Nein, kein Kind muss schlafen lernen!

Kolumne_Schlafen

Kürzlich hat eine liebe Mama bei Facebook in die Runde gefragt, welche Mütter es tatsächlich aushalten, ein Schlaftraining mit ihren Minis durchzuziehen. Die Flut an Antworten war überwältigend und bei fast allen Antworten kam ganz klar eine Grundhaltung zum Tragen: “Zum Teufel mit dem Schlaftraining!”

“Kurze, ganz ernst gemeinte Frage: Wie um alles in der Welt hält IRGEND JEMAND diese Baby-Schlaftrainings-Programme aus??? Habe gestern das von Sleep Lady probiert (angeblich mega “sanft”) und nach einer halben Stunde Weinen (ok, es waren 28 Minuten, in denen ich 5cm von seinem Bett entfernt war) fix und fertig aufgegeben. Bin ich so eine Memme? Oder weinen die anderen Babys einfach nicht? Habe jetzt übrigens ein Bett für ihn und mich bestellt, mit mir an der Seite schläft er nämlich binnen Minuten…

Das war der Einstieg bei Facebook, der, wie auch unser Interview zum Thema Impfen, eine unglaublich lange Diskussion herbeiführte. Kein Wunder, denn beides sind wirklich sensible Themen, die uns Eltern wirklich intensiv beschäftigen. Natürlich bietet das Impf-Thema sehr viel größeres Potential, dass eine sehr emotionale und krasse Diskussion entfacht. Das Thema “Schlafen lernen” hingegen, wurde von den meisten Müttern in den Facebook-Kommentaren insbesondere rückblickend mit ziemlicher Mehrheit komplett abgelehnt. Ich war eine davon. Und zwar aus voller Überzeugung. Denn ich glaube nicht, dass es irgendetwas Positives hat, wenn man sein Kind schreien lässt. Natürlich gibt es auch mildere Varianten als das “Schreien lassen”, aber wenn ein Kind weint, dann hat das einen Grund. Es fühlt sich einsam, alleine, hat Angst oder braucht einfach nur die Sicherheit der Mama. Und ganz ehrlich, was zum Teufel reitet uns seit ein paar Jahren, zu denken, dass Kinder früh einen Rhythmus brauchen und dass es wichtig sei, dass kleine Kinder alleine einschlafen? Ich verstehe einfach nicht, was der Sinn dahinter sein soll. Klar, es ist schön einen Abend für sich zu haben und ich kenne das nur zu gut, dass man den Moment herbeisehnt, wenn das Kind endlich schläft und man seine Ruhe hat. Wirklich, das kenne ich nur zu gut. Aber das kommt doch eh irgendwann von alleine – warum denken immer noch so viele Eltern, Kinder müssen diesbezüglich funktionieren.

Schlaftraining – “Wir haben es auch ausprobiert!”
Ich muss natürlich an dieser Stelle noch einmal erwähnen, das wir mit Helene eine wirklich schlechte Schläferin haben – ich habe mich diesbezüglich schon in der einen oder anderen Kolumne dazu geäußert: “Vom Schlafchaos und schleichender Inkonsequenz“, “Nein verdammt, mein Kind schläft nicht durch” oder auch meine persönlichen 7 goldenen Regeln für einen relativ entspannten Schlaf mit Baby – und teilweise so am Ende unserer Kräfte (und Nerven) waren, dass auch wir jeden Rat angenommen haben. Auch wir haben versucht mit diversen Ratgebern und Erziehergesprächen unser Kind zum Schlafen lernen zu bewegen. Und ganz ehrlich, ich habe bis heute (zwei Jahre später) noch ein schlechtes Gewissen. Ich mache mir manchmal sogar richtig Vorwürfe, dass ich Helene das angetan habe – auch wenn wir sie nie haben lange schreien lassen. Aber jede Minute kam mir vor wie eine Stunde und wenn ich daran zurück denke, wie ich heulend vor ihrer offenen Zimmertür saß, dreht sich noch heute mein Magen um. Tatsächlich hatte das Schlaftraining auch zu Beginn geklappt, als Helene gerade mal 1,5 Jahre alt war. Sie weinte insgesamt 17 Minuten und schlief dann ein. (Selbstverständlich war ich in diesen schier endlos langen Minuten mehrfach bei ihr.) An den nächsten Abenden musste ich nur noch ein- oder zweimal zu ihr ins Zimmer und schon schlief sie. Zu der Zeit waren wir wirklich fertig, denn pro Nacht war sie zig mal wach, ständig mussten wir zu ihr. Mein Freund und ich saßen nächtelang an ihrem Bettchen, sobald wir versucht haben aufzustehen, wachte sie sofort auf. Sie schien Angst zu haben, wir würden sie alleine lassen. Wir waren also komplett zerstört, hatten monatelangen Schlafentzug hinter uns und waren so verzweifelt, dass wir das Schlaftraining als letzten Ausweg sahen. Schließlich las man ständig drüber und irgendwie schien es doch bei vielen zu klappen. Doch was dann einige Wochen funktionierte, verflog innerhalb eines Urlaubes komplett. Ab da wollte sie nur noch und ausschließlich bei uns im Bett schlafen. Wenn sie in ihrem Zimmer schlafen sollte, hat sie bitterlich geweint. Alles was wir bis dahin durch hatten, machte es nur noch schlimmer. Ein neues Schlaftraining (ich war noch völlig fertig vom vorigen) kam nicht in Frage, also entschied ich, dass wir ab sofort Helene entscheiden lassen würden, wie sie einschlafen und wo sie schlafen würde!

