Update in Sachen Hochzeit

Mummy_Interview

Ich habe lange Jahre als Redakteurin für Gala Wedding gearbeitet und habe diese Arbeit sehr geliebt. Immer die neusten Brautmoden-Trends, coole Lifestyle- oder Travel-Themen vorbereiten… Ach, schön war das. Während dieser Zeit habe ich eine komplette Kiste mit Hochzeits-Inspirationen gesammelt, vom Blumenschmuck über Make-up bis hin zu hübschen Accessoires. Und was war? Mein Mann und ich haben heimlich und nur zu zweit geheiratet, nicht in Weiß, ohne Gäste, ohne Zeugen und ohne Blumen. Danach gabs Curry-Wurst mit Pommes und es war perfekt.

Für alle, die grade ihren großen Tag vorbereiten oder einfach eine Menge cooler Inspiration zum Thema geliefert haben wollen, dem kann ich nur ganz dringend das brandneue Hochzeits-Magazin „WOW – WAYS OF WEDDING“ ans Herz legen. Mitbegründerin ist Saskia Schieber, eine ehemalige Kollegin von mir bei Gala Wedding und ein echter Vollprofi in Sachen Style & Design.

Zudem ist Saskia Mutter einer kleinen Tochter, Klara (1) und lebt mit ihrem Mann (der auch zum WOW-Team gehört) in Hamburg…

Liebe Saskia, wie kamst Du auf die Idee, zusammen mit Deinem Mann und einer Freundin/PR-Frau WOW zu gründen?
Die Idee, ein eigenes Hochzeitsmagazin auf den Markt zu bringen, entstand beim Mittagessen mit einem Freund von uns. Er arbeitet als Designer und erzählte uns, dass er von Frauen immer wieder gefragt wird, wo man sich als zukünftige Braut Inspirationen holen kann, da es wenig moderne Hochzeitsmagazine gibt. Das sahen wir genauso, und so haben wir uns ans Werk gemacht. Meine Freundin Sabine Lettmann kannte sich in der Hochzeitsbranche schon gut aus, da sie neben ihrem PR-Job auch als Designerin (u.a. für Brauttaschen) arbeitet. 

Mein Mann Patrick ist Grafiker. Da für uns klar war, dass unser Magazin optisch sehr klar und reduziert werden soll, konnten wir ihn dafür begeistern die Gestaltung des Magazins zu übernehmen. Auch wenn es inhaltlich um das Thema Hochzeit geht.

Es gibt ja schon zahlreiche Hochzeitsmagazine, was hat Euch bei denen gefehlt? 
Im Vergleich zu der Menge an Fashion-Magazinen ist der Markt mit Hochzeitsmagazinen tatsächlich recht spärlich besetzt. Und die, die es gibt, sind sich unserer Meinung nach inhaltlich alle recht ähnlich.
Wir versuchen mit unserem Magazin etwas mehr Leichtigkeit in das Thema Heiraten zu bringen. Fast jeder wünscht sich eine perfekte Hochzeit, perfekt auszusehen, in einer traumhaften Location zu heiraten, usw. Ist ja klar und total verständlich. Bei dem Versuch alle Wünsche in die Realität umzusetzen, übertreiben manche (Bräute) es jedoch und setzen immer noch einen drauf: Noch mehr Pailletten am Kleid, noch ein Accessoire, noch mehr Make-Up, noch mehr Deko, ein noch größeres Buffet,… natürlich auch, weil Hochzeitsmagazine und Blogs zahlreiche Inspirationen liefern. Man selber muss aber das für sich Nötige herausfiltern.

Wir finden: Konzentriert euch auf das Wesentliche und bleibt Ihr selbst! Wenn Ihr nie High-Heels tragt, warum sich am Hochzeitstag reinquälen? Wenn Ihr ein Jeans und T-Shirt-Typ seid, warum nicht einfach in einem schlichten Zweiteiler oder Jumpsuit heiraten?

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Was ist das Besondere an Eurem Magazin?
Wohl vor allem, dass es so clean und geradlinig ist. Optisch, als auch inhaltlich. Mit hohen Ansprüchen an die Qualität. Wir zeigen nur Produkte und Leute, hinter denen wir zu 100% stehen. Außerdem zeigen wir keine Real-Weddings von Brautpaaren, stattdessen aber einige exklusive Interviews mit interessanten Menschen aus der Hochzeits-, Sport- und Foodbranche.

Wann hattet Ihr die Idee zum eigenen Heft?
Die Idee entstand schon vor über 2 Jahren! Den langen Weg, den man vor sich hat, wenn man sich keinem Verlagshaus anschließen will, haben wir, ehrlich gesagt, anfangs unterschätzt. 

Eine eigene Familie und zeitgleich ein eigenes Magazin zu gründen, war das nicht der pure Wahnsinn?
Da wir, als ich schwanger wurde, schon mitten in der Aufbauphase des Magazins waren, haben wir während der Schwangerschaft ganz normal weitergemacht. Das war auch kein Thema, da bei mir alles unkompliziert verlief.  Was ich jedoch völlig unterschätzt habe war, wie es  läuft, wenn das Baby da ist. Ich dachte, ich schaffe in den ersten Wochen super viel, da das Baby viel schläft und ich nur zum Stillen alle paar Stunden parat stehen muss. Außerdem war klar, dass mein Mann die ersten Wochen nach der Geburt zu Hause bleibt.

Doch dann kam alles ganz anders als gedacht: Die Geburt war lang, kompliziert, und endete nach 30 Stunden Wehen und 4 Stunden Presswehen in einem Kaiserschnitt. Wir alle hatten mit dieser Art von Geburtserlebnis lange zu kämpfen. Mir ging es körperlich nicht gut, und unsere Tochter war alles andere als ein Vielschläfer-Baby. Zudem hatte sie die 3-Monats-Kolik. Die ersten Wochen waren echt hart!

