The day that… Matilda was born

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Ein letztes Mal zu zweit essen gehen – das war zumindest der Plan. Doch statt Essen und Kerzenschein kam der Blasensprung und das Vorhaben, keine Angst vor der Geburt zu haben, war im Nu vergessen… Unsere heutige Gast-Mummy lebt in Wien und ist selbst Redakteurin und Bloggerin. Für uns hat sie noch mal die Geburt ihrer Tochter Matilda Revue passieren lassen, was ihr gar nicht so leicht fiel…

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„,Bald ist es vorbei, bald ist es vorbei, bald ist es vorbei.‘ Wie ein Mantra hielt ich an diesen vier Worten fest, Stunde für Stunde, Wehe für Wehe. 

Aber beginnen wir von vorne. Ich dachte ich sei wirklich optimal auf die Geburt vorbereitet. Ich hatte Bücher gelesen, einen Atemkurs besucht, gefühlt hundert Youtube-Videos von Geburten studiert und: Ich hatte keine Angst. Oder dachte dies zumindest.

Die Schwangerschaft war zäh und vor allem die letzten Wochen rotierte ich wie eine enorme Kugel zwischen Bett-Couch-Klo-Couch-Klo-Bett. Die Tage waren heiß und meine Füße so geschwollen, dass sogar meine Birkenstock Sandalen an ihre Grenzen stießen. Am Geburtstermin, Samstag den 4.6.2016, trank ich deshalb einen Wehencocktail um endlich die Geburt in Gang zu setzen. Und: Es tat sich was. 

Der Bauch rumorte und regelmäßig Vorwehen. Kurz nach Mitternacht hörten diese aber auf und ich schlief ein.

Der Sonntag fing gemütlich an, mir ging es überraschenderweise gut und mein Mann und ich planten einen Spaziergang am Nachmittag und ich rollte gemütlich vor mich hin. Doch irgendwie fühlte es sich an wie die Ruhe vor dem Sturm. Ich hatte schon oft gelesen, dass Frauen spüren, wann es losgehen würde und ich hatte da so ein Gefühl. Mein Bauch fing um 17 Uhr wieder zu ziehen an und ich schrieb die Wehen mit. Ich ahnte schon: Es geht bald los.

Noch versuchte ich mir nichts anmerken zu lassen und war sofort dabei, als mein Mann vorschlug Essen zu gehen: ,Das letzte Mal zu zweit!‘ dachte ich und sollte recht behalten. Zuhause angekommen, es war 19 Uhr, wurde das Ziehen im Bauch immer heftiger. Langsam wurde ich unruhig. Ich ließ mir eine Badewanne ein mit dem Hintergedanken, dass echte Wehen mit heißem Wasser bekanntlich stärker werden. Kerzenlicht, warmes Wasser, Musik und plötzlich: Blasensprung. Es wurde ernst und das mit ,ich hatte keine Angst‘ war im Nu vergessen.

Ich rief meinen Mann und versuchte dabei ruhig zu klingen. Er half mir aus der Wanne zu steigen und mich anzuziehen. ,Vergiss die Kliniktasche nicht!‘ sagte ich zu ihm und als ich aus der Tür watschelte merkte ich, dass er bewaffnet mit Kliniktasche und Kindersitz hinter mir her wuselte. ,Schatz, die Babyschale brauchen wir erst nach der Geburt!‘ lachte ich – er war offensichtlich meganervös.

Eine halbe Stunde später waren wir in der Klinik und ich mir fast sicher, dass mein Muttermund schon fünf Zentimeter geöffnet sein muss. Immerhin jagte eine Wehe die andere und ruhig sitzen war auch nicht mehr drin. Die Hebamme untersuchte mich und verkündete mit einem Lächeln: ,Super, du bist schon bei zwei Zentimetern!‘. 

Nope. 

Das wollte ich nicht hören. ,Schon‘ zwei Zentimeter, wie soll das denn bitte gehen? Spätestens da wurde mir klar: Es stand uns eine laaange Nacht bevor. Mittlerweile war es fast 23 Uhr und ich versuchte in der Dusche meine Wehen zu veratmen. Ich fühlte mich machtlos, ausgesetzt. Vor der Geburt hatte ich mich mit dem Gedanken angefreundet, dass sich Frauen während der Entbindung als stark und mächtig empfanden, da sie Leben in die Welt setzen. Doch ich verspürte nichts davon. Ich war so auf die Schmerzen konzentriert, dass ich sogar vergaß zu weinen.

