Im Sommer werden direkt vier Kinder aus unserem Team eingeschult. Was Saskia und Dani schon längst Alltag geworden ist, haben wir anderen also direkt vor uns. Und zwar sehr viel schneller, als uns eigentlich lieb ist. Ein guter Grund in diesem Jahr eine Schulwoche zu machen und ganz viele Themen zu bündeln, die uns beschäftigen. Wir haben uns gefragt, wann ein Kind bereit für die Schule ist, welche Schulsysteme es gibt, was bei der Schuluntersuchung passiert, wir haben mit Lehrern gesprochen, uns Gedanken darüber gemacht, worauf wir (und unsere Kinder achten müssen) und welche Herausforderung und Verantwortung auf die Kinder zukommt. Heute fangen wir aber mit unserem ganz persönlichen Blick auf das Thema „Schulkind“ an…
Ich erinnere mich noch gut daran, als die Kinder von Freundinnen bereits vor einigen Jahren eingeschult wurden und ich die Traurigkeit der Mütter irgendwie nie so richtig nachvollziehen konnte. Ich dachte immer, dass sei eine aufregende und tolle Zeit, man würde sich freuen und aufgeregt sein. Heute sehe ich das natürlich vollkommen anders. Klar, es ist aufregend und man ist aus irgendeinem unerfindlichen Grund super stolz – obwohl das Kind ja gar nichts erreicht hat, sondern einfach der allgemein gültigen Schulpflicht nachkommt – dennoch kommen wir ständig die Tränen und ich bin wehmütig. Für mich ist die Schulzeit ein krasser Meilenstein, ein Loslassen, dass mir zum ersten Mal richtig schwer fällt. Mein Baby ist dann ab Sommer groß, ganz offiziell und in echt. Oh weh, das schmerzt. Ich sitze doch immer schon am Esstisch beim Frühstück oder Abendessen, beobachte mein Kind und frage mich, wo die Zeit nur hin ist, wie es eigentlich sein kann, dass Helene schon so unglaublich groß ist, weil sie doch quasi gerade erst geschlüpft ist. Ich schaue mir immer wieder alte Fotos und Videos von Helene im ungefähren Alter von Oskar an und bekomme regelmäßig kleine emotionale Zusammenbrüche. Mein Mann ist da etwas cooler, aber ich glaube ja, dass ihn das insgeheim genauso schwer fällt loszulassen. Denn sind wir mal ehrlich, wir müssen sie ziehen lassen. Wir werden nicht mehr diesen Kontakt zu den Lehrern haben, wie bisher zu den Erziehern, wir werden nicht mehr alle Klassenkameraden gut kennen, nicht mehr die Eltern der Kinder. Wir kennen den Ablauf nicht mehr so gut, wissen nicht, was in den Pausen auf dem Schulhof passiert. Sie werden selbst- und eigenständiger. Das ist etwas ganz, ganz tolles und natürlich auch etwas unaufhaltsames. Aber warum hat mir keiner gesagt, dass Eltern das so schwer fallen wird. Achso, doch, haben ja alle, nur damals habe ich wohl nicht so genau hingehört…

Geteiltes Leid, ist halbes Leid

Also hören wir jetzt mal zu – denn wie sagt man so schön? Geteiltes Leid ist halbes Leid! Das ist in den meisten Fällen auch so, nein, eigentlich immer. Wie geht es also den anderen Müttern im Team damit? Und was können wir von den Schulkind-Mamis an Erfahrung mitnehmen. Klar, durchmachen müssen wir das alle, aber vielleicht können wir uns jetzt doch etwas vorbereiten?

Mir geht es ganz ähnlich wie Camilla, ich weiß noch wie heiß der Sommer 2013 war, ich weiß noch genau wie unfassbar crazy ich fand, dass dieser Minimensch aus mir heraus auf die Welt gekommen ist und dass sie effektiv, bis zur Geburt ihrer kleinen Schwester vor etwas über einem Jahr, auch immer unsere Kleine-Supersüße-Witzige-Pferdeliebende-Super-Izzy war. Und jetzt erlebe ich tagtäglich deutlicher ihr Großwerden, den Rückzug in ihr Refugium, Hörspiele hören und Buchstaben schreiben, Bücher basteln und Hindernis-Parcours bauen – sie ist so ein toller Mensch und ich glaube die Schule wird ihr so verdammt gut gefallen. Ich möchte sie in dieser Freude darauf untertstützen und sie durfte sich schon einen Schulranzen wünschen und einen coolen Hoodie für den Sportunterricht aussuchen. Sie kann schon so viel, aber vor allem versteht sie auch ganz viel zwischen den Zeilen und wird sich mit ihrer behutsamen, sensiblen Art hoffentlich gut einleben – ich werde alles tun, damit es ihr gut geht! Und weil es jeden Tag hier bei uns zu Hause Thema ist, gibt es natürlich auch ne ausgemachte Sause. Nur schade, dass wir die diesesmal nicht mit Helene und Philo zusammenfeiern können, weil sie selbst eingeschult werden. Madeleine

