Abhörstation Teufelsberg
Spionage vs. Graffiti

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Welcher Berliner kennt sie nicht, die Abhörstation auf dem Teufelsberg? Aber wer hat das Relikt des kalten Krieges wirklich schon besucht? Wir haben den Tag des offenen Denkmals genutzt und sind hoch gestiegen. Mit allen drei Kids!

Die 1955 errichteten markanten Bauten einer Abhörstation der US-amerikanischen Streitkräfte sind schon von weitem zu sehen und für mich irgendwie zum Wahrzeichen des Grunewaldes geworden. Nach dem Abzug der Militärs wurde die Anlage von 1991 bis 1999 als Flugsicherungsradar-Station genutzt. Seitdem stehen die Gebäude leer. Bei strahlendem Sonnensschein haben wir uns auf den Weg nach oben gemacht. Ein bißchen Ausdauer ist dabei schon gefragt, aber es ist machbar oben anzukommen. Sind ja nur 120m bergauf plus so einige Stufen..

slider teufelsberg

Wir wurden mit einer fantastischen Aussicht belohnt. Zu Mauerzeiten arbeiteten rund 1500 Menschen in drei Schichten in der Anlage. Nur die Kantine hatte Fenster. Es erschaudert einen, wenn man die Storys hört und an Gefängnis und Spionagethriller erinnert wird. Besonders erstaunlich ist, dass Briten und Amerikaner auf getrennten Etagen komplett voneinander isoliert genau dasselbe abgehört haben sollen und es keinerlei Austausch gab. Um die Anonymität zu waren, wurden alle Spione in verschiedenen Bussen und zu versetzten Zeiten zum und vom Gelände gebracht. Sie misstrauten sich offensichtlich.

Seit Mai 2012 haben nun engagierte Künstler die Ruine in Beschlag genommen – naja, von den Privateigentümern gepachtet – aber zumindest optisch. So kommt es, dass man nicht nur einen Tag voll Natur und Polit-Geschichte erlebt, sondern auch noch eine zeitgenössische Kunstgallerie betritt.

 

Führungen finden immer Samstags und Sonntags statt. Kleinkinder bitte unbedingt in Manducas unterbringen und Größere gut überwachen. Es besteht an vielen Stellen Absturzgefahr!

Ein Muss und ein zusätzliches Highlight für alle Kinder ist der benachbarte Drachenberg der ideal fürs Drachensteigen + Picknick mit Ausblick geeigenet ist.

 

Saskia Hilgenberg hat mit ihren drei kleinen Orgelpfeifen die volle Ladung Jungspower zu Hause und weiß, was es heißt, auch mal an seine Grenzen zu stoßen. Sie trägt es mit Fassung und vor allem viel Liebe, denn die häusliche Si­sy­phus­ar­beit hat sowieso kein Ende. Doch auch wenn die Geburten ihrer drei Söhne ihr Leben auf den Kopf gestellt haben, blieb sie ihrer Leidenschaft für Fashion treu und lässt das Familienleben eher anekdotisch in ihren Beiträgen durchblitzen. Die Mitbegründerin des Mummy Mag arbeitet seit vielen Jahren frei als persönliche Stylistin, Fashionberaterin und Redakteurin. Muttersein ist für Saskia von jeher ein positiv besetztes Bild und das möchte sie auch mit dem Mummy Mag transportieren, um den Frauen in Deutschland Mut bei der inzwischen viel zu häufig gestellten Kinderfrage zu machen.

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