Um Mitternacht konnte ich nicht mehr. Nach der Untersuchung (ich war bei vier Zentimeter) bat ich die Hebamme um eine Periduralanästhesie. Sie versuchte mich abszuspeisen und versicherte mir ich sei doch ,so tüchtig‘. Doch lasse mir nichts vorschreiben, schon gar nicht in einer solchen Situation. Ich sah ihr direkt in die Augen und knurrte: ,PDA. Jetzt.‘

Sie stand auf und nickte.

Um mir den Kreuzstich legen zu lassen sollte ich vom Wehenzimmer in den Kreißsaal. Von all den Stunden unter den heftigen Schmerzen, habe ich den Gang zwischen dem Wehenzimmer und dem Kreißsaal am deutlichsten in Erinnerung. Jeder Schritt war ein Kampf. Die Wehen waren so heftig, dass ich kaum stehen konnte. Ich schrie. Laut. So laut, dass ich wahrscheinlich das ganze Krankenhaus in Angst und Schrecken versetzt habe. Aber ich konnte nicht anders. Es tat so weh.

Am Wehenschreiber angehängt und mit einer Infusion im Arm wartete ich nun sehnlichst auf die schmerzlindernde Spritze. Ich war nur noch am Brüllen, die Abstände zwischen den Wehen waren ungemein kurz und ich konnte nicht mehr.

Zwei Stunden nachdem ich nach einer PDA gerufen hatte, kam die Anästhesistin und erlöste mich. Schon nach fünf Minuten entfaltete sich die Wirkung… der Schmerz ließ nach. Ich spürte zwar noch den Druck der Wehen, aber es ging mir sooo viel besser. Ich hatte stundenlang nichts mehr wahrgenommen, nun sah ich meinen Mann an und sah ihn auch. Er war kreidebleich und stotterte: ,Das war’s, wir bekommen keine Kinder mehr!‘  

Der Kreuzstich ermöglichte es mir etwas auszuruhen. Ich zitterte zwar wie Laub im Wind, aber ich war entspannt, sammelte Kräfte für die finalen Wehen. Aber es wollte nicht so richtig. Jede halbe Stunde kam die Hebamme zur Kontrolle ins Zimmer und ich merkte langsam, dass etwas nicht stimmte. Der Muttermund war seit Stunden auf acht Zentimeter stehengeblieben. 

Es tat sich nichts. 
Ich wurde an den Wehentropf gehängt. 
Nichts.
Die Dosis des Tropfs wurde verdoppelt.
Nichts.
Der Schmerz begann langsam stärker zu werden, immerhin wurden die Wehen auch intensiver. 
Plötzlich standen eine Hebamme, zwei Ärztinnen und der Primar vor mir. Diagnose: Geburtsstillstand. 

Zu diesem Zeitpunkt war es draußen schon hell, es duftete nach Sommer und die Vögel zwitscherten. Als sie mir sagten, sie müssten einen Kaiserschnitt vornehmen, sah ich aus dem Fenster. Ich war so müde und es war so ein schöner Morgen. Der 6.6.2016.

,Ok.‘ Hörte ich mich sagen, man gab mir einen Wehenhemmer und rollte mich in den OP. Mein Mann stets hinter mir, ziemlich müde und wahnsinnig besorgt.

Im OP wurde ich auf den Tisch gehievt, ich war teilnahmslos, erschöpft. Ich wollte mein kleines Menschlein endlich sehen, wollte, dass alles gut ist. Die Anästhesistin bereitete mich gerade vor, ich wartete auf meinen Mann und die ,Kaiserschnitt-Plane‘ wurde vor mich aufgehängt. Der Primar zwickte mich. Moment… sollte ich das spüren? ,Aua?‘ fragte ich und der Kopf des Oberarztes lugte hinter der Plane hervor. Er sah mich mit großen Augen an: ,Spüren Sie das etwa?‘ fragte er und zwickte mich erneut. ,Autsch, ja!‘ meinte ich und bevor ich irgend etwas sagen konnte, senkte sich eine Maske auf meinen Mund und meine Nase und um mir herum wurde es schwarz. 

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Mein Mann hat sie gehört, unsere Mini. Als sie das erste Mal die Welt mit einem kräftigen Brüllen begrüßt hat. Er hat sie gesehen, als die Ärztin sie untersucht hat und sie für eine Stunde im Brutkasten lag. 

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Als ich aufwachte, war Matilda schon drei Stunden alt. Mein Mann hat sie zu mir ins Zimmer gerollt, ich war von der Narkose so benebelt, dass ich mich kaum klar daran erinnern kann. Aber sie war da. Gesund und winzig und rosa. So wunderschön. So perfekt.“

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Vielen Dank Evelyn für Deine Geschichte, die sicherlich einige unserer Mummys ziemlich gut nachempfinden können! 

Und wer Lust hat, noch mehr von Evelyn zu lesen, der kann einfach mal auf ihrem Blog vorbeischauen!

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