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Karibikflair im Mittelmeer

DCIM104GOPRO   Habt Ihr einen Lieblingsplatz? Ich habe mal in einem Interview auf diese Frage ”unser Bett” geantwortet. Und natürlich ist es irgendwie immer zu Hause am schönsten. Aber meine Jungs und ich haben jetzt einen Ort auf der Welt entdeckt, der uns das nach Hause kommen sehr, sehr schwer macht. Wo der ist? Im Norden von Sardinien. Die Region Gallura bietet weiße Stände und türkis-klares Wasser und ist nur zwei Flugstunden entfernt …

Wir waren bereits letzten Sommer im Le Dune Resort & Spa am Golfo dell’ Asinara. Am acht Kilometer langen Strand Li Junchi in Badesi befindet sich mitten in den Dünen und wirklich in absoluter Alleinlage das große Resort, das fünf Hotels beherbergt. Es gehört zu der familiengeführten Hotelkette Delphina Hotels mit insgesamt acht Standorten in Nordsardinien. Das wir so schnell zurückkehren mussten, sagt ja eigentlich schon alles. Diesmal hatten wir eine ganze Woche Zeit, denn in Berlin gab es zum ersten mal richtige Pfingstferien. 

Um ehrlich zu sein, haben wir diese Reise schon direkt nach unserer Rückkehr im vergangenen September geplant. Vorfreude ist ja bekanntermaßen die schönste Freude. Das Resort Le Dune ist einfach ideal für Familien mit mehreren Kindern. Weil alle immer auf Ihre Kosten kommen. Das fängt bei der Gastronomie an. Die italienische Küche ist bekannt und beliebt und wird hier wirklich in besonders leckerer Form umgesetzt. So, dass sich die Kinder, die eigentlich jeden Tag Pasta und Pizza essen können, genauso wie die Eltern freuen, die sich an Antipasti, Fisch, Fleisch und den super leckeren Käse- und Wurstspezialitäten satt und rund futtern können. Gekrönt wird das jeden Abend mit einem großen Dessertbuffett. Allerdings fängt das morgens auch schon genauso an. Der Manager von unserem liebsten Frühstückslokal (der Platz zwischen Pool und Bananenblattbaum war täglich unser) begrüßte uns am ersten Tag damit, dass er uns “una barca di calorie” vorstellte. Ein echtes kleines Holzboot im Frühstücksraum, gefüllt mit süßen Schleckereien, die der Italiener morgens am liebsten isst. Barca heißt auf italienisch “Boot”, aber der Satzteil “una barca di…” bedeutet auch “viele”, also eine Doppeldeutung. Ich übersetzte es meinen Jungs nur als Kalorienschiff, was sie lustig fanden und von da an beibehielten. Im Gegensatz zu uns, essen die Italiener morgens nur eben ganz wenig, dann sind Kalorienbomben in Schiffsgröße kein Problem. Meine Jungs aber, haben das Frühstück schnell zu ihrer Hauptmahlzeit werden lassen. Was soll es. Ist ja Urlaub. Und da darf endlich jeder (ohne Kochakrobatik in der häuslichen Küche) essen was er mag. Denn für mich ist die Familienküche oft auch etwas eintönig. Erstens, habe ich das Gefühl immer nur das gleiche zu kochen und zweitens, ist mein Gaumen über die letzten Jahre zwar durch diese Kost wirklich schon etwas abgestumpft, aber ich mag es doch immer noch gerne pikant. Und das ist ja bekanntermaßen nicht Kindergeschmack. Also heißt es hier einfach Platz nehmen in einem der zehn Restaurant, die täglich zur Auswahl stehen, und jeder isst was er am liebsten hat (ohne dass Mama dreifach kochen muss)! 

 

Auch wenn es um das Sportangebot im Le Dune geht, ist für jeden was dabei und wir haben wirklich wieder alles ausprobiert. Ob Schnorcheln, Tauchen, Wellenreiten, Kajaking, Rutschtretboot, Stand-Up Paddeling oder Bogenschießen – jeder hat seine Lieblingsbeschäftigung gefunden und konnte ihr frönen. Könnt ja mal raten was meine Liebste war? Ach ja für besondere Genießer gibt es natürlich auch ein exklusives sehr schönes Spa mit unzähligen Anwendungen. Die sind allerdings den Erwachsenen vorbehalten. Die Kids können aber währenddessen in einen der Kids-Clubs gehen. Je nach Alter werden dort tolle Sachen mit den Kindern unternommen, baden und planschen im Meer oder in einem der vielen Pools, Gemüseernten im hauseigenen Garten, spielen, toben etc.