“Das Familienbett war unsere Rettung”
Gemeinsam mit Helene in einem Bett zu schlafen, daran mussten wir uns allerdings erst einmal gewöhnen. Wir hatten sie damals recht früh in ihr Zimmer ausquartiert, weil Madame schon immer so unruhig war, dass ich Nachts teilweise kein Auge zumachen konnte. Das war nun, fast zwei Jahre später, nicht gerade besser geworden. Doch ich war so erledigt, dass ich schnell in den Tiefschlaf fand. Klar, an die Tritte oder Schläge (am liebsten ins Gesicht) musste ich mich auch erst gewöhnen, aber auch Helene musste ja erst mal lernen, dass sie in unserer Mitte nicht mehr ganz so viel Platz hatte. Wobei, sind wir mal ehrlich – diese Kleinen spielen nachts doch am liebsten Propeller oder? Argh… 

“Macht es Euch so leicht wie möglich!”
Meinem Freund fiel das Ganze allerdings schwerer. Der war manchmal nachts so wütend, dass er mich vor die Wahl stellte: “Sie oder ich!”. Ich bat ihn dann, einfach auf die Couch zu gehen. Doch wir waren natürlich auch beide manchmal ein wenig genervt, dass, wenn wir ins Bett gingen, immer schon jemand darin lag, schnarchte und sich breit machte. Doch irgendwie hatte ich plötzlich das ganz tiefe Vertrauen, dass sich das von alleine lösen würde. Und hier zahlt sich wieder das eigene Bauchgefühl aus, denn ein paar Wochen später wollte Helene ganz von alleine wieder in ihr eigenes Bett. Natürlich mussten wir sie weiterhin ins Bett bringen, doch einschlafen in unserem Bett war nicht mehr. Und damit das mit dem Ins-Bett-bringen auch bequemer für uns sein sollte, haben wir die wohl besten Entscheidung überhaupt getroffen: Helene hat ein 90 x 200 m Bett bekommen. Naja, erst mal nur eine Matratze, aber mittlerweile hat sie auch ein Bett dazu! Trotzdem, wenn ich Euch ein Tipp geben darf, dann diesen: macht es Euch leicht und bequem! Helene hat ihre große Matratze geliebt. Tagsüber als Spielfläche und Trampolin, Nachts als kuscheliges Bett. Und wir hatten endlich auch Platz, konnten uns immer ganz gemütlich neben sie legen und auch mal kurz weggucken, wenn es mal etwas länger gedauert hat. 

