Wir haben jemanden, der sich auskennt, gefragt: wohin soll es gehen, wenn wir diesen Sommer doch noch ganz spontan raus wollen! Laetitia Hörnler ist Mama und Gründerin von mamis travelguide! Neben ein paar guten Reiseideen haben wir sie gleich gefragt wie das so ist, Gründen mit Kindern, Reise und Corona und wie das alles so weitergehen wird.

Spontane Urlaubstipps für euren Sommer – hier ist noch was frei

Ein paar Ideen für Italien, Deutschland und Österreich haben wir für euch zusammengesucht. Jedes der Ziele könnt ihr natürlich sofort direkt auch bei Laetitia anfragen!

Feuerstein Family Mountain Resort

Geheimtipp für alle, die noch kurzentschlossen etwas für den Sommerurlaub suche: definitiv Südtirol, noch gibt es hier mehr Kapazitäten als in Deutschland und Österreich, wo die Betten schon knapp werden.
Mein absoluter Favorit (und übrigens, Danis auch) ist das Feuerstein Family Mountain Resort. Kaum ein Familienhotel in den Alpen bietet mehr für Familien! Turnhalle, Spielscheune, Indoor-Sandkasten, Spielplatz, Werkstatt und natürlich mehrere Pools lassen Kinderherzen (aller Altersklassen) höher schlagen. Kinderbetreuung gibt es schon für die Kleinsten, aber auch gemeinsame Familienzeit wird hier groß geschrieben. Das Hotel liegt im Talschluss und hat einige Maßnahmen für einen Urlaub zu Coronazeiten getroffen.

Hainichhöfe in Thüringen

Urlaub in Thüringen? Warum denn nicht! Besonders in einer so tollen Unterkunft, wie den Hainichhöfen. Gleich um die Ecke vom Weltnaturerbe Hainich gelegen, steht hier die Natur ganz klar im Fokus. Toben im Wald, Spielen an der Frischen Luft, Ruhe tanken, Abstand halten, bodenständige Küche genießen. Alles drin. Die einzelnen Häuser bieten vier Personen Platz. So gut wie alle Materialien, die für den Bau der Häuser gebraucht wurden, stammen aus der Region.

Hirschen Horn am Bodensee

Der Bodensee ist immer eine Reise wert, denn er ist wunderschön. Zudem liegt er hervorragend zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz – und Grenzen dürfen aktuell ja wieder passiert werden. Ein Ausflug nach Bregenz oder Konstanz lohnt z.B. in jedem Fall oder auch zum Rheinfall nach Schaffhausen in der Schweiz. Die Zimmer sind hell und gemütlich, es gibt einen Pool mit herrlicher Aussicht auf den Bodensee. Viel Natur und Wasser – für Familien ideal!

Gut Steinbach im Chiemgau

Das Gut Steinbach liegt inmitten einer herrlichen Bergwelt und ihr müsst euch entscheiden, ob ihr im Stammhaus oder lieber in einem der schönen Chalets unterkommen möchtet. Entspannung gibt es unter anderem im Naturbadeteich, die Wanderangebote drumherum sind enorm und die Kids können hier viel erleben (insbesondere draussen!). Ganz wichtig: Kulinarik wird hier ganz, ganz groß geschrieben. Auch hier findet ihr FAQ rund um den Umgang mit Corona.

Almdorf Seinerzeit in Kärnten

Das Almdorf liegt auf einer Alm in den Bergen und bietet jeder Familie ihr eigenes Chalet (mit allen Vorteilen eines Hotelzimmers, wie z.B. täglicher Reinigung), teilweise sogar mit einer eigenen Sauna. Abstand halten ist hier also leicht.

Gud Jard Resorts auf Pellworm

Wie wäre es mit einem Urlaub an der Nordsee. Genauer gesagt, auf der Insel Pellworm. Hier findet ihr Gud Jard, das unter anderem mit Platz, Ruhe, klarem Design und einer hochwertigen Ausstattung punktet. Die Häuser bestehen weitgehend aus Naturstoffen und kommen ohne chemisch Materialien aus. Viel Freiraum – für Kinder und Eltern.

