Die Sache mit dem Lesen ist ja bekanntlich so eine Sache für sich. Bei mir stapeln sich seit Jahren Bücher und die Liste der Empfehlungen ist ellenlang. Gestern hörte ich den fantastischen Rolemodel-Podcast mit Teresa Bücher, die davon erzählte, dass sie parallel mehrere Bücher liest und ihren andauernden Wissendurst nicht stillen kann. Wie zur Hölle schafft sie das nur? Ich habe sogar drei Etappen gebraucht um den 80-minütigen Podcast zu hören. Ein ganzes Buch, geschweige den mehrere habe ich ewig nicht gelesen. Mir fehlt einfach die Zeit dafür. Dabei lese ich doch für mein Leben gerne! Die Lösung? Gute Magazine lesen. Und jetzt habe ich tatsächlich auch mal wieder ein tolles entdeckt, das noch dazu meine Tochter glücklich macht!

Die eine Hälfte für mich, die andere für Helene

Ich denke, das ist eine wirklich faire Aufteilung. Wobei, ich finde meine Hälfte schon so gut, da würde ich mir glatt wünschen, dass mich der zweite Teil auch noch interessiert. Das tut es zwar nicht so ganz, aber Vorlesen tue ich es trotzdem. Doch während ich selbst versunken bin, kann Helene ausmalen, Sticker anmalen und sobald ich ihr eine Kinderschere in die Hand gebe elf unterschiedliche Kühe ausschneiden, die sie alle ihrem Papa schenken will. Läuft! Die Seiten musste ich ihr vorher natürlich herausreißen, aber was tut man nicht alles, um in Ruhe eine Story über einen Jungen zu lesen, der nach einem Streit mit seinem Vater abgehauen ist und ganze dreizehn Tage in einem Wald versteckt übernachtet hat. Was das mit ihm und seiner Familie gemacht und wie es das Verhältnis am Ende verbessert hat. Was es bedeutet loszulassen, Stärke zu zeigen und dem Kind Vertrauen entgegenzubringen. Unfassbar.

„Mama, was steht da?“ werde ich von der Seite gefragt. Hmpf. Sie scheint mit ihrer Bastelarbeit leider schon fertig zu sein. „Das sind Witze!“ „Kannst Du mir die vorlesen?“ Klar! Nichts lieber als das. Also lese ich „Warst Du schon mal in Taiwan? – Nein! – Oh, dann musst Du meinen Bruder kennen. Der war auch noch nie dort!“. Helene giggelt neben mir. Echt jetzt? Ich bin einfach nicht der Witze-Typ. Also blättere ich lieber ein paar Seiten weiter – da geht es nämlich um Quallen. Bunte Quallen, großen Quallen, kleine Quallen, viele sind giftig, viele glibberig, aber fast alle sind nützlich. Also lesen wir das Interview mit einer echten Quallenforscherin. Das interessiert mich auch. Schließlich tauche ich für mein Leben gerne und würde sofort unter Wasser leben, wenn das möglich wäre.

Ok, wer genau hinschaut, der ist schlauer!

Ein paar Seiten weiter finde ich dann wieder eine Möglichkeit weiterzulesen. Helene soll mir ihre Traumtorte ausmalen. Ich will schon wieder die Seite rausreißen, da checke ich, dass es ja wirklich zwei Hefte sind. Also nicht nur eine Hälfte für mich, sondern tatsächlich ein ganzen Heft nur für mich und eines für Helene. Verdammt sind die schlau.

