Obertilliach zeigt seine schönste Winterseite

Wenn ich an Obertilliach denke, dann entschleunigt mein Kopf sofort und ich möchte auch gleich wieder hin! Hoch oben im Osttiroler Lesachtal liegt dieser kleine Ort, der gerade einmal rund 700 Einwohner zählt. Hier wirkt nichts aufgesetzt, nichts überladen. Stattdessen begegnet ihr echter Ursprünglichkeit.

Obertilliach ist klein, aber dennoch enorm vielseitig und eignet sich hervorragend für einen Winterurlaub mit Familie. Egal ob Skifahren, Langlaufen, Rodeln oder ein Spaziergang durch das historische Ortszentrum – alles ist nah beieinander und leicht erreichbar. Auch die Skipiste.

Ein Dorf wie aus einer anderen Zeit

Obertilliach ist ein ganz besonderes Dorf, nämlich ein Haufendorf. Die alten Holzfassaden, dicht aneinandergereiht, die engen Gassen und die bäuerlichen Gebäude verleihen dem Ort einen unverwechselbaren Charakter. Es ist, als ob man durch ein lebendiges Geschichtsbuch spaziert. Viele Häuser stehen seit Jahrhunderten hier, viele sind noch bewohnt, einige leider nicht mehr. Die Häuser schmiegen sich an den Berg und bilden ein harmonisches Gesamtbild.

Alles, was im Dorf jemals so los war bringt einem dann der Nachtwächter auf seiner Tour etwas näher. Und der Nachtwächter ist echt. Denn Haufendorf und eng beieinanderstehende Holzhäuser heißt auch: wenn es brennt, brennt schnell viel mehr als nur ein Haus. Natürlich ist die Feuerwehr in der modernen Welt näher, aber niemand kann so gut Geschichten zu einzelnen Häusern im Dorf und über das ursprüngliche Dorf erzählen, wie der Nachtwächter. Ihr solltet also – wenn ihr mal da seid – unbedingt eine Nachtwanderung mitmachen. Ihr werdet es lieben und auch Kinder langweilen sich sicher nicht. Zeitlich liegt die Führung mit knapp 30 Minuten auch im Rahmen.

Obertilliach im Winter – Ruhe, Schnee und weite Landschaften

Viele kennen Obertilliach vor allem als Winterort. Und das vollkommen zurecht. Die Region ist schneesicher, ruhig und bietet alles, was man sich für einen gelungenen Winterurlaub mit Familie wünscht. Kleine Kinder, große Kinder, total egal – für alle Altersgruppen ist hier gesorgt.

Schon der erste Blick morgens aus dem Fenster macht glücklich: weiße Hänge, viel Sonne (meistens) und eine klare Luft, die man sofort tief einatmen möchte. Und dann in die Skiklamotten und los. Je nachdem, wo ihr unterkommt, liegt die Piste für die Kleinsten direkt vor der Tür.

Das Skigebiet Golzentipp – klein, aber schnieke

Wer Skifahren möchte, findet direkt oberhalb des Dorfes das Skigebiet Golzentipp. Es ist nicht riesig, aber für Kids und Starter absolut ausreichend. Die Pisten sind übersichtlich, gut gepflegt und ideal für Genussfahrer, Familien, Wiedereinsteiger und alle, die stressfreies Skifahren lieben – und sich nicht über den Haufen lassen fahren wollen.

Die Gondel führt direkt vom Dorf hinauf auf den Berg, und oben erwartet euch ein beeindruckender Panoramablick über die Lienzer Dolomiten und das Lesachtal. Die Abfahrten sind breit und abwechslungsreich. Besonders gefällt mir, dass man hier nie das Gefühl hat, zwischen Menschenmassen zu stehen.

Für Kinder gibt es großzügige Übungshänge, für Erwachsene entspannte Abfahrten und für alle gemeinsame Zugänglichkeit, ohne lange Wege. Wer Skifahren will, ohne Trubel zu erleben, ist hier richtig.

