#travelwithkids Sardinien
kristallklar, weiß und unberührt

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Karibik, Südsee? Nein, Sardinien. Während Camilla den Sommer auf einem Bauernhof verbrachte, Madeleine und Janine in Spanien weilten, sind meine Jungs und ich nach ein paar Tagen kühler Ostsee in den Flieger nach Sardinien gestiegen und haben ein kleines Stück Paradies für uns entdeckt.

Wir kennen Sardinien ein bisschen. Das letzte Mal, dass wir die schöne Italienerin besucht haben, ist sieben Jahre her und unser erster Sohn war noch winzig klein. Diesmal war der Norden unser Ziel, die Gallura und deren Nordwestküste. Nach einer Stippvisite in La Ciaccia checkten wir für drei Tage in der beeindruckend großen Parkanlage vom Le Dune Resort & Spa der Delphina Hotelgruppe ein.

Le Dune Resort Delphina Hotels Mummy Mag

Am langen Strand Li Junchi in Badesi befindet sich quasi in Alleinlage das Le Dune Resort & Spa am Golfo dell’ Asinara. Es gehört zu einer familiengeführten Hotelkette mit insgesamt acht Standorten in Nordsardinien, die auf authentische italienische Gastfreundschaft setzt.

Nach einem bequemen Check-In und einer Einführung, um sich in der riesigen Anlage überhaupt zurecht zu finden, ging es für die Jungs und mich erstmal in den nächst gelegenen Pool direkt unterhalb unseres Zimmer. Wir mussten effizient sein, denn wir hatten einige Bademöglichkeiten zu testen in drei Tagen. Schnell war die Zeit vergessen und wir verpassten beinah den Mittagsbrunch im Strandrestaurant Alla Spiaggia, der bei Vollpension inbegriffen ist. Der Blick, den man von dort über das türkisblaue glitzernde Meer und den Horizont genießt, ist wunderschön. Das Buffet war auch für Kinder ideal und für uns gleichermaßen ansprechend, so dass nach den Selbstversorger Tagen zuvor endlich mal jeder essen konnte, was er wollte. Nach dem späten Lunch ging es in die Strandbar für Cafe und Eis. Ich entdeckte eine neue Leidenschaft für Cafe Crema, hier ein Cafe aus gefrorenem Milchschaum, der zuckersüß in Espresso-Macchiato-Größe daherkommt. Molto bene! Gestärkt ging es umso schneller zum nächsten Pool. 

Nach weiterem stundenlangen Geplansche im zweiten Hotelpool, machten wir uns viel zu spät auf den Weg zu unserem ersten Dinner im Il Leccio. Das Restaurant war in einer Hotelanlage am anderen Ende des Resorts gelegen und da es bereits dunkel war verliefen wir uns auf dem Weg dorthin, so dass die Mägen ordentlich in den Knien hingen. Das wieder ausgezeichnete Essen entschädigte das lange warten und dann – wie sollte es anders kommen – verliefen wir uns auf dem Rückweg wieder. Das sollte nie wieder passieren.

 

Am nächsten Morgen genossen wir unser erstes Frühstück an unserem schönen Hotelpool unter Palmen. Nach einem kleinen Rundgang, um zukünftige nächtliche Verirrungen zu verhindern, checkten wir fast die komplette Anlage. Und waren mit dem Angebot etwas überfordert. Zum Glück waren heute wir Eltern dran mit entscheiden und uns hielt kein noch so origineller Pool oder Sportangebot mehr auf, denn wir wollten ans Meer!

