Camillas Schwangerschafts-Kolumne
Die ersten drei Monate

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Heute starte ich offiziell mein Schwangerschafts-Kolumne. Von nun an werde ich Euch regelmäßig mit Berichten rund um den wachsenden Bauch versorgen und was das alles so mit sich bringt… Weil ich natürlich etwas gewartet habe, bevor ich die News an die große Glocke hängte, gibt es heute also die ersten drei Monate quasi im Schnelldurchlauf. Ist auch gar nicht so viel, denn mir ging es verdammt schlecht und ich habe mich wochenlang einfach zuhause verkrochen. Aber lest am besten selbst!

Der Schwangerschaftstest
Eigentlich muss ich direkt mal in der Mehrzahl sprechen, denn ich habe etwa acht Stück gemacht. Ich hatte es geahnt, als es quasi passiert war. Ich hatte es im Prinzip auch ab der ersten Woche gespürt. Ich kenne meine Körper ziemlich gut, weiß eigentlich immer, was er mir sagen will – ich konnte es nur einfach nicht glauben. Ich brauchte einfach eine 8-fache Bestätigung, musste es immer wieder sehen, damit ich es auch irgendwie in meinen Kopf bekommen konnte. Ob ich das geschafft habe? Sagen wir mal so: naja. Nach dem achten Test, hatte ich es einigermaßen realisiert. Und trotzdem musste ich in der Folgewoche noch zweimal auf einen Streifen pinkeln. Kann ja nicht schaden, oder? 

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Das Gedankenkarussell
Ich muss dazu zwei Dinge loswerden: Ich wollte schon immer mehr als zwei Kinder, nur war ich mir bisher nicht so sicher, wann. Mir war immer klar, dass ich nicht so schnell hintereinander Kinder bekommen wollte, aber zu lange wollte ich natürlich auch nicht warten. Also entschieden wir uns, es wieder einmal drauf ankommen zu lassen. Weder es gezielt zu versuchen, noch es gezielt zu verhindern. So hatten wir es bei Helene gehalten und so sollte es auch wieder sein. Das es dann für unsere Verhältnisse doch so schnell ging, damit hätten wir nicht gerechnet…

Die andere Sache, die mich irritiert, ist die Tatsache, dass ich selbst Einzelkind bin und ich es mir einfach nicht vorstellen kann, noch mal ein kleines Wesen so sehr zu lieben, wie Helene. Ich weiß ich werde es tun, aber der Gedanke ist irgendwie noch völlig abstrakt. Zum Glück habe ich ja noch neun lange Monate vor mir, mich an diesen Gedanken zu gewöhnen. Und für die nächsten Wochen heißt es dann wohl: Dauer-Grinsen verkneifen und mir möglichst viele Ausreden überlegen, weshalb ich plötzlich keinen Alkohol mehr trinke und auch bei meiner obligatorischen Party-Zigarette den Kopf schüttele. Puh…

Die ersten 8 Wochen…
Sie sind wie beim letzten Mal irgendwie furchtbar – und doch ganz anders. Bei Helene plagte mich von morgens bis abends starke Übelkeit, ich war müde und erschöpft. Dieses Mal spüre ich keine Übelkeit, aber Erschöpfung, Kraftlosigkeit und Leere. Ich wache auf und bin völlig platt. Kein anständiger Satz geht mir von der Hand, jede E-Mail ist ein riesiger Kraftakt für mich. Ich frage mich warum, weiß aber einfach keine Antwort. Ich kenne mich als Mensch voller Energie, doch zur Zeit scheint diese kleine Bohne in mir all meine Kraft zu rauben. Ich fühle mich nach acht Stunden Schlaf und einer Dusche, als hätte ich gerade erst einen Marathon absolviert, allerdings ohne Endorphine. Bäume ausreißen? Fehlanzeige! Alles was ich noch mühsam an Energie-Reserven finden kann, bekommt Helene. Freunde und Arbeit werden extrem vernachlässigt. Einfach, weil keine Kraft da ist. Ich hoffe es wird bald besser, denn so kann es ja nicht ewig weitergehen…

