Glücklicherweise gehörte ich – zumindest bisher – nicht zu den Frauen, die in der Schwangerschaft große Probleme mit sich herum schleppten. Gut, ich bin erst einmal sehr jung schwanger gewesen und aktuell erst Woche 18. Was weiß die Alte schon, möchte man meinen. Ich habe mich aber umgehört und informiert und für euch zusammengeschrieben, was so sein kann mit eurer Haut während der Schwangerschaft und habe dabei direkt so ein paar eigene Mankos entdeckt. Denn manchmal haben wir halt nicht zu 100% das Glück, den Schwangerschaftsglow genießen zu können, sondern müssen uns mit Hautproblemen herumschlagen….

Akne in der Schwangerschaft

Beim Wort Akne läuten wohl bei vielen die Alarmglocken, schön ist Akne schließlich nicht und haben will Akne auch keiner. Manchmal wird uns die Entscheidung leider abgenommen – besonders in der Schwangerschaft. Da erscheinen dann auf einmal, vor allem im ersten Drittel wieder Pickel, die wir in der Pubertät schon scheiße fanden, im schlechtesten Fall kann sie sich auch verschlimmern. Schuld sind – klar wer sonst – Hormone. Androgene, eigentlich eher männliche Hormone, spielen hier die größte Rolle und sorgen für jede Menge Talgüberschuss. Nix mit Glow also. Eigentlich soll der Talg sogar gutes tun, nämlich die Haut weich halten. Aber was zu viel ist, ist zu viel und verstopft stattdessen unsere Drüsen und Dank vieler Bakterien auf unserer Haut entzünden sie sich und da ist er: Der Pickel. Akne in der Schwangerschaft kommt und geht, manchmal bleibt sie auch bis zum Ende…

Bei Akne am besten immer erst einmal den Arzt konsultieren – er weiß zu helfen und hat im Zweifel das passende Mittel parat.

Skincare Tips für Akne in der Schwangerschaft

1. Zu viel Wascherei macht es nicht unbedingt besser, denn eine übermäßige Reinigung erhöht nur die Talgproduktion – besser also keinen Waschlappen benutzen und auf PH-neutrale Seife/Reinigungsmilch zurückgreifen.

2. Sagen wir den Teenagern ja auch: Nicht dran rumdrücken! Der Talg kommt im schlimmsten Fall nicht komplett raus, sondern wird nach innen gedrückt und im allerschlimmsten Fall bleiben am Ende Narben übrig!

3. Vermeidet die harte Akne Behandlung mit folgenden Inhaltsstoffen: Vitamin-A Cremes sollten von Schwangeren nicht benutzt werden – als reine Vorsichtsmaßnahme. Es gibt einen Wert, der theoretisch bei einer Gesichtscreme nicht überschritten wird, aber wer großflächig Vitamin A nutzt (und das ist durchaus auch mal in Shampoos und Make-up enthalten) kann hier drüber rutschen. Die Finger solltet ihr aber in der Schwangerschaft auf jeden Fall von synthetischen Vitamin-A-Säuren lassen, das sind Retinoide (Tretinoin bzw. Isotretinoin). Diese sind rezeptpflichtig und werden in Form von Salbe, Creme oder Kapseln gern bei schwerer Akne eingesetzt. Besser: Peelings/Waschlotionen mit natürlicher antiseptischer Wirkung, beruhigt empfindliche und gereizte Haut. Akne lässt sich gut beruhigen, z.B. mit Teebaumöl, Kamillenblütenextrakt und Nachtkerzenöl. Hautpflegeprodukte mit diesen Inhaltsstoffen sind also auch okay.

4. Ist die Akne aufgrund der Schwere einfach nicht auszuhalten, am besten mit dem Frauenarzt kurzschließen. Es gibt auch Medikamente, die für Schwangere verträglich sind – verzichtet aber unbedingt auf frei erhältliche Aknebekämpfer, bei denen ihr nicht wisst, was drin ist! 5. Ihr schminkt euch? Dann die Ölbasis besser weglassen und auf Make-up auf Wasserbasis umsteigen. Und klar: Immer abschminken, sonst blüht die Akne um so besser.

Übrigens: Die wunderbaren Hausmittel wie Zahnpasta trocknet den Pickel aus oder Essig, Backpulver, Zucker oder Salz funktionieren nicht. Also lieber entspannen und im Zweifel abwarten. Denn nach der Geburt erholt sich die Haut wieder recht schnell und wird wieder normal!

Pigmentflecken in der
Schwangerschaft

Tja, habe ich eben noch gesagt: ich hab nix, hab ich doch. Ich habe neuerdings ein paar Pigmentflecken mitten im Gesicht. In meinen Augen an total unvorteilhaften Stellen. Z.B. mitten in der Zornesfalte auf der Stirn, die sowieso schon so prägnant in der Welt herumscheint (so sehr, dass der Schwiegervater schon gesagt hat: Deine Zornesfalte ist größer geworden!) Pigmentflecken sind leider ein häufiges Hautproblem, es tritt bei 90% der Frauen auf. Darüber hinaus entwickeln 50% der Frauen schwangerschaftsinduziertes Melasma (also Pigmentflecken). Und hier! Schon wieder die Hormone! Melanin ist die Substanz, die Ihr Körper produziert, die Haut, Haare und Augen Farbe verleiht – die gleiche Substanz, die die Linea Nigra verursacht – die Melaninmenge verändert sich in der Schwangerschaft und zack, bumm, da sind die Flecken.

