Für unser aktuelles MUMMY MAG PAPER 11 mit dem Thema „Oh Baby, oh!“ haben wir Mütter in unterschiedlichen familiären Konstellationen nach den Herausforderungen mit Baby gefragt. Heute ist Powerfrau Henriette Zwick (37) dran. Sie ist Social Media Beraterin und Bloggerin als Supermom-Berlin.de und ihr Mann Stefan (52), PR-Berater. Gemeinsam haben sie die drei Töchter: Marlene (8), Florentine (6), Elise (2), zum Zeitpunkt des Interviews war Nummer vier noch in Mamas Bauch. Inzwischen ist Söhnchen Hugo ungeplant Zuhause auf die Welt gekommen…

Ich finde die Umstellung von null auf ein Kind war am krassesten.
Henriette Zwick

Liebe Jette, gerade bist du mit eurem vierten Baby schwanger, wie geht es dir?

Mir geht es hervorragend, ganz so wie es die Wahrsagerin prophezeit hat. Auf einem Event hatte ich die Möglichkeit mit einer Wahrsagerin zu reden: Spannende Sache. Ich bin nun in der 18. Woche und habe vor allem dieses furchtbare Herzstolpern nicht, was ich leider in der letzten Schwangerschaft ertragen musste. Mal sehen, ob sich mein Körper andere fiese Sachen einfallen lässt. 

 

Es hilft auch, nicht den Anspruch an die sauberste Wohnung zu haben oder das perfekte 3-Gänge-Menü zu kochen. Freitag ist bei uns immer Pizza-Tag, der Liefermann kocht ausgezeichnet. 
Henriette Zwick

Ich drücke fest die Daumen! Ändern sich die Herausforderungen deiner Meinung nach von Kind zu Kind? Falls ja, was ist beim 1., 2., 3. Neugeborenen jeweils am schwierigsten gewesen? Was am schönsten?

Ich finde die Umstellung von null auf ein Kind war am krassesten. Man hat ja einfach mal so gar keine Ahnung und die lassen einen so nach Hause mit einem Neugeborenen. Schon irre, oder? Man kauft alles neu, bestimmt auch viel Quatsch. Ich hab mich auch gern vom Weg abbringen lassen, wenn Außenstehende meinten, es besser zu wissen. Mit Kindern wird man selbstsicherer und routinierter. Man weiß eben, was der eigenen Familie gut tut. So konnte ich mit jedem Baby die erste Zeit mehr genießen. Aber je mehr Kinder, umso mehr die Frage nach Platz im Auto, in der Wohnung oder der Blick aufs Konto. Ich will das nicht schönreden, da war wohl von 2 auf 3 der größte Umschwung, denn wir passten nicht mehr bequem ins Auto und auch wenn ich nicht finde, dass jedes Kind von Anfang an ein eigenes Zimmer benötigt, wäre es irgendwann eng geworden.

Deine drei Töchter sind sicherlich eine große Hilfe beim nächsten Baby. Was für Hilfe hast du denn noch? Ist dein Mann unter der Woche auch mal zuhause anwesend? Oder hast du andere Unterstützung? 

Momentan arbeitet der Mann Vollzeit, aber wie schon bei den Mädels nimmt er Elternzeit. Unter der Woche macht er für die Familie das Frühstück und bringt abends die Kinder ins Bett. Am Wochenende teilen wir uns den alltäglichen Kram auf. Das klappt schon irgendwie alles. Es hilft aber auch, nicht den Anspruch an die sauberste Wohnung zu haben oder das perfekte 3-Gänge-Menü zu kochen. Freitag ist bei uns immer Pizza-Tag, der Liefermann kocht ausgezeichnet. 

Ansonsten habe ich meine Eltern in der Nähe, die beiden arbeiten noch, aber sind immer da, wenn Not am Mann ist. Wir haben keinen Babysitter, unsere Kinder und gerade die Babys, haben wir einfach immer überallhin mitgenommen (außer Kino oder Club, klar). Die Schwiegermutter wohnt weiter weg, kann nicht mal eben spontan einen Tag zu uns kommen, aber wenn sie hier ist, beschäftigt sie sich mit den Enkelkindern und wir haben auch mal einen Abend für uns. 

