Heute ist internationaler Kindertag und viele Eltern kaufen ihren Kindern heute wieder eine Kleinigkeit als Geschenk und in vielen Städten finden Events für Kinder statt. Das es aber um viel mehr geht als kleine Geschenke und das Deutschland noch ordentlich Aufholbedarf hat, was Kinderrechte und die Stellung von Kindern zu tun hat, sollten wir nicht vergessen!

Was sind Kinderrechte eigentlich?

Unter Kinderrechten verstehen sich grundlegende Rechte, die allen Kindern zustehen, unabhängig von ihrer Herkunft, Nationalität, Religion oder sozialen Stellung. Diese Rechte sind in der UN-Kinderrechtskonvention festgehalten, die von den meisten Ländern der Welt ratifiziert wurde. Auch von Deutschland!

In der Kinderrechtskonvention wird das Recht jedes Kindes auf Leben, Überleben und Entwicklung festgehalten und sie legt fest, dass Kinder das Recht auf eine angemessene Gesundheitsversorgung, Ernährung, Bildung und Schutz vor Gewalt und Ausbeutung haben sollen. Außerdem haben Kinder auch das Recht auf Spiel, Freizeit und kulturelle Teilhabe und noch viel wichtiger: Kinder haben – so wie Erwachsene auch – das Recht auf freie Meinungsäußerung und an Entscheidungen teilzuhaben, die sie betreffen.

Kinder sollen vor Diskriminierung, Ausbeutung und Gewalt geschützt werden und in einer sicheren und liebevollen umgebung aufwachsen können. Ihr Wohl sollte im Mittelpunkt stehen und das ist eigentlich eine gemeinsame Aufgabe für Regierung, Familien und Gesellschaft.

Kinder in Armut

Je nachdem wen man fragt und wie Kriterien definiert werden ergeben sich verschiedene Zahlen. Armut bei Kindern ist ein sehr komplexes Thema und hängt von vielen Faktoren ab, dazu gehört das Einkommen, die Beschäftigungssituation der Eltern, soziale Unterstützung und natürlich auch Bildung.
Die Zahlen vom statistischen Bundesamt sehen insgesamt weniger Armutsbetroffene als beispielsweise das Kinderhilfswerk oder der Armutsbericht des paritätischen Gesamtverbands. Grundsätzlich aber gilt: ein Personenhaushalt mit mehr als drei Kindern, Alleinerziehende und bildungsschwache Haushalte leben in großer Armut. Von Gleichstellung und gleichen Rechten ist da nicht viel – eher viel Luft nach oben.

Der Armutsbericht des paritätischen Gesamtverbands greift viele Themen auf und hat jede Menge interessanter Grafiken zu bieten. Folgende Zahlen gibt es für 2021 –>

14,1 Millionen Menschen, 600.000 mehr als im Vorjahr und 840.000 mehr als vor der Pandemie, müssen derzeit in Deutschland zu den Einkommensarmen gerechnet werden. Damit ergibt sich seit 15 Jahren ein Trend zunehmender Armut. Deutlich überdurchschnittlich von Armut betroffen sind Kinder und Jugendliche. Mit 21,3 Prozent steigt ihre Armutsquote auf einen noch nie gemessenen traurigen Rekordwert.
Paare mit drei und mehr Kindern (32,2 Prozent) und Alleinerziehende (42,3 Prozent) sind die Haushaltstypen mit ganz deutlich herausragender Armutsbetroffenheit.

Aus dem Armutsbericht des paritätischen Gesamtverbands

Schlechtes Zeugnis für die Politik und deren Investment in Kinder

Auch der Kinderreport für 2022 stellt Deutschland gar kein so richtig gutes Zeugnis für Kinder, deren Interessen und Rechte aus:

Aus dem Kinderreport 2022:

„Lediglich 9 Prozent der befragten Kinder und Jugendlichen und 16 Prozent der Erwachsenen geben an, dass die Politik die Interessen von Kindern und Jugendlichen in den vergangenen Jahren stark berücksichtigt hat.

Nur 10 Prozent der Kinder und Jugendlichen und 17 Prozent der Erwachsenen sind der Ansicht, dass genug Geld ausgegeben wird, damit Kinder und Jugendliche eine gute Zukunft haben.

96 Prozent der Kinder und Jugendlichen sind der Meinung, dass der Staat mehr Geld für die öffentliche Infrastruktur, beispielsweise bessere Schulgebäude und Krankenhäuser sowie bessere und günstigere Bus- und Bahnverbindungen, ausgeben sollte.

Bei den erwachsenen Befragten würden 95 Prozent Investitionen für eine chancengerechte Bildung begrüßen, 94 Prozent Investitionen zur Bekämpfung von Kinderarmut in Deutschland.

84 Prozent der befragten Kinder und Jugendlichen und 78 Prozent der Erwachsenen sind der Meinung, dass das Geld für zusätzliche Staatsausgaben über eine zusätzliche Besteuerung sehr hoher Einkommen kompensiert werden sollte.

Rund zwei Drittel der Kinder und Jugendlichen (67 Prozent) spricht sich für die Streichung von Staatsausgaben an anderer Stelle, wie Verteidigung, Straßenbau oder Wirtschaftsförderung aus. „

 Nun, ich denke, wir hätten da noch einiges zu tun. Oder?