“Schlagartig waren unsere Nächte besser!”
Wirklich! Und zwar viel besser. Helene kommt zwar bis heute jede Nacht zu uns ins Bett rüber, aber wie toll ist es bitte, wenn man nur einmal pro Nacht geweckt wird? Man hat richtig erholsamen Schlaf, man kann sich abwechseln, dass man nur noch jede zweite Nacht aufstehen muss. Es ist einfach perfekt. Gut, mittlerweile stehen wir nur auf, wenn wir selbst mal auf Klo müssen (Schwangerschaft!!! Also gerne ständig!), denn Helene packt ihr Kissen, ihren Schnuller und ihr Kuscheltuch und kommt einfach in unsere Mitte gekrochen. Aber seitdem wir das “Familienbett” eröffnet habe, sind wir alle ziemlich gut erholt und meistens ausgeschlafen. Und unsere Tochter ist seitdem auch kaum wiederzukennen. Der Schlaf macht sie ausgeglichener, lustiger, fröhlicher. Es gibt keine Kämpfe mehr in Bezug auf das Schlafen, es gibt kein “Ich will aber nicht schlafen”, es gibt kein Theater. Natürlich gibt es vielen andere Themen, aber der Schlaf ist für uns durch ein Familienbett einfach wieder erholsam geworden. Und ganz ehrlich, diese Umstellung hat auch die Sicht auf viele andere Dinge in der Erziehung bewirkt. Wir gehen noch mehr MIT dem Kind, anstelle einen festen Rhythmus durchzusetzen. Was nicht heißt, dass wir keinen haben. Aber seitdem wir aufgehört haben, feste Vorstellungen zu haben, hat sich alles so enorm entspannt, dass wir den Alltag sehr viel besser meistern. Herrlich! 

“Und wie geht es jetzt weiter?”
Schließlich sind wir in wenigen Wochen zu viert. Und das stellt uns wieder vor ganz neue Herausforderungen – auch in Sachen Schlaf. Aber wir haben uns vorgenommen, ganz locker auf die neue Situation zu reagieren – sofern das möglich ist natürlich. Wir wissen ja noch nicht, wie der kleine Mann sein wird, wie er schläft, trinkt, schreit. Daher haben wir schon mal grob ALLE Möglichkeiten durchgespielt und schon mal für ausreichend Schlafplätze gesorgt. Und wenn wirklich irgendwann alle in einem Bett schlafen sollten, dann haben wir immer noch die Option, einfach mit einer weiteren  Matratze unser Bett auf eine Breite von 2,70 m zu erweitern. Dann haben hoffentlich auch Eltern noch ausreichend Platz in der Nacht…

Elternsex Familienbett Yours, Mine and Ours

Und weil ich Euch ja nicht nur meine Ansichten vor den Latz knallen möchte, habe ich hier noch ein paar Zitate aus der Facebook-Diskussion gesammelt:

“Same here. Hätte mir vor dem Mamasein niemals vorstellen können, fürs Familienbett zu sprechen. Und jetzt? Genieße ich’s in vollen Zügen. Meine Kleine – in Kürze 3 – hat nie, nie, nie länger als eine (!) Minute alleine weinen müssen. Und: Mütter schlafen übrigens auch mit Unterbrechungen wesentlich tiefer im Familienbett, so aktuelle Studienergebnisse. Also: Gute Nacht!”

“Also ich sitze gerade im dunklen Kinderzimmer (siehe Selfie) und neben mir pennt der Nachwuchs auf der Couch. Weil er sich weigert im Bett zu schlafen. Ich könnte neben dran Breakdance tanzen. Aber wehe er kommt in Bettnähe. Mittags pennt er übrigens ohne Probleme 2h in dem Bett.”

“Vergiss diesen ganzen Blödsinn. Ich hab das auch versucht (vor 13 Jahren bei einem Sohn) und es war grauenvoll. Die Zeit vergeht so schnell und irgendwann schlafen alle Kinder alleine ein. Manche früher, manche später. Mach dir keinen Stress und check dir einen netten Babysitter, damit du regelmäßig am Abend ausgehen kannst und Spaß hast. Ich wünsch dir starke Nerven, genug gute Schokolade und lies keine Blogs von Müttern, bei denen alles easy und ruhig läuft…”

“Wir sagen immer, dass wir auch nachts eine Familie sind und da wird keiner alleine gelassen. Kinder sind auch nur Menschen.”

