Stokke Summer House stillende Mama

Ich wollte mir schon immer einen Blogbeitrag für mich selbst schreiben, quasi eine Memo an mein verwuseltes Ich – damit ich nicht alles gleich wieder vergesse. Wie schaffe ich es also Quinn abzustillen?

Es gibt Babys, die sind von Anfang an nicht sonderlich auf Kuschelkurs mit der Brust, wie z.B. Helene. Als ich Camilla im Winter 2013 besser kennenlernte und wir die ersten Runden mit den Kinderwagen zusammen schoben, war eines immer am Start: ein Fläschen mit Pulver und eine Thermoskanne mit warmen Wasser zum Anmischen. Bei Oskar lief es dann – ganz anders. Hier hat Camilla ihre Stillerfahrung zusammengetragen. Es gibt Babys, die sind von selbst nach einer Weile (round about 6-10 Monate) nicht mehr an der Brust interessiert. Sie finden Essen und die Milch aus dem Fläschchen schlichtweg spannender – sättigender sind sie allemal. Manche Babys nehmen den Schnuller und trinken aus dem Fläschchen, selbst wenn sie noch gestillt werden Anderen sind Schnuller und Fläschchen schnurzpiepegal – höchstens mal als Spielzeug untergekommen. Sie trinken entweder nur an der Brust oder bevorzugen Wasser aus Gläsern oder Schnabeltassen. Zu diesen zählt Quinn.

Egal wie, Babys müssen bereit zum Abstillen sein

Quinn ist es offensichtlich jetzt, kurz vor seinem 1. Geburtstag. Er sucht tagsüber immer seltener die Brust, eigentlich nur noch, wenn ihn etwas angestrengt hat und er zur Ruhe kommen möchte. Statt mir das 9,5 Kilo Packet dann umzuschnallen (Stichwort Beckenboden), versuche ich ihn so oft wie möglich im Kinderwagen zu schieben, um ihm eine Auszeit zu gönnen oder in den Schlaf zu katapultieren. Es macht nämlich Sinn, zunächst das Stillen tagsüber zu reduzieren und durch Mahlzeiten zu ersetzen:

Schlechte Esser – und wie man tricksen kann

Quinn schafft es tatsächlich, mich am Tisch sitzend auf die Palme zu bringen. Dabei fing alles ganz vielversprechend an. Quinn wollte früh mitessen. Mit 5 Monaten machte er bereits Schmatzgeräusche, wenn wir zusammen am Tisch saßen. Also habe ich mit 5 1/2 Monaten Brei und Fläschen ausgepackt. Doch je älter er wird, desto schlechter isst er. Liebevoll zubereitete Breie können mittlerweile noch so nachhaltig und bio sein, wenn dem jungen Mann nicht danach ist, werden sie post- und kopfwendend abgelehnt. Dafür bekommt der Tisch sein Fett weg. Also mache ich ihm Schnittchen (Butterreiterchen, Reiswaffeln, Babyriegel) und Stückchen aller Art (Gurke, Melone, Avocado usw.) von denen er mit seinen wenigen Zähnen allerdings nicht satt wird. Brei, den er mittlerweile eigentlich nur noch selbst Löffeln möchte, bekomme ich mit folgendem Trick sauereifrei in ihn hinein: ich drücke ihm einen Löffel in die Hand und stelle eine leere Schale vor ihn. Der Brei kommt dann aus der baugleichen Schüssel, die außerhalb seiner Reichweite vor MIR steht. Das Wasser bzw. der Tee kommt aus einer Schnabeltasse.

(Weil es beim letzten Mal, als wir über breifreie Ernährung berichtet haben etliche Anfragen dazu gab, wo die Buchstaben Tassen, Teller und Schüsseln aus unkaputtbarem Melamin denn erhältlich seien -> hier)

Butiq Trinkbecher Designletters_8

Abstillen – und was dabei helfen kann

Zum Abstillen gehören immer zwei, mindestens. Oft sogar drei, weil der Daddy oder eine andere dritte Person ohne Milch mit viel Geduld während des Prozesses auch eine entscheidende Rolle spielen kann.

  • Auf die harte Tour: Mutti fährt weg. bedeutet Daddy o. Ä. im Einsatz. Das ist leider nicht überall möglich, aber auch nicht jedermanns Ding
  • Wie schafft es Frau also alleine, das Baby abzustillen, wo das doch durch den Milchgeruch quasi unter “erschwerte Bedingungen” läuft? Kinderwagen schieben abends und des nächtens kann ja auch nicht die Lösung sein…
  • Das Baby sollte satt sein -> reichhaltiger Abendbrei z.B. mit Milch und Banane
  • Einschlafpulle, die dann nach und nach mehr Wasser oder Tee und keine Milch mehr enthält
  • Milch kann abgepumpte Muttermilch, Premlich, Reis-, Mandel-, Kuhmilch usw. sein
  • Wer noch richtig viel Muttermilch hat, kann bzw. wollte diese beispielsweise unter einer warmen Dusche ausstreichen oder mit einer Milchpumpe Tag für Tag weniger absaugen, damit es nicht zu einem Milchstau kommt
  • Für alle, deren Babys einen Schnuller nehmen: Halleluja! es hilft natürlich enorm, wenn das Baby nicht an der Brustwarze wegnuckelt
  • Führt Rituale ein, geht zusammen ins Bad, putzt die drei vorhandenen Zähne, kleine Massage auf dem Wickeltisch, rumtragen, singen, summen, ablegen, die Hand auflegen, worauf auch immer euer Baby reagiert. Bei Quinn funktioniert es ganz gut, wenn ich den Namen seines Daddys laut mantraartig vor mich hinsage, ohne Witz, er lässt dann merklich los, wird schwerer auf meinem Arm und lässt sich mit diesem Ritual auch ganz gut ablegen. Einziges Problem hierbei: Der Daddy schaut alle paar Minuten rein, weil er denkt, ich würde ihn wirklich rufen…
  • Nehmt euch Zeit und habt Geduld. 10 Minuten Einschlafritual sind nichts, bei uns dauert es rund 30 Minuten bis Quinn in den Schlaf gefunden hat
  • Es braucht Geduld, gute Nerven UND man muss zu 100% selber bereit sein, um standhaft zu bleiben

Zugegeben, bei uns klappt es bisher auch nicht immer. Vielleicht habt ihr ja noch einen Tipp für mich?!

Für alle, die sich jetzt fragen, warum ich so einen Akt aus dem Abstillen mache, wo ich das doch mit Philo schon alles durch habe. Erstens ist jedes Baby ist anders! Zweitens war das Abstillen bei Philo durch äußere Umstände bedingt. Er wurde mit 11 Monaten aufgrund eines Illius am Darm operiert und danach einige Tage künstlich ernährt – aber das ist eine andere, lange und schwer verdauliche Geschichte, die ich vielleicht irgendwann mal aufschreibe. Vergessen werde ich sie jedenfalls so schnell nicht…