Locken richtig pflegen: Was Kinder und Teenager mit lockigem Haar wirklich brauchen
Locken können wunderschön sein. Aber man muss sie dazu auch erstmal erkennen. Wir haben in diesem Haushalt 16 Jahre gebraucht, um zu kapieren: das Kind hat keine Frizzelhaare, sondern Locken. Und ja, wir waren auch mal beim Friseur, der hat uns auch nicht eingeweiht… Locken sind toll, aber sie verknoten auch schneller, wirken rascher trocken und reagieren auf falsche Pflege gern ein wenig ungehalten!
Bei Kindern kommt noch etwas hinzu: Kopfhaut und Haut können empfindlicher reagieren und niemand braucht für eine Siebenjährige plötzlich sieben verschiedene Styling Produkte im Badezimmer. Bei Teenagern wiederum verändert sich mit der Pubertät häufig auch die Kopfhaut. Sie kann fettiger werden, während die lockigen Längen trotzdem trocken bleiben.
Die gute Nachricht: Eine gute Lockenroutine muss weder kompliziert noch besonders teuer sein. Für euch (und auch ein bisschen für uns) ist dieser kleine Ratgeber rund um Locken! Vielleicht habt ihr sie auch gerade erst entdeckt.

Warum Locken mehr Feuchtigkeit brauchen
Lockiges Haar neigt stärker zu Trockenheit als glattes Haar. Deshalb ist Conditioner bei Locken fast wichtiger als Shampoo. Auch Dermatologinnen und Dermatologen empfehlen bei trockenem oder lockigem Kinderhaar ausdrücklich eine Spülung. Shampoo sollte vor allem die Kopfhaut reinigen, während Conditioner nur in die Längen gehört und dort für bessere Kämmbarkeit und weniger Haarbruch sorgt.
Dabei gilt allerdings nicht: Je mehr Produkt, desto besser. Gerade feine Kinderlocken können von schweren Ölen, reichhaltigen Buttern und mehreren Cremes schnell beschwert aussehen. Oft reichen ein mildes Shampoo, Conditioner und bei Bedarf ein leichtes Leave in oder Stylinggel vollkommen aus.
Wie oft sollten lockige Kinderhaare gewaschen werden?
Darauf gibt es keine universelle Antwort. Entscheidend sind Haarstruktur, Kopfhaut, Alter und Aktivität. Unsere Kinder sind da sehr unterschiedlich, die ein duscht sich regelmäßig, die andere badet lieber – aber hasst die Haarwäsche. Wir haben uns darauf geeinigt, die Haare zu waschen, wenn der Kopf stinkt. 🙂 Wir sind große Fans von NAIF, die auch ein mildes Shampoo inklusive Conditioner auf den Markt gebracht haben. Brennt nicht, ziept nicht beim Kämmen.
Trockenes, lockiges Kinderhaar muss häufig deutlich seltener mit Shampoo gewaschen werden als glattes oder schnell fettendes Haar. Die American Academy of Dermatology nennt für trockenes, lockiges Haar bei Kindern zwischen acht und zwölf Jahren sogar Abstände von etwa sieben bis zehn Tagen als mögliche Orientierung. Mit Beginn der Pubertät kann sich das ändern, weil die Kopfhaut mehr Fett produziert. Auch dann darf lockiges Haar aber weiterhin seltener gewaschen werden, wenn Kopfhaut und Haare damit gut zurechtkommen.
Die bessere Regel lautet deshalb: Nicht nach Kalender waschen, sondern nach Bedarf.
Riecht oder juckt die Kopfhaut, entstehen sichtbare Ablagerungen oder wird der Ansatz deutlich fettig, darf gewaschen werden. Sind Kopfhaut und Haare entspannt, muss nicht vorsorglich Shampoo drauf.