 

Nach diesen aktiven Tagen sind wir aber nicht etwa direkt müde ins Bett gefallen. Ganz im Gegenteil, unser Abendprogramm ließ uns alle immer nochmal richtig aufleben. Meist so um acht / halb neun machten wir uns auf den Weg in die Strandbar, um dort unseren Sundowner-Aperitif zu genießen. Das wurde zu einem richtigen Ritual, das wir alle sehr liebten. Da wir jeden Mittag zu einem späten Lunch gegangen sind, war das mit dem Hunger auch kein Problem. Dort gab es aber auch immer was leckeres für die Kids zu trinken und dazu kamen Chips und Nüsse. Klar, das wir das ALLE gut fanden. Ich fand aber auch schön, den Kids zu zeigen wie man einen Sonnenuntergang zelebrieren kann. Dazu kam, dass wir dadurch immer etwas azyklisch zu allen anderen Gästen vorgingen. Wir waren also in der Strandbar immer allein, weil sich schon alle auf die leckeren Buffets stürzten. Wenn wir dann um neun/ halb zehn dort aufkreuzten hatten wir auch dort wiederum unsere Ruhe. Denn um 21:30 eröffnet der Kids Playground und da waren die anderen Familien wohl pünktlich am Start. Klar, das wir auch dort jeden Abend hinmussten. Für unsere Jungs der krönende Abschuss jeden Tages und sie nannten es nur das Kinderparadies. Sie konnten sich dort bis 23 Uhr auf verschiedenen Rutsch-Hüpfburgen, Riesentrampolinen, einer Seilbahn, einer Kletterwand und einem großen verwinkelten Klettergrüst austoben. Absoluter Favorit war immer die “Kettcardisco”, die ich einfach mal so nenne, weil dazu Scheinwerferlicht und Musik spielte, die von den wirklich sehr netten italienischen Kinderbetreuern stimmungsvoll untermalt wurde.

 

Angebote für Kinder
Hier mal wegen der großen Fülle alle Leistungen und Angebote für Kinder im Überblick:

  • Ein eigenes Kinderrestaurant “Peter Pan” in dem natürlich auch die Eltern mitessen dürfen.

  • Die Nursery ist 24 Stunden geöffnet und ausgestattet mit Hochstühlen, Sterilisiergeräten, Mixer, Flaschenwärmer, Mikrowelle, Babynahrung etc.

  • Das Villagio Fantasia ist ein Kinderparadies für die kleinen Gäste auf einer Fläche von 10.000 qm. Zwischen Sanddünen und Wacholderbäumen befindet sich ein großer Spielplatz, ein Schwimmbad und verschiedenen Spielangeboten.

  • Das Duneland ist ein weiterer In- und Outdoor Spielplatz für Kinder mit verschiedenen Angeboten, kreativen Workshops, Kinoecke, sowie einer Ess- und Relax-Ecke.

  • Der bereits oben beschriebene Playground, der in den Abendstunden nach dem Dinner von Familien hochfrequentiert wird.

  • Der Babyclub ist für Kinder von 18 Monaten bis drei Jahren und bietet seinen Betreuungsservice täglich von 8:45 – 18:30 Uhr an. Zusätzlich auf Anfrage und gegen Bezahlung ist eine Betreuung am Abend zwischen 20:30 – 22:30 Uhr möglich.

  • Der Mini-Club ist von Kinder von vier bis 8 Jahren und ebenfalls täglich von 9:00 bis 18:30 Uhr möglich.

  • Der Junior-Club ist von 9 bis 13 Jahre alte Kinder im gleichen Zeitraum und mit vielen sportlichen Aktivitäten im Angebot.

  • Die Ältesten zwischen 14 und 17 Jahren können sich im Teen-Club treffen und in lockerer und entspannter Atmosphäre kennenlernen.

  • Bio-Garten, Volieren, Hühnerstall und Pferdestall: Es gibt die Möglichkeit Kurse zu besuchen, bei denen die Kinder im hauseigenen Gemüsegarten ernten und daraus essen zubereiten, Im Hühnerstall Eier sammeln gehen oder einen Pferde-Ausritt machen.