Eine gute Entscheidung wie wir alle feststellten. Der weiße feine Sand, das kristallklare flache Wasser mit diversen Sandbänken, die es ungefährlich für Kinder machen und die vielen Wassersportangebote (fast alles inklusive) ließen die Zeit nur so rennen. Wir probierten uns im Kajak, Stand-Up Paddeling in verschiedenen Kombinationen stehend ohne Kids drauf, mit eins, zwei, drei Kids und immer wieder schnorcheln, schnorcheln, schnorcheln und in die Wellen springen. Sardinien hat auch im Spätsommer, wie ich finde ideale Temperaturen, 30 Grad und das Meer angenehm erfrischend, aber nicht zu kalt. Schlapp machen wegen zu großer Hitze oder frieren komplett ausgeschlossen. An der Nordküste ist zu dem eine leichte Welle inklusive Brise normal.

 

Unser vier Sterne Resort ist in fünf verschiedene Hotels unterteilt und bietet so jedem Urlaubsanspruch das richtige Angebot. Es ist das größte Resort der Delphina Gruppe und ideal für Familien, anspruchsvolle Gäste, Sportfreunde oder aber auch für Honeymooner. Auf den insgesamt 280.000 qm kann man sich anfangs leicht verlaufen. Es befinden sich 10 Restaurants, 6 Pools, ein großes Wellness Zentrum, zahlreiche Sportmöglichkeiten (meist inklusive) und diverse Bars, Cafes und eine Piazza darin. Im Grunde müsste man das Resort kein einziges mal verlassen und alle Familienmitgliedern würden schon auf ihre Kosten kommen. Wäre da nicht direkt dem Resort vorgelagert dieser so ausgesprochen schöne 8km lange Sandstrand. Umgeben von der mediterranen Natur, völlig unverbaut und einzig von der typischen auch im September noch kräftig grünen Macchia, uralten Wacholderbbäumen und Weinbergen gesäumt. So ist der Blick nicht nur aufs Meer einzigartig, sondern ebenso aus dem kühlen Nass auf die Strandkulisse.

 Von nun an fiel uns jeden Abend, die Trennung vom Meer sehr schwer und wir kehrten regelmäßig zum Sundowner zurück.

 

Abends besuchten wir den Playground für die Kids. Für alle Altersklassen ist hier ein entsprechend spannendes Angebot. Für die größeren Flipper, Car-Race oder Kicker, für die Kleineren, drei unterschiedliche Hüpfburgen, eine Seilbahn, ein großes Klettergerüst und Kettcars. Und jeden Abend um 21:15 Uhr treffen sich außerdem die Kids, die Lust haben zum “Babydance”.

 

Angebote für Kinder
Hier mal wegen der großen Fülle alle Leistungen und Angebote für Kinder im Überblick:

  • Ein eigenes Kinderrestaurant “Peter Pan” in dem natürlich auch die Eltern mitessen dürfen.

  • Die Nursery ist 24 Stunden geöffnet und ausgestattet mit Hochstühlen, Sterilisiergeräten, Mixer, Flaschenwärmer, Mikrowelle, Babynahrung etc.

  • Das Villagio Fantasia ist ein Kinderparadies für die kleinen Gäaste des Resorts auf einer Fläche von 10.000 qm. Zwischen Sanddünen und Wacholderbäumen befindet sich ein großer Spielplatz, ein Schwimmbad und verschiedenen Spielangeboten.

  • Das Duneland ist ein weiterer In- und Outdoor Spielplatz für Kinder mit verschiedenen Angeboten, kreativen Workshops, Kinoecke, sowie einer Ess- und Relaxecke.

  • Der bereits oben beschriebene Playground, der in den Abendstunden nach dem Dinner von Familien hochfrequentiert wird.

  • Der Babyclub ist für Kinder von 18 Monaten bis vier Jahren und bietet seinen Betreuungsservice täglich von 8:45 – 18:30 Uhr an. Zusätzlich auf Anfrage und gegen Bezahlung ist eine Betreuung am Abend zwischen 20:30 – 22:30 Uhr möglich.

  • Der Mini-Club ist von Kinder von vier bis 9 Jahren und ebenfalls täglich von 9:00 bis 18:30 Uhr möglich.