Puh. Jetzt wird es einfacher. Jetzt malt Helene und ich lese weiter. Diesmal über eine Patchwork-Familie, die ein altes Segelboot gekauft und restauriert hat und samt ihren beiden Teenager-Jungs (14 und 17 Jahre alt) den Atlantik überqueren. In Deutschland abgemeldet, also besteht auch keine Schulpflicht mehr und statt dessen Homeschooling, oder viel mehr Boatschooling. Doch vielmehr lehrt das Leben, die Reise, die Dinge, die die Familie gemeinsam erlebt. Das was die Familie lebt, ist ein Abenteuer, ein Wagnis und lässt mich anfangen zu träumen. Ein Leben am Meer, das Leben mit der Natur, der Wind, die… „Mama, schau mal! So eine Torte wünsche ich mir zu meinem Geburtstag!“ Äh ja. Na gut. Wir sind dann im Sommerurlaub. Wird wohl eher ein Geburtstagseis, aber auch die Idee findet sie gut. Ich Blätter weiter und finde folgende Headline:

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Das Heft feiert gerade seinen zweiten Geburtstag. Obwohl, im Grunde sind es ja zwei Hefte: Eins für die Eltern und eins für die Kinder. Die Eltern werden auf hohem Niveau vielseitig und mit unterhaltsamen Journalismus informiert. Die Kinder werden kindgerecht, spannend und kreativ abgeholt. Ab dem Vor- und Grundschulkalter gibt es Geschichten, Rätsel, Bastelideen, Witze und tolle Texte, die auch für Eltern nicht uninteressant sind.

Das Magazin gibt es am Kiosk oder als Abo zum testen:

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„Drei Extperten, drei Meinungen. Denn die eine Wahrheit gibt es in Erziehungsfragen sowieso nicht“

Das zieht mich natürlich magisch an, zumal einer der drei Experten Jesper Juul ist. Ich lese die Frage der Mutter. Innerlich beantworte ich die Frage genauso wie die beiden anderen Experten und Autorinnen Kirsten Fuchs und Collien Ulmen-Fernandes, dann lese ich die Antwort von Jesper Juul und der sagt das genaue Gegenteil. Ok, ich denke noch mal drüber nach. Und freue mich. Darüber, dass ich mit einer ganz kleinen Sache meinen Horizont erweitert  und eine neue Perspektive erhalten habe. Aber nicht lange. Denn dann will Helene, dass ich ihr wieder vorlese.

Wir lernen etwas darüber, wie sich Kinder in Sachen Klimaschutz engagieren können und wie man mit seinen Freunden eine Klima-Gang gründet. Helene entscheidet, wer von ihren Freunden einen solchen Mitgliedsausweis bekommen soll. Dann schauen wir uns an, wie man aus alten Socken coole Gang-Armbänder machen kann. „Mama, das ist aber langweilig mit deinen schwarzen Socken. Dafür müssen wir die mit Glitzer nehmen!“ Recht hat sie. Aber auf keinen Fall. Ich verspreche ihr, ich habe irgendwo Zuhause noch Stoffreste, die wir nehmen können. Wie gut, dass ich kistenweise Bastelsachen haben und manchmal eher horte, als zu schnell wegzuwerfen. Wir lesen noch etwas weiter, dann kommt Oskar dazu. Jetzt fängt der Streit an, schließlich will er auch ein Heft haben, Helene ihres aber nicht hergeben. Ich versuche ihm meinen Teil unterzuschieben, aber das klappt nicht so recht. Ist ja auch nicht halb so interessant, weil seine Schwester das nicht in den Händen hält. Vorbei mit der Ruhe. Vorbei mit dem Lesen. Ist aber gar nicht so schlimm. Wir lesen einfach in den nächsten Tage weiter. Und ganz kurz durfte ich ja ein wenig eintauchen in andere Welten. Der Bücherstapel ist noch nicht kleiner geworden, aber dank des Magazins um eine Buchempfehlung größer. Was soll’s. Ich finde schon wieder die Zeit dazu. Vielleicht wenn ich das nächste Mal alleine in den Urlaub fahre. Ist ja gar nicht so lange hin. Plane ich zumindest für mich. Aber das ist ein anderes Thema.

Dieser Artikel ist in Kooperation mit SZ Magazin Familie entstanden.