“Ich halte von diesen ganzen Durchschlaf-Ratgebern überhaupt nichts mehr. Irgendwann schläft er von selbst durch. Jedes Kind ist anders, aber mittlerweile finde ich es total einleuchtend, dass die meisten Babies und Kleinkinder eben noch lange die Nähe und Wärme der Mutter/Eltern brauchen. Andersherum wäre es eher komisch. Und je nach Entwicklungsphase kann es sein, dass das Kind sich eben wieder öfter meldet bzw. schreit – kommt Dir vor wie ein Rückschritt, ist aber keiner. Generell wird den Kleinen doch schon ganz schön viel zugemutet – Krippe usw. Mit 2,3 Jahren wird es deutlich entspannter und sie sind gefestigter.”

“Wir genießen es jede Nacht, ein schnaufendes, klebriges, kuschelndes Kleinkind zwischen uns pennen zu haben, das fröhlich die Bettdecke wegkickt und uns die Füße ins Gesicht hält. Familienbett rules!”

“Ich finde diese ganzen Schlafprogramme Horror. Unser Sohn hat ewig bei uns im Schlafzimmer geschlafen und konnte lange auch nur einschlafen, wenn jemand bei ihm war. Den Zeitpunkt, an dem das Kind plötzlich wirklich gut versteht, dass man im Nebenzimmer 1.) durchaus noch vorhanden ist, 2.) noch was zu erledigen hat, erkennt man ohne jeden Ratgeber von selbst. DANN kann man übrigens auch mal schreien lassen – aber das ist echt viel später. Mit unserem Sohn hab ich damals ausgemacht, dass er rufen sollen, wenn er Hilfe braucht. Ich muss heute noch lachen, wenn ich an das “Hülfe, ich brauche Hüüüllfe” denke, dass dann natürlich wegen jedem Quatsch kam”. (Maxim ist noch nicht mal 1 Jahr, oder – ihr habt noch ganz viel Zeit bis dahin. Wie gesagt, Robert konnte da schon sprechen…) PS: Ich war nicht immer unseriös in der Werbung, ich hab Psychologie studiert, und das mit der Objektpermanenz (Mama ist wirklich noch da) dauert einfach.”

“Es ist mein Baby No 3 und ich bin mir sicher, dass wir Eltern die Basis für Stabilität, Belastbarkeit, in sich selber ruhen, Selbstliebe, Emotionalität-leben und das Urvertrauen im Säuglingsalter geben – oder eben nicht geben. Und Schlaf etc. ist ein ziemlich wesentlicher Bestandteil… Manchmal bin ich allerdings unsicher ob ich die richtigen Mittel wähle – wenn ich bei einem 9 Monate altem nachts-dauergestilltem Baby weniger schlafe als mit einem Säugling – könnte es vielleicht sein, dass ich es ein bisschen übertreibe.”

“Nicht schreien lassen!! Diese Schlaftrainings sind völliger Humbug, denn jedes Kind ist anders und braucht was anderes. Ich hab 2 Kinder – meine Tochter (jetzt 6) hat immer schon super alleine geschlafen und ich dachte, alle bei denen das nicht so ist, machen irgendwas falsch. Dann kam mein Sohn auf die Welt und hat sich schon in seiner ersten Lebenswoche bei uns im Bett eingenistet und da schläft er heute, mit 3 1/2, auch immer noch am liebsten. Ich schlafe zwar am liebsten ohne Kinder im Bett und trage ihn daher manchmal mehrmals in der Nacht zurück in seines, aber meistens liegt er am Morgen doch wieder neben mir. Versuche, das zu akzeptieren und auch zu genießen, irgendwann isses mit dem Kuscheln ja sowieso vorbei. Aber klappt nicht immer, manchmal brauche ich einfach ein kinderfreies Bett”

Also Mummys, nehmt Euch nicht zu viel vor und versucht das Kuscheln und die Nähe zu genießen. Und wenn es Euch gut tut, zieht einfach auch ab und zu mal aus dem Elternschlafzimmer aus – dann könnt Ihr auch mal ne Nacht auf der Couch durchschlafen. krkrkr… 

Und natürlich gibt es Kinder, die einfach früh gerne viel schlafen – freut Euch, das ist ein absoluter Jackpot, aber definitiv nicht der Regelfall! Genießt es also umso mehr!!!

Familienbettszene aus dem Film «Yours, Mine and Ours» mit Rene Russo (am Bettrand ganz links) und Dennis Quaid (am Bettrand ganz rechts). (Foto: Paramount)

……………………………………………………………………………………………………………………………..