Skincare Tips für Pigmentflecken
in der Schwangerschaft:

1. Sonnencreme benutzen – bzw. Hautcreme mit einem hohen UV-Faktor suchen, finden, aufschmieren. Mindestens SPF 30! Besser 50. Und ein Sonnenhut schadet nicht.

2. Produkte mit synthetischen Düften vermeiden. Denn diese Produkte enthalten oft Inhaltsstoffe, die allergische Reaktionen und irritierte Haut hervorrufen können – damit wird es nur schlimmer mit den Flecken.

3. Am besten Skincare Produkte nutzen, die z.B. Lemon Peel Bioferment enthalten oder sanfte Seren.

4. Das richtige Essen kann auch helfen. In den ersten drei Monaten soll man ja sowieso ausreichend Folsäure zu sich nehmen, die kann helfen, Pigmentstörungen während der Schwangerschaft im Zaum zu halten (ausserdem auch die Linea Nigra, die dunkel Linie, die vom Bauchnabel nach unten geht). Folsäure gibt es auch in natürlicher Form, zum Beispiel in Vollkorn, Huhn und grünen Blattgemüsen.

Trockene und juckende Haut

Uh, die hab ich sowieso schon, aber aktuell habe ich manchmal das Gefühl, ich möchte mir die Haut abkratzen. Gern wird die Haut nämlich auch mal in der Schwangerschaft trockener als üblich. Und klar, auch hier wieder die Hormone, um die kommen wir eben nicht herum. Manchmal können hormonelle Veränderungen eine übermäßige Produktion von Öl auslösen; In anderen Fällen sind die während Schwangerschaften produzierten Hormone mit einer geringeren Ölproduktion verbunden, was zu trockener Haut führen kann. Ein weiterer möglicher Grund für trockene Haut während der Schwangerschaft sind unzureichende Körperflüssigkeiten. Blut steigt im Körper an und die Bildung von Fruchtwasser findet im vierten und fünften Schwangerschaftsmonat statt. Flüssigkeiten dienen hauptsächlich den Bedürfnissen des zukünftigen Kindes, und infolgedessen kann die Haut der Mutter halt gerade nicht mehr berücksichtigt werden und JUCKT wie die Hölle. Na vielen Dank auch.

Skincare Tips für trockene
und juckende Haut:

1. Versucht herauszufinden, warum eure Haut juckt. Ist es das Waschpulver? Ein bestimmter Stoff oder eines eurer Beautyprodukte? Dann sofort umstellen.

2. Für die, die gerne Baden: Lasst es besser bleiben oder zumindest, badet seltener. Wissen wir ja: Trocknet die Haut aus und kann auch zu juckender Haut beitragen.

3. Cremes mit Wasser sind immer gut. Wenig Parfum, viel Feuchtigkeit. Zum Beispiel: Shea Butter. Drin ist z.B. Vitamin F und das verleiht der Haut etwas Elastizität.

4. Wiesenschaumkrautöl. Eigentlich ist der richtige Name Sumpfblume und erinnert bei Hautgefühl an Jojobaöl. Die Haut wird seidig glatt, fettet aber nicht. (gibt es z.B. für eigene Kreationen auch raffiniert zu kaufen)

Eins für alles. Bi-Oil kann Narben verringern, Pigmentflecken verbessern, Dehnungsstreifen vermeiden und juckende Haut beruhigen. Quasi Wundermittel?

Dehnungsstreifen

Schlimmer geht immer, möchte man meinen. Ich schätze, Dehnungsstreifen gehören zu den Hautproblemen, die keiner braucht und vor allem keiner haben möchte. Dehnungsstreifen werden jedoch oft falsch verstanden – wenn man das überhaupt so formulieren kann. Aber tatsächlich bilden sich Dehnungsstreifen in der Dermis oder der mittleren Hautschicht, und sie haben wenig damit zu tun, dass sich die Haut tatsächlich „dehnt“. Einige Wissenschaftler glauben, dass sie aufgrund von Veränderungen der Hormone (schon wieder?) erscheinen, andere denken, die Gene sind’s. Die wohl einzig gute Nachricht ist, dass Schwangerschaftsstreifen mit der Zeit verblassen

Skincare Tips bei Dehnungsstreifen:

1. Massieren! Und am besten schon im ersten Trimester beginnen, aber unbedingt im zweiten. Kontinuierliche, leichte und kreisende Bewegungen können helfen, unterstützt z.B. durch Öle. Bauch, Brust, Oberschenkel und Po. Morgens und Abends für einige Minuten. Hilfreich sind auch Massageroller.

2. Auch hier: Sheabutter hilft. Ebenso Jojoba- und Mandelöl. Hauptsache Vitamin E. Vitamin E ist aufgrund seines bekannten Heilungspotentials toll bei Dehnungsstreifen. Natürliches Vitamin E (d-alpha-Tocopherol) wählen, anstelle der synthetischen Alternative (dl-alpha-Tocopherol).

3. Retinoide vermeiden. Die können das Wachstum von Kollagen stimulieren, was zu praller, gesünderer Haut führt, aber in der Schwangerschaft lieber zu Hyaluronsäure als sichere Alternative greifen.

Anti Streifen Creme von into-life.de

Tja. Unser Körper ist in der Schwangerschaft ordentlich damit beschäftigt,das Baby zu versorgen und vergisst daher schon gern mal sich selbst. Wir hoffen, dass zumindest ein paar Lösungen für euch in Frage kommen und natürlich freuen wir uns auch über eure Pflegetipps.

Für alle, die mehr zum Thema lesen wollen, Janine hatte hier mal mit einer Kosmetikerin darüber unterhalten, wie sich unsere Haut und nach der Schwangerschaft verändert – gerade auch hinsichtlich Sonnenschutz!