„Ich heiße Janina, bin 32 Jahre alt, seit einigen Jahren im Fashionbereich eines großen deutschen Sportartikelherstellers mit 3 Streifen beschäftigt und seit Februar stolze Mummy der kleinen Hedda. Schon seit längerem habe ich überlegt, mich bei euch zu melden und meine Erlebnisse rund um die Geburt meiner Tochter mitzuteilen, denn Hedda kam per geplanten Kaiserschnitt zur Welt und hierzu habe ich bislang noch nicht so viel auf eurem Blog gefunden (oder vielleicht übersehen?). Auch ist diese Geburtsvariante nicht ganz so „easy“ und planbar wie oft angenommen und – zumindest ist es mir so ergangen – oft mit vielen Vorurteilen behaftet.“

Mit diesen Worten meldete sich Janina bei uns – und sie hat recht. Kaiserschnitte sind bei unseren Geburtsgeschichten in der absoluten Minderheit! Dabei kommt laut statistischem Bundesamt in Deutschland fast jedes dritte Kind per Kaiserschnitt zur Welt…

Ich erinnere mich noch genau an den Sonntag, an dem wir von Hedda erfuhren. Nach mehreren Tagen starker Übelkeit hatte mich mein Mann Simon endlich soweit überredet, einen Schwangerschaftstest zu machen. Ich konnte es einfach nicht glauben, schließlich hatten wir erst vor kurzem beschlossen, „es mal zu probieren“. Doch es war eindeutig – schwanger. Ich heulte Rotz und Wasser (eine Mischung aus Angst, Überraschung, Respekt und unfassbarer Freude). Doch um wirklich sicher zu gehen musste ein zweiter Test her – und somit Simon zur nächsten Notapotheke radeln. Aber auch dieser Test lieferte das gleich Ergebnis. Unfassbar! Toll! Großartig! Furchteinflößend! Hilfe!

Nach den ersten 3 Monaten, in denen mich die anfängliche Übelkeit weiter plagte, hatte ich eigentlich eine schöne Schwangerschaft (mal abgesehen von höllischem Sodbrennen und Heißhungerattacken nach Süßkartoffelpommes).

Aufgrund einer angeborenen Augenerkrankung stand von Anfang an fest, dass unsere Hedda per geplantem Kaiserschnitt zur Welt kommen sollte. Während der Schwangerschaft hatte ich deshalb verschiedene Untersuchungen beim Augenarzt und meiner Frauenärztin. Beide bestanden auch wie angekündigt auf einen Kaiserschnitt, zu groß war die Gefahr, dass sich die Netzhaut bei starken Presswehen ablösen könnte.

Ich ging von Anfang an sehr offen damit um und erzählt meinem Umfeld von dem geplanten Kaiserschnitt, dabei bekam ich verschiedenste Reaktionen zu spüren. Von „sei doch froh!“ und „oh dann kannst du ja richtig planen“ bis hin zu „ach so – also keine richtige Geburt“ war alles dabei. Auch hatte ich fast immer das Gefühl, mich rechtfertigen zu müssen, denn sofort kam die Frage nach dem Warum auf.

Meine Hebamme meinte, dass in meinem Fall kein Geburtsvorbereitungskurs nötig sei, da sich dieser hauptsächlich um eine natürliche Geburt drehen würde (später würde mir das noch zum Verhängnis werden). Ich fand das zwar schade, fühlte mich kurzzeitig sogar etwas ausgeschlossen, aber meine Hebamme bot gleich an, uns zu besuchen und über den Ablauf eines Kaiserschnitts und das Wochenbett danach aufzuklären. Bis dahin hatte mich dann auch etwas die Panik gepackt, zu viele Horrorgeschichten über schmerzhafte Narkoseverfahren, unangenehme Katheter und hässliche Narben wurden mir berichtet…

 

 

Umso mehr freute ich mich über die verständnisvollen Erklärungen meiner Hebamme, die sich wirklich redlich bemühte, mir die Angst zu nehmen.

Uns war wichtig, ein Krankenhaus auszusuchen, das geplante Kaiserschnitte möglichst nah am errechneten Termin durchführt, denn groß war meine Sorge, den kleinen Wurm zu früh zu holen. Auch gibt es große Unterschiede was das Bonding angeht. So entschieden wir uns für eine Klinik, die neben der Möglichkeit eines Familienzimmers auch einen Aufwachraum anbietet, in dem die Mutter zusammen mit dem Baby und dem Papa die ersten Stunden nach der OP verbringen darf.

Aber komisch war es schon – wir wussten ca. 6 Wochen vorher in Absprache mit der Klinik den Termin und ich konnte wirklich drum herum planen. Ein letztes Mal zum Yoga, ein letztes Mal „alleine“ zum Friseur… So hatte ich die Woche vor dem 05. Februar – Heddas Geburtstag – allerhand vor, denn mir ging es immer noch recht gut.

 

Meine Online-Recherche hatte auch wenig ergeben, die meisten Artikel kritisierten die Häufigkeit von Kaiserschnitten in den letzten Jahren und das damit verbundene kompliziertere Wochenbett. Auch nicht sehr beruhigend!

Umso mehr freute ich mich über die verständnisvollen Erklärungen meiner Hebamme, die sich wirklich redlich bemühte, mir die Angst zu nehmen.