Teaser_Camilla_2

 

Camilla ist Gründerin und Herz von MUMMY MAG. Sie ist Bloggerin der ersten Stunde, doch  während ihrer Schwangerschaft 2013 fehlte ihr ein Online-Magazin, dass sie mit all ihren Interessen abholt. Und weil sie dafür Verstärkung brauchte, hat sie sich die tollsten Frauen ins Team geholt. Sie selbst schreibt natürlich immer noch, ständig und über alles – aber am Liebsten natürlich Kolumnen! Und HIER könnt Ihr noch mehr von Camilla lesen!

 

6 Gedanken zu „Nein, kein Kind muss schlafen lernen!

  1. Wir haben auch so einen kleinen Hubschrauber! Darum eine kleine Frage: Wie alt war Helene als sie die 90 cm breite Matratz bekam? Unsere Lady schläft manchmal ganz gut im eigenen Zimmer und ich habe das Gefühl sie wacht oft nur auf weil sie gegen ihr Bett ‘knallt’! Daher dachte ich auch schon an ein breiteres… LG und alles Gute für den Endspurt!

    1. Also sie war knapp über zwei Jahre alt! Wir sind vorher einfach nicht auf die Idee gekommen, hätten es aber im Prinzip auch schon früher machen können. Mit ein paar Kissen oder dem Stillkissen kann man es ja auch richtig kuschelig machen. Allerdings haben wir erst mit der Matratze angefangen – das Bett dazu kam erst über ein Jahr später ;) Das war uns noch ein bissl zu gefährlich in Sachen Toben und Trampolin hüpfen…

  2. Hach, ein guter Artikel. Am besten gefällt mir der Gedanke, dass man auch mal einen Schritt “zurück” nehmen kann und -in diesem Fall- ein Familienbett auch neu eröffnet werden kann, da Kinder ja meistens nach vorne getrieben werden sollen. Sehr schön! Und danke für den persönlichen Einblick ins Schlaftraining.

  3. Vor der Geburt: Das Baby schläft im eigenen Bett im eigenen Zimmer. Sie schlief ganze 10 Minuten im Bettchen, seit dem schläft sie in unserem Bett. Wir haben unser Bett einfach erweitert auf 2.70m und nun findet sogar der Kleinste darin Platz. Obwohl er der wohl schlechteste Schläfer überhaupt ist und das schon seit 14 Monaten… Aber für Schlaftraining bin ich wohl einfach zu sehr eine Glucke.
    Neulich waren wir aber zu Besuch bei einer Bekannten, deren Kind ab der 3. Woche durchschlief (8 Stunden am Stück). Ihr war ihr eigener Schlaf einfach sehr wichtig, so dass sie die Kleine konsequent weder stillte noch aufnahm in der Nacht. Für mich undenkbar, für sie die ideale Lösung. Ich denke, jeder muss selbst wissen, was funktioniert.

