Für unser aktuelles MUMMY MAG PAPER 11 mit dem Thema „Oh Baby, oh!“ haben wir Mütter in unterschiedlichen familiären Konstellationen nach den Herausforderungen mit Baby gefragt. Katharina Lanzer (35), Eventmanagerin in Elternzeit und ihr Mann Matthias Lanzer (50), Geschäftsführer einer Musikproduktionsfirma, haben drei Jahre nach ihrer ersten Tochter Karlie (5), die Zwillinge: Anni und Hedi (2) bekommen. Die Geschwisterkonstellation ist also sehr ähnlich wie bei uns Zuhause, nur dass ich nur von Männern umgeben bin…

Dass es Zwillinge werden und was das bedeutet, haben wir erst gar nicht richtig begriffen. In den nächsten Tagen folgten dann aber Gedanken, Ängste und Fragen. „Hilfe, wie überstehe ich die Schwangerschaft, wie kann ich der Großen gerecht werden, wenn die Kleinen da sind, wie wird unser Alltag aussehen, wie werden wir die ganze Arbeit meistern, wird die Beziehung leiden etc…“

Katharina Lanzer

Liebe Katharina, was hast du gedacht, als du gute zwei Jahre nach der Geburt eurer ersten Tochter erfahren hast, dass du Zwillinge erwartest?

Wir waren natürlich sehr überrascht. Im ersten Moment haben wir uns einfach gefreut, dass es wieder geklappt hat. Dass es Zwillinge werden und was das bedeutet, haben wir erst gar nicht richtig begriffen. In den nächsten Tagen folgten dann aber Gedanken, Ängste und Fragen. „Hilfe, wie überstehe ich die Schwangerschaft, wie kann ich der Großen gerecht werden, wenn die Kleinen da sind, wie wird unser Alltag aussehen, wie werden wir die ganze Arbeit meistern, wird die Beziehung leiden etc…“

Wie ging es dir in der Schwangerschaft, hattest du andere Sorgen, Gefühle, Beschwerden als in deiner ersten Schwangerschaft?

Im Prinzip verliefen die beiden Schwangerschaften recht ähnlich. Zu Beginn hatte ich starke Übelkeit, viel stärker als in der ersten Schwangerschaft. Die Übelkeit hat meinen Alltag mit Arbeit und Kind sehr belastet. Diese war dann im zweiten Drittel der Schwangerschaft zum Glück wieder verflogen – allerdings war ich dann aufgrund des Bauchumfanges schon ziemlich schnell ziemlich eingeschränkt in meiner Bewegung. Ab SSW 30 wurde ich, wie auch bei der ersten Schwangerschaft, krankgeschrieben und aufgrund von Frühwehen und verkürztem Gebärmutterhals eine Woche stationär aufgenommen. Es stabilisierte sich alles zum Glück wieder… Viel Bewegung war ab dem Zeitpunkt leider trotzdem nicht mehr erlaubt. Somit hat mein Mann ab dem Zeitpunkt bereits die Große und den Haushalt weitestgehend übernommen… Die letzten Wochen der Zwillingsschwangerschaft waren sehr beschwerlich. Jede Bewegung schmerzte, Liegen war unangenehm, Stehen durfte ich nicht lange und von einer Position in die andere zu gelangen schien zeitweise unmöglich. 

Wie war es nach der Geburt der Twins? Die Situation zur Zeit nach deiner ersten Entbindung war ja ganz anders. Oder wie hast du es empfunden?

Ja, die Situation ist gar nicht zu vergleichen, das stimmt! In der Zeit des Wochenbetts haben wir gedacht, wir schaffen das nie. Mein Mann hat sich um die Große, den Haushalt und um uns gekümmert und hatte anfangs kaum Zeit für seine Arbeit. Da haben wir uns ziemlich hilflos gefühlt, irgendwie war keine Besserung in Sicht.

Meine größte Sorge war es, Karlie gerecht zu werden. Sie musste ziemlich zurückstecken. Ich habe die Zwillinge voll gestillt, war zwar zuhause, aber dann doch immer mit Stillen, Wickeln etc. eingebunden. Außerdem habe ich viel Zeit benötigt, wieder richtig fit zu werden. Ich habe mir in der ersten Zeit viel Besuch an den Nachmittagen eingeladen. Meine Freunde kamen mit ihren Kindern, somit war Karlie immer ganz gut abgelenkt durch das Spielen mit ihren Freunden und ich hatte zudem gleichzeitig auch Unterstützung für die Babys.

 

In der Zeit des Wochenbetts haben wir gedacht, wir schaffen das nie. Mein Mann hat sich um die Große, den Haushalt und um uns gekümmert und hatte anfangs kaum Zeit für seine Arbeit. Da haben wir uns ziemlich hilflos gefühlt, irgendwie war keine Besserung in Sicht.

Katharina Lanzer

Hattest du nach der Geburt noch weitere Unterstützung neben deinem zuhause arbeitenden Mann?

Ja, zum Glück hatte ich tolle Hilfe. Mein Mann hat geholfen wo er nur konnte. Er arbeitet wie gesagt von zuhause aus. Somit konnte ich ihn eigentlich immer rufen, falls ich Hilfe benötigte. Meine Mutter hat uns auch sehr unterstützt und kam fast täglich vor und nach ihrer Arbeit vorbei, um uns mit den Babys, Karlie oder im Haushalt zu helfen. Dafür bin ich sehr dankbar. Ich hatte auch für zwei Wochen eine Haushaltshilfe. Sie hat für uns eingekauft, die Wäsche gewaschen, gekocht oder ist mal mit den Babys spazieren gegangen, wenn nur noch der Kinderwagen half. Auch meine Schwiegereltern leben bei uns in der Stadt, sind aber leider nicht mehr die Jüngsten. Ich habe sie dennoch zum Kochen eingespannt – somit haben wir 1-2 x die Woche etwas Selbstgekochtes von ihnen bekommen. Ebenso haben wir seit der letzten Schwangerschaftswochen Kochboxen, die wir uns zuschicken lassen. Für uns eine enorme Erleichterung, die wir bis heute nutzen.

Was denkst du ist die größte Herausforderung beim ersten Kind, was die größte bei Zwillingen und was, wenn Zwillinge kommen, wenn schon ein Kleinkind da ist?

Beim ersten Kind ist es definitiv die Umstellung des gesamten Alltags, das Lernen seine eigenen Bedürfnisse hinten anzustellen und sich als Familie und in der Partnerschaft neu zu finden.

Die größte Herausforderung bei Zwillingen sehe ich darin, beiden gleichzeitig gerecht zu werden. Sie zu beruhigen, wenn beide schreien, beide gleichzeitig satt zu bekommen und anfangs wirklich keine Zeit für sich zu haben. Meine größte Herausforderung ist es, Geduld und Ruhe zu bewahren.

Zwillinge mit Geschwisterkind: Noch mehr die Geduld bewahren, Zeitmanagement, die unterschiedlichen Bedürfnisse aller zu befriedigen – das sind anfangs die größten Herausforderungen.

Zwillinge mit Geschwisterkind: Noch mehr die Geduld bewahren, Zeitmanagement, die unterschiedlichen Bedürfnisse aller zu befriedigen – das sind anfangs die größten Herausforderungen.

Katharina Lanzer

 

Mehr über Katharina und ihre Familie könnt ihr auf Instagram sehen: @katha_rina

Fotos: Susan Van Treel und privat

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