Uns war wichtig, ein Krankenhaus auszusuchen, das geplante Kaiserschnitte möglichst nah am errechneten Termin durchführt, denn groß war meine Sorgen, den kleinen Wurm zu früh zu holen. Auch gibt es große Unterschiede was das Bonding angeht. So entschieden wir uns für eine Klinik, die neben der Möglichkeit eines Familienzimmers auch einen Aufwachraum anbietet, in dem die Mutter zusammen mit dem Baby und dem Papa die ersten Stunden nach der OP verbringen darf. Aber komisch war es schon – wir wussten ca. 6 Wochen vorher in Absprache mit der Klinik den Termin und ich konnte wirklich drum herum planen. Ein letztes Mal zum Yoga, ein letztes Mal „alleine“ zum Friseur… So hatte ich die Woche vor dem 05. Februar – Heddas Geburtstag – allerhand vor, denn mir ging es immer noch recht gut.

Allerdings hatte ich ab Donnerstag starke Rückenschmerzen und führte diese auf den nun sehr großen Bauch zurück. Am Sonntag vor dem geplanten Geburtstermin gingen Simon und ich – beide nun schon recht aufgeregt – in unser Lieblingscafé brunchen. Zu Hause angekommen wurden meine Rückenschmerzen immer schlimmer… Abends schickte ich ihn sogar nochmal zur Notapotheke „irgendwas gegen diese Rückenschmerzen“ besorgen… Richtig beunruhigt hatten mich die Schmerzen allerdings nicht, denn ich wusste ja, nur noch ein Tag, dann wäre der Bauch weg.

Am Montag morgen um 06:00 Uhr fuhren wir also ins Krankenhaus. Wahnsinn- in 3 Stunden wären wir zu Dritt. Beide waren wir nervös ohne Ende und meine Rückenschmerzen waren auch nicht besser. Im KKH angekommen wurden wir gleich in ein Familienzimmer, um welches wir bereits vorab gebeten hatten, und vor dort zu einer letzten Untersuchung mit CTG geführt.

Dabei meinte die diensthabende Hebamme sofort: sie haben ja Wehen, merken Sie das nicht?!

Wir schauten uns an und lachten! Das waren also die Rückenschmerzen, die langsam unerträglich wurden! Da ich keinen Geburtsvorbereitungskurs gemacht und mich auch sonst mit einer natürlichen Geburt überhaupt nicht befasst hatte, hatte ich die Wehen fälschlicherweise als starke Rückenschmerzen abgetan!

Ich war froh, denn die Wehen zeigten mir, dass Hedda bereit und der Termin doch nicht allzu früh gelegt war. Auch mein Muttermund war bereits einige Zentimeter geöffnet. Recht schnell wurde ich wie geplant in den OP gebracht. Die Spinalanästhesie war überhaupt nicht schmerzhaft und während ich für den Eingriff vorbereitet wurde, stellten sich alle Ärzte und Schwestern vor. Natürlich war ich zu diesem Zeitpunkt wahnsinnig aufgeregt (ich zitterte ohne Ende) und heilfroh, als sich Simon neben mich setzte. Dann hörten wir endlich den ersten Schrei und uns war klar – Hedda war da! Sie wurde mir sofort auf die Brust gelegt, musste dann aber direkt nach der ersten Untersuchung ins Wärmebettchen aufgrund von leichten Anpassungsstörungen. Währenddessen wurde ich zugenäht und in den Aufwachraum gebracht, wo ich bleiben sollte, bis ich meine Beine wieder bewegen konnte.

Simon holte nach kurzer Zeit die kleine Hedda zu uns. Zurück in unserem Zimmer bekam Simon eine erste Einführung ins Wickeln und Pflegen des Babys, denn ich konnte die nächsten 24 Stunden noch nicht aufstehen. Mir ging es dank Schmerzmitteln allerdings recht gut. Am nächsten Morgen wurde der Katheter entfernt und ich durfte auch endlich das erste mal aufstehen. Am sechsten Tag nach der Geburt konnten wir nach Hause – endlich! Leider sah ich nach 24 Stunden das Krankenhaus schon wieder, denn ich hatte Fieber und Unterbauchschmerzen bekommen. Die Diagnose war schnell gestellt: Wochenflussstau. Eine recht häufige Komplikation nach einem geplanten Kaiserschnitt, denn der Muttermund ist kaum oder nur teilweise geöffnet. Gott sei Dank bekamen die Ärzte das nach ca. 2 Wochen in den Griff und wir hatten eine wundervolle erste Kuschelzeit.

Rückblickend gesehen, würde ich die Geburt von Hedda als wahnsinnig aufregend und schön beschreiben, trotz des operativen Eingriffs. Allerdings würde ich auch bei einem geplanten Kaiserschnitt einen Geburtsvorbereitungskurs empfehlen… sicher ist sicher!

Danke, liebe Janina, dass du uns auf dieses wichtige Thema und dessen Sichtbarkeit aufmerksam gemacht hast! Ist ist eben nicht immer so einfach – weshalb man über diesen Geburtsweg auch nicht urteilen sollte!

Für unsere Serie “The Day that…” freuen wir uns über jede Mummy unter Euch, die einen Gastbeitrag schreiben und ihre Erlebnisse mit uns teilen möchte.
Bei Interesse schreibt uns eine Nachricht an: info@mummy-mag.de

Hier ein paar der bisherigen Kaiserschnitt-Geburtsberichte bei uns:

Ein mutiger Bericht von Bloggerin Katrin Schlotterhose über ihren geplanten Kaiserschnitt – ohne medizinische Notwendigkeit dafür. Und was für Reaktionen dazu aus ihrem Umfeld kamen…

Das Gefühl in der Mitte zerteilt worden zu sein bleibt!“ Saskia kann diesen Satz nicht vergessen und hat einen höchst persönlichen Text dazu verfasst, denn alle ihre  drei Jungs kamen per Kaiserschnitt zur Welt.

Camilla hat mit Helene und Oskar gleich zwei, wenn auch ungeplante, Kaiserschnitte erlebt. Das hält sie zumindest nicht davon ab, über ein drittes Kind nachzudenken…