 

Gradonna Mountain Resort in Osttirol

Ihr findet hier Chalets sowie Hotelzimmer für Familien. Es gibt Kinderbetreuung, ein Spa für die Erwachsenen, ein Schwimmbad und drumherum die herrliche Bergwelt Osttirols. Hier wartet viel Natur, frische Bergluft und ein vielfältiges Angebot für Kinder, Teenager und Eltern auf euch. Die Hygienestandarts zur aktuellen Situation findet ihr hier.

mamis travel guide – vom Gründen mit Kindern

Als Mutter von drei kleinen Kindern ein Unternehmen zu gründen, ist immer ein Spagat. Ich glaube jede berufstätige Mutter kennt das, dass man immer versucht, Job und den Kindern gerecht zu werden und einem beim Jonglieren oft ein Ball runter fällt.

Laetitia Hörnler

Du hast drei kleine Kinder und währenddessen dein Unternehmen Mamis Travelguide gegründet, mit dem du Familien auf Reisen schickst. Wie und wann hast du gegründet? Wie war das für dich, Gründen mit Kindern?

Ich habe im Oktober 2018 mit meiner Selbständigkeit erstmal als Reise-Bloggerin für Familien klein angefangen. Mein Start-Up in der jetzigen Form als GmbH gibt es seit Oktober 2019. Denn ich habe recht schnell gemerkt, dass ein Blog zwar nett ist, aber das Problem „dass es im Moment ewig dauert einen Familienurlaub zu planen und wahnsinnig schwierig ist wirklich schöne und besondere Unterkünfte für Familien zu finden“ nicht zufriedenstellend löst. Das Problem mit den meisten Blogs ist, dass man sowohl viel Zeit braucht den ganzen Text zu lesen, als auch, dass es schwierig ist das Gesuchte schnell zu finden. Deshalb habe ich 2019 entschieden, aus mamis travelguide ein Online Reisebüro für Familien im deutschsprachigen Raum zu machen mit einem klaren Fokus auf Ziele in Europa. Wir haben mit dem travelguide eine Suchmaschine entwickelt, die es durch viele Filter einfach macht, genau das schnell zu finden, was man sucht. Daher ist unser Motto auch „Finden, statt suchen“!

Als Mutter von drei kleinen Kindern ein Unternehmen zu gründen, ist immer ein Spagat. Ich glaube jede berufstätige Mutter kennt das, dass man immer versucht dem Job und den Kindern gerecht zu werden und einem beim Jonglieren oft ein Ball runter fällt. Das ist jetzt einfach mein Alltag. Das Gute am Gründen ist, dass man sich seine Zeit frei einteilen kann. Aber als Unternehmerin kann man halt auch schlecht einfach Feierabend machen. Eigentlich arbeite ich jetzt immer, entweder für meine Kinder oder für mein Unternehmen. Aber ich liebe meinen Job und meine Kinder – deshalb geht es überhaupt! Es ist aber auf jeden Fall anstrengend.

Was ist das Besondere an Mamis Travel Guide – was unterscheidet dich von den anderen Anbietern

Mamis travelguide möchte den Familien das Beste aus zwei Welten geben – eine handverlesene Auswahl von getesteten Unterkünften für anspruchsvolle Familien auf einem digitalen Reiseportal – und eine gute Beratung, wie man es sich von einem hochwertigen Reisebüro wünschen würde, die genau auf Familien zugeschnitten ist – von Mama zu Mama bzw. Papa. Somit hat man alle Vorteile eines online Reiseportals, wie etwa Tageszeit unabhängig sich immer informieren zu können und Anfragen schicken zu können. Gleichzeitig bieten wir eine fundierte Beratung am Telefon oder über E-Mail, da wir fast alle Unterkünfte persönlich kennen und daher auch viele Fragen beantworten können und auch die perfekte Unterkunft für jede Familie finden können, wenn wir wissen was dieser Familie wichtig ist. Man kann mir auch immer gerne eine Email mit Sonderwünschen schicken. Ich finde eigentlich immer etwas Passendes!

Wir wollen den Familien die langwierige Suche und Planung der nächsten Familienreise abnehmen, denn als Mutter weiß ich genau wie zeitraubend diese ist und, dass man nur schwer Zeit dafür findet. In Zukunft planen wir auch eine eigene Booking Engine zu bauen, die dann eine direkte Buchbarkeit der Unterkünfte ermöglichen wird. Insgesamt wollen wir, dass der Urlaub bei mamis travelguide bereits bei der Planung anfängt!

