Wollen immer hoch hinaus: Kinder mit extremen Gefühlen

„Extremfühler“: Wenn das Schreibaby zum Kleinkind wird

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„Oh, du siehst ja völlig fertig aus, alles okay bei euch?“  Wir sind gerade in den Vorraum der Kita gekommen und ich ziehe vier nasse, sandige Schuhe von vier unentwegt zappelnden Kinderfüßen. Ich versuche höchst konzentriert, dabei weder Regenjacken, Kuscheltiere, Keksbecher, Stöcke, Steinchen noch mein Schlüsselbund fallen zu lassen, als mich diese Frage aus dem Nichts trifft und dabei ziemlich unvermittelt aus den Latschen haut. Mal wieder. Nein, schon wieder.

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Eigentlich hatten wir gerade ein paar gute Tage, ich hab nicht mitgezählt, vielleicht sogar Wochen? Das genaue Zählen hab ich aufgegeben, denn es schürt nur Erwartungen und enttäuscht Hoffnungen. Immer wieder. Außerdem bin ich froh und dankbar um jeden „fröhlich plätschernden“ Tag und jede einigermaßen ruhige Nacht. Nur zwei, drei Mal geweckt werden? Ist doch toll, call it Jahresurlaub. Und um diesen Druck da ein bisschen rauszunehmen habe ich eben irgendwann beschlossen, das einfach nicht mehr zu „tracken“.

Lächeln und nicken

Aber zurück zu der Frage aus dem Kita Vorraum und zu meinem Gemütszustand: Danke, unterirdisch. Die aufsteigenden Tränen versuche ich, verstohlen wegzuwischen und den Kloß im Hals räuspere ich mir von den zitternden Stimmbändern. Dann höre ich mich sagen „Joar, alles okay, wir hatten nur eine unruhige Nacht.“ Um das zu unterstreichen und bloß keine weiteren Fragen heraufzubeschwören, winke ich noch ab und lächle schief. Dass ich kaum geschlafen habe, weil mein zweijähriger „Extremfühler“ sich nicht unruhig, sondern eher wild hin- und herwälzte, schrie und weinte und nur auf mir, mit dem Kopf auf meiner Brust, ansatzweise Ruhe fand, verschweige ich. Auch das Stillen, das letzte Nacht einmal mehr Dauerzustand war, erwähne ich nicht. Keine Lust auf betretene Blicke oder das Gefühl, mich rechtfertigen zu müssen. Schon wieder. Immer wieder. „Ach ja, das kenn ich. Wächst er? Naja, wenn es nur das ist, halb so wild. Ist doch nur ne Phase.“ antwortet mein Gegenüber aufmunternd und gibt sich scheinbar mit meiner oberflächlichen Antwort zufrieden. Glück gehabt.

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Halb so wild, nur eine Phase

Mein Schreibaby, von dem ich hier neulich erzählte, ist inzwischen gut zwei Jahre alt. Siebenundzwanzigeinhalb Monate, um genau zu sein, eine siebenundzwanzigeinhalb Monate lange Phase am Limit, siebenundzwanzigeinhalb Monate, in denen die erste Nacht, in der ich mal länger als zwei Stunden am Stück schlafen durfte (es waren sogar fünfeinhalb!), erst vorletzte Woche passierte. Leider blieb das eine Ausnahme. Dennoch rede ich nicht mehr viel darüber, ich habe mich schlichtweg damit arrrangiert. Ich empfinde es auch gar nicht mehr als so dramatisch, denn die wirklich wilden Zeiten, in denen ich zwischen 22:00 und 6:30 Uhr manchmal 15, 16x geweckt wurde, haben wir glücklicherweise weitestgehend hinter uns gelassen. Außerdem kostet Aufregen nur Energie und die brauche ich an anderer Stelle gerade dringender.