  • Der Junior-Club ist von 9 bis 13 Jahre alte Kinder im gleichen Zeitraum und mit vielen sportlichen Aktivitäten im Angebot.

  • Die Ältesten zwischen 14 und 16 Jahren können sich im Teen-Club treffen und in lockerer und entspannter Atmosphäre kennenlernen.

  • Bio-Garten, Volieren, Hühnerstall und Pferdestall: Es gibt die Möglichkeit Kurse zu besuchen, bei denen die Kinder im hauseigenen Gemüsegarten ernten und daraus essen zubereiten, Im Hühnerstall Eier sammeln gehen oder einen Pferde-Ausritt machen.

Sportangebote
Auch bei den Sportmöglichkeiten ist eine Aufzählung nützlich, denn das Angebot ist sehr vielfältig und die Italiener sehr sportlich, wie wir beobachten konnten. Die meisten Angebote und Aktivitäten sind im Le Dune im Preis inbegriffen:

Beachvolleyball, Kanu, Stand-Up Paddeling, Katamaran, Windsurfing, Tauchen, vier Tennisplätze, ein Kleinfussballfeld, Basketball, Bogenschießen, Tanzschule. Außerdem sind Privatstunden in diversen Sportmöglichkeiten gegen Aufpreis buchbar.

Ausflüge
Wir hatten wirklich keinen Grund das Resort zu verlassen. Obwohl das sehr im Gegensatz zu unseren bisherigen Urlauben stand, da wir eigentlich immer auf Erkundungstour gehen. Wir wollten die Zeit dort aber einfach voll ausnutzen und haben alles fussläufig gemacht. Theoretisch ist also kein Mietwagen (teuer in Italien!) nötig, wenn man das Le Dune bucht. Möchte man auch ohne Mietwagen die Umgebung kennenlernen, werden auch vom Hotel diverse Ausflüge angeboten. Die gesamte Gallura kann mit den Exkursionen besichtigt werde und sogar Sportfischen oder Hochseeangeln steht auf dem Programm. Selbstverständlich können aber auch direkt im Resort tageweise oder länger Autos, Mietwagen oder Fahrräder gemietet werden. Möchte man den nächsten Ort Isola Rossa (wunderschön) oder Badesi besuchen kann man den Shuttleservice oder Bus nutzen.

Die Restaurants 
Schon zum Frühstück Schiffe voller Obst und das in einem Land, dass nicht gerade für die erste Mahlzeit des Tages bekannt ist. Das könnte das Motto sein, wenn es um die Kost im Le Dune geht. Denn auch sonst lassen die zehn Restaurants, die zum Dinner zur Auswahl stehen wirklich keine Wünsche offen. Je nach Geschmack kann man eher ein Restaurant mit traditionellen sardischen Speisen, ein spezielles Fischrestaurant, eine Pizzeria, ein internationales Buffet etc. genießen. Die Kinder finden in jedem was – versprochen – und auf die typischen italienischen Spezialitäten wie Pasta, den herrlichsten Ricotta der Welt oder die heißgeliebten Antipasti muss man in keinem der Lokale verzichten. La dolce vita garantiert!