Wir wollen in Zukunft das Planen einer Familienreise so einfach machen wie eine Amazon Bestellung Laetitia Hörnler

Wen möchtest du mit deinem Angebot ansprechen?

Mit mamis travelguide spreche ich vor allem anspruchsvolle Familien an, die in ihrem Familienurlaub Wert auf ein schönes Ambiente und gutes Essen legen. Dabei ist es mir wichtig gleichzeitig auch was für unterschiedliche Budgets anzubieten. Deshalb habe ich auf meinem Portal auch Bauernhöfe und Ferienwohnungen, die ein sehr gutes Preis/Leistungs-Verhältnis haben. Ich spreche Familien an, denen eine tolle gemeinsame Zeit im Familienurlaub das wichtigste ist und die dafür gerne die echte Kultur und Atmosphäre des jeweiligen Landes und der jeweiligen Region spüren. Wir suchen nach authentischen Orten für Familien, in denen wir selbst gerne Urlaub machen würden.
Meine Unterkünfte wähle ich sehr sorgfältig aus, viele der auf mamis travelguide angebotenen Unterkünfte kenne ich tatsächlich persönlich, manche habe ich auch von anderen Familien empfohlen bekommen.

Männer investieren lieber in Männer  und viele ältere Herren nehmen einen als Frau nicht wirklich ernst.

Laetitia Hörnler

Wenn du auf die Gründung zurückblickst, würdest du heute etwas anders machen? 

Ich würde mir mehr Zeit lassen, das Unternehmen zu gründen und mich noch mehr und besser informieren. Ich habe damals einfach gleich ein Gewerbe angemeldet, bevor überhaupt die Webseite stand. Da würde ich mir jetzt mehr Zeit lassen. Denn sobald ein Gewerbe angemeldet ist, sollte es Einnahmen geben. Ich würde auf jeden Fall wieder zu einer Beratungsstelle für Gründerinnen gehen, denn dort werden alle eigenen Fragen beantwortet und viele Tipps und Tricks für den Weg der Gründung.

Welche Hürden gab es bei deiner Gründung?

Oh, das waren viele! Am Anfang wird man erst einmal völlig erschlagen von der Bürokratie und den Formalitäten und monatlich die Steuer und die ganze Buchhaltung machen zu müssen. Da musste ich mich schon erstmal daran gewöhnen. Dann, wenn das Unternehmen und die Idee wachsen und die Vision immer größer wird, muss man auch einen Kredit aufnehmen oder Investoren finden. Das dauert immer viel länger als man denkt.

Ich habe mich bisher nur mit einem Kredit finanziert und Umsätzen, aber bin inzwischen auch auf der Suche nach Investoren. Das ist als Frau definitiv schwieriger als Mann, da fast alle Investoren Männer sind. Hier trifft man wieder auf die gläserne Decke aus der Arbeitswelt. Ich merke einfach, dass Männer lieber in Männer investieren und dass viele ältere Herren einen als Frau nicht wirklich ernst nehmen. Ich war auch in Europas erstem Start Up Accellerator für weibliche Gründerinnen – Grow F in Wien von female founders – und die anderen Gründerinnen aus meinem Accellerator kamen aus verschiedenen Ländern aus ganz Europa, aber haben ähnliche Erfahrungen gemacht. Daher setze ich mich auch ehrenamtlich für mehr Gründerinnen und Investorinnen ein. Denn ich bin überzeugt, dass nur beides zusammen die jetzige Dynamik ändern kann. Mit dieser Meinung bin ich in bester Gesellschaft von bekannten Gründerinnen, wie z.B. Verena Pausder.

 

Und dann kam Corona – Was hat das mit dir und deinem Business gemacht?

Die Corona Krise ist natürlich gerade eine große Herausforderung! Aber ich habe auch gemerkt was für tolle Kunden ich habe. Fast alle meine Kunden haben umgebucht, anstatt zu stornieren. Da bewährt es sich jetzt, dass ich immer ein gutes Verhältnis zu meinen Kunden habe. Natürlich hatte ich im April und Mai schon Zukunftsängste, da es ja eine ganze Zeit lang völlig unklar war, wie es weiter geht. Hier hätte ich mir von der Politik mehr Klarheit gewünscht! Ich bin auch immer noch um viele Hotels auf meiner Plattform sehr besorgt, da in vielen Ländern ja nach wie vor keine klare Linie herrscht. Nichts ist so zerstörerisch für die Wirtschaft wie absolute Unsicherheit! Gott sei Dank geht es mittlerweile schon wieder aufwärts und es kommen wieder Buchungen rein, im Moment vor allem für Deutschland und Österreich.