 

Ich mochte das Gerede noch nie, dass man seinen Körper nach der Schwangerschaft so akzeptieren soll wie er nun ist, schließlich habe man Kinder auf die Welt gebracht und solle doch einfach stolz sein…
Henriette Zwick

Was hilft dir persönlich in deinem Alltag am meisten? Ich kann mir vorstellen, dass deine positive Art und Sichtweise auf das Leben dich viele Situationen gut meistern lassen, an denen andere vielleicht verzweifeln könnten. Was machst du, wenn du mal schlecht drauf bist? Wie kommst du da wieder raus?

Oh, ich freue mich, dass ich nach außen so positiv wirke. Tatsächlich grüble ich sehr viel, mache mir zu viele Gedanken, habe Ängste und Sorgen. Manchmal bin ich erstaunt, wie viel wir so aushalten, wenn wir erstmal Eltern sind. Ich habe mal eine Therapie gemacht, als die Gedanken und Sorgen zu groß wurden, das hilft mir immer noch, wenn mich Panik überkommt. Ich sage dann laut STOP. Es hilft auch, einen Gedanken zu zerdenken oder ihn aufzuschreiben. Dann ist er aus dem Kopf. Was kurzfristig hilft: Musik. 

Du hast im vergangenen Jahr eine Brustverkleinerung hinter dich gebracht, die dir viel bedeutet hat. Du sagst, dass es sein kann, dass du dadurch eventuell nicht wieder stillen können wirst (Anmerkung der Redaktion heute: Jette kann stillen). Wie wichtig war dir diese OP und was hat sie für dich verändert? Was rätst du Frauen, die mit ihrem Körper unzufrieden sind?

Die OP ist nun genau ein Jahr her und ich bereue sie keinen Tag. Damals war ein viertes Kind kein Thema und sollte ich nicht stillen können, würde ich den Schritt nie anzweifeln deswegen. Ich bin viel glücklicher so, ziehe mich anders an, verstecke mich nicht in zeltähnlichen Gewändern und trage Ausschnitt.

Ich mochte das Gerede noch nie, dass man seinen Körper nach der Schwangerschaft so akzeptieren soll wie er nun ist, schließlich habe man Kinder auf die Welt gebracht und solle doch einfach stolz sein. Aber ich bin ja nicht nur Mutter, ich will trotzdem noch Frau sein und mich wohl fühlen. Ich habe Sport gemacht, ich achte viel mehr auf meine Ernährung, aber am Bauch habe ich kaum abgenommen, an der Brust schon gar nicht. Also habe ich eine Fettabsaugung vornehmen lassen und eben die Verkleinerung. Jede Frau muss das ganz allein für sich entscheiden. Ich stehe dazu und sehe das auch nicht als schlechtes Zeichen gegenüber meinen Töchtern. Was habe ich davon, unglücklich durchs Leben zu laufen, aber nach außen zu heucheln, dass ich meinen Körper akzeptiere wie er ist. Das tue ich ja nicht. Also ändere ich es. Ich habe nicht den Anspruch Modelmaße zu haben. Hatte ich nie. Der Mann sagt, ich hätte mich so verändert, strahle noch mehr. Und er hätte nie etwas für oder gegen eine OP gesagt, er hat immer alles unterstützt. 

Ich kann also jedem nur raten zu schauen, was stört und ob der Leidensdruck so groß ist, dass man wirklich etwas ändern will, und es dann anzugehen. Egal was andere sagen. Zu mir sagte die Ärztin, dass meine Oberweite das ist, was viele Frauen haben wollen, aber sie versteht, dass ich es nicht will. Ich würde nie etwas für jemand anderen ändern lassen, die Entscheidungen habe immer ich für mich getroffen und ich würde es auch immer wieder tun. Aber es ist eben ein medizinischer Eingriff. Daher sollte man sich gut informieren über die Ärzte, Zweitmeinungen einholen und bei größeren Eingriffen schauen, wer in der ersten Zeit unterstützen kann im Haushalt und mit den Kindern. 

 

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