Die Sache mit dem Zähneputzen. Wir tun es täglich, mehr als regelmäßig und vor allem gründlich. Weil wir verstanden haben, dass wir uns ansonsten selbst schaden und unsere Zähne wertvoll sind. Nur, wie schaffen wir es genau das unseren Kindern zu verinnerlichen und sie dazu zu motivieren…?

Ich persönlich lege wahnsinnig viel Wert auf Zahnpflege. Mein Zahnarzt sagt oft zu mir, er sieht nur einmal im Jahr so gepflegte Zähne und das ist, wenn ich zur Kontrolle komme. Das freut mich natürlich, denn ich mache schon viel und vor allem sehr regelmäßig Hokuspokus mit Zahnsticks, Zahnseide und Co, vom häufigen Putzen mal ganz abgesehen. Ich gehe auch nie aus dem Haus ohne mir die Zähne vorher noch einmal zu putzen. (Ok, das ist eher ein Tick von mir). Doch woher kommt das? Es ist mir wohl anerzogen worden. Als ich klein war, hat mein Vater manchmal Zähne-Wettputzen mit meiner Schwester und mir gemacht. Das ging so: Wir haben uns zu dritt ans Waschbecken gequetscht und gewettet, wer es schafft am längsten zu putzen. Das waren dann natürlich meistens wir, aber auch mein Vater hat 2 -3 Minuten geputzt und vor allem wurde das Ziel erreicht und wir haben die Bürste nicht nur einmal im Mund umgedreht, sondern relativ gründlich alle Zähne erreicht. Zu gewinnen gab es bei meinem immateriellen Vater natürlich nie etwas, aber Spaß gemacht hat es uns trotzdem jedes Mal!

Das Putzen an sich

Und das ist ja meistens genau das Problem: Man bekommt die Kinder zwar zum Zähneputzen, aber dass wirklich 2 Minuten geschrubbt wird ist der schwierigere Teil. Auch bei meinen Jungs ist das so. Denn natürlich möchte ich meine intensive Zahnpflege, wie schon meine Eltern an mich, an unsere Söhne weitergeben. Unsere Söhne sind 9, 6 und 6 Jahre und haben alle schon mehr bzw. weniger bleibende Zähne, die einer sorgfältigen Pflege bedürfen. Und das wissen sie. Denn damit fängt doch alles an. Das Verständnis für die Wichtigkeit unserer Zähne und vor allem die Pflege, die damit einhergeht. Ausgangspunkt ist bei uns also (wie bei vielen wahrscheinlich) das ewige Wiederholen, um die Notwendigkeit des Zähneputzens und das Erklären dessen deutlich zu machen. Denn haben die Kids dies verstanden, gibt es zwar immer wieder Momente, in

denen sie schlichtweg keinen Bock haben, aber irgendwie kriegen sie bei mehrfacher Erinnerung dann doch selbst ein schlechtes Gewissen und greifen zur Bürste. Das Problem “Zähneputzen” ist somit ab einem gewissen Alter lösbar. Davor muss man es aber natürlich auch einfach schon zur Gewohnheit werden lassen. Denn wie auch meine Jungs mir gestern erst erklärt haben (eine Freundin war mit einem noch so gut wie zahnlosem Baby da), müssen auch schon die ersten ein, zwei Zähnchen gut geputzt werden – “aber nicht so lange”. Was natürlich auch stimmt. Einen Zahn muss man nicht 2 Minuten schrubben (das arme Baby!). Aber auch wenn es erst ein Zahn ist und dieser nach ein paar Jahren ohnehin ausfällt, fungieren die Milchzähne als „Platzhalter“ für die bleibenden Zähne und entscheiden so, ob ihre Nachfolger später korrekt durchbrechen.

Meine Jungs können alle schon ein schönes Wechselgebiss vorweisen mit durchaus unterschiedlich vielen Milchzähnen bzw. neuen Zähnen. Und ich habe Glück, denn derzeit verfügt noch einer über diese wunderschönen Zahnlücken vorne (#ilove). Wir sind also just-in-time, denn bei einem Großteil fallen zwischen 6 und 8 Jahren die zentralen und seitlichen Schneidezähne aus und die Bleibenden kommen nach. Die Eckzähne und Backenzähne finden erst später ihren Weg durch das Zahnfleisch. Diese neuen bleibenden Kinderzähne brauchen aber bis zu drei Jahre, bis ihr Zahnschmelz seine vollständige Stärke entwickelt hat. Daher sind Kinderzähne zu Beginn noch anfälliger für Karies und benötigen besonderen Schutz. Aus diesem Grund putzen wir zweimal täglich mit einer dazu passenden Kinderzahnpasta.

 “Das Problem ist nicht das ob, das Problem ist das wie lange.”