Sportangebote

Auch bei den Sportmöglichkeiten ist eine Aufzählung nützlich, denn das Angebot ist sehr vielfältig und die Italiener sehr sportlich, wie wir beobachten konnten. Direkt im Resort stehen zur Auswahl: Beachvolleyball, Kanu, Stand-Up Paddeling, Katamaran, Windsurfing, Tauchen, vier Tennisplätze, ein Kleinfussballfeld, Basketball, Bogenschießen, Tanzschule, Reitschule. Einige Sportmöglichkeiten davon im Preis inbegriffen, andere sowie auch Privatstunden sind gegen Aufpreis buchbar.

Der Strand

Der lange Sandstrand Li Junchi vor dem Hotel bietet die idealen Bedingungen für Kinder und Wassersport. Das Wasser ist wirklich glaskar und der Sand schön fein. Mehrere Sandbänke lassen das Meer lange flach bleiben wodurch es für die Kids relativ ungefährlich ist. Da im Norden von Sardinien öfters mal ein kleiner Wind weht, kann man dann auch toll in der Brandung spielen. Wir hatten diesmal drei Tage Mistral, dass heißt es wehte die rote Fahne. Eigentlich Badeverbot. Am bewachten Strand konnten wir durch das flache Wasser trotzdem vorne in den Wellen spielen und mein Mann sogar Wellenreiten. Das beste finde ich natürlich, dass der lange Strand außer dem Resort nicht bebaut ist. Vom Wasser aus hat man also auch eine tolle Küstenlandschaft vor Augen die nur aus der von Macchia bewachsenen Dünenlandschaft besteht.

Ausflüge

Wir hatten eigentlich keinen Grund das Resort zu verlassen. Obwohl das sehr im Gegensatz zu unseren bisherigen Urlauben stand, da wir eigentlich immer auf Erkundungstour gehen. Wir wollten die Zeit dort aber einfach voll ausnutzen. Theoretisch ist also kein Mietwagen (teuer in Italien!) nötig, wenn man das Le Dune bucht. Möchte man auch ohne Mietwagen die Umgebung kennenlernen, werden auch vom Hotel diverse Ausflüge angeboten. Die gesamte Gallura kann mit den Exkursionen besichtigt werde und sogar Sportfischen oder Hochseeangeln steht auf dem Programm. Selbstverständlich können aber auch direkt im Resort tageweise oder länger Autos, Mietwagen oder Fahrräder gemietet werden. Möchte man den nächsten Ort Isola Rossa oder Badesi besuchen kann man den Shuttleservice oder Bus nutzen.

Die Restaurants 

Schon zum Frühstück Schiffe gefüllt mit italienisches Gebäckteilchen und das in einem Land, dass nicht gerade für die erste Mahlzeit des Tages bekannt ist. Das könnte das Motto sein, wenn es um die Kost im Le Dune geht. Denn auch sonst lassen die zehn Restaurants, die zum Dinner zur Auswahl stehen wirklich keine Wünsche offen. Je nach Geschmack kann man eher ein Restaurant mit traditionellen sardischen Speisen, ein spezielles Fischrestaurant, eine Pizzeria, ein internationales Buffet etc. genießen. Es gibt sogar ein Kinderrestaurant, aber die Kinder finden in jedem was – versprochen – und auf die typischen italienischen Spezialitäten wie Pasta, den herrlichsten Ricotta der Welt oder die heißgeliebten Antipasti muss man in keinem der Lokale verzichten. La dolce vita garantiert!

