Auf die Schnelle
Mama kocht… Tiefkühlcurry

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 Der Vormittag ist mal wieder fürs perfekte Foto draufgegangen, die Mägen knurren. Was kocht die Mama von heute dann für sich und ihre Herzstücke? Tiefkühl geht immer! Das dachte sich auch Hannah Wolja Schmitz als sie die Rezepte für das Mama Kochbuch entwickelte – eines davon hat Camilla im MUMMY MAG Paper 5 und hier mal nachgekocht. Sehr sympathisch dachten wir und haben der Wahl-Schweizerin, die die Lebensmittelkosten in Deutschland als Dumpingpreise bezeichnet, noch ein paar mehr Fragen gestellt…

Liebe Hannah, du hast mittlerweile zwei kleine Mädchen, Ava (3) und Liora (1), zu Hause. Wie und wo kaufst du für eure Mahlzeiten ein und wie und wann kochst du?
Gekocht wird meistens ein Mal am Tag für’s Abendessen. Da ist mein Mann auch Zuhause und wir sitzen alle zusammen am Tisch. Es sei denn, einer muss gerade die kleine Liora bespaßen. Ich koche dann immer so viel, dass es für mich am nächsten Mittag mit meiner Großen auch noch reicht und ich etwas aus den Resten zaubern kann bzw. einfach nur aufwärmen muss. Da ich das große Glück habe von Zuhause aus arbeiten zu können, fange ich mit den Vorbereitungen für etwas das länger dauert (wie z.B einen langsam vor sich hin köchelenden Eintopf), schon am Nachmittag oder manchmal schon am Morgen an; halt immer dann, wenn’s am besten passt. Seitdem wir Kinder haben, essen wir erstaunlich früh. Manchmal sogar schon um 17:30 Uhr. Da haben dann auch schon alle richtig Kohldampf und jede Minute zählt. Hungrig haben wir alle was gemeinsam: Wir sind schnell reizbar und das ist kein gutes Rezept für ein entspanntes Abendessen ; ) Wenn dann die Kartoffeln schon geschält sind und einfach nur aufgesetzt werden müssen, ist das schon eine echte Erleichterung. 

Es gibt natürlich auch Tage, an denen man unterwegs ist. Da gibts dann schnelle Blitz Rezepte à la Minute. Die gute alte Pasta in den verschiedensten Variationen kommt auch bei uns oft auf den Tisch. Die Tiefkühltruhe entpuppt sich auch immer wieder als wahrer Lebensretter. Aber nichtsdestotrotz macht ein bisschen Vorbereitung vieles einfacher. Das mag sich jetzt echt seltsam anhören aber manchmal, wenn ich Termine habe, decke ich nach dem Mittagessen schon den Tisch fürs Abendessen. Dann kommen wir Abends nach Hause und können direkt loslegen.  

Eingekauft wird meistens im hiesigen Supermarkt. Das ist ok, aber hin und wieder brauch ich auch mal einen Ausflug zu einem Wochenmarkt oder einem Hofladen, um auf andere Gedanken zu kommen. Ansonsten schleppe ich immer meine asiatischen Vorräte aus Deutschland ein. Nicht, dass es in der Schweiz keine asiatischen Supermärkte gäbe, aber die sind natürlich – wie alles andere – viel teurer und außerdem habe ich es mir einfach so angewöhnt.

Welche Vorteile/Nachteile hat die Schweiz im Vergleich zu Deutschland?
Ich bezieh mich jetzt bei der Beantwortung der Frage hauptsächlich aufs Essen: Wie bereits schon erwähnt ist das Preisniveau schwer mit dem in Deutschland zu vergleichen. Gerade beim Speiseeis merkt man dies gänzlich: Ich vermisse hier die Eisdielen, wo man ein Bällchen für umgerechnet 1 Euro auf die Hand bekommt. Die gibt es hier einfach nicht und wenn man in der Stadt eine auftut, kostet die Kugel locker 4-5 Fränkli. Beim Essen gehen landet man zu zweit schnell bei 100 Franken – ohne Vor- oder Nachspeise. Die heiße Schokolade im Cafe Sprüngli kostet 10 Franken. Das sind 9 Euro. Das ist für die Schweizer ganz normal, aber als Deutsche erleidet man erstmal einen kleinen Schock. Aber na klar, dafür verdient man hier auch mehr und man muss hervorheben, dass die Qualität der Produkte einfach viel besser ist. Beim Fleisch fällt dies besonders auf: da schrumpelt nichts in der Pfanne zusammen und verliert unmengen von Wasser. Das rechtfertigt natürlich dann auch unmittelbar den Preis. 

Als wir damals mit unserer 9 Monate alten Tochter hier herzogen, war einer der grössten Unterschiede, dass der Kindergarten – und damit auch das öffentliche Schulsystem – erst mit 4 oder 5 Jahren beginnt. Alles, was vorher stattfindet, nennt sich Krippe und wird privat bezahlt. 100 bis 150 Franken pro Tag sind ganz normal. 