Aus wie vielen Leuten besteht denn das WOW-Team?
Wir haben irgendwann eingesehen, dass wir die Anzeigenakquise nicht selber schaffen, obwohl wir es anfangs versucht haben. Daher haben wir dafür jemanden an Bord geholt, die das beruflich macht. Außerdem hatten wir für die Beauty Produktseiten Unterstützung, und die Modestrecke hat eine tolle Berliner Brautmoden-Stylistin übernommen. Alles andere stammt aus der Feder von Sabine und mir. Die Gestaltung und Schlussgrafik hat mein Mann komplett alleine gestemmt.

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Was hast Du vorher gemacht, wie sieht Dein Karriereweg aus?
Studiert habe ich Modedesign und arbeite nun seit fast neun Jahren freiberuflich als Redakteurin mit dem Schwerpunkt Fashion und Lifestyle für verschiedene Magazine. 

Welchen Herausforderungen musstet Ihr Euch während der Entstehung stellen?
Es gibt viele Steps, die einem im Verlag abgenommen werden, da es dafür Leute gibt. Wie z.B. die Anzeigenakquise, die Papierauswahl, den Druck, den Vertrieb, das Lektorat, usw. Da wären wir das ein oder andere Mal froh gewesen, man hätte einfach mal was abgeben können. Andererseits ist es auch super interessant und schön, in all die Prozesse, die zu der Entstehung eines Print-Magazins dazugehören, involviert zu sein. Wir haben alle auf jeden Fall noch Einiges dazugelernt.

Neben Mode und Lifestyle – welche Themen zeigt Ihr zusätzlich im Magazin?
Unser Magazin gliedert sich in vier Kategorien: Fashion, Beauty, Lifestyle und Travel.

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Du bist Mama einer kleinen Tochter, wie hat denn da das Arbeiten funktioniert? Hattet Ihr Hilfe?
Nein, Hilfe hatten wir keine, da unsere Tochter noch nicht in die Kita geht und Omas und Opas leider auch nicht in der Nähe wohnen. Daher wurde immer dann gearbeitet, wenn das Kind es zugelassen hat. Also meistens, wenn sie schläft und in den Abendstunden. Freie Wochenenden waren auch erst mal gestrichen. Inzwischen kann sie sich aber auch schon ganz gut eine Weile alleine beschäftigen und es reicht ihr, wenn Mama oder Papa mit dem Laptop auf dem Schoß in der Nähe sind.

Du und Dein Mann, Ihr seid beide freiberuflich, heißt das 50/50 bei Haushalt und Kindererziehung?
Wir können das nicht so richtig aufteilen. Der, der gerade weniger zu tun hat, muss sich mehr um Kind und Haushalt kümmern, ganz einfach! In den Sommermonaten hatte ich neben WOW noch einen anderen großen Job, da konnte mein Mann sich zum Glück viel Zeit für Klara freischaufeln.

Und wie ist es, mit seinem Mann zu leben und zu arbeiten?
Das klappt ganz gut! Klar, gab es auch mal Reibereien. Vor allem in der Anfangsphase, als die ersten Layoutideen entstanden. Da ticken Redakteure und Grafiker ja oft unterschiedlich, das bin ich aber aus meinem Job schon gewohnt. In der heißen Endphase, als es immer näher Richtung Druck ging und wir auf Anschlag gearbeitet haben, hat es interessanterweise sehr gut Hand in Hand funktioniert. Da uns das Projekt unheimlich am Herzen liegt, wir einfach den gleichen Geschmack und Anspruch an Design und Qualität haben, hat es uns dann auch nicht genervt, dass sich monatelang alles nur noch um zwei Themen (Klara und WOW) gedreht hat.

Wie geht’s weiter mit WOW? Wo wollt Ihr mal hin? Wie oft erscheint das Heft?
Puh, gute Frage. Wir sind jetzt erst mal total stolz, diese Ausgabe auf die Beine gestellt zu haben. Und jetzt sind wir natürlich wahnsinnig gespannt, wie es ankommt und sich verkauft. Grundsätzlich wünschen wir uns aber schon, 1 bis 2 mal pro Jahr mit WOW zu erscheinen. 

Ist WOW jetzt Dein/Euer Fulltime-Job? Oder läuft das nebenbei?
Nein, da wir momentan an dem Magazin noch nichts verdienen, und alles aus eigenem Kapital gestemmt haben, kann es (noch) nicht unser Fulltime-Job sein. Das Magazin läuft für uns alle nebenbei, neben unseren anderen Aufträgen.

Wie war eigentlich Eure eigene Hochzeit? Hättet Ihr durch die Arbeit am Heft jetzt was anders gemacht?
Unsere eigene Hochzeit fand parallel zum Aufbau des Magazins statt. Und sie war genauso, wie wir ticken, und wie es auch das Magazin widerspiegelt: Reduziert, unkompliziert, im kleinen Kreis, mitten in Hamburg. Und wir würden es heute alles wieder genauso machen!

Liebe Saskia, ganz herzlichen Dank für das Interview. Wir wünschen Euch viel Erfolg mit diesem tollen Projekt!

Und hier noch ein paar Infos: 
Das 80-seitige Magazin könnt Ihr online unter wow-magazin.de bestellen, es kostet 8 Euro zzgl. Versandkosten. Zudem liegt es in ausgewählten Hochzeits-Stores aus, welche erfahrt Ihr HIER!

 

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