Preise

Wir machen hier wiederholt Hotelurlaub, obwohl sonst immer in Ferienhäusern Selbstversorger sind. Irgendwie schien uns das mit drei kleinen Balgen immer am entspanntesten, da die Kinder sich dann wie zu Hause fühlen und bewegen können. Dass das auch immer bedeutet, dass eigentlich gut 70 % der Hausarbeit, die im Alltag anfällt, mit in den Urlaub fährt, hatte ich irgendwie ausgeblendet. Bis jetzt. Denn ein Urlaub bei dem man sich, um wirklich nichts kümmern muss, ist für die ganze Familie die pure Entspannung. Die Kinder profitieren ebenso, wenn die Eltern mal mehr Zeit übrig haben. Das entschädigt auch die etwas höheren Kosten eines Hotelurlaubs. Wir hatten diesmal Halbpension, und waren mittags trotzdem immer mit den Kids beim Lunch, den sie hier Brunch nennen. Da das Le Dune ein Familienresort ist, gibt es Special-Preise für Familien. Das erste Kind unter 6 Jahren ist kostenlos wobei das zweite dann auch nur noch die Hälfte kostet. Halbpension pro Person gibt es ab 94,-€, in der Hochsaison ab 168,-€. Hier kann man die Preisliste der einzelnen Hotels in diesem Resort einsehen. Alle Services die für Kinder angeboten werden sind umsonst. Und Getränke wie Wasser und Hauswein sind in fast allen Restaurants inklusive. Die zusätzlichen Kosten vor Ort sind bei Vollpension also wirklich begrenzt.

Anreise und Transfer

Die Flughäfen Olbia und Alghero sind fast gleich weit beide ca. eine Autostunde entfernt. Olbia wird von vielen Fluggesellschaft direkt angeflogen, so dass man günstige Flüge abgreifen kann. Der Weg zum Resort hat von dort aber mehr Kurven… Wir sind diesmal mit Handgepäck gereist (das darf bei vielen Airlines inzwischen ziemlich groß und schwer sein!). Bei fünf Personen sind das fünf Cabin Trolleys , die man erstmal füllen muss. Das spart weitere Kosten und man braucht nicht viel vor Ort, neben Badehosen und ein paar Kleidchen. Wir hatten einen Mietwagen, da wir zuvor schon mit Freunden auf der Insel waren. Sofern man einen Badeurlaub plant, ist dieser im Le Dune wirklich nicht nötig. Unserer kleiner Lancia Ypsilon stand die Tage fast ungerührt auf dem Hotelparkplatz. Tranfers bietet selbstverständlich das Hotel an. Eine Strecke kostet 118,- € für ein Auto bzw. 138,- € für einen Minibus für vier Personen.

Die Hotels

Wir wohnten wieder im Le Rocce und fühlten uns dort sehr wohl. Alle Hotels des Resorts sind in maximal zweistöckigen Häusern untergebracht und so existiert kein großes Haupthaus, sondern die ganze Anlage hat optisch Dorfcharakter, was es sehr ansprechend macht. So wundert es mich auch nicht, dass wieder auffällig viele Italiener dort ihren Urlaub verbrachten, denn die sind ja bekannt für ihren guten Geschmack. 

Die Umgebung

Natur pur und kein Hotel in Sicht. Meer, Dünen, Weinberge und alte Wacholderbäume umgeben das Resort. Die Wege zwischen Restaurants, Hotels, Pools und Sportplätzen und Kinderspielplätzen sind von blühende Bougainvillea und Oleandersträucher gesäumt auf denen jeder Meter ein Foto wert ist. 

Mein persönliches Fazit

Schon den ersten Tag haben wir natürlich so gut wie nur im Wasser verbracht.  Als wir darin plantschten und ich mich mit meinen Jungs auf den Wellen schaukeln ließ und auf diese schöne Dünen-Küsten-Kulisse blickte, kam mal wieder ganz viel Glück im Bauch hoch und ich sagte zu meinen Jungs, “Wisst ihr was, ich habe jetzt meinen zweiten Lieblingsplatz auf der Welt gefunden.”

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Saskia Teaser Abbinder

Saskia hat mit ihren drei kleinen Orgelpfeifen die volle Ladung Jungspower zu Hause und weiß, was es heißt, auch mal an seine Grenzen zu stoßen. Sie trägt es mit Fassung und vor allem viel Liebe, denn die häusliche Si­sy­phus­ar­beit hat sowieso kein Ende. Doch auch wenn die Geburten ihrer drei Söhne ihr Leben auf den Kopf gestellt haben, blieb sie ihrer Leidenschaft für Fashion treu und lässt das Familienleben eher anekdotisch in ihren Beiträgen durchblitzen. Die Mitbegründerin des Mummy Mag arbeitet inzwischen frei als Stylistin und Redakteurin. Muttersein ist für Saskia von jeher ein positiv besetztes Bild und das möchte sie auch mit dem Mummy Mag transportieren, um den Frauen in Deutschland Mut bei der inzwischen viel zu häufig gestellten Kinderfrage zu machen.

 

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