“So, jetzt aber los, ich spring’ schnell noch durch den Supermarkt, bevor ich die Jungs aus der Kita hole.”, denke ich und düse los. Ich versuche krampfhaft, mich an den Inhalt unseres Kühlschranks zu erinnern bis mir einfällt, dass ja möglicherweise unsere digital gesharte Einkaufsliste aktualisiert sein könnte. Also Handy raus, App auf, BINGO!

 

Ein paar Äpfel, Birnen und Bananen, ‘ne Handvoll Tomaten, eine Gurke, bitte bio. Weiter geht’s zum Joghurt und Käse, dann zum Aufschnitt. Zwei Packungen Sojamilch, Eier und Nudeln, zwei Dosen passierte Tomaten und Kekse. Auf dem Weg zur Kasse flitze ich durch die Kosmetikabteilung und hole noch eine Packung Klopapier. Ich bezahle, hole den Stoffbeutel aus meiner Tasche und packe ein. Dann muss ich noch fix nach nebenan in die Drogerie, Windeln sind alle. Zu den Windeln gesellen sich flugs noch Feuchttücher, neue Zahnbürsten, Q-Tips, Tampons, ein Deo und Flüssigseife im Nachfüllpack. Am Ende meines Einkaufs bin ich einige Euro ärmer, dafür aber um ein paar Lebensmittel und Hygieneprodukte, aber leider auch um etliche Folien und Umverpackungen reicher.

Berge aus Plastik

Ich seufze, als ich später zuhause alles auspacke: So! Viel! Plastik! Es kann doch nicht sein, dass der Berg Müll, den ich hier gerade produziere, schon so hoch ist, obwohl ich noch nicht einmal etwas davon konsumiert habe! Ich trenne alles fein säuberlich und überlege mir, dass ich das zukünftig gerne ändern möchte. Aber wo fange ich an, was kann ich wirklich ändern? Und zwar so, dass es auch langfristig klappt, sich also auch problemlos in unseren Alltag integrieren und umsetzen lässt?

Noch ganz frisch: Ein neues Gesetz zum Schutz der Umwelt

Laut Umweltbundesamt fielen im Jahr 2016 rund 18,2 Millionen Tonnen Verpackungsmüll an. Auf Platz 1 liegen mit 8,1 Millionen Tonnen Verpackungen aus Papier, Pappe oder Karton, die jedoch bereits zu 75% aus Altpapier bestehen und problemlos wiederverwertet werden können. Auf Platz 2: fette 3,1 Millionen Tonnen Kunststoffverpackungen. Das am 01.01.2019 in Kraft getretene neue Verpackungsgesetz (VerpackG; Gesetz über das Inverkehrbringen, die Rücknahme und hochwertige Verwertung von Verpackungen) soll jetzt verstärkt helfen, natürliche Ressourcen zu schonen, Abfälle zu minimieren, anfallende möglichst hochwertig zu verwerten sowie Rohstoffe im Kreislauf zu führen.
Quelle: Umweltbundesamt

So ein Käse

Ich beginne bei unserem nächsten Lebensmitteleinkauf und schaue mir erstmal an, was überhaupt wie verpackt wird. In der Obst- und Gemüseabteilung geht es schon los: vieles wird hier tatsächlich eingeschweißt angeboten. Äpfel, Tomaten, Möhren, Salatköpfe, Brokkoli, Paprika – oft werden diese Sorten auf Pappe gelegt und foliert oder direkt in Frischhaltefolie eingeschlagen. Aber selbst wenn nicht, an jeder Ecke liegen diese Rollen mit den dünnen Tütchen aus, hier kann man sich nach Herzenslust bedienen. Drei Früchte, drei Tüten? Keine Seltenheit auf den Kassenbändern. Und dann ist da noch diese eingeschweißte Gurke. Ernsthaft, eine eingeschweißte Gurke? Ja, denn ich habe mich für Bio entschieden und ein Gesetz schreibt vor, dass Bioware klar von konventionell produzierter zu unterscheiden sein muss, nicht vertauscht werden darf. Dass das dem ökologischen Gedanken komplett widerspricht, ist glücklicherweise inzwischen erkannt und sinnvollere Alternativen wie Banderolen oder Natural Branding sind in den ersten Märkten schon eingeführt.

Natural Branding: Natürliches Labeling für Obst und Gemüse

Seit 2017 setzt der Handel testweise auf eine neue Form der Etikettierung, das „Smart Branding“. Dabei werden mit Hilfe eines Lasers Schriften oder sogar Logos auf die Schale von Obst und Gemüse aufgebracht. Der Laser entfernt nur die Pigmente auf der äußeren Schale, die Frucht wird dabei nicht beschädigt oder in Geschmack, Haltbarkeit und Aussehen beeinträchtigt. Der Naturschutzbund NABU schätzt, dass durch diese Art der Kennzeichnung rund 93.000 Tonnen Müll eingespart werden könnten.
Quelle: Naturschutzbund Deutschland

Kopfschüttelnd folge ich der Plastikspur, die meine Einkaufsliste hinterlässt, ein roter Faden der Einwegverpackungen. Achtung, Plastik. Nicht nur Obst und Gemüse, nein, auch Brot, Käse, Wurst, Nudeln und Süßkram – alles liegt eingeschweißt in den Regalen und wandert im Einweg-Plastikkleid raschelnd in unsere Küchen.

