Unser erklärtes Ziel: die Welt retten!
Und nein, wir sind nicht größenwahnsinnig. Wir wollen es auch nicht auf die “Schnelle” machen, wie es Tim Bendzko vor einigen Jahren besang und wir planen es auch nicht nach amerikanischer Blockbuster-Manier, indem wir mit einer Rakete irgendwas im Weltraum sprengen. Nein, wir meinen es bedacht, denn wir wissen: gut Ding will Weile haben. Und wir sind vollkommen überzeugt davon, dass das klappen kann!

Wie Umweltschutz schon bei den Kleinsten beginnen kann

Hinter “wir” stecken Katja Wiese, Gründerin des Naturefund e.V., und wir vom Mummy Mag. Zusammengebracht hat uns die Baumarktkette toom, die sich bereits seit vielen Jahren intensiv für den Umweltschutz einsetzt und ganze Sortimente umstellt oder neu herausbringt, um Tier- und Pflanzenwelt nicht zu belasten. Nachhaltigkeit ist Teil der toom-DNA. So hat toom beispielsweise ein eigenes Bio-Sortiment in den Handel gebracht, welches zu 100% aus natürlichen Rohstoffen besteht. Auch toll: Bereits im vergangenen Jahr hat toom die Vorgaben für seine Zierpflanzenlieferanten verschärft und bietet als erster Baumarkt Deutschlands nur noch Zierpflanzen an, die ohne die von Greenpeace als besonders bienengefährlich eingestuften Pestizide (Neonicotinoide) produziert wurden. Shoppt man dieser Tage Balkonpflanzen bei toom, begegnen einem überall die kleinen Label “Bienenfreund” in den Blumentöpfen.

Die 50-jährige Katja arbeitet schon seit einigen Jahren zusammen mit toom an unterschiedlichen Projekten und sagt dazu:
“Ich habe keine Kinder, mein Baby ist der Naturefund. Ich erfülle mir damit einen Lebenstraum.”

Ihre gemeinnützige Naturschutzorganisation kauft weltweit Land, um Lebensräume für die Vielfalt von Tieren und Pflanzen zu bewahren. 

Bei einem von vielen Projekten kauft Katja verstärkt Wälder und forstet diese wieder auf, um den Folgen des Klimawandels etwas entgegenzusetzen. Ihr Naturefund hat ein Netzwerk privater Förderer und arbeitet eng mit wissenschaftlichen Instituten und Unternehmen zusammen. Auch toom gehört diesem Netzwerk an.

Im Rahmen der bundesweiten Nachhaltigkeitswoche von toom haben der Naturefund und toom, gemeinsam mit der Lebenshilfe, das neue Projekt “Blühende Gärten” ins Leben gerufen. Deutschlandweit werden dabei kleine Gartenflächen in Einrichtungen der Lebenshilfe nach der innovativen Pflanzmethode “Dynamischer Agroforst“ (kurz DAF) in bienen- und insektenfreundliche Gemüse-, Kräuter- und Obstgärten verwandelt und die Methode des DAF geschult.

„Dynamischer Agroforst“ (kurz DAF)

Was hier so sperrig klingt, hat es in sich und ist unser Schlüssel zur Rettung der Erde. Katja sagt immer: “Wir dürfen das nicht so laut sagen, die Leute erklären uns für verrückt, aber wir tragen gerne diesen Stempel, wenn dadurch weniger Regenwald abgeholzt wird, Bauern wieder besser von ihren Ernten leben können und unser gesamtes Ökosystem davon profitiert.” Erfunden haben die Methodik aber nicht Katja und ihr Team, sondern der Schweizer Ernst Götsch. Seit den 80er Jahren lebt er in Brasilien und beobachtet dort die Anbaumethoden der indigenen Völker Lateinamerikas. Zusammen mit Experten und Expertinnen aus Europa kombinierte er sein Wissen von den Ureinwohnern und unser heutiges Verständnis von Landwirtschaft und DAF war geboren.

Das Ergebnis sind eine hohe Wuchsleistung und ein stabiler Ertrag. In den Jahren seit 2011, seit der Naturefund diese Methode rund um die Erde schult und an Orten wie Bolivien, Madagaskar oder auch Europa anwendet, hat sich der Ertrag für die Bauern in den ersten Jahren mehr als verdoppelt. Katja trägt dieses Wissen jetzt weiter in die Welt hinaus und zeigt Bauern, mit welcher Methode sie die dabei entstehende Biomasse in Kohle umwandeln können. Man kann sie etwa zum Kochen verwenden oder verkaufen und es muss deswegen nicht weiter kostbarer Regenwald abgeholzt werden.

DAF for Dummys

Die Methode setzt sich aus drei Grundprinzipien zusammen:  

  1. Vielfalt: In einem großen Pflanzensystem wachsen Kräuter, Blumen, Bäume und Nutzpflanzen gemeinsam heran.
  2. Dichte: Die Pflanzen werden wie in einem natürlichen Wald sehr dicht aneinander gepflanzt, so geben sie sich Wärme und gegenseitig Schutz.
  3. Schnitt: Regelmäßiger Pflanzenschnitt fördert den Austrieb neuer Zweige und alles was abgeschnitten wurde, wird als Biomasse zur Abdeckung des Bodens verwendet, um diesen noch weiter zu wärmen und um die Erde nicht auszutrocknen.

Bis unsere Kinder allerdings davon erfahren, besuchen sie vermutlich schon die Oberstufe der Schule. Und selbst das ist noch kein Garant dafür, dass sie die umfangreichen Ressourcen dieser Erde schonen und schützen lernen, obwohl das so dringend notwendig ist. Toom und wir haben die “Umweltbildung” beschleunigt und Katja in Izzys Kita eingeladen, damit sie gemeinsam mit anderen Kita-Kindern den Dachgarten nach DAF-Methode bepflanzt. Katja hat dankend angenommen und uns einen Pflanzplan für einen Naschgarten zusammengestellt, Kostenpunkt mit allen Bio-Sortiment-Pflanzen, Samen und Erde sind ca. 150,- EUR; darunter auch ein Apfelbaum, blühende Beeren-Sträucher und Kräuterpflanzen.

Unter Anleitung von Katja haben wir den Kindern zunächst unser Vorhaben und dessen Nutzen erklärt und uns dann gemeinsam an die Gartenarbeit gemacht. Die Beete wurden von Unkraut befreit, ordentlich umgegraben, mit neuer Erde bedeckt, glatt gestrichen und dann im Wechsel mit Beeren-Büschen, Kräutern und Blumen-Samen versehen. Als das geschafft war, haben wir Unkraut, tote Zweige von z.B. einer alten Weihnachtsbaum-Tanne und abgestorbene Gräser als Biomasse-Decke auf dem Boden verteilt und alles gewässert. Mollig zugedeckt haben unsere Pflanzen jetzt das perfekte Bett bzw. Fundament, um im Sinne des DAF zu sprießen. Ob und wie gut uns das gelingt, wird die Zeit zeigen. Die Kinder haben versprochen, ihre Pflanzenfreunde gut zu pflegen und wir starten ein Video-Tagebuch, um Katja auf dem Laufenden zu halten.    

Für unsere Kita-Kinder steht das aktuelle Jahr unter dem Thema “Achtsamkeit”. Sie lernen Aufmerksamkeit für die Bedürfnisse anderer Menschen zu entwickeln und diese zu artikulieren. Gleiches gilt aber auch für unsere gemeinsame Umwelt, die Natur, Pflanzen und Tiere.  

Für ein Unternehmen wie toom Baumarkt, mit seinen mehr als 300 Märkten und über 15.000 Beschäftigten, bedeutet das Thema Nachhaltigkeit das Übernehmen von Verantwortung in vielen unterschiedlichen Bereichen.

Unsere Service-Tipps für Gärtner/innen

Katja und ihre Kollegin Anja vom Naturefund haben mir nicht nur die Vorteile des Dynamischen Agroforsts erläutert. Neben unserem regen Austausch zu Vorteilen dieser Anbau-Methode, konnte ich mir, bei unseren gemeinsamen Arbeiten im Garten, einige wertvolle Tipps abschauen, die ich bis dato so nicht kannte und unbedingt mit euch teilen möchte:

  1. Statt Pflanzen aus den Kunststoffbechern herauszureißen, kann man sie auch sanft drehen und an allen Seiten rausklopfen – auf diese Weise werden die Wurzeln nicht abgerissen.
  2. Ist die Pflanze aus dem Kunststoffbecher befreit, sollte die Wurzelschicht am Boden hauchdünn mit einer Schere abgeschnitten werden, sodass die Wurzeln nicht wie vom Topf vorgepresst rund “als Nest” weiterwachsen, sondern sich in alle Richtungen erstrecken. Gleiches gilt für die Ränder: einfach in den Topf mehrfach nach oben einschneiden.
  3. Unkraut und alte Pflanzen nicht wegwerfen, sondern idealerweise kompostieren. Dadurch entsteht Biomasse, die der Boden als Decke braucht, um sich zu wärmen und Feuchtigkeit zu speichern. Denkt an den Wald, dort gibt es auch kaum kahle Böden.  
  4. Regelmäßiges Gießen ist unerlässlich, der Boden sollte nicht austrocknen und immer genug gewässert werden – vor allem direkt nach der Aussaat von Samen oder dem Einpflanzen neuer Pflanzen.
  5. Ist der Boden nicht tief genug, kann man eine Art Burggraben rund um die Pflanze ziehen und bis zum Beginn des Stammes Erde auftürmen, sodass die komplette Wurzel mit Erde bedeckt ist.
  6. Regenwürmer sind der beste Freund des Gärtners, daher prüft mal, ob in euren Beeten welche wohnen. Falls nicht, könnten welche gekauft und in eurem Beet angesiedelt werden. Sie lockern den Boden und geben Pflanzen dadurch Platz. Außerdem sind sie ein guter Indikator für gesunde Erde.

Wenn ihr jetzt auch einen DAF-Garten anlegen möchtet und mehr Infos dazu braucht:

→ Das Bio-Sortiment findet ihr unter:
https://toom.de/b/qualitaetsmarke/unser-bio-sortiment/

→ Die Übersicht zu toom-Baumärkten in eurer Nähe findet ihr unter:
https://toom.de/m/

→ Und mehr von Katja zum Dynamischen Agroforst gibt es hier:
http://www.naturefund.de/projekte/dynamischer_agroforst/videos.html

Darüber hinaus hat toom nicht nur für uns einen Gartentraum wahr werden lassen, sondern arbeitet auch mit 2 anderen Bloggerinnen zusammen, deren Gartenprojekte ihr euch unbedingt mal anschauen solltet, denn sie machen Lust auf ganz viel grün:

Achtung, in Swetlanas Blog „Osmers Garten“ bleibt man direkt kleben, weil einfach alles schön ist! Die Fotos, die Beiträge, das Gefühl Erde an den Händen zu haben, den Geruch von Stauden-Tomaten, Sonnenstrahlen die einen kitzeln, wenn man unverhofft auf einer Wiese für ein Nickerchen eingeschlafen ist… das alles und noch viel mehr findet ihr HIER.

Xenia kommt wie Mummy Mag aus Berlin und hat im letzen Jahr sogar den 1. Platz als Bester Garten-Blog Deutschlands gewonnen. Sie erklärt in ihren Beiträgen nicht nur wie bestimmte Pflanzen wann ausgesät und wie gepflegt werden müssen, sondern berichtet auch von Gärtner-Stammtischen und Naturschutzgebieten. HIER geht es zu berlingarten.

Unser großer Dank gilt zunächst einmal toom, die sich seit Jahren für die Projekte des Naturefunds einsetzen, eigene Projekte zum Umweltschutz initiieren und Projekte wie das unsere unterstützen. Toom bringt sich dabei nicht nur mit Waren aus ihrem breiten Sortiment an Pflanzen und Gartengeräten ein, toom bringt auch die richtigen Menschen an einen Tisch und dafür sind wir so ausgesprochen dankbar.

Des Weiteren danken wir Reima, die mit ihrer hochwertigen Funktionsbekleidung nicht nur unsere Kinder warm und trocken beim gärtnern halten, sondern deren Mission es ist, den gesamten Lebenszyklus eines Produktes nachhaltig zu gestalten, von umweltfreundlichen Materialien bis hin zu sämtlichen Aktivitäten das Unternehmen und deren Prozesse betreffend. Ein tolles Vorbild!

Ebenso Danke an Gardena für die Unterstützung der Kita mit einem neuen Bewässerungssystem.

Und einen riesigen Dank an den INA Kindergarten in Kreuzberg, dass uns dieses Projekt zur Bildung unserer Kinder zusammen mit dem Naturefund ermöglicht wurde und wir einen Tag lang machen konnten, was wir wollten. Alles im Auftrag des Umweltschutzes – natürlich!  

Foto Credits: Caroline Falk