Camillas Schwangerschaftskolumne
Das dicke Ende

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Die letzten Tage dieser Schwangerschaft kann ich im Grunde ganz kurz und knapp in einem Klagelied mit einer einzigen Strophe zusammenfassen: ICH WILL NICHT MEHR! Ich platze! Ich habe schlechte Haut, schlechte Haare, in wenigen Wochen totale Wassereinlagerungen und verdammt schlechte Laune bekommen. Wirklich: ICH BIN BEREIT!!!

Erst kam der Bauch…
Ständig und überall werde ich auf meinen Bauch angesprochen. Die meisten schwanken zwischen Verzückung und Entgeisterung, wie spitz dieser doch ist. Er reicht Tellerbreit gerade nach vorne, ohne auch nur ein wenig in die Breite zu gehen. Oft höre ich, wie schön mein Bauch doch ist – aber mittlerweile ist der mit fast 115 cm so riesig, dass ich das so gar nicht nachvollziehen kann. Klar, ich steh auch oft genug vor dem Spiegel und kann gar nicht glauben, dass das wirklich mein Bauch ist. Aber meistens tut er einfach so weg, dass ich da nix mehr genießen kann. Mein Rücken schmerzt wieder sehr, den Bauchgurt kann ich nur teilweise tragen, weil das Baby so tief unten liegt, dass es komplett ausflippt, wenn ich den Bauchgurt trage – engt ihn halt ein… Der Bauch ist zum zerreißen gespannt. Kein Wunder, schließlich ist er in den letzten vier Wochen schier explodiert (auch wenn er ja nie klein war). Die Haut fängt leider auch langsam zu reißen, was mich ehrlich gesagt auch ziemlich nervt. Es ist nicht schlimm, aber warum muss das ausgerechnet kurz vor Schluss noch passieren? Und ganz schlimm: ich kann nicht mal mehr Liegen ohne Schmerzen, was fast jede Nacht zu einem kleinen Geduldsspiel werden lässt…

…dann die Hormone!
Ganz schlimm sind aber vor allem die Hormone, die mich in den letzten Wochen kalt erwischt haben. Während ich ja (trotz Übelkeit und Co.) in der gesamten Schwangerschaft ziemlich strahlend war, haben mich diese schrecklichen Hormone aus Helenes Schwangerschaft über Nacht quasi erobert. Plötzlich war alles anders: meine Haut wurde schlagartig schlecht, meine Kopfhaut super anfällig (bloß nicht das falsche Shampoo benutzen), ich habe unglaubliche Wassereinlagerungen bekommen (puh, zum Glück ist gerade noch kein Sommer) und die Schmerzen (Stichwort: Symphysenlockerung!) bringen mich schier um. Mein Gesicht hat sich völlig verändert – jedes Mal wenn ich in den Spiegel schaue, sehe ich nicht mehr mich, sondern diese runde, vollschwangere Frau, die noch aus der Schwangerschaft mit Helene in Erinnerung habe. Gruselig. Doppelkinn, riesiges Nase und extrem volle Lippen – leider nicht so schön wie die von Angelina Jolie… Zwar behaupten Familie und Freunde zwar felsenfest, ich wäre immer noch schlanker, als bei der Schwangerschaft von Helene – die Waage beweist aber ganz eindeutig etwas anderes. Die 20 Kilo Marke ist bereits überschritten und vielleicht kommen da noch ein paar Kilo dazu. Gut kein Wunder, denn seit ein paar Wochen liiiiiebe ich süße Sachen und verzehre mich nach Kuchen. Vielleicht hat mir deshalb meine Hebamme ein striktes Zuckerverbot auferlegt? Schließlich nimmt durch den Zucker nicht nur die Mama schnell zu…

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Das alles hat seinen Grund!
Klar, das passiert alles nicht ohne Grund. Der Körper macht sich bereit, er sammelt die nötigen Reserven für das, was jetzt bald kommt. Es gibt auch Dinge, die ich jetzt schon über mich weiß, vor der ersten Schwangerschaft aber viele nicht auf dem Schirm haben. Und natürlich ist diese Zeit jetzt wichtig, schließlich brauche ich diese „Ich kann nicht mehr“-Einstellung, damit ich auch alles gebe, das Kind rauszupressen. Doch ich bin JETZT bereit dazu, nicht erst in zwei oder drei Wochen. Wirklich! Der kleine Mann soll bitte nicht mehr sein Kampfgewicht erhöhen – bei einem über 4 Kilo Brocken ist die Wahrscheinlichkeit nämlich höher, dass eine Spontangeburt nicht mehr machbar ist. Also doch auf Zucker verzichten!? Und was bringen überhaupt weitere drei Wochen mit schlaflosen Nächten? Dann das Ganze doch lieber mit Baby im Arm, als im Bauch…

