angebote – oft aber einen Schwerpunkt. In Grego wars Wassersport: also vor allem Surfen, Kat segeln, Tauchen, Wasserski. Es gab aber auch: Fitness, Laufen, Tennis, Bogenschießen, Akrobatik, Trapez, Wassergymnastik (im Meer), Yoga, Aerobic, Stepper, Rad fahren, Wandern … Ihr könnt im Urlaub auch super Scheine machen (inkl. Prüfung) oder Kurse belegen – ich habe tatsächlich so Surfen gelernt (das kostet allerdings extra). 

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Kinderbetreuung: Täglich, umfassend. Es gibt meist ein Innen- und Außenbereich, nach mehrere Altersgruppen unterteilt. Die Angebote sind umfassend, Spiele, Wettkämpfe, Sport, Kunst- und Handwerk, Singen, Tanzen, Schatzsuche … Je nach Club-Anbieter ist die jeweilige Landessprache ausschlaggebend (z.B. Club Med Französisch, Robinson Club Deutsch …), aber inzwischen gibt es auch in jeder Anlage internationale Mitarbeiter, die aushelfen – oder es geht mit Händen und Füßen. Für meinen Sohn war es etwas ungewohnt am Anfang, er hat dann aber einen deutschen Freund gefunden und ab da war’s eh egal. Auf alle Fälle waren die Animateure und Betreuer total süß und lieb und engagiert – die Kinder kamen immer mega-happy zurück! 

 

Angebot: Jeden Tag gibt es total viele Angebote, aus denen Ihr Euch euren Tagesplan zusammenstellen könnt. Zu jeder Sportart gibt es Angebote für Einsteiger und Profis, ihr könnt einfach mal etwas ausprobieren oder Euch auch weiterbilden. Ihr müsst Euch da schon ein wenig Organisieren und planen – denn es gibt immer bestimmte Uhrzeiten, nach denen man sich richten muss. Man kann aber auch Einzelstunden individuell absprechen. Außerdem gibt es Spiele, die die Gäste zusammenbringen. Wo wir schon beim nächsten Punkt wären … 

Flirten: Jeden Abend nach dem Dinner gibt es eine Show und danach Disco im Club. Der Alkohol ist for free – daher geht schon was, für den, der will … Wer als Paar fährt, sollte offen sein für ein bisschen Austausch und das irgendwie auch lustig und aufregend finden (Vorsicht: Für eifersüchtige Menschen kann Club-Urlaub sonst ziemlicher Stress sein) – denn die Kurse und Spiele sind alle gemischt, die Animateure werden Euch immer ein wenig herausfordern, es wäre gelogen, wenn man behaupten würde, es gebe da nicht den einen oder anderen Hintergedanken … 

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Animateure: Die meisten bedienen das Klischee im Positiven. Sie sehen fast alle super aus, sind jung, sind sportlich, aufgeschlossen, smart und einfach freundlich, konstruktiv. Es gibt welche, die machen den Job mal in den Semesterferien, andere arbeiten seit Jahren in dem Beruf. Animateure wohnen immer mit auf der Anlage, allerdings in separaten Wohnhäusern und von den Gästen entfernt – und JA, es gibt sie die Romanzen zwischen Animateur und Gast … ; ) Tipp für alle, die jetzt neugierieg geworden sind: In jedem Resort gibt es meist einen “Casanova”, der sich der Damen gerne annimmt, es ist nicht schwer, den auszumachen. 

Meine Erfahrung im Club Med Gregolimano

Wo waren wir stehengeblieben? Ach, ja bei MEINEN Erfahrungen. Ist Cluburlaub als Mama genauso toll wie als Kid und Teenie? Ja und Nein.

Nein, weil es einfach nicht vergleichbar ist, Du als Kind ganz andere Möglichkeiten hast, viel beweglicher bist, die Welt aber auch noch viel unvoreingenommener, viel naiver betrachtest. Ich habe z.B. versucht, den Tag zu planen, für meinen Sohn, für mich – und das sollte man auch, aber das war schon ein wenig stressig, vor allem, wenn dann doch ein Termin platze (wegen Wetter oder auch mal verschlafen) und man dann nicht wusste, was man in der Zeit anstellen sollte. Auch den Menschen ist man natürlich nicht so unvoreingenommen gegenüber, man sortiert da einfach schon mal schneller aus, ist auch mal genervt, wenn die Nachbarn mit ihren Kindern merkwürdig umgehen oder dummes Zeug reden, aber man kann sich ja woanders hinlegen …

Ja, weil es einfach eine tolle Zeit war. Ich habe unglaublich viel Sport getrieben, tolle Gespräche mit Menschen aus aller Welt geführt, die ich in Berlin niemals getroffen hätte, ich habe ganz neue Sachen ausprobiert: mich endlich mal im Bogenschießen probiert und Water Jet gemacht, war mal wieder segeln! Als Mama war es nostalgisch-schön, das eigenen Kind bei den Sportarten und auf der Showbühne zu sehen und dann auch ein wenig an die eigenen Kindheit zu denken … Am Strand in der Sonne zu liegen, die Musik von der Terrasse rübergeweht zu bekommen, einen Drink in der Hand, dazu abends das gute Essen – das hat schon richtig gut getan. Zum Flirten war ich allerdings nach all der Action tagsüber zu müde, aber ein Zwinkern, Lächeln und ein wenig Witzchen machen oder gemeinsam tanzen, war schon drin und das eigentlich ziemlich oft. Ich glaube, wenn die Kids größer sind, dann geht da schon was … ; )

 Danke Club Med für diese tollen Tagen in Gregolimano! 

Paraglider

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Teaser_Verena  

Verena (41) hat schon viel erlebt und mindestens genau so viel geschrieben. Mit 21 Jahren landete sie in der BILD-Bundesredaktion, machte ein Volontariat (Axel Springer Journalistenschule) und wurde anschließend Deutschlands jüngste BILD-Redakteurin. 2007 wechselte sie zu den digitalen Medien, wurde erst Nachrichtenredakteurin, später Text-Chefin bei BILD.de. Seit 2009 ist Verenas vielschichtiges Leben vollkommen, sie arbeitet und ist Mutter. Auf MAMABERLIN.org und neuerdings auch auf mummy-mag.de erzählt sie kritisch süffisant aus ihrem Leben…

 

 

 

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