Planung ist alles

Dabei ist es so einfach, bewusster einzukaufen und den eigenen Plastikmüll zu reduzieren. Klar ist das nicht immer ganz ohne zusätzlichen Aufwand zu realisieren, aber hey, wir reden hier doch über Peanuts, wirkliche Kleinigkeiten, die man auch super im Mummy Alltag umsetzen kann. Schließlich verlangt niemand von uns, nachts und bei Vollmond rückwärts und barfuss um einen Baum zu tanzen. Was also können wir tun?

Wir reden hier doch über Peanuts, wirkliche Kleinigkeiten, die man auch super im Mummy Alltag umsetzen kann.

Schließlich verlangt niemand von uns, nachts und bei Vollmond rückwärts und barfuss um einen Baum zu tanzen.

Judith

Plastikmüll reduzieren: Lebensmittel (einweg)plastikfreier einkaufen

Zugegebenermaßen muss man gerade am Anfang an viel denken und die Umstellung nimmt bestimmt einige Zeit und Nerven in Anspruch. Weil ja, irgendwann stehst du bestimmt an der Kasse und merkst, dass dein Einkaufsnetz statt in deiner Tasche noch auf dem Küchentisch liegt – schon wieder. Aber hey, Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut und jede eingesparte Tüte, ist eine gute Tüte. Also los, worauf warten, gehen wir zusammen einen Schritt weiter, packen wir’s ein!

 

Auf dünne Gemüsetüten verzichten

Papiertüten oder mitgebrachte und wiederverwendbare Obstbeutel
sind die umweltfreundlichere Alternative


Ins Glas schauen

Egal ob Joghurt, Brotaufstrich oder Getränke, viele Produkte in Plastikverpackungen
gibt es auch in der plastikfreien Mehrweg-Variante


Käse und Wurst an der Theke kaufen

Das gute Stück vor Ort einfach in eine selbst mitgebrachte Verpackung
einschlagen lassen und auf die zusätzliche Tüte oder Folie verzichten

Als alternative Verpackung eignet sich Wachspapier hervorragend
zum Aufbewahren von Käse, Wurst und anderen Lebensmitteln –
einfach Einwickeln, mit der Wärme der Hände versiegeln oder
zusätzlich mit einem Band fixieren, fertig. Durch das im Bienenwachs
enthaltene Propolis wirken die Tücher sogar antibakteriell und
können außerdem immer wieder abgewaschen
und wiederverwendet werden

Ihr wollt euch das mal genauer ansehen? Amazon bietet eine
super Auswahl, vom ausgesprochen hübschen Tuch bis
hin zur unaufgeregt schlichten Version ist hier
für jeden Geschmack etwas dabei.

Eigene Verpackungs- und Tragemöglichkeiten zum Einkaufen mitnehmen

Nicht nur das Wachspapier, sondern auch Dosen aus Glas oder Edelstahl sowie
Leinen- oder Jutesäcke für Brot oder Gemüse bringen die eingekauften Schätzchen
sicher in der eigenen Stofftasche oder im Einkaufsnetz nach Hause.

Alternativ einkaufen

Auf dem Wochenmarkt, in Unverpackt-Läden und inzwischen selbst in Supermärkten
bekommt man Frisches auch lose, dazu meistens noch saisonal und aus
regionaler Herstellung. Wer dazu keine Möglichkeit hat, kann in
Unverpackt-Onlineshops plastikarm und zero-waste bestellen und
sich alles klimafreundlich nach Hause bringen lassen.

 Sauber bleiben

Das Thema Kosmetik und Reiniung biete zusätzlich unglaubliches Potenzial,
Plastik im Alltag einzusparen.  Das wollen wir aber nicht zwischen Tür
und Angel besprechen, sondern packen es in einen eigenen Post.
Bleibt gespannt!

Wusstet ihr schon,

dass DHL mit seinem Umweltschutzprogramm GOGREEN
den klimaneutralen Versand möglich macht? Ziel des Unternehmens ist es, die durch den Versand entstehenden Emissionen vollständig zu auszugleichen. So soll die CO2-Effizienz der Deutsche Post DHL Group bis 2025 um 50%, bis 2050 sogar auf Null reduziert werden.

Übrigens:

Eine Liste mit Unverpackt Läden findet ihr beispielsweise auf 11iE oder Wastelandrebel, die auch eine super Übersicht zu den plastikfreien oder -armen Online Shops bieten.

Auch hilfreich: die Übersicht nachhaltiger Onlineshops auf smarticular.