Preise
Wir machen eigentlich nie Hotelurlaub, sondern sind immer in Ferienhäusern Selbstversorger. Irgendwie schien uns das mit drei kleinen Balgen immer am entspanntesten, da die Kinder sich dann wie zu Hause fühlen und bewegen können. Dass das auch immer bedeutet, dass eigentlich gut 70 % der Hausarbeit, die im Alltag anfällt, mit in den Urlaub fährt, hatte ich irgendwie ausgeblendet. Bis jetzt. Denn ein Urlaub bei dem man sich um wirklich nichts kümmern muss, ist für die ganze Familie die pure Entspannung. Die Kinder profitieren ebenso, wenn die Eltern mal mehr Zeit übrig haben. Das entschädigt auch die etwas höheren Kosten eines Hotelurlaubs. Wir hatten Vollpension, was mit Kindern wirklich super war. Das ist aber nicht die Regel. Die meisten Gäste hatten Halbpension gebucht. In den Delphina Hotels gibt es noch dazu besondere Special-Preise für Familien. Kinder unter 2 Jahren sind kostenlos. Ebenso das erste Kind unter 6 wobei das zweite dann auch nur noch die Hälfte kostet. Halbpension pro Person gibt es ab 88,- € im Resort Le Dune, in der Hochsaison ab 126,- €. Hier kann man die Preisliste der einzelnen Hotels in diesem Resort einsehen. Alle Services die für Kinder angeboten werden sind umsonst. Und Getränke wie Wasser und Hauswein sind in fast allen Restaurants inklusive. Die zusätzlichen Kosten vor Ort sind bei Vollpension also wirklich begrenzt.

Anreise und Transfer

Die Flughäfen Olbia und Alghero sind fast gleich weit beide ca. eine Autostunde entfernt. Olbia wird von vielen Fluggesellschaft direkt angeflogen, so dass man günstige Flüge abgreifen kann. Ich empfehle nur mit Handgepäck zu reisen (das darf inzwischen ziemlich groß und schwer sein!). Bei fünf Personen sind das fünf ziemlich große Taschen, die man erstmal füllen muss. Das spart weitere Kosten und man braucht wirklich nicht viel vor Ort, neben Badehosen und ein paar Kleidchen. Wir hatten einen Mietwagen, da wir zuvor schon mit Freunden auf der Insel waren. Sofern man einen Badeurlaub plant ist dieser im Le Dune wirklich nicht nötig. Unserer kleiner Citroen stand die Tage ungerührt auf dem Hotelparkplatz… Tranfers bietet selbstverständlich das Hotel an. Eine Strecke kostet 115,- € für ein Auto bzw. 135,- € für einen Minibus für vier Personen.

Die Hotels

Wir wohnten im Le Rocce und fühlten uns dort sehr wohl. Alle Hotels des Resorts sind in maximal zweistöckigen Häusern untergebracht und so existiert kein großes Haupthaus, sondern die ganze Anlage hat optisch Dorfcharakter, was es sehr ansprechend macht. So wundert es mich auch nicht, dass auffällig viele Italiener dort ihren Urlaub verbrachten, denn die sind ja bekannt für ihren guten Geschmack. Deutsche Stimmen hörte ich fast gar nicht.

 

 

Wenig überrascht mich, dass der englische The Telegraph das Le Dune zu den fünf besten Hotels für Kinder weltweit gekürt hat. Eine Anlage inmitten der Natur, wo Familien die idealen Gegebenheiten vorfinden, um einen unvergesslichen Urlaub auf Sardinien zu verbringen. Gallura, Le Dune – wir kommen wieder!

 

Fotos: Saskia Hilgenberg 

 

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Saskia Teaser Abbinder

Saskia hat mit ihren drei kleinen Orgelpfeifen die volle Ladung Jungspower zu Hause und weiß, was es heißt, an seine Grenzen zu stoßen. Sie trägt es mit Fassung und vor allem viel Liebe, denn die häusliche Si­sy­phus­ar­beit hat sowieso kein Ende. Doch auch wenn die Geburten ihrer drei Söhne ihr Leben auf den Kopf gestellt haben, blieb sie ihrer Leidenschaft für Fashion treu und lässt das Familienleben eher anekdotisch in ihren Beiträgen durchblitzen. Die Mitbegründerin des Mummy Mag arbeitet inzwischen frei als Stylistin und Redakteurin. Muttersein ist für Saskia von jeher ein positiv besetztes Bild und das möchte sie auch mit dem Mummy Mag transportieren, um den Frauen in Deutschland Mut bei der inzwischen viel zu häufig gestellten Kinderfrage zu machen.

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