Die einfache Lockenroutine für Kinder und Teenager
- Sanft reinigen. Shampoo vor allem auf die Kopfhaut geben und mit den Fingerspitzen einmassieren. Beim Ausspülen werden die Längen automatisch mitgereinigt. Sie müssen nicht zusätzlich eingeschäumt oder gerubbelt werden.
- Conditioner benutzen. Die Spülung in die nassen Längen geben und kurz einwirken lassen. Gerade bei Locken kann sie ruhig im gesamten Haar verteilt werden, nur bei einer schnell fettenden Kopfhaut würde ich den Ansatz aussparen.
- Im nassen Haar entwirren. Locken möglichst nicht trocken durchbürsten. Besser funktioniert es mit Conditioner im nassen Haar und einem grobzinkigen Kamm, einer geeigneten Entwirrbürste oder einfach den Fingern. Dabei unten an den Spitzen beginnen und sich Stück für Stück nach oben arbeiten. Dermatologen empfehlen bei dicken und lockigen Haaren ebenfalls, sie am besten noch unter der Dusche mit Conditioner zu entwirren.
- Nicht trocken rubbeln. Nach dem Waschen die Haare sanft ausdrücken und in ein weiches Handtuch oder ein Baumwollshirt wickeln. Kräftiges Trockenrubbeln fördert Frizz und kann die Haare zusätzlich strapazieren.
- Bei Bedarf etwas Pflege oder Halt ins Haar geben. Ein leichtes Leave in kann trockene Locken weicher und besser kämmbar machen. Bei Teenagern, die ihre Locken stärker definieren möchten, reicht anschließend häufig schon eine kleine Menge Gel oder Mousse. Danach die Locken mit den Händen von unten nach oben zusammendrücken und möglichst in Ruhe trocknen lassen.



Sanft ist wichtiger als möglichst „clean“
Bei Kinderprodukten lohnt sich ein Blick auf die Inhaltsstoffe. Ihr müsst auch kein Chemiestudium draus machen.
Besonders bei empfindlicher oder zu Neurodermitis neigender Kopfhaut empfehlen Dermatologen milde und möglichst parfümfreie Produkte. Wichtig ist dabei tatsächlich die Bezeichnung „fragrance free“ beziehungsweise „ohne Parfüm“. „Unparfümiert“ oder „unscented“ kann bedeuten, dass trotzdem Duftstoffe enthalten sind, die lediglich andere Gerüche überdecken.
Und nein: Naturkosmetik ist nicht automatisch sanfter. Auch ätherische Öle, natürliche Duftstoffe oder Pflanzenextrakte können empfindliche Haut reizen!
Andersherum müssen Eltern auch nicht jeden Inhaltsstoff verteufeln, den TikTok oder Insta gerade auf eine schwarze Liste gesetzt hat.
Welche Produkte eignen sich für Kinderlocken?
Für kleine Kinder würde ich erst einmal möglichst simpel starten: ein mildes Shampoo plus Conditioner. Weitere Produkte können später dazukommen, wenn die Locken tatsächlich mehr Feuchtigkeit, Definition oder Pflege brauchen.
Eine unkomplizierte und günstige Möglichkeit ist zum Beispiel das babylove Baby Bad & Shampoo Ultra Sensitive. Es ist parfümfrei, enthält unter anderem Panthenol und milde Reinigungssubstanzen und eignet sich damit gut für empfindliche Kinderkopfhaut.
Für größere Kinder und Teenager gibt es mit dem Balea med Shampoo Ultra Sensitive ebenfalls eine parfümfreie Variante mit Glycerin, Panthenol und Niacinamid. Dazu passt der Balea med Conditioner Ultra Sensitive, der ebenfalls ohne Parfüm auskommt und dabei hilft, trockene Längen geschmeidiger und besser kämmbar zu machen.
Etwas spezieller auf die Bedürfnisse von Locken und sehr trockenem Haar zugeschnitten ist das ZENZ Organic Cactus Pure No. 20 Shampoo. Es ist parfümfrei, für lockiges und krauses Haar gedacht und enthält unter anderem Aloe vera, Glycerin und Avocadoöl. Dazu gibt es mit dem ZENZ Organic Cactus Pure No. 21 Conditioner eine passende, reichhaltigere Pflege für trockene Locken und empfindliche Kopfhaut.
Bei empfindlicher oder juckender Kopfhaut kann außerdem ein Produkt wie das Ducray Sensinol Shampoo sinnvoll sein. Es ist parfümfrei und speziell für empfindliche Kopfhaut entwickelt, allerdings kein klassisches Lockenshampoo. Hier würde ich anschließend auf jeden Fall einen pflegenden Conditioner in die Längen geben.
Das heißt übrigens leider nicht, dass diese Produkte für jedes Lockenkind perfekt funktionieren. Gerade bei Locken sollet ihr erstmal mit wenig anfangen und beobachten, wie Kopfhaut und Haar reagieren. Und wichtig: Ein Produkt muss weder „Curly Kids“ auf der Verpackung stehen haben noch besonders teuer sein, um für Kinderlocken gut zu funktionieren. Wichter sind sowas wie sanfte Reinigung, ausreichend Feuchtigkeit und möglichst wenig reizende Inhaltsstoffe.