  4. Leider sind wir (Mensch) “Relativtiere”. Man könnte sagen, wir stumpfen unbemerkt ab. Lärm akustisch, Infraschall, Mobilfunk, chemischer Background… Kinder sind vor der Geburt halbwegs “gefiltert”, aber danach… Das Einfordern geringerer Distanz kann ggf. ein einfacher Effekt sein. Die “intuitive Kommunikationsreichweite” ist gestört… Ganz abgesehen davon, dass der ganze Murks (den wir im Gehirn lang trainiert ausfiltern) Kinder wohl allgemein nervöser macht. Wir sind immer noch biologisch, auch wenn wir das gründlich verdrängen. Und offenbar ist das Urprogramm nicht recht kompatibel mit dem Schrapel, den wir uns und den Kindern zumuten. Den einfachsten Test unsere Sinnesdebilität kann man mit einem Urlaub machen, in dem alle “Stinkeutensilien” einmal zu Hause bleiben. Der Schock nach 2 Wochen beim Betreten einer Drogerie macht gut klar, dass unsere Sinne praktisch zum großen Teil totgelegt sind. Selbst auf dem Land bröseln wir uns nun mit Gruselfrequenzen (schon 1990iger war Mobilfunk als Gefahr eingestuft, aber Biologen durften nicht in die netten Burgen der Physiker und Techniker…). Und wenn jemand denkt, dass Kinder den Plasmakäse nicht sehen, weil sie ja im schrägen Winkel herumdallern, sollte einmal das Phänomen Blindsehen studieren. Wir sind komplett ahnungslos, weil als Eltern schnell wieder abgestumpft. Allein die Schwangerschaft holt bei Frauen das natürliche Programm hoch – Essen was gebraucht wird etc. – passt nur nicht zum kranken Umfeld, deshalb die juristischen Sonderregeln für Frauen. Keiner kommt auf die Idee, dass erher das Umfeld durchgeknallt ist, weniger die Frauen. Grundempfehlung – auch wenn man es selbst nicht empfinden kann. Allen Murks reduzieren, wo es geht. – Eine heiklere Geschichte ist die Partnerschaft. Wir finden uns leider oft schräg durch rationale Erwägungen. Verdrängen wir gern, aber jedes “Knirschen” nimmt Kind emotional doch wahr. Es kann die “Fehlinformation” natürlich nicht verarbeiten. Das kann auch mit transpersonalen Dingen zusammenhängen. Mutter oder Vater “knirschen” also mono schon. Die Phänomenologie ist oft bei Haustieren einfacher sichtbar, die natürlich aufgewachsen sind. Vermeidung von Familienmitgliedern… Das WWW ist ein Abklatsch des menschlichen WEB0, welches wir durch transpersonalen Müll zerrüttet haben, mal abgesehen von unserer Grundabstumpfung in den letzen 30 Jahren. Also ggf. mit netten Leuten, die sich aufgeräumt haben, durch die Wälder ziehen und Kindheit aufräumen. Leicht gesagt, mit Kind usw. Aber jahrelang Knirsch im trauten Heim ist am Ende meist weit unangenehmer, nicht zuletzt für die Kids. Good luck! (Ansonsten Handwerk für Einschlafen – Kind merkt jedes Mikron Adrenalin der Eltern – da nützt auch gespielt ruhige Stimme nichts – notfalls mal 5-6h für Primitivmeditation investieren – bekommen sogar Schüler auf anhieb hin… Kinder spiegeln uns perfekt. Ohne hinzusehen…)

  5. Nachtrag: Mittlerweile gibt es genug orthodoxe (von -Wissenschaftlern, die für das Anziehen der Hose jeden morgen eine Anleitung für die Kneifzange aus dem WWW laden müssen, anerkannte) Publikationen… Wenn es im Kopf/Bauch “fusselt”, kann man sich oft schon durch “Erden” helfen. Dürfte für Kinder auch zutreffen. Das ist wörtlich zu nehmen. Mit nackten Füßen auf (wenn möglich halbwegs natürliche) Erde, oder am See Füße ins Sediment. Von unseren dümmsten Sohlenmaterialien für Schuhe wollen wir jetzt nicht reden. Insgesamt kann man davon ausgehen, dass einfachste “Reparaturprogramme” Rhythmus und Naturkäfige sind. Leider kreischen heute Kinder, wenn sie erschrocken in Gras, Erde, Schlamm und Laub sitzen… Und die mediale Naturphobiemaschine bedient ja auch jede elterliche Neurose. Aber wenn das nervige Bespielprogramm der Eltern mal heruntergefahren wird, kommt “draußen” etwas unglaubliches in Gang. Da kommt jemand nach Hause… Leider sind nach ein paar Jahren die Filter der Kinder so hochgefahren, dass sie “raus” sind, keine natürlichen Zugänge mehr zum “zu Hause” entwickeln können. Zumal wenn Kinder heute mit 5 an Uhren gekettet werden… Mann könnte heulen, wenn manchmal Jugendliche erst nach 20 Jahren Boden unter die Füße bekommen. Keiner hat ihnen gezeigt, woher sie kommen, 20 Jahre auf Berliner Beton… Aber die Grundzabuerformel ist Eigenzeit. Wer im Dauer-Renn-Modus agiert, mit dem Gefühl, dass die Welt davondreht, wurde irgendwann in der Biografie leicht von der Schiene geschmissen. Als Relativtier merken wir es aber ggf. Jahrzehnte nicht. Aber das Thema hatten wir schon…

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>