Vorsicht Dauerbaustelle!
Wie Quinns Kinderzimmer entstand

Albert Quinn Kinderzimmer Es ist wohl das Verrückteste, womit man sich während der Schwangerschaft stressen kann: Das Ziel, das Kinderzimmer bei Geburt bereits fertig zu haben. Total unnötig, weil die Kleinen ja eh die ersten Monate bei den Eltern schlafen…

Das dachte ich noch während der Schwangerschaft. Also haben wir es locker angehen lassen. Wir haben meinem Büro eine Galgenfrist gewährt, sind in den letzten Wochen vor der Geburt auf ein verlängertes Wellness-Wochenende gefahren und ich mit den Girls danach noch nach Travemünde. Dann war es soweit, wir haben das Office entkernt, die geliebten gefühlt 1000 Zeitschriften flogen raus. Es sollte nur ein klitzekleines bisschen ausgebessert werden, z.B. die Stelle, an der mein Schreibtisch stand. Wenn man zum Überstreichen kleiner Macken allerdings die dunklere Farbe aus dem Nachbarzimmer nimmt und richtig schön großzügig malert, dann hat man als Ergebnis ein total abgefahrenes Kuhfleckenmuster. So kam es, dass wir Quinns Zimmer am Tag vor seiner Geburt noch einmal gestrichen haben: von Farrow & Ball’s Pale Powder (softes Türkis) mit jetzt Camouflageoptik in French Gray (graustichiges warmes Grün). Beim Finish haben wir uns für die pflegeleichte matte Estate Emulsion entschieden. Die ist wasserlöslich und kann bei einer Eskalation an Patschehändchen und sonstigen Kinderkunstwerken easy überstrichen werden – wenn man denn den richtigen Farbton benutzt.

Nun wissen alle, die schon mindestens einen Nachwuchs haben, dass die Farbe – 5 Liter reichen in der Regel für 30qm Wandfläche doppelt gestrichen – nach der Geburt viiiiiel Zeit zu trocknen hatte, denn in dem kleinen Räumchen für den kleinen Bruder von Philo geschah erst einmal… nichts. Nada. Niente. Schließlich ist das Wochenbett kein Turnverein.

Heute ist Quinn zehn Wochen alt und das Zimmer nimmt langsam Formen an.
Seine Kleider sind eingezogen, dazu der Wickeltisch aus Philos Zimmer. Gewickelt und umgezogen haben wir Quinn vorher im Elternbett – da musste ich nicht aufstehen.
Der Wickeltisch ist genau genommen ein alter Bauerntisch, den wir bei ebay erbeutet haben mit einer abwaschbaren Unterlage drauf, auf der Quinn auch wirklich gerne liegt – vor allem, wenn das Monstrum von einem Heizstrahler ihm schön die kleinen Speckbeinchen wärmt. Wir haben uns beim Heizer für einen Ständer entschieden, um keine weiteren Löcher in die Wand bohren zu müssen. Denn in Sachen Heimwerken sind wir – im Gegensatz zu Camilla und Danilo – echte Nieten. Deshalb auch die wundervollen unsichtbaren Gardinen – denn wir haben es schlicht noch nicht hinbekommen, die Stange an der Wand zu befestigen, was auch daran liegen mag, dass entweder Philo mit auf die Leiter will (no!) oder Quinn in der Trage mit auf die Leiter müsste (no, no, no!). Vielleicht hilft ja kleben statt bohren, also bei der Wand, nicht bei den Kids… dann müsste auch das hübsche Mobile nicht über einer Stehlampe sein Dasein fristen.

Die einzigen Reliquien, die noch an mein ehemaliges Büro – siehe MUMMY MAG Paper Ausgabe 4  – erinnern, sind das weiße String-Regal und das Gästesofa, perfekt für alle, die weder voyeuristische Nachbarn noch früh morgendliche Wickelsessions scheuen. Und in ein paar Monaten, so der ungeplante Plan, können sich unsere Gäste dann von dem freundlichen Grunzen des süßesten Zimmergenossens überhaupt wecken lassen.

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Babytrage Yemaya von Cybex
Gästesofa von ebay Kleinanzeigen
Stehlampe Messing von Urbanara
Mobile von Urbanara
Weißes String-Regal von Ikea
Wimpelkette von Cam Cam Copenhagen
Körbe von Ikea
Wickeltisch von ebay
Wickelunterlage von Easy Baby
Heizstrahler von Reer
Windeleimer von Möve – die Puhwindeln bringen wir immer gleich raus.
Vintage Bettchen von Etsy
Schlafsack von CosyMe
Poster mit Tiermotiven von Dieter Braun
Babyschale Cloud Q von Cybex 
Wallhanging ist Vintage
Hängelampe von Urbanara
Wandfarbe ist French Gray von Farrow & Ball

 


Das sagen die anderen Mummys über ihre Kinderzimmerplanung:

Saskia
„Keinen unserer drei Jungs hat nach der Geburt ein fertiges Babyzimmer erwartet. Allerdings sind wir nach der Nachricht “Es sind Zwillinge!” Hals-über-Kopf umgezogen. Vielleicht zählt das auch als schwangerschaftsbedingter Nestbautrieb. Das Babys schon ein eigenes Zimmer brauchen haben wir nie gedacht. Auch dieser Umzug sollte aber nicht der letzte oder gar vorletzte bleiben (auch ohne weitere Schwangerschaften). Und das obwohl mit mehreren Babys und Kleinkindern dabei die logistischen und nervlichen Herausforderungen steigen. Seit dem letzten Wohnungswechsel können nun aber alle unsere Jungs über ein eigenes kleines Reich herrschen und übernachten doch immer bei einem Bruder!“

Mad
„Mit meiner unerwarteten Schwangerschaft, musste unser Gäste-Arbeits-Zimmer unmittelbar weichen. Ein Kinderzimmer einzurichten gehörte für mich genauso logisch zum Elternwerden, wie Baby-Kleidung kaufen oder den perfekten Kinderwagen auszuwählen. Mit Izzys Geburt wurde ihr Kinderbett allerdings als erste Amtshandlung in unser Schlafzimmer geschoben und in ihrem Zimmer hielt ich mich zunächst nur zum wickeln und stillen auf, später dann auch zum spielen, aber wirklich brauchen tun Kinder ein eigenes Zimmer erstmal nicht – bunt und wunderschön ist es trotzdem. „

Camilla
„Als ich mit Helene schwanger war, sind wir im achten Monat umgezogen. Ich wollte es grüner, verkehrsberuhigter und einfach familiärer. Und nun? Sind wir auch wieder knapp acht Wochen vor dem Geburtstermin umgezogen. Für mich ist das irgendwie die Vorbereitung auf das Neue, was da kommt. Aber ich gebe es zu: Ich liebe es Wohnungen neu einzurichten. So habe ich wenigstens eine verdammt gute Ausrede, oder?“

Und wer vom Kinderzimmer Looki Looki nicht genug bekommen kann:

Übrigens: Unser nächstes MUMMY MAG Paper, Ausgabe 7, hat den Themenschwerpunkt – surprise surprise – NESTBAU und erscheint im April. Hurray!

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