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Abschalten auf 1.044 Metern – im Hubertus Mountain Refugio Allgäu

Allein aufgrund der Lage des Hubertus Mountain Refugio im Allgäu ist ein Besuch dort schon wert. Der Duft. Die Ruhe. Der Ausblick. Ein paar Kühe und sogar ein Pferd stehen hier rum und das Gefühl von Runterkommen startet im Moment des Betretens des Hotels.



Vielleicht ist das genau der Grund, warum das Hubertus Mountain Refugio in Balderschwang mehr ist als ein Hotel. Es ist ein Ort, an dem man für ein paar Tage alles loslassen darf – die To-do-Listen, das Familienchaos, das permanente Multitasking zwischen Job, Kindern und Wäschebergen. Und am besten funktioniert das, wenn man jemanden an seiner Seite hat, mit dem man sich auch schon nackt mit Schokolade eingeschmiert hat: die beste Freundin.

Mal raus um wieder anzukommen

Für mich als Mutter eines kleineren Kindes ist es fast schon ein rebellischer Akt, mich ein paar Tage rauszunehmen. „Ich bin dann mal weg“ klingt nach einem Luxus, für den ich mich sogar vor mir selbst rechtfertigen muss. Das hat sich so eingeschliffen. Ich merke wie es mich nervt. Immer da sein, immer organisieren, kennt ihr ja. Und deswegen: genau dieses sich rausnehmen brauche ich manchmal. Ich werde älter und merke es jetzt so viel deutlicher als früher. Denn auch wenn ich es oft nicht merke oder verdränge: Der Akku blinkt schon. Und leider mit Mitte 40 schneller und öfter.

Reisen mit Freundinnen sind keine Flucht, sie sind eine Rückkehr.
Zu uns selbst, zu dem, was uns ausmacht, jenseits von Care-Arbeit, Terminkalendern und mentaler Last.

Keine Zeit im Alltag für erwachsenen Austausch

Im Alltag teilen wir, wenn überhaupt, oft nur Bruchstücke – Sprachnachrichten zwischen zwei Terminen, ein schnelles Telefonat auf dem Weg zur Arbeit, ein „Wie geht’s euch?“ in der Whatsapp-Gruppe. Denn anders geht es nicht, wenn alle in verschiedenen Städten und sogar Ländern wohnen. Echte Gespräche? Zeit füreinander? Die entstehen halt selten bei einem kurzen Gespräch im Stau oder nach der Einschlafbegleitung, wenn man eigentlich selbst schon nicht mehr aufnahmefähig ist. Und genau deshalb packen wir mindestens einmal im Jahr eine Tasche, steigen ins Auto, drehen das Radio auf und fahren los – dorthin, wo Stille plötzlich laut werden darf. Es gibt keine Kompromisse, kein Zurücktreten für andere, kein Teilen vom Nachtisch, kein kinderfreundliches Programm und keine viel zu kalte Biosauna! Und wir reden meistens nicht mal über die Kids – es sei denn, jemand braucht Rat.

Wo Design auf Seele trifft

Die Strecke ins Allgäu ist schon Teil der Entschleunigung. Das Allgäu ist nicht umsonst ein sehr beliebtes Reiseziel – übrigens auch für Familien. Aber heute, heute bin ich ohne. Und dann steht da das Hubertus Mountain Refugio Allgäu – endlich Auszeit!

Das Hubertus nennt sich selbst Mountain Refugio, und das ist nicht nur Marketingbegriff, sondern echte Haltung. Es geht hier nicht um höher, schneller, weiter – sondern um leiser, bewusster, echter. (Ich empfehle euch den Newsletter, dann versteht ihr ganz schnell was ich meine.)

Das Herzstück des Hauses ist das Mountain Spring Spa – es zieht sich über mehrere Etagen und wir wissen, dass wir das Hotel die nächsten Tage nicht verlassen müssen – wir wollen nur in diesem SpaBereich sein ;). Auf dem Rooftop finden wir einen kleinen alpinen Zen-Garten mit japanischem Onsen-Becken (sog. „heiße Quellen“), Teestube, Micro-Salt-Raum und sogar einen großen Buddha, an dem wir unsere Wünsche lassen dürfen (so richtig mit Zettel, Stift und Wickeltechnik) und einen nach Süden ausgerichtetem Freiluft-Bereich. Ich liebe alles.

Zusätzlich findet ihr ein Stockwerk darunter einen Infinity-Pool mit traumhaftem Blick in die Allgäuer Bergwelt oder einen superschön angelegten NaturBadeSee. Der Sauna-Bereich mit verschiedenen Saunatypen (Finnische Sauna, Panorama-Sauna und Dampfbad) und den täglichen Sauna-Ritualen mit unterschiedlichen Aufgüssen lässt keine Wünsche offen. Es gibt auch einen Eispool und jede Menge Platz zum chillen, drinnen und draußen.

Was ich damit sagen will: Es ist egal, welches Wetter gerade ist. Sonne ist halt das I-Tüpfelchen, aber ohne Sonne ist auch gut.

Und dann gibt es diese tollen Momente, an die ich mich im Alltag schon fast nicht mehr erinnern kann:
Ein Tee ohne Zeitdruck nach der Massage, überhaupt: eine Massage! Der Blick über die Nebeldecke am frühen Morgen, das leise Gebimmel der Kuhglocken und ganz besonders das Gefühl, mit nassen Haaren auf der Holzliege zu sitzen und nichts zu müssen. Den ganzen Tag lang.