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Was ich alles tue…
Letzte Woche hatte ich ja mal zehn Tipps zusammengeschrieben, was man so alles anstellen kann, damit es endlich losgeht. Treppen steigen tue ich jeden Tag – wie gesagt, der Fahrstuhl ist immer noch nicht fertig – und das regt diesmal tatsächlich die Wehen an. Zumindest die Senkwehen. Wahrscheinlich sollte ich mich noch mehr quälen und einfach die fünf Stockwerke mehrfach hintereinander hoch- und wieder runterlaufen!? Wenn ich aber schon ordentlich wegatmen muss und mir dann ein heißes Bad einlasse, bewirkt das Warme Wasser (trotz Öl) einfach nur Entspannung. Es sind also ganz klar noch keine richtigen Wehen. Das mit dem Tanzen habe ich am Wochenende übrigens auch ausprobiert – mit dem Ergebnis, dass ich zwar eine Menge Spaß hatte, aber in der Nacht die Schmerzen nur noch größer waren. Irgendwie hab ich den kleinen Mann dabei scheinbar in eine für mich sehr unangenehme Postion geschaukelt und nicht in die Startlöcher…
Homöopathie, Fußmassage und ein Einlauf  (Aaaaaah!!!) stehen diese Woche auf meiner ToDo Liste, Fenster putzen am kommenden Wochenende. Außerdem spreche ich jeden Tag mit meinem kleinen Jungen, dass er ganz lieb zur Mama sein und sich endlich dazu entschließen soll, auf die Welt zu kommen. Helene wartet schließlich auch sehnsüchtig auf ihn! Vielleicht wartet er ja auch drauf, das seine schusselige Mama endlich wirklich alles fertig hat. Und zumindest hat er die Überraschungs-Babyshower letztes Wochenende abgewartet, die ich nie im Leben erwartet hätte, mich dafür aber umso glücklicher gemacht hat! Auf den Fahrstuhl sollte er aber besser nicht warten – wer weiß wann der endlich fertig ist???

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Die Bilder hat wieder einmal meine liebe Freundin Lisa gemacht! Schließlich muss man so einen großen Bauch unbedingt fotografisch festhalten, oder?

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Camilla ist Gründerin und Herz von MUMMY MAG. Sie ist Bloggerin der “ersten Stunde”, doch  während ihrer Schwangerschaft 2013 fehlte ihr ein Online-Magazin, dass sie mit all ihren Interessen abholt. Und weil sie dafür Verstärkung brauchte, hat sie sich die tollsten Frauen ins Team geholt. Sie selbst schreibt natürlich immer noch, ständig und über alles – aber am Liebsten natürlich Kolumnen! Und HIER könnt Ihr noch mehr von Camilla lesen!

 

4 Gedanken zu „Camillas Schwangerschaftskolumne
Das dicke Ende

  1. Huhu Camilla,
    meine Leserinnen schrieben mir letztens, dass wohl nur Treppen runterlaufen hilft. Treppen raufsteigen sei nur anstrengend aber nicht Geburtsfördernd.
    Ich selber kann dazu nichts sagen länger als 37+2 hat es noch nie ein Kind bei mir ausgehalten.
    Liebe Grüße und halte durch,
    Katarina

  2. Hey Camilla,

    ich verstehe Dich zu gut, am Ende macht es einfach keinen Spass mehr!Und ich glaube auch dass man sich ganz anders Betrachtet! Aber ich denke immer wenn ich deine Bilder sehe ..: Menno ist die schön! Wie kann man noch so gut aussehen

    1. Oh, das ist so unglaublich lieb! Aber ich sehe das natürlich ganz anders… Besonders wenn ich morgens nach dem Aufstehen in den Spiegel schaue… Puh… Aber mittlerweile ist auch mein Bauch ganz schön gerissen – quasi über Nacht, aber kein Wunder, bei dem Umfang – und die Wassereinlagerungen machen wir ordentlich zu schaffen. Also, ich habe wirklich keine Lust mehr… Trotzdem, so liebe Worte gehen runter wie Öl!!!

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