Callitcool und Mother-of-six-dragons gab es bis vor einiger Zeit noch gar nicht! Da waren Dyana und Valeska vorwiegend analoge Menschen mit durchaus auch Vorbehalten für Themen wie Instagram und den Beziehungen, die dort geknüpft werden. Inzwischen wurden sie eines besseres belehrt, denn ohne den Weg in die Sozialen Medien hätten sie sich gar nicht kennengelernt. Dyana und Valeska sind jetzt Freundinnen und haben sich über Instagram gefunden..

Die beiden Frauen leben in und bei Köln, haben ein und sechs Kind(er) und verstehen und lieben sich für folgendes:

Dyana macht sich unglaublich viele Gedanken, aber drängt einem nichts belehrend auf.

Valeska über Dyana

Valeska

Valeska, 39, TV Redakteurin, unglaublich glücklich verheiratet mit einer verdammt coolen Socke und Mutter von sechs Kindern (vier Söhne 15, 14, 10, 8 und zwei Töchter 5 und 3) @mother_of_six_dragons und bald alle Rezepte aus meinen Kochstories auf meinem noch leeren Blog www.mother-of-six-dragons.de

Wie habt ihr Euch im Internet kennengelernt bzw. wie seid ihr aufeinander aufmerksam geworden?
Dyana ist schon ein bisschen länger auf Instagram und mit ihrem Blog aktiv als ich. Im Herbst waren wir von einem anderen Kölner Account beide für eine Challenge nominiert. Dadurch bin ich auf sie aufmerksam geworden. Sehr wahrscheinlich habe ich dann bei ihr den ein oder anderen Beitrag in meiner Art kommentiert.
Sie hat ähnlich lustig zurückkommentiert und wir haben schnell festgestellt, dass wir uns auf einer Wellenlänge befinden.
Abends haben wir dann oft ewig lang privat hin-und hergeschrieben. Lustigerweise wohnt Dyana ja in meinem alten Stadtteil und wir sind uns vorher nie über den Weg gelaufen.
Nach und nach haben wir bemerkt, wie viele Gemeinsamkeiten wir haben (die Anzahl der Kinder ist es definitiv nicht!). ..haben die Nummern ausgetauscht und uns verabredet.

Wie gut kanntet ihr Euch als Ihr euch zum ersten mal getroffen habt? Ich kann mir vorstellen, ihr hattet dann das Gefühl, Euch schon sehr vertraut zu sein?
Als wir uns das erste Mal im Rheinauhafen auf einem Spielplatz getroffen haben, war es nicht einen Augenblick merkwürdig, sondern sehr vertraut. So als würde man eine alte Freundin treffen. Wir haben einen kurzweiligen Vormittag miteinander verbracht und es gab nicht einen Moment, in dem ich mich gefragt habe: „Was mache ich eigentlich hier!“
Für eine spontane Flucht bei solch einem Blinddate ist ein neutraler Ort natürlich gut gewählt! Seitdem vergeht eigentlich kein Tag mehr ohne Lebenszeichen!

Ist Social Media die neue Freundschaftsbörse?
Bis vor einem halben Jahr hätte ich bei dem Thema „Social Media und Freunde“ sehr wahrscheinlich eher müde gelächelt. Wir haben tatsächlich Freunde, die sich so gefunden und sogar geheiratet haben. Das war für mich anfangs schon etwas strange. Jetzt – mit einem halben Jahr „Erfahrung“ hier – sehe ich es wirklich anders: Man kann hier echte Freunde treffen. Es kann auch anfangs ohne den realen Kontakt sehr intensiv sein. Schöner wird es aber, wenn man den Menschen hinter den Buchstaben, Bildern und der Stimme auch im wahren Leben gegenübersteht. So ist es mir ja nicht nur mit Dyana ergangen, sondern auch mit den ganzen Kölner „Muttis“ und der Mädelstruppe in Berlin (dich eingeschlossen, Saskia!)

