O wie OLLO

Im Frühjahr bekam mein Sohn das erste Rad meines Patenkindes geschenkt, das schon lange viel zu klein geworden war. Mein Männlein, damals noch keine drei Jahre alt, setzte sich drauf, sagte „ich kann das“, fuhr 20 cm und fiel dann in den Rhododendron im Garten. Das Ganze machte er drei Mal, danach war das Thema Rad erst mal gestorben. Kurz vor seinem dritten Geburtstag kam er aus dem Kindergarten und sagte „Mama, ich möchte heute Rad fahren“.

Ich sagte dann: „Das müssen wir doch erst mal üben“ und dachte noch an die arme Hecke. Zu Hause angekommen, Helm auf, Rad aus Garage, mein Sohn sagt „Ich kann das“, setzt sich drauf und weiß nicht weiter. Ich gehe hin, erkläre kurz, will ihn anschieben, er meckert, will er alleine machen und fährt los, einfach so, lässt mich völlig verdutzt zurück. Ich hatte mir das ganz anders vorgestellt, so mit gebücktem Rücken und so. Nix da. Fährt durch den Garten, umrundet die Bäume, fährt vors Haus auf unseren Vorplatz und es sieht aus, als hätte er nie was anderes gemacht. Nach zwei Minuten ruft er bereits „Guck mal Mama, ich kann Schlangenlinien fahren“…

Das Problem? Das Rad! Super schwer, Bremsen zu weit weg von den kleinen Fingern. Ein Neues muss her, zum dritten Geburtstag das perfekte Geschenk. Nur welches? Und dann kam OLLO. Zum ersten Mal hab ich das bei meiner Freundin Dani gesehen, deren Tochter eben ein supercooles OLLO-Bike zum dritten Geburtstag bekam. Mein Herz hat augenblicklich beim Anblick dieses Bikes höher geschlagen. Dieses Rad ist fast zu schön um wahr zu sein. Ein Grund, sich das Unternehmen mal etwas genauer anzuschauen. Und dann kommen die OLLOs auch noch aus Hamburg, meiner zweiten Heimat…

Deshalb gibt es jetzt hier ein Interview mit Svenja und Stefan Klostermann den Gründern von OLLO BIKES!

1/ Was ist ein OLLO? 

Svenja: Ein OLLO ist ein Kinderfahrrad für Design-Freaks und Liebhaber der schönen und hochwertigen Dinge. OLLOs sind für Kinder im Alter von zwei bis acht Jahren erdacht und gemacht.

2/ Wer steckt dahinter und wie viele Kinder habt Ihr?  

Stefan: Wir sind ein kleines Familienunternehmen. Svenja (39) und ich (46) sind nicht nur seit 11 Jahren verheiratet, sondern auch das OLLO Kernteam. Aber natürlich haben wir viele Partner, mit denen wir zu den Themen Design, Konstruktion, Produktion und Marketing intensiv zusammenarbeiten.

Svenja: Aber ohne unsere Kinder gäbe es OLLO nicht! Benni (8) und Tilda (6) haben uns inspiriert und überhaupt erst auf die Idee gebracht.

3/ Wie und wann kam die Idee zum eigenen Kinder-Bike?

Stefan: Die Idee ist entstanden, als unser Sohn Benni 2011 das erste 12 Zoll Rad bekam. Es war viel zu schwer und gefiel mir von der Form und der gesamten Anmutung nicht. Das erste Fahrrad – das soll doch etwas ganz Besonderes sein! Ich bin selbst passionierter Fahrradfahrer und lege bei meinen Rädern viel Wert auf Design, Qualität und Gewicht. Ich habe mich damals gefragt, ob man nicht schönere und überhaupt bessere Kinderfahrräder bauen kann. 2014 habe ich dann meinen Job an den Nagel gehängt und mich voll und ganz dem Fahrradbau gewidmet. 2015 hat sich dann auch Svenja für OLLO entschieden und seitdem sind wir ein echtes Familienunternehmen.

4/ Welche Radgrößen bietet Ihr an?