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Extremfühler: Leben am Limit

Mein so viel weinendes Baby mit den allerherausforderndsten Bedürfnissen ist still und heimlich zu einem fröhlichen, empathischen und sehr bestimmten Kleinkind herangewachsen. So lange etwas los ist, ist er bester Laune und die ist dann unglaublich ansteckend. Sein Lächeln strahlt heller als die Sonne, es geht gar nicht anders, man muss es erwiedern. Schabernack? Ist sein zweiter Vorname und der Schalk in seinem Nacken ist Dauergast. Es ist so schön zu beobachten, mit welchem Eifer er und sein Schalk zusammen die Welt entdecken, immer drauf los, einfach geradeaus. Er saugt sie förmlich auf, atmet sie ein und geht seine Entwicklungsschritte in Siebenmeilenstiefeln.

Er überspringt ganze Entwicklungsstufen, keine Zeit, keine Zeit, und schon gar nicht, um sich mit Zweiwortsätzen aufzuhalten. Sein „Mamamama“ ging ohne Umwege direkt über in ein „Hände waschen muss ein jedes Kind, Papa, oder?“ Klar, das hat er aus einem Kinderlied, welches bei uns hoch und runter dudelt, aber allein das erfordert ja auch mehr Transferleistung, als ich selbst an so manchem Morgen zu erbringen vermag. Manchmal kann man an seinem Gesicht die Überraschung ablesen, wenn er etwas Neues versteht oder besser noch, etwas zu uns sagt, das wir dann verstehen und sogar danach handeln. Dann hält er kurz den Atem an und strahlt über das ganze Gesicht, ungläubig, überrascht, verblüfft. Und so unendlich stolz. Oh mir geht das Herz auf, wenn es mir vergönnt ist, einen solchen Moment einzufangen. Marmeladenglas auf und rein damit!

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Höhen und Tiefen

Oder sein Mut und sein Willen, die ihn antreiben! Vor allem beim Turnen und Klettern will er hoch hinaus und erklimmt schon Höhen, die sein älterer Bruder auch erst seit Kurzem packt. Er schaut nicht nach unten, schaut nicht zurück, sondern hat sein Ziel immer fest vor Augen. Wie er da wieder runter kommt? Das findet sich dann schon, damit kann er jetzt wirklich keine Zeit verschwenden.

Aber wehe, es geht etwas schief oder klappt nicht gleich so, wie er sich das vorgestellt hat. Dann geht man besser in Deckung, denn er explodiert manchmal in Sekundenschnelle und sein Zorn ist zuweilen größer als er selbst. Wieder einmal sind seine Gefühle extrem. Er wütet und schreit, wirft sich auf den Boden und trommelt mit den Fäustchen zugrunde, was sich ihm in den Weg stellt. Er schreit und kreischt, dass man sich die Ohren zuhalten möchte und trotzdem wäre es noch lauter, als man eigentlich ertragen kann. Und er hat Kraft! Dieser gerade mal 92einhalb Zentimeter große kleine, zarte Kerl ist so stark, dass ich ihn mit beiden Armen wirklich fest und sicher halten muss, damit er sich – oder mich – nicht verletzt.

Mein Herzschlag ist sein Lieblingsbeat

Ihn zu beruhigen braucht Fingerspitzengefühl, viel Ruhe und noch mehr Geduld. Manchmal klappt es schon besser, an anderen Tagen ist er ein kleines, unfassbar lautes Häufchen Elend, das von seinen Gefühlen völlig übermannt wird. Er kann diese Wucht, mit der sie ihn treffen, nicht händeln. Es geht dann nicht vor und nicht zurück, bis er irgendwann erschöpft in meine Arme sinkt, seine Ärmchen um meinen Hals geklammert und sein tränennasses Gesichtchen an meins gepresst. So schlafen wir manchmal auch ein. Generell ist er unglaublich nähebdürftig, auch nachts. Eine Hand, ein Fuß oder sein ganzer kleiner Körper liegen immer fest an mich geschmiegt. Herz an Herz, Haut an Haut. Mein Herzschlag ist sein Liebingsbeat. Wird der Abstand zu groß, kommt er herangerobbt. Manchmal drehen wir uns schlafend um 90 Grad und wachen morgens quer auf.