Was schätzt Du an Dyana?
Hui! Was ich an Dyana schätze. Mit solchen Dingen tu ich mich ja immer schwer: Sie ist eine ehrliche Haut! Sie sagt die Dinge, die ihr nicht gefallen, verpackt diese aber so, dass man auch die Kritik gut annehmen kann. Wenn etwas passiert, was nicht so ist, wie man es sich vielleicht gewünscht hätte, sieht sie dennoch die positiven Dinge und verliert nicht die Freude an den schönen Kleinigkeiten des Lebens. Sie nimmt ihren kleinen Chaoten genauso wie er ist, lässt ihn machen, steht ihm zur Seite und hört auf ihren Bauch. Dyana macht sich unglaublich viele Gedanken, aber drängt einem nichts belehrend auf.

Dyana

Ich bin Dyana, 37 Jahre alt, Förderschullehrerin und Ergotherapeutin, doch mein Lieblingsjob ist Mamasein. Mein Sohn ist gerade 2 Jahre alt. Ich blogge auf www.callitcool.de und auf Instagram bin ich als callitcool zu finden.

War Valeska wie erwartet? Was war die schönste Überraschung?
Bevor wir uns das erste Mal wirklich gesehen haben, kannten wir einander schon recht gut, hatten etliche ‚direct messages‘ und ‚whats apps‘ geschrieben, Voice Mails verschickt und auch schon einige Male telefoniert. Uns gemeinsam aufgeregt über irgendwelchen Kram und Nachts um drei festgestellt, dass der andere ebenfalls online ist. Ein paar Dates mussten wir sausen lassen, weil beruflich etwas dazwischen kam oder es kurzfristig wegen der Kinder nicht gut passte. Irgendwann sonntags hat es dann spontan geklappt. Wir hatte beide den gleichen Plan, waren in derselben Richtung unterwegs und so radelten wir uns am Rhein entgegen. Total spontan, in dem Moment unvorbereitet. Ich weiß noch genau wo es war, ich hatte angehalten um Fotos zu machen, das Licht war grad so schön, da kam Valeska mit ihren zwei Mädels im Lastenrad auf uns zu. Davon habe ich dann direkt ein Foto gemacht. Wir begrüßten uns, wie sich gute und vertraute Freunde begrüßen und quatschten nebeneinanderherradelnd darüber, was unsere Männer davon hielten, dass wir gerade ein Online-Date hatten. (Beide übrigens fanden es höchst befremdlich und seltsam.) Nichts an Valeska war anders, als ich es bei Instagram gesehen hatte. Eine pure und unverschnörkelte Mama. Lediglich durch die Tatsache, dass sie nur zwei Kinder im Gepäck hatte, obwohl sie ja sechs an der Zahl hat, unterschied sie sich von dem Bild, was hauptsächlich in meinem Kopf umherrschwirrte. Was mich direkt und auch schon bei Instagram total überraschte, war, dass ich mir eine Mutter von sechs Kindern einfach total anders vorgestellt hatte. Gesetzter und auch irgendwie uncooler – einfach weil das Image, dass Mütter mit vielen Kindern haben, dieses Bild in meinem Kopf hat entstehen lassen. Ich hatte keine Frau van der Leyen erwartet, die hat ja auch sieben Kinder, aber obwohl ich Valeska bereits „kannte“, war da dieser Coolness-Überraschungseffekt. Eine frische, total erholte und voller Kraft strotzende Mama und Frau. Ja, vielleicht passt das gut, Valeska verkörpert nicht durch und durch die Mama, sondern ist in erster Linie eine taffe Frau.