Svenja: Wir bieten passende Kinderfahrräder für Kinder im Alter von zwei bis acht Jahren an. Übersetzt in Zoll-Größen sind das 12, 14, 16 und 20 Zoll Fahrräder. Gerade haben wir das Sortiment um unser Laufrad in der Größe 12 Zoll erweitert. Außerdem denken wir über ein sehr sportliches 24 Zoll Rad nach…

5/ Wie lange dauerte es von der Idee zum ersten Produkt?

Stefan: Das war ein Prozess, der zunächst mit einer verrückten Idee begann. Stück für Stück wurde die Idee konkreter und nahm sukzessive auch mehr Zeit in Anspruch. Wirklich zielgerichtet habe ich an dem Projekt „OLLO“ seit Mitte 2014 gearbeitet. Dann kamen Verhandlungen, Messen, Verträge, Prototypen, Lagersuche… Die Liste ist endlos. Im Sommer 2016 ist dann unser Online-Shop live gegangen.

6/ Welchen beruflichen Hintergrund habt Ihr? 

Svenja: Ich war lange für PAYBACK (Bonusprogramm) tätig und bin dann zu Barclaycard nach Hamburg gewechselt, als unser Heimweh nach acht Jahren München zu groß wurde. Schwerpunktmäßig habe ich im Marketing gearbeitet.

Stefan: Ich war zuletzt in einem Beratungsunternehmen tätig, das sich auf die digitale Transformation von Unternehmen spezialisiert hat. Wir haben Kunden beraten, die Teile Ihres Unternehmens ins digitale Zeitalter bringen wollen. Der Hintergrund ist auf jeden Fall beim Online-Vertrieb von Kinderfahrrädern hilfreich.

7/ Welche Materialien verwendet Ihr und warum?

Stefan: Wir verwenden ausschließlich hochwertige Komponenten. Rahmen, Vorbau, und Lenker sind aus Aluminium, da es leicht, robust und rostfrei ist. Viele Komponenten sind zudem von bewährten Markenherstellern, wie z.B. Tektro (Bremsen). Bei den Satteln ist uns besonders wichtig, dass sie komfortabel, robust und wasserabweisend sind. Die kleinen Radfahrer sollen ja gerne auf den OLLOs sitzen.

8/ Was ist das Besondere am OLLO?

Stefan: Die schon genannten Eigenschaften sind ja nur die halbe Miete. Uns war es aber genauso wichtig, dass wir mit unseren OLLO Bikes etwas Schönes schaffen, dass wir Farbe in die Stadt bringen. Das Design stand bei der Entwicklung klar im Vordergrund. Dann haben wir über hochwertige und rostfreie Materialien am Gewicht gefeilt. Leichter würde zu Lasten der Stabilität, Haltbarkeit und Design gehen und das ist einfach ein NO-GO. Und praktisch sollen unsere Räder auch sein, daher haben wir am Sattelrohr Schnellspanner eingebaut. So lässt sich die Sitzhöhe ohne Schrauben einstellen. Das absolute Highlight ist aber unser Konfigurator. Damit können unsere Kunden die Farben von Rahmen, Dekor und Komponenten selbst wählen. So entstehen ganz viele verschiedene Farbkombinationen, die sehr individuell sind – aber alle schön 😉

9/ Wer durfte den Prototyp testen?

Svenja: Natürlich unsere Kleinen! Benni und Tilda sind unsere Testfahrer und Ideengeber. Für sie machen wir OLLO. Und die beiden sind so stolz, Teil des Teams zu sein. Sie lieben es, im Büro zu spielen, uns über die Schulter auf den Computer zu schauen und mit den OLLOs zur Schule zu flitzen. Ganz ehrlich, welches Kind versteht denn heute noch, was die Eltern arbeiten? Bei uns ist alles zum Anfassen und Ausprobieren.  

10/ Und wie ist eigentlich der Name „OLLO“ entstanden?

Stefan: Die Idee, unsere Brand „OLLO“ zu nennen, hat einen familiären Hintergrund. Ich habe einen großen Bruder „Olaf“, Spitzname Ollo. Und da Olaf noch fahrradverrückter ist als ich (ehem. Fahrradkurier in Hamburg und dann Besitzer eines Fahrradladens in Kapstadt), wurde er zum Namensgeber. Zudem fanden wir einen Namen, der quasi vorne und hinten Räder hat, sehr passend.