Unsere Jungs verfügen also über eine so hohe kognitive Reife, dass alle einsehen, dass man Zähneputzen muss und dies nach Aufforderung (ok, mal ist das mehr als eine) auch alle drei tun. Überlässt man sie dann sich selbst, werden die Zahnbürsten zwar schon ein paar Mal gedreht im Mund und auch der Spiegel (scheint mir) wird jedes mal mitgeputzt, die Gründlichkeit bleibt aber fraglich. Denn sie sind einfach immer sehr schnell fertig. Also muss ich sie motivieren länger zu putzen und ich kann euch nicht sagen, wie gut auch in dieser Generation unserer Familie das Wettkampf-Gen ausgeprägt ist (ich war Leistungssportlerin und auch mein Ältester trainiert inzwischen im Verein). Denn sie wollen natürlich gewinnen. Und ich verliere heute auch soooo gerne gegen meine Jungs (im Gegensatz zu damals gegen Papa und meine Schwester). Natürlich aber erst, wenn auch meine Zähne richtig sauber sind. Denn die der Jungs sind es dann garantiert auch! Ich schaue dabei auf die Uhr und höre natürlich auf, wenn zwei Minuten erreicht sind, so dass meine Jungs da auch nicht ewig rumschrubben (nicht mehr als 3 Minuten!). Denn letztendlich kommt es nicht darauf an lange zu putzen, sondern gründlich. Durch das Spiel, kann aber eine gutes Gefühl für die richtige Zahnputzzeit entwickelt werden und wenn man zusammen da steht und putzt kann auch die Technik gut abgeguckt werden.

 Das Nachputzen!

Und dann, ja dann kann man nach Rangfolge der Gewinner die Zähne alle schön nachputzen. Es gibt da ja so eine Regel, die besagt: „Solange die Kinder noch keine saubere Schreibschrift haben, soll von den Eltern nachgeputzt werden!“. Also versuche ich dann noch mal vor allem die Problemstellen zu schrubben. Natürlich immer schön kreisend und von-rot-nach-weiß, wie man es ihnen ja auch versucht beizubringen. Wie lange das wirklich nötig ist, ist wahrscheinlich ein dehnbarer Zeitraum. Vor allem aber von den Eltern gut einzuschätzen, wenn wir beim Putzen genau zuschauen. Denn im Alter von 6 bis 13 Jahren sind unsere Kids nicht mehr klein und sollten auch so behandelt werden. Deswegen können sie auch schon ganz alleine putzen. Ich putze auch bei meinem Ältesten hin- und wieder noch nach. Ist auch ok für ihn. Und er findet es vor allem super, dass er seine ganz eigene Zahnpasta ab 9 Jahren hat.

Meine Tipps zum Zähneputzen

  • Verstehen durch Erklären. Wiederholen der Notwendigkeit des Putzens für den Erhalt unserer wertvollen Zähne. Vielleicht solange, bis sie ein schlechtes Gewissen bekommen, wenn sie es nicht tun.
  • Nachahmen durch Vorleben. Gemeinsam bzw. vor ihren Augen putzen und Zahnpflege betreiben. Meine sind dadurch auch an Zahnsticks und Co interessiert. Ansonsten vielleicht mal beim Putzen etwas summen oder Quatsch machen – das weckt ihre Aufmerksamkeit und bringt das Putzen mit Spaß in Verbindung.
  • Spielerisch den Ehrgeiz herausfordern und z.B. Wettputzen. Kinder wollen meist gerne gewinnen, warum das nicht ausnutzen.“Wer putzt am längsten?“- muss nicht ständig sein, vermittelt aber ein gutes Gefühl dafür, wie lange man seine Zähne wirklich putzen kann und sollte. Dabei aber auf die Uhr schauen, damit es nicht endlos wird. Mehr als 3 Minuten ist nicht gut!
  • Medien nutzen. Wir haben ein tolles Buch über Zähne, aus dem selbst Erwachsene noch was lernen können. Macht die Materie für Kinder natürlich viel  interessanter, wenn sie verstehen was passiert. Begleiten kann man das Putzen natürlich auch mit Songs: Zahnputz-Blues für 3- bis 5-Jährige: https://www.youtube.com/watch?v=lyqwj4-sskA oder Zahnputz-Rap für Kinder ab 6 Jahren: https://www.youtube.com/watch?v=tjvPwgzyYuA
  • Das Equipment. Auch in dem Alter lieben Kinder noch Spielzeug. Und Zahnbürsten sollten sowieso regelmäßig gewechselt werden. Mein Erfahrung: Neue bunte Bürsten motivieren zusätzlich.
  • Spirit. Wenn sie es gut machen, kann man – wie bei allem anderen auch – die Kinder ruhig dafür loben.

Ach und nochmal zur sauberen Handschrift, die habe ich ja bis heute nicht gelernt. Aber bewiesen, dass man auch ohne (und ohne Mamas Hilfe) das richtige Putzen irgendwann hinbekommt. Also vertraut Euren Kids!

 

 

Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit Dr. Best & Odol med 3.