Und die Unterschiede im Bezug auf Kindererziehung?
In Deutschland haben wir mitten in der Stadt gewohnt. Hier in Zürich sind wir an den ruhigen und eher ländlichen Stadtrand gezogen. Ich hätte es erst nicht für möglich gehalten, aber das Leben mit Kindern ist wesentlich einfacher hier. Wenig Verkehr, viele Schleichwege ohne Autos, die gute Luft und überall kann man spazieren gehen. Ein weiterer Vorteil sind die vielen anderen Kinder. Klar vermiss ich manchmal auch ein bisschen Urbanität, aber hier kann Ava im Sommer Barfuss zum Supermarkt laufen, für eine Abkühlung in den alten Dorf Brunnen springen und wir holen Eier von den Nachbarn. Ein ganz wichtiger Punkt ist für mich auch die Entwicklung der eigen Mobilität. In der Stadt muss man sich für alles verabreden. Hier läuft Ava mit 2 1/2 Jahren einfach selbst zu ihrer Freundin, die wenige Häuser weiter wohnt.

Nach zwei Jahren Schweiz kommen einem die Dumping Preise aus Deutschland auch schräg vor – 1 kg Schweinefleisch für 3,99 Euro? Das kann auch nicht richtig sein. Wir sind in der Schweiz sehr zufrieden. Die wunderschöne Natur, die hohe Lebensqualität, Sauberkeit und Sicherheit und natürlich die veilen anderen netten und tollen Mamas, die ich bisher treffen durfte.

Mama Kochbuch Hannah Schmitz

Weil unser MUMMY MAG Paper 5 unter diesem Schwerpunktthema steht: Was bedeutet Glück für dich?
Das Wertschätzen was man hat und dadurch innere Ausgeglichenheit spüren. Aber auch Ziele setzen und diese verwirklichen. Im Detail: Der Duft der Haare meiner Mädchen, die warmen Hände meines Mannes, gemeinsam lachen, ein blauer Himmel und wenn ich beim Waldspaziergang einen Himbeerstrauch finde.

Bohnengemüse_Mama_Kochbuch 

Wenn’s mal wieder schnell gehen muss…

Kinder-Curry aus dem „Tiefkühlgarten“

Für 4 Personen:

2 Tassen Basmatireis
3 1⁄2 Tassen Wasser

für die currypaste:

(alternativ 4 Esslöffel gekaufte Currypaste): 
5 Stängel Koriander
1⁄2 milde grüne Chili, mehr oder weniger je nach Geschmack
1 daumengroßes Stück Ingwer
5 Stängel Zitronengras (das weiche Innere von drei Stängeln für die Paste plus zwei Stängel zerdrückt in ganzer Länge)
6 Kaffirlimettenblätter
 1 mittelgroße Zwiebel, geschält und geviertelt
3 Knoblauchzehen, geschält
1 Teelöffel Shrimppaste

für das curry:

400 ml Kokosnussmilch
Optional: 1 Esslöffel Curryblätter 200 ml Brühe
200 g Bohnen
250 g Zucchini
100 g Tiefkühlerbsen
1 Teelöffel Zucker
1 Esslöffel Fischsauce
 Salz
1 Handvoll Minze, Koriander oder Thai-Basilikum

Zugegeben, die Zutatenliste wirkt etwas einschüchternd. aber hat man die zutaten im Asiamarkt erst mal geholt, geht alles „ratzfatz“. Der Vorteil davon, sich seine eigene Currypaste herzustellen, liegt nicht nur darin, dass man sich dabei unverschämt „profimäßig“ vorkommt, sondern auch darin, dass man sich seinen eigenen Schärfegrad aussuchen kann. Nicht ganz unwichtig, wenn die Kleinen mitessen.

Reis in einem Reiskocher oder einem Topf mit Wasser nach Packungsanleitung gar kochen. Korianderblätter abzupfen und einige zum Servieren beiseitestellen. Die Stängel in ein hohes Gefäß geben. Chili, Ingwer, das weiche Innere von 3 Zitronen- grasstängeln, 3 Kaffirlimettenblätter, die restlichen Korianderblätter, Zwiebel, Knoblauch und Shrimppaste hinzufügen. Mit einem Pürierstab alles gut durchmixen.

Dose mit Kokosnussmilch vorsichtig öffnen. Nicht schütteln.
In einem Bräter die dickere obere Schicht der Kokosnussmilch erhitzen, die Currypaste und – falls gewünscht – die Curryblätter dazugeben. 5 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln lassen und gelegentlich umrühren. Den Rest der Kokosnussmilch und die Brühe hinzufügen. Einmal aufkochen lassen und mit geschlossenem Deckel bei geringer Hitze 15 Minuten köcheln lassen, dabei gelegentlich umrühren und – falls nötig – etwas Wasser hinzugießen. Bohnen putzen und von den harten Enden befreien. Zucchini waschen und in sehr dünne Scheiben schneiden. Bohnen in den Bräter geben und 5 Minuten mitkochen lassen. Zucchini und Erbsen dazugeben und nur einmal kurz aufkochen lassen. Mit Zucker, Fischsauce und evtl. Salz abschmecken. Mit frischen Kräutern nach Wahl bestreuen und mit Reis servieren.

 

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Vielen Dank liebe Hannah – für die tollen Inspirationen und das ehrliche Gespräch! Wer noch tiefer ins Leben im schweizer Witikon eintauchen mag, der folgt Hannah am besten hier

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