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Noch immer versuche ich Morgen für Morgen, mich aus dem Zimmer zu schleichen, um ruhig und vor allem alleine duschen zu können, die Stille einzuatmen und den Wassertropfen dabei zuzuhören, wie sie auf den Boden platschen. Meistens schaffe ich es nicht einmal bis zur Tür, da schlägt er schon seine Augen auf und ein innbrünstiges „Hallo Mama“ schnippst mir ein Lächeln ins Gesicht. Gut, dann eben zusammen.

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Alle für einen, einer für alle

Sein großer Bruder muss häufig zurückstecken, laut bei uns, hält dagegen, um Aufmerksamkeit zu bekommen, denn „lieb sein“ findet ja naturgegeben weniger Beachtung als Rebellion. Und so gehen hier eben zwei auf die Barrikaden, wenn es sein muss. Manchmal gegeneinander, aber immer häufiger auch zusammen. Diese Liebe zwischen den beiden ist herzerwärmend, morgens sind sie das erste, wonach sie fragen und ohne einen Kuss zum Abschied geht es abends nicht ins Bett. Und wenn einer der beiden Süßigkeiten ergattert, werden die ganz selbstverständlich mit dem anderen geteilt. Auch das zusammen Spielen nimmt langsam Formen an, die ich fantastisch finde. Die mir aber auch jetzt schon ein kleines, mulmiges (und schon auch ziemlich Mama-stolzes) Gefühl geben, wenn ich daran denke, was uns mit den beiden wohl noch so erwartet. Langweilig? Wird es hier mit Sicherheit nicht.

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Falls ihr noch mehr zum Thema Schreibaby lesen möchtet, schaut doch mal hier:

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„Ein Baby? Das mach ich doch mit links!“ Und dann vergeht einige Zeit und man merkt, dass man das alles vielleicht doch ein klitzekleines bisschen unterschätzt hat. Und stellt sich plötzlich folgende Fragen… [Hier geht es zum Artikel von Saskia.] [/et_pb_text][/et_pb_column][et_pb_column type=“1_2″ _builder_version=“3.0.47″ parallax=“off“ parallax_method=“on“][et_pb_image src=“https://mummy-mag.de/wp-content/uploads/2019/04/MUMMY-MAG-Leben-mit-Schreibaby-und-was-wirklich-hilft-06.jpg“ _builder_version=“3.0.71″][/et_pb_image][et_pb_text _builder_version=“3.0.71″]

Was, wenn das Leben mit Baby gar nicht so ruhig und harmonisch abläuft, wie man es sich immer ertträumt hatte? Was, wenn man plötzlich ein Schreibaby hat? Judith schreibt über die erste Zeit mit ihrem zweiten Sohn und wie sie sie überstanden hat. [Hier geht es zum Artikel.] [/et_pb_text][/et_pb_column][/et_pb_row][/et_pb_section]

Judith wollte als echte Berliner Göre eigentlich niemals weg aus der Hauptstadt. Jetzt lebt sie seit mehr als zehn Jahren und inzwischen mit Mann, zwei Söhnen und zwei verrückten Katern am Stadtrand von Hamburg und fühlt sich in ihrem Bungalow pudelwohl. Mit dem Herz am rechten Fleck versucht sie, den Kopf nicht zu verlieren und dabei wieder mehr auf ihren Bauch zu hören. So gern wie mit Worten jongliert sie mit Themen. Sie brennt dafür, Mamas dazu zu bringen, sich wieder besser um die eigenen Bedürfnisse zu kümmern und nicht im alltäglichen Familienwahnsinn unterzugehen. Und als wär das alleine noch nicht genug, hat sie sich auch das Thema Nachhaltigkeit noch auf ihre Fahne geschrieben. Judith schreibt außerdem noch auf judetta.de.

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