Und was ist mit Leave in, Lockencreme und Gel?
Hier kommt es – schon oft gehört heute – stark auf die Locken an.
Sehr feine Kinderlocken brauchen möglicherweise gar nichts außer Conditioner. Bei trockeneren, dichteren Locken kann ein Leave in helfen. Dermatologen empfehlen Leave in Pflege unter anderem bei lockigem, trockenem und schnell verknotendem Haar, da sie Kämmbarkeit verbessern und Frizz reduzieren kann. Sie sollte eher in Längen und Spitzen als direkt auf die Kopfhaut gegeben werden.
Für Teenager darf dann auch ein bisschen Styling dazukommen. Ein leichtes Gel kann tatsächlich besser funktionieren als eine schwere Lockencreme. Es bündelt die Locken und gibt Halt, ohne zwingend viel Fett oder Öl ins Haar zu bringen.
Bitte nicht jeden Morgen trocken bürsten
Das dürfte einer der größten Unterschiede zwischen glattem und lockigem Haar sein.
Wer Locken morgens kräftig trocken durchbürstet, bekommt meistens keine schöneren Locken…häufig reicht etwas Wasser aus einer Sprühflasche. Die Haare leicht anfeuchten, Locken mit den Händen wieder zusammendrücken und bei Bedarf eine winzige Menge Leave in oder Stylingprodukt ergänzen.
Bei längeren Haaren kann es außerdem helfen, sie nachts locker oben auf dem Kopf zusammenzubinden oder locker zu flechten. Auch dadurch entsteht weniger Reibung und die Locken bleiben besser erhalten.
Teenagerlocken brauchen manchmal eine andere Routine
Mit zwölf, dreizehn oder vierzehn können plötzlich zwei Dinge gleichzeitig passieren: Die Kopfhaut wird fettiger und die Längen bleiben trocken. Dann bringt es wenig, möglichst lange nicht zu waschen, nur weil irgendein Curly Hair Account behauptet, Locken dürften höchstens einmal pro Woche Shampoo sehen.
Eine fettige Kopfhaut darf gereinigt werden!
Am besten kommt das Shampoo hauptsächlich an den Ansatz. Anschließend werden die Längen mit Conditioner gepflegt. So lassen sich die unterschiedlichen Bedürfnisse von Kopfhaut und Haar ziemlich unkompliziert miteinander verbinden.
Tauchen starke Schuppen, anhaltender Juckreiz, nässende oder gerötete Stellen auf, sollte allerdings nicht weiter mit neuen Haarprodukten experimentiert werden. Dann gehört die Kopfhaut in dermatologische Hände.


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