Ich sehe die Corona-Krise aber auch als eine Chance, dass jetzt noch mal viele Frauen aufwachen und sich wieder mehr für die Gleichberechtigung engagieren!

Laetitia Hörnler

Privat war die Corona-Krise ein totales Chaos mit drei Kindern. Wenn ich nicht so verärgert über die Politiker gewesen wäre, hätte ich mich amüsiert über deren Aussage, dass Eltern im Homeoffice sich ja problemlos nebenbei um ihre Kinder kümmern können. Ich konnte effektiv nur noch abends arbeiten, da ich mich untertags um die Kinder kümmern musste. Mein Mann verdient, wie in vielen Familien, mehr als ich. Daher blieb die Care Arbeit mit den Kindern hauptsächlich an mir hängen. So geht es sicher ganz vielen Frauen.

Wie in so vielen Bereichen offenbart die Corona Krise hier bestehende gesellschaftliche Probleme! Die Krise hat mal wieder gezeigt, dass die Gleichberechtigung in Deutschland noch immer ein Ziel in der Ferne ist. Viele Frauen, die meinten der Feminismus sei unnötig, wurden in der Krise eines Besseren belehrt und fanden sich auf einmal in der klassischen Frauenrolle der 50iger Jahre wieder.

Ich sehe das aber auch als eine Chance, dass jetzt noch mal viele Frauen aufwachen und sich wieder mehr für die Gleichberechtigung engagieren! Diese Zeit war für mich, wie für viele andere Frauen/Mütter auch, ziemlich frustrierend. Hier hätte ich mir deutliche Zeichen von der Politik gewünscht, mit denen Frauen unterstützt würden.

Warum hat sich die ganze Arbeit aber trotzdem gelohnt?

Ich liebe meine Arbeit und habe mit meinem Unternehmen das gefunden, was mich am meisten erfüllt. Dafür bin ich sehr dankbar! Ich bin immer schon sehr gerne verreist und spreche mehrere Sprachen. Als Unternehmerin kann ich meine Management Skills aus meinem Studium in England gut nutzen. So habe ich das Gefühl genau mein Ding gefunden zu haben, wo ich all mein Wissen optimal einsetzen kann. Außerdem treibt mich meine Vision an, Familien weltweit endlich ein digitales Zuhause für ihre Urlaubsplanung zu geben!

Und zum Schluss: Wie siehst du die Zukunft des Reisens?

Der Trend zeigt jetzt schon, dass die Leute wieder mehr in der näheren Umgebung und lieber mit dem Auto verreisen, als mit dem Flugzeug. Am liebsten ein eigenes Ferienhaus oder eine Ferienwohnung buchen. Ich habe das Gefühl, dass der Trend genau zu der Art des Reisens führt, die ich bei mamis travelguide von Anfang an promoted habe. Durch die Angst vor Ansteckung und durch ein neues Bewusstsein für umweltverträgliches Reisen geht der Trend klar weg vom Massentourismus und hin zu einem ökologisch verträglichen Tourismus in kleine Unterkünfte mit Charme und Flair. Es gibt ein gewisses Bewusstsein sich etwas gönnen zu wollen beim Reisen. Das führt aus meiner Sicht auch dazu, dass der Preis nicht mehr das entscheidende Kriterium ist, sondern die Qualität. Das alleine führt schon zu einem umweltverträglicheren Tourismus mit einer guten neuen Ausrichtung!

Und jetzt? 
Jetzt wünschen wir euch ruhige und schöne Sommerferien – egal, ob ihr sie zuhause verbringt, weil die Kitas und der Hort wieder offen haben oder irgendwo in weiter Ferne! Wir freuen uns natürlich auch immer über die ein oder andere Empfehlung unserer Leser – für unseren nächsten Urlaub! 

Camilla würde jederzeit wieder eine Reise ins Allgäu empfehlen. Darüber geschrieben hat sie natürlich auch, denn im Allgäu lässt sich mit Kindern, egal in welchem Alter, so viel erleben und entdecken!

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Dani hat noch ein paar Reiseziele (die nicht nur im Herbst funktionieren) zusammengeschrieben und direkt eine Packliste gebaut.