11/ Die Funktion, sein eigenes OLLO zu designen ist super! Wie funktioniert der Konfigurator genau?

Svenja: Unsere Kunden wählen zunächst die geeignete Größe. An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, dass wir ausführliche Ratgeberseiten haben. Besonders unser Größenberater ist für die Eltern sehr wichtig. Wir beraten aber auch sehr gern direkt und persönlich am Telefon.

Stefan: Wenn die Größe gewählt ist, kann der Kunde per Klick die Farben vom Rahmen, den Komponenten und dem Kreis/Schrift-Design wählen. Wir kommen so pro Größe auf knapp 900 wunderschöne Varianten.

12/ Könnt Ihr Euch noch an Euer erstes Mal Radfahren (ohne Stützräder) erinnern? Wer hat mit Euch geübt und wo war das? 

Stefan: Jaaaa! Mein Papa hat mit mir geübt, als ich ca. vier Jahre alt war. Und als es geklappt hat, war ich sehr stolz und habe die neue Freiheit genossen.

Svenja: Mir hat das Fahrradfahren mein Opa beigebracht. Er ist mit mir gelaufen und irgendwann hat er nicht mehr festgehalten. Dann kam nach einer Schrecksekunde das große Glücksgefühl.

13/ Haben Eure Kinder auf OLLOs gelernt?

Svenja: Benni hat schon mit 2,5 Jahren Fahrradfahren gelernt und da gab es die OLLOs noch nicht. Sein Fahrrad war ja erst der Anlass, „OLLO“ zu denken. Tilda hat sich viel Zeit gelassen und erst mit knapp 5 Jahren wirklich Interesse am Radeln gehabt. Und das war dann tatsächlich auf einem der OLLO Prototypen – blauer Rahmen mit weißen Komponenten.

14/ Wo kann man in Hamburg am besten radeln mit Kids?

Stefan: Das kommt ganz auf das Alter der Kinder an. Die größeren Kinder sollten lernen, sich in der Großstadt sicher zu bewegen. Das ist eine ganz schöne Herausforderung, da es die volle Konzentration der Kinder erfordert. Bei den kleineren Kids kann man das noch nicht verlangen, da eignen sich Parks und große Plätze besser.

Svenja: Wir haben in Hamburg z.B. den Stadtpark oder die Außenalster mit Fahrradwegen und Fahrradstraßen.

15/ Wo seht Ihr Euch mit OLLO in 5 Jahren?

Svenja: Wäre schöne, wenn dann OLLO in Deutschland fest etabliert ist und die Bikes auch über den Handel erhältlich sind.

Stefan: Außerdem haben wir noch so viele coole Ideen für das Zubehör. Da wird sich noch Einiges tun. Und auch in den Größen gibt es noch Spielraum. Das Laufrad ist nun auf dem Markt, aber 24 Zoll ist auch sehr, sehr interessant. Dann könnte unser Sohn endlich wieder auf einem OLLO fahren. Der ist mit knapp neun Jahren nun rausgewachsen.

16/ Mit über 300 Euro pro Rad ist der Preis relativ hoch…

Stefan: … Und das ist rein der Qualität geschuldet. Ein hochwertiges Kinderfahrrad zu bauen ist genauso teuer wie ein großes Rad zu bauen. Manchmal sogar teurer, da Komponenten speziell gefertigt werden müssen. Wir sind aber der Überzeugung, dass sich Qualität auszahlt und dass auch unsere Kunden das so sehen.

17/ Gleich habt Ihrs geschafft. Da hier interessiert mich jetzt aber noch sehr: Welches Gefühl verbindet Ihr mit Radfahren?

Svenja: Auf jeden Fall ein rein positives Gefühl. Fahrräder sind solide und irgendwie kumpelhaft.

Stefan: Ganz klar Freiheit. Man ist ganz bei sich und entscheidet wo es langgeht. Fantastisch!

Liebe Svenja, lieber Stefan, ganz herzlichen Dank für das nette Interview mit Euch!

Alle Infos zu OLLO findet Ihr hier!

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