Letzten Sommer wurden unsere Zwillinge eingeschult. Für mich ein ebenso schöner und unvergesslicher Tag wie die Einschulung unseres ersten Sohnes drei Jahre zuvor. Aber eben auch vergleichbar emotional. Vor drei Jahren konnte ich die Gedanken, die nun auch Camilla und Madeleine haben, trösten in dem ich mir dachte “Ich habe ja noch was Kleines. Und dann noch im Doppelpack.”. Trotzdem war diese Einschulung so wie alles was man beim ersten Kind erstmalig durchlebt aufregend. Diesmal hatte ich zwar genau damit schon Übung umzugehen, aber berührt hat es mich natürlich trotzdem. Doch so unterschiedlich wie die Kinder sind, so verschieden laufen dann auch die ersten Schulwochen ab. Bei unserem ersten Sohn war die Entwicklung Wahnsinn. Ich hatte nach zwei Wochen das Gefühl er hat sich so schnell verändert wie nie zuvor in seinem Leben. Bei den Twins war das eher ein schleichender Übergang. Denn einerseits wussten sie ja schon soooo viel von der Schule vom großen Bruder, zweitens waren sie auch in einer anderen Kita, bzw. sogar Vorschule, die eben doch anders auf die Schule vorbereitet hat. Bei allen Dreien waren aber immer alle vorhergehenden Sorgen, es könnte ihnen ja vielleicht doch aus irgendeinem Grund nicht in der Schule gefallen, unbegründet. Unsere Jungs gehen alle sehr gern zur Schule. Und das ist das wichtigste. Saskia

Das Schwelgen in Erinnerung steht auch bei uns zur Zeit an der Tagesordnung. Vor allem als Mutter von zwei Kindern fragt man sich, wenn auch das Nesthäkchen schon wieder sprechend vor einem steht, wo bitte die Zeit geblieben ist?!? Und was vor einigen Jahren noch weiter weg als Südamerika war, steht heute quasi vor der Tür. Die Einschulung unseres „Babies“… Unser Vorteil, wir haben Levi letztes Jahr zurückstellen lassen, da er Mitte August geboren ist und somit mit genau sechs Jahren in die Schule gekommen wäre. Eine schwierige Entscheidung, da er einerseits vom Kopf her, mehr als bereit war, andererseits die emotionale Stabilität in der Entwicklung noch ein wenig mehr Zeit brauchen konnte. Wir haben sie damals getroffen, die richtige Entscheidung. Ein Jahr länger Kind sein für Levi und weniger Stress für uns Eltern. Umso mehr freut sich Levi nun auf die Schule, nachdem er viele seiner Kitafreunde bereits im letzten Jahr hat gehen sehen. Und auch wir starten in diese neue Phase unseres Lebens mit dem richtigen Gefühl. Wir sind bereit! Julia

Ich gebe zu, ich habe damals schon nicht verstanden, warum Muttis bei der Einschulung eigentlich heulen müssen. Es ist doch ein TRAUMTAG (abgesehen davon, dass ich jetzt NOCH früher aufstehen muss für vermutlich die nächsten 12 (!) Jahre und ungefähr doppelt und dreifach so viel für Urlaub zahlen muss). Da steht der nicht mehr ganz so kleine Wurm mit stolz geschwellter Brust bei all den neuen Klassenkameraden (und alten Kitafreunden) und startet einen neuen Lebensabschnitt! Wir hatten großen Spaß bei der Einschulung, eine dicke Familienparty im Garten und seither wächst und wächst und wächst das Mädchen und kommt im nächsten Schuljahr aufs Gymnasium (in Berlin geht die Grundschule ja sechs Jahre) – während der Große in diesem Jahr sogar schon sein Abitur macht. Lauter neue Lebensabschnitte. Immer wieder. Immer wieder toll. Und besonders toll, wenn die Eltern in der Lage sind, ihren Kindern auch mal Abstand zu gönnen (das fängt in der ersten Klasse an, wenn man sie am Schultor und nicht IM Klassenzimmer abgibt und hört beim Helikoptern auf, wenn das Kind mal eine 3 statt einer 2 nach Hause bringt.) und ihnen dabei zuzusehen, dass auch Kinder größer und selbständiger werden – und irgendwann auf einmal sogar SARKASMUS verstehen. Ich finde: jedes Kinderjahr hat etwas ganz besonderes, die ersten vergehen rasend schnell und gefühlt gibt es jede Woche etwas neues. Dann wird es irgendwann langsamer und schleichender, auf einmal wachsen sie dir über den Kopf und ziehen aus! Whaaaat?! Dani

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Hihihihi. Mein Schulkind.

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Wenn das Kind nicht zur Schule gehen will?

Was ist eigentlich, wenn das Kind vielleicht gar nicht zur Schule gehen will? Und warum könnte das sein? Wie können wir mit dem Druck der Schule auf Kinder und Eltern umgehen? Oder wie gehen Eltern damit um, wenn es nicht das Lernniveau ist, das wir uns vorstellen. Wie gehe ich damit um, wenn das Kind gehänselt wird? Wie schaffe ich es, meine Bedenken, Befürchtungen und Annahmen nicht auf das Kind zu projizieren. Wie gehen wir damit um, wenn es dem Kind in der Schule nicht gut geht? All das sind natürlich Fragen, die sich viele Eltern (auch vor oder insbesondere vor der Einschulung) stellen. Hier kann ich wieder nur den wunderbaren Familienpodcast von Matze Hielscher und Katja Saalfrank empfehlen, der einem viel Entspannung und eine schöne Perspektive auf das Kind wirft.

Mehr zum Thema Schulkind und unserer Schulwoche findet ihr hier: KLICK