Die Rodelbahn – ein echtes Highlight für Groß und Klein

Eine Besonderheit, die ihr in Obertilliach wahrnehmen solltet: die Rodelbahn am Golzentipp! Sie ist lang, gut präpariert und alle haben Spaß – bis auf meine Oberschenkel. Ihr fahrt mit der Gondel hoch, genießt die Aussicht und startet dann die rasante Abfahrt zurück ins Dorf. Zwischendurch müssen wir immer wieder anhalten, um die Aussicht zu genießen. Und die Ruhe. Und den Oberschenkeln eine kurze Pause zu gönnen.

Die Rodelbahn ist übrigens nicht nur ein kurzer Spaß, sondern wirklich enorm lang. Man hat mit 7km genug Strecke, um so richtig in den Flow zu kommen, und am Ende landet ihr wieder an der Gondel. Auch für Familien ist die Strecke super geeignet, denn sie ist nicht zu steil und sehr gut kontrollierbar.

Langlaufen und Biathlon – Obertilliach als ruhiger Kraftplatz

Nicht zu vergessen ist das Langlaufen – not for me, but… Obertilliach ist weit über seine Grenzen hinaus bekannt für sein Langlauf- und Biathlonzentrum. Internationale Teams kommen hierher, um zu trainieren. Die Loipen sind weitläufig und perfekt präpariert. Die Loipen ziehen sich durch verschneite Wälder und über offene Felder. Einmal im Jahr findet mit dem Dolomitenlauf der weltgrößte Volkslanglauf der Dolomiten statt. Über zwei Tage können sich hier Langläufer in allen Stilen messen. Und Zuschauen geht natürilch auch.

Die Vorzüge eines kleinen Ortes

Obertilliach ist ein Ort für Ruhesuchende mit einer großen Nähe zur Natur. Wer nichts erleben will, kann das auch. Ich war bisher zweimal dort und fühlte mich ziemlich wohl, bei jedem Besuch gab es übrigens über Nacht nochmal plus 30cm Schnee, der alles einfach in ein weißes Märchen verwandelt.

Die größten Vorzüge für mich sind:

  • Überschaubare Größe: Alles ist zu Fuß erreichbar. Keine langen Wege, keine Hektik.
  • Tradition und Natürlichkeit: Der Nachtwächter, die alten Häuser, die Dorfkultur – hier ist vieles echt und unverfälscht.
  • Winterliche Vielfalt: Skifahren, Rodeln, Langlaufen – alles in hervorragender Qualität.
  • Schneesicherheit: Aufgrund der Höhenlage kann man sich im Winter fast immer auf natürliche Schneeverhältnisse freuen.
  • Familienfreundlichkeit: Kinder können sich frei bewegen, und die Angebote sind ideal für entspannte Familienurlaube.

Wie komm ich hin

Mit dem Auto von München nach Lienz in etwas über drei Stunden, dann nochmal 40 Minuten nach Obertilliach. Mit dem Zug geht’s auch, ist aber etwas zeitaufwändiger (knapp 6 Stunden von München mit mehreren Umstiegen).

Unterkünfte in Obertilliach

Sehr empfehlenswert sind das Hotel Weiler, ein feines, familiengeführtes Hotel mit gemütlichen Zimmern, das Almfamilyhotel Scherer, ein komplett auf Kids zugeschnittenes Familienhotel mit hohem Anspruch oder eines der Appartements von Tillga Glück. Mehr über das Almfamilyhotel Scherer findet ihr auch hier.

Dani schreibt seit 2007 ihr Familienreiseblogbutterflyfish und lebt mit ihrer Familie als ehemalige Fränkin in Berlin. Sie arbeitet zudem als freie Redakteurin, Grafikerin und Fotografin und war mal Informatikerin – weil eine Sache ist ja viel zu langweilig. Am liebsten fährt sie mit dem Auto und ihrer Familie durch und über die Berge oder wandert rauf und schläft auf ner Hütte. Mit im Gepäck: jede Menge Reise- und Technikideen - und immer und immer: Kinderkram! Inzwischen auch nen eigenen Kindermodeladen in Köpenick, den halben meter

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