Plötzlich kein Kleinkind mehr…

Kolumne_3Jahre

Es ist verrückt, wie schnell die Zeit vergeht. Vor drei Jahren kam sie zur Welt und nun ist mein Baby gar kein Baby mehr, sondern ein ganz schön großes kleines Mädchen… Und während ich mich gerade immer wieder frage, wo denn mein kleines Baby geblieben ist, sagt sie “Nein Mama! Ich kann das schon alleine!” und schmeißt mich aus ihrem Zimmer…

Eine Kolumne um den Geburtstag herum hat bei mir mittlerweile schon so etwas wie Tradition, mit der ich nun ins dritte Jahr gehe. Letztes Jahr ging es um die “Terrible Two” und um die Dinge, die das Muttersein mit mir gemacht hat. Letzte Woche habe ich noch mal einen Blick auf die Geburt vor drei Jahren geworfen und mein persönliches Learning mit euch geteilt. Und heute? Helene ist nun drei, damit hat sie offiziell das Kleinkindalter abgeschlossen. Und es ist wirklich so: Sie ist nun ein ganz schön großes Mädchen. Verrückt, das über mein kleines Mädchen zu sagen…

Die Meilensteine
Im letzten Jahr gab es einige Meilensteine, die wir erreicht haben, bzw. aktuell dabei sind diese zu erreichen. Ich kann gar nicht glauben, wie viele Dinge die Kleinen in diesem Alter lernen können:

1/ Sprache
Es ist verrückt was für niedlich und tolle Dinge Helene von sich gibt. Laut Kita hat sie ein außerordentlich gutes Sprachvermögen für ihr Alter und sie plappert irgendwie ständig. Auch wenn sie eigentlich oft nicht wirklich versteht, was sie da sagt. Am liebsten mag ich es, wenn sie gerade mit ihrem Kuscheltieren spielt und ich sie dabei beobachte. “Nein, das darfst Du nicht anfassen, sonst werde ich wirklich sauer!” – hmmm, von wem sie solche Sätze nur gelernt hat??? 

2/ Selbstständigkeit
Helene ist im letzten Jahr unglaublich selbstständig geworden. Sie kann sich alleine anziehen, alleine Zähne putzen, alleine ihr Essen bestellen (oder für Mama den Kaffee), alleine Spielen, Bilder malen und und und. Und da kommen wir direkt zum nächsten Punkt…

3/ Der eigene Wille
Es ist wundervoll, kann einen aber auch zur Verzweiflung bringen. Nehmen wir beispielsweise das Anziehen. Klar, Helene kann sich ziemlich gut allein anziehen, aber sie bedenkt dabei leider (noch) nicht das Wetter. Und irgendwie will sie auch einfach nicht verstehen, dass man bei 16 Grad und Regen keine Sandalen und Shorts anziehen sollte – und bei 30 Grad und Sonnenschein die dicke Winterjacke auch nicht die richtige Wahl ist. Diese morgendlichen Kämpfe können einen zur Weißglut, oder aber zur Verzweiflung bringen. Insbesondere, wenn man noch keine Kaffe getrunken hat…

4/ Die eigenen Vorstellungen
Nach und nach kristallisieren sich ganz klar Helenes eigenen Interessen heraus. Und auch wenn ich immer der festen Überzeugung war, ich kriege eine Lausbub-Mädchen, so ist sie tatsächlich – ganz ohne unser Zutun – ein kleines Glitzer-Rosa-Schmetterlings-Mädchen geworden. Ich kann es immer wieder nicht fassen, dass sie sich immer das schrillste Mädchen-Teil raussucht und toll findet. Noch kann ich das relativ gut umschiffen, aber irgendwann muss ich wohl in den sauren Apfel beißen. Aber vielleicht schaffen wir es ja bis dahin, sie davon zu überzeugen, dass Fußball ein wirklich cooler Sport ist, Glitzer viel uncooler als Neon und dass “Frozen” eine ganz schreckliche Erfindung der Industrie ist – wie der Valentinstag. Und wenn das nicht klappt… Naja, dann überleben wir das auch irgendwie. Dann gehört die Prinzessin, die in Tüll versinkt, niemals ohne Glitzer-Krone aus dem Haus geht und mit ihrem imaginären Lillifee-Pony spricht, trotzdem zu uns. Man muss es dann halt mit viel Humor sehen…

5/ Dem Kind Freiräume lassen!
Ich habe wirklich gedacht, das sind Dinge, die erst mit der Schule kommen. Aber es ist tatsächlich so, dass nicht nur wir dem Kind klare Regeln vorgeben – auch uns werden immer mehr Grenzen von ihr gesetzt. Es ist irgendwie super sweet, aber gleichzeitig auch irgendwie ganz schön schwierig. Denn man muss die Grenzen, die einem das Kind setzt, auch erkennen. Das ist leider im stressigen Alltag manchmal gar nicht so leicht, weil man oft dem Kind viel zu schnell über den Mund fährt, anstelle genau hinzuhören. Man muss also mit viel mehr Bedacht durch den Tag manövrieren und noch viel mehr darauf achten, was hier gerade Machtkampf und Theater ist und in welchen Momenten das Kind wirklich klare Grenzen aufzeigt. Natürlich kennt jede Mama ihr Kind sehr gut, aber trotzdem erfordert das eine ganze Menge Feingefühl und die Bereitschaft, dem Kind auch gewisse Entscheidungen selbst zu überlassen. 

Und wisst Ihr was? Drei ist wirklich ein fantastisches Alter. Und eine neue Herausforderung. Für sie. Für uns. Aber wir freuen uns tatsächlich auf jeden Tag, der kommt. Auf jede neue Aufgabe, jede neue Fähigkeit und alles was sie mit ihren drei Jahren lernen wird. Wir werden sicherlich um das ein oder andere graue Haar reicher werden und ich werde sicherlich mehr als einen Tag völlig entnervt sein. Aber das Abenteuer “Eltern sein” wird trotzdem immer und immer spannender. Und eine Sache muss ich noch loswerden: Jeden Abend, beim ins Bett bringen, ist es wieder da – mein kleines Baby, dass kuscheln und ohne Mama (ok, oder und insbesondere Papa) nicht einschlafen will. Wir lieben es!

***Happy new Lebenjahr!***

2 Gedanken zu „Plötzlich kein Kleinkind mehr…

  1. Ein wirklich toller Beitrag – DANKE! Meine Frau hat mir ihn weitergeleitet und ich weiss auch warum – wir erkennenunsere Maja praktisch in jedem Satz wieder, in den Dingen, die Euch vor Freude Tränen in die Augen treiben genauso wie die, die einen verzweifeln lassen. Meistens erleben wir – sowie Du wahrscheinlich auch – Beides am selben Tag. Danke fuer diesen Einblick in Deine Eltern-Welt, ich freue mich auf den nächsten. Viele Gruesse, Ales

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