Im Hubertus darf ich einfach sein. Und genau das ist es, was eine Auszeit mit der besten Freundin so besonders macht: sich gegenseitig daran zu erinnern, dass wir nicht immer stark, produktiv oder organisiert sein müssen.

Bergfreundinnen – Warum Zeit miteinander Wellness ist

Es gibt Freundinnen, die wissen, was man denkt, bevor man es sagt. Mit denen man lachen kann, bis man Bauchweh hat. Und mit denen man in einer Sauna sitzt, schweigt – und trotzdem alles gesagt ist. Mit der ich mir auch einfach einen Nachmittag lang auf dem Zimmer Dokus über Vulkanausbrüche angucken kann oder einmal auf den Berg raufrenne. Haben wir so oft gemacht, heute viel zu selten! Und ich bin ruhig und fühl mich wohl und geerdet.

Vielleicht liegt es an der Energie dieses Ortes, definitiv fühle ich mich hier sehr schnell sehr ruhig. Ich habe keine esoterische Ader, aber hier fühlt es sich an wie ein Kraftort. Ich kann auftanken.

Der Tag beginnt auf Wunsch mit Yoga, das im Hubertus so gar nichts Esoterisches hat, sondern schlicht: Bewegung, Atmung, Achtsamkeit. Danach eine Wanderung auf den Hochschelpen oder eine Schneeschuhtour, je nach Jahreszeit.
Irgendwo auf dem Weg bleibt man stehen, schaut ins Tal, und plötzlich ist da dieses Gefühl von Ruhe – außen wie innen.

Zurück im Hotel wartet das Mittagssüppchen, später vielleicht eine Behandlung mit Alpenkräutern oder ein Bad im Außenpool, während die Sonne hinter den Gipfeln verschwindet. Und dann der Abend: Wein, Gespräche und herrlich gutes Essen.
Es sind diese Stunden, in denen man sich wiederfindet – und merkt, wie viel Kraft einem das gibt (die sich auch wieder aufrufen lässt, während ich den Artikel schreibe.)

Die Kunst der Pause

Das Hubertus ist definitiv ein Ort, der lehrt, dass Ruhe nichts mit Stillstand zu tun hat. „Pause“ bedeutet nicht, dass man aussetzt – sondern bewusst hinschaut. Auf sich selbst zum Beispiel. Tun wir viel zu selten!

Die Architektur des Hauses unterstützt das. Nichts ist laut, alles fließt und dämpft und passt zusammen. Viel Holz, große Fenster, gedämpftes Licht, Materialien, die atmen, weil Holz lebt halt auch.

 „Wenn du loslässt, hast du zwei Hände frei.“ Passt hier so gut.
Und vielleicht ist das genau das, was wir hier üben – das Loslassen.

Mahl Zeit – Holistic Food im Hubertus

Die Küche folgt dem Konzept „Holistic Food“ – regional, saisonal, bewusst, aber ohne Verzicht oder Dogma. Am Morgen gibt’s hausgemachtes Granola, frische Kräuter aus dem Garten, Milchprodukte von Bauern aus der Umgebung. Mittags Suppen und kleine Bowls. Abends ein mehrgängiges Menü, das wie eine Reise durch die Allgäuer Alpen schmeckt – leicht, kreativ, und doch vertraut. Und immer Alternativen, wenn einem mal was nicht so schmecken sollte.

Wir werden satt, aber fühlen uns nicht vollgefressen. Genuss und Achtsamkeit sind hier kein Widerspruch. Und gemeinsam am Tisch zu sitzen, Geschichten auszutauschen, gemeinsam zu lachen und zu weinen, ist vielleicht das Schönste an so einem Aufenthalt. Ich habe nur ein einziges Food-Foto geknipst. War leider zu gut als alles abzulichten…

Der Take-away: Freundschaft ist Selfcare

Wenn man nach ein paar Tagen das Hubertus wieder verlässt, die Tasche ins Auto stellt und der erste Anruf aus dem Alltag kommt, ist man nicht plötzlich ein anderer Mensch. Aber irgendetwas hat sich verschoben und ich möchte es so lang wie möglich behalten.
Die Schultern gerade, der Blick frischer, das Herz ruhiger. Liegt vielleicht auch an genug Schlaf und Bewegung…und der Sauna. Dem Essen. Der Bergluft. Das Zusammenspiel: Natur, Ruhe, Nähe, Freundschaft.
Diese Art von Auszeit ist kein Luxus – sie ist manchmal notwendig.

Freundschaft ist die Form von Selfcare, die bleibt, wenn alles andere flüchtig ist oder sich verändert. Und das Hubertus in Balderschwang ist genau der richtige Ort dafür.

PS:
Es ist nicht egoistisch, sich eine Pause zu gönnen – es ist heilsam.
Und wenn man sie mit einer Freundin teilt, die einen so sieht, wie man wirklich ist, dann wird daraus etwas, das lange nachklingt.
Ein Gefühl von Ich bin wieder ich – irgendwo zwischen Bergluft, Zirbenholz und einem Glaserl Schnaps im Hubertus.

Dani schreibt seit 2007 ihr Familienreiseblogbutterflyfish und lebt mit ihrer Familie als ehemalige Fränkin in Berlin. Sie arbeitet zudem als freie Redakteurin, Grafikerin und Fotografin und war mal Informatikerin – weil eine Sache ist ja viel zu langweilig. Am liebsten fährt sie mit dem Auto und ihrer Familie durch und über die Berge oder wandert rauf und schläft auf ner Hütte. Mit im Gepäck: jede Menge Reise- und Technikideen - und immer und immer: Kinderkram! Inzwischen auch nen eigenen Kindermodeladen in Köpenick, den halben meter

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