Woche 9
Ohne meinen Freund würden wir hier zuhause verwahrlosen. Echt jetzt! Er wäscht die Wäsche, räumt die Küche auf und übernimmt fast den kompletten Haushalt. Er putzt, er räumt mir hinterher und erinnert mich an so ziemlich alles. War das in der ersten Schwangerschaft auch so? Ich kann mich nicht erinnern, aber ich kann es mir beim besten Willen nicht vorstellen. Obwohl, er hat damals auch einiges getan in den ersten Wochen. Morgens hat er mir immer ein Glas Milch und ein Käsetoast ans Bett gebracht, damit ich überhaupt aufstehen konnte, Mittags bin ich immer in der Pause nach Hause um mich kurz hinzulegen und abends? Da war ich nach der Arbeit so k.o., dass ich mich zwei Stunden ausgeruht habe, um anschließend ins Bett zu gehen… Es wird wohl ähnlich gewesen sein – bis auf den Unterschied, dass wir jetzt eine Tochter haben, die Ansprüche stellt, täglich mehrfach Hunger hat und frische Sachen tragen möchte. Ich bin gerade eine so schlechte Mutter…

Woche 10
Die Übelkeit wird immer schlimmer. Verdammt. Und dann muss ich auch eine Woche funktionieren – und das mit einem krassen Programm. Zwei Tage alleine mit Kind, dann drei Tage Messe in Köln. Und am Wochenende noch ein Kids-Shooting für das Paper. Insbesondere die Messe schafft mich. Die lange Zugfahrt nach Köln, die sehr langen Tage auf der Messe, ohne Pause – und auf der Rückfahrt läuft fast alles schief. Zum Glück hat eine nette Mitarbeiterin der Deutschen Bahn so ein Mitleid mit mir, als ich wie ein kleines Häufchen Elend vor ihr stehe, dass sie mich auf die erste Klasse umbucht und mir einen fantastischen Sitzplatz garantiert. Trotzdem komme ich sehr viel später zuhause an als erwartet. Den Samstag schaffe ich nur zur Hälfte, am Nachmittag lässt mich mein Kreislauf im Stich. Und Sonntagfrüh klingelt der Wecker – auf zum Shooting. Sonntagabend mache ich drei Kreuze, dass ich die Woche überstanden haben und nehme mir fest vor, mich ein wenig zu schonen!

Woche 11 & 12
Es wird einfach nicht besser. Verdammt, ich weiß zwar, dass es nicht mehr lange andauern wird (wenn ich meine erste Schwangerschaft zugrunde lege), aber ich HABE KEINE LUST MEHR! Und dabei hat die Schwangerschaft noch nicht mal richtig begonnen. Ich bade im Selbstmitleid, komme an manchen Tage nur vom Bett bis zur Couch und sammele meine ganze Energie, um Helene abzuholen und mich anschließend in ihrem Zimmer auf den Boden zu legen, während sie um mich herumspielt. Habe ich mir das echt ausgesucht? Ich muss verrückt sein! Diese Schwangerschaftswochen haben nur einen einzigen echten Lichtblick: Ich habe meinen ersten Ultraschall und halte endlich das erste Bild von der Ursache allen Übels in den Händen. Und schon ist es ein ganz klein bisserl weniger Schlimm. Ein ganz klein wenig…

So, die ersten drei Monate sind geschafft! JUHU!

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Danke liebe Lisa für die tollen Bilder! 
Das schöne rote Kleid ist übrigens wieder von Mamalicious, ist ein Schwangerschafts-Stretchkleid und ist perfekt für die Weihnachtszeit oder?  

 

6 Gedanken zu „Camillas Schwangerschafts-Kolumne
Die ersten drei Monate

  1. Ohh hallo Camilla, wie schön zu hören dass ihr drei zuwachs bekommt! Ich wünsche dir viel Kraft und Energie, es wird bestimmt bald besser ! Lieben Gruß Lisa

  2. Ich gratuliere dir von Herzen zu deiner Schwangerschaft. Das bedeutet, als wir uns in Hamburg bei Nivea kennenlernten, hast du dich schon tapfer durch den Tag gekämpft. ;-)
    Du siehst ganz bezaubernd aus, welchen Lippenstift trägst du denn da?
    Ich wünsche dir für die restliche Schwangerschaft deutlich mehr Kraft und Power.
    Alles Liebe,
    Tanja

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