Instagram – Fluch oder Segen?
Instagram, der Zeitfresser, der Grund warum jeder irgendwann das Gefühl hat, „Hey, ich brauche digital detox!“, die App die polarisiert, der wir Stunden unseres Lebens opfern. Gehasst und geliebt. Aber lege ich die Hand aufs Herz, so hat Instagram mir sehr viele nette Menschen beschert, mich mit Menschen verbunden, teilweise auch Verbindungen verbindlicher gemacht – ja auch das geht. Zu viel Öffentlichkeit? Wo sind die Grenzen und was machen wir eigentlich mit unserem Instalife? Neulich treffe ich zufällig eine Mutter aus dem Viertel „Hi, ich hab gesehen, dass ihr krank seid. Mensch, gute Besserung!“ Wir quatschen kurz. Mein Mann steht irritiert daneben. Ich lese die Fragen in seinen Blicken. Woher weiß sie, dass wir krank sind? Ihr habt doch nicht telefoniert? Wo fängt Social Media an und wo hört es auf? Die Frage stelle ich mir immer mal wieder, wenn ich etwas poste, aber generell empfinde ich das Social Media Life als Zugewinn, die Dosis macht es halt. Und Valeska wäre mir ohne Instagram nicht über den Weg gelaufen, dafür haben wir im wahren Leben einfach zu wenig Schnittstellen.

Was schätzt Du an Valeska?
Eine Hommage zu schreiben, fühlt sich oft komisch an, aber ich bin eigentlich wirklich gut darin, Dinge die mir gefallen zu benennen, oder ein Lob auszusprechen. Valeska ist ein Mensch, bei dem ich stets das Gefühl habe, dass sie im Hier und Jetzt lebt. Sie widmet sich dem Moment, hört zu und ist aufmerksam und auf Zack. Auch zwischen den Zeilen gesagtes entgeht ihr nicht, dass ist mir direkt aufgefallen. Im Umgang mit ihren Kindern zeigt sich ihre außerordentliche Hingabe und Liebe, ihr Respekt und ihre Bodenständigkeit. Diese Ruhe und Gelassenheit, die sie ausstrahlt, ist echt und spiegelt sich in ihren Kindern wieder. Ich ziehe meinen Hut vor ihr, denn manchmal bin ich als Mutter von einem Kind am Rande des Wahnsinns. Valeska schaut nicht weg, sie ist da, auch wenn es unbequem ist und findet in diesen Situationen die richtigen Worte, hakt nach, vergewissert sich, ist ein guter und realistischer Trostspender. Sowieso ist sie realistisch und echt, ungetrübt und voller Power. So einige Male habe ich dich schon zum Vorbild genommen, liebe Valeska.

Was unterscheidet Online-Freundschaften von Reallife-fundierten?
Willkommen im 21. Jahrhundert. Den einzigen Unterschied, den meiner Meinung nach Reallife-Freundschaften zu Online-Freundschaften haben, ist das Medium, in dem oder besser gesagt, auf Basis dessen sie entstanden sind. Im Kern unterscheiden sich diese Freundschaften nicht. Denn Freundschaft kann innig und tiefgreifend sein, wenn sie schon sehr alt ist, sie vielleicht in der Schulzeit entstanden ist, man sich aus der Ausbildung oder dem Studium kennt, man sich zufällig auf einer Party getroffen hat oder eben im Internet. Wobei ich bei Internet-Freundschaften sogar den Vorteil sehe, dass, geht man davon aus, man zeigt sich ungeschönt und echt, man sogar viel mehr sieht, als im wahren Leben. Womöglich kennt man die Wohnung, die Familie, die Hobbies. So dass man eine Person vor dem ersten Reallife-Aufeinandertreffen hinsichtlich der Schnittmengen genau studieren kann. Fluch oder Segen? Ich finde es eine tolle Möglichkeit wirklich Gleichgesinnte kennenzulernen ohne anstrengendes Socialising zu betreiben. Und die Freundschaft findet dann ja meistens im Reallife statt, also why not?

Sie ist realistisch und echt, ungetrübt und voller Power. So einige Male habe ich sie schon zum Vorbild genommen.

Dyana über Valeska

Vielen Dank Euch beiden!

MUMMY MAG Paper "FRIENDS"

Das aktuelle MUMMY MAG Paper widmen wir übrigens voll und ganz dem Thema Freundschaft – und wir stellen dort ganz verschiedene Freundinnen Paare vor. Eines davon sind auch Valeska und Dyana, die sich digital einfach so gut verstanden haben, dass sie sich live erleben mussten. Und weil es die Paperinhalte in anderer Form auch immer auf dem Blog gibt, ist dies